Sind neuartige Atomkraftwerke in der Entwicklung?

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6 Antworten

Bei schnellen Kernspaltungsreaktoren werden die Transurane ebenfalls gespalten. Das ist etwas, was thermische Kernspaltungsreaktoren, bei denen die Neutronen erst abgebremst werden, was bei klassischen Kernspaltungsreaktoren nicht möglich ist. Hier fallen die Transurane als Abfall an.

Somit würde für schnelle Kernspaltungsreaktoren eine Langzeit-Endlagerung von abgebrannten Brennelementen entfallen. Neben bei, in der BRD werden aktuell 16 chemische Endlager betrieben. Im Rahmen der politischen Dialektik nennt man diese nur "Untertagedepinie" oder "Versatzbergwerk" (suche mal nach diesen Vokabeln im Netz).

Grundsätzlich ist diese Erkenntnis jedoch nichts Neues und seit Anbeginn der Reaktortechnik bekannt. Den größten Fortschritt in Sachen schnelle Kernspaltungsreaktoren haben gegenwärtig die Russen mit ihrem BN-800. In der Vergangenheit waren ebenfalls die Franzosen mit 2 Anlagen und auch kurz mal die BRD mit 2 Anlagen führend. In der BRD gibt es jedoch auf dem Gebiet der Schnellspaltreaktoren keine Kompetenz mehr, so wie es in geraumer Zeit grundsätzlich zum Thema Kernenergie in der BRD aussehen wird.

Eine interessante Kombination besteht aus der Idee Schnellspaltreaktoren mit Flüssigkernreaktoren zu kreuzen. Eine technische Umsetzung wäre auf der Basis der Flüssigsalzreaktoren. Hier gibt es keine Brennelemente mehr, sodass die nukleare Mülltrennung (Wiederaufbereitung) gleich am Reaktor, und somit im Sicherheitsbehälter, durchgeführt werden kann. Hierzu kann ich dir Wikipedia (insbesondere die englischen Seiten) empfehlen.

Quellen (zur Einstimmung):

en.wikipedia.org/wiki/BN-800_reactor

de.wikipedia.org/wiki/Brutreaktor#Schneller_Br.C3.BCter
en.wikipedia.org/wiki/Sodium-cooled_fast_reactor

de.wikipedia.org/wiki/Generation_IV_International_Forum
en.wikipedia.org/wiki/Generation_IV_reactor

https://dual-fluid-reaktor.de/
de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%BCssigsalzreaktor
en.wikipedia.org/wiki/Molten_salt_reactor

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Da in der Frage eine "Physikerin" erwähnt wird, kann man vermuten, daß es sich um die neue Direktorin von CERN (in der Schweiz) handeln könnte (Fabiola Gianotti) und daß es sich hier um die Idee ihres Vorgängers bei CERN, dem Nobelpreisträger Carlo Rubbia (ebenfalls Italiener) handelt, der die Idee eines von einem Beschleuniger "angefeuerten" unterkritischen Reaktor propagierte, mit dem man auch die Menge der als Abfall anfallenden Spaltprodukte reduzieren könnte und der außerdem (nach Meinung Rubbia) sicherer als die "üblichen zur Stromproduktion heute üblichen Kernreaktoren sei. Man kann dieses System nachlesen unter https://de.wikipedia.org/wiki/Accelerator\_Driven\_System

Viel mehr als die Idee eines Nobelpreisträgers war das aber nie. Es könnte sein, daß diese Idee von Frau Gianotta - die wohl intensiv bei CERN mit Rubbia zusammenarbeitete - weiter betrieben wird (gewisser Weise als Nebenprodukt neben der Hauptbeschäftigung von CERN - der Suche nach den Bausteinen der Welt)

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Es wäre zu gut und ist erlebt gerade wahrscheinlich den ersten Teil der Hype-Kurve. Kurz: Wie bei vielen neuen Technologien wird sich bald zeigen, dass es wahrscheinlich extrem aufwendig und nicht so effizient wie angepriesen sein wird. Nicht alles, was auf dem Papier funktioniert kann auch wirklich gebaut werden. Außerdem: Woher soll die Energie kommen? Ein Großteil des Mülls sind schwachradioaktive Laborabfälle und zu wert- und Energielos, als dass sich das Recycling lohnen würde.

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der beschreibung nach klingt das ganz nach kernfussion. sollte ich recht behalten sind die zeitlichen prognosen aber eher optimistisch zu betrachten...

lg, Anna

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Ich habe noch nichts von diesem Verfahren gehört.

Insbesondere wenn derselbe radioaktive Abfall verwendet werden soll halte ich dies für kaum möglich.

ABER: Möglicherweise sprichts du nicht von den klassischen Atomkraftwerken, welche über Kernspaltung arbeiten, sondern von Kernfusion-Kraftwerken. Diese hätten ähnliche Eigenenschafften die du ansprichst und noch weitere.

Die Kernfusion wird erforscht und verspricht die Energiequelle der Zukunft zu sein. Den Zeitplan - 10 Jahre - ist aber sehr optimistisch.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kernfusionsreaktor

http://www.welt.de/wissenschaft/article151755696/Wendelstein-7-X-soll-unbegrenzt-Energie-liefern.html

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