Sind Muskeln aus dem Fitnessstudio gute Muskeln?

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Hallo!

Er hat gesagt, Muskeln aus den Fitnessstudio sind aufgeblasene Muskeln ohne Kondition, Technik, Kraft und Ausdauer.

Macht man stur dort sein Krafttraining dann passt das sogar - man trainier halt auf Optik und nicht auf Effektivität

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Mal ein Einwurf : Man unterscheidet zwei Arten von Muskelfasern: Die weißen und die roten Muskelfasern. Beide Typen sind für verschieden Aktivitäten tragend und optimal. Ein Weltklasse - Sprinter oder Kraftsportler  hat ca 90% weiße Muskelfasern, Marathoni ähnliches in rot. Grob gesagt : Weiß = Schnellkraft, rot = Ausdauer.

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Ich versuche es mal anders - als Gewichtheber mit völlig anderen Zielen - und Muskeln. 



Der Bodybuilder will große und definierte Muskeln haben - die Optik steht im Vordergrund. Mir ist es weniger wichtig wie meine Muskel aussehen, meinen Oberarm messe ich nicht einmal - ich weiß nicht wie dick der ist. Mich interessiert nur wie viel ich mit meinen Muskeln bewegen kann - sie sind Mittel zum Zweck.

Ich komme vom Gewichtheben, viele Jahre Bundesliga, nationale Meisterschaften. Bedingt natürlich ein hartes Training aber immer mit der Prämisse dass die Dynamik vorrangig ist und die Technik stimmen muss. Ich lasse mich jetzt nicht auf das Spiel mit der Frage ein wer stärker ist aber zumindest sieht der Bodybuilder stärker aus und das gönne ich ihm auch neidlos.

Ich verbessere die Qualität meiner Muskeln u. A. durch  Intramuskuläres Koordinationstraining.  Intramuskuläres Koordinationstraining kann man im Prinzip bei jeder Übung machen aber man sollte schon aufpassen.

 Gerade bei komplexen Übungen wird da die Technik wichtig sonst wird es gefährlich. Es ist natürlich ein Training das z. B. einem Gewichtheber vertraut ist. Aber nicht unbedingt etwas für Anfänger. Schon weil dabei die koordinativen Anforderungen extrem  hoch sind. Es braucht ein erhebliches Maß an Bewegungsbeherrschung, über die meist nur Trainings erfahrene verfügen können. 

Und es  wird mit sehr hohen Gewichten gearbeitet, bei denen mit  falscher Ausführung immer auch ein gewisses Risiko verbunden ist.

Das Ziel des Intramuskulären Koordinationstrainings ist eine Steigerung der Kraft, man arbeitet mit ca 3 Wiederholungen Das ganze funktioniert anaerob - eigentlich braucht man da keinen Sauerstoff. Die Belastung ist extrem -  man trainiert mit einem Gewicht, das über 90 % der maximal möglichen Kraft in Anspruch nimmt.Kraftsteigerung ist das Ziel des Intramuskulären Koordinationstrainings. 

Was passiert : 

1.  Der Körper wird so gezwungen, Signale an die Muskelzellen schneller und organisierter übermitteln was als Resultat  eine Temposteigerung bedeutet. 

2. Durch die extreme  Belastung lernt der Körper, mehr Muskelzellen innerhalb des trainierten Muskels anzusprechen, was im Resultat eine  Krafterhöhung bedeutet. 

Ich wünsche Dir eine schöne Woche

power - (Gesundheit und Medizin, Ernährung, Sport und Fitness)

Muskeln passen sich eben der Belastung an. Im Fitnessstudio geht es den meisten um den Muskelaufbau. Hierbei geht es einfach um optische Ziele und darum bewusst den Körper zu formen. Man nutzt also die Satzzahlen und Wiederholungsbereiche, die am meisten Breitenwachstum der Muskulatur fördern.

Die Muskeln sind dann weder so ausdauernd wie die eines Marathonläufers, noch so stark wie die eines reinen Kraftsportlers, sondern befinden sich eben ein wenig in der Mitte.

Und ja man trainiert meist auch die selben Übungen immer wieder. Bei vielen bedeutet das vermehrt Isolationsübungen, wobei Stützmuskulatur vernachlässigt wird, wodurch die Muskelmasse dann ggf. in einigen Situationen funktionell nicht unbedingt optimal auf Belastungen außerhalb des Studios vorbereitet ist.

Das macht die Muskeln nun aber nicht schlecht oder bedeutet sie bestehen aus Luft. Das Training ist aber in dem Fall einfach ein Werkzeug, ein Mittel zum Zweck. Es ist egal wie stark man ist oder wie viel Ausdauer man hat.

Man kann natürlich auch in anderen Bereichen trainieren und eine generelle Fitness erlangen, letztlich ist das aber immer ein Dreieck bei den man etwas vom anderen Bereich opfert. Sprich will jemand hauptsächlich stark werden, wird er meist nicht die Muskelmasse eines reinen Bodybuilders erreichen, noch die Ausdauer eines Ausdauersportlers und anders herum usw.

Viele wollen sich in eine Richtung spezialisieren, andere stellen sich halt etwas breiter auf, das muss jeder für sich wissen. Ich für mein Teil bewege mich auch gerne außerhalb des Trainings, sprich fahre sehr gerne Fahrrad, Jogge auch mal und wage mich auch mal an schwerere olympische Lifts. Einfach um auch den Herz-/Kreislaufsystems was Gutes zutun und weil es mir Spaß macht, das ist für mich das Wichtigste, wenn man wirklich dabei bleiben will. Hat sich bei mir einfach so während der letzten 15+ Jahren eingeschliffen.

Finde dabei auch das Konzept von CrossFit sehr interessant, auch wenn das Programming da teilweise hirnrissig ist und Verletzungen fördert. Verschiedene Disziplinen zu verfolgen und eine generelle Fitness zu erreichen halte ich aber für den Hobbyathleten für den besten Weg.

Und wieder begeistert mich ei Beitrag von Dir. Schau auch mal bei mir, Gruß Kami

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Ich würde mal behaupten alle Muskeln, die durch gesunden Sport aufgebaut werden sind gute Muskeln ;)...aber ich glaube nur das Pumpen bringt auf dauer nichts, ich stehe da mehr so auf Übungen mit dem eigenen Körpergewicht. Die Muskeln werden zwar nicht so groß, aber sie sind schlank und definieren auf dauer und so trainiert man halt Bewegungen und Kraft-ausdauer. Aber da scheiden sich auch eh die Geister und jeder sollte das tun, was ihm spaß macht und sein Ziel verwirklicht ;)

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