Sind Menschen, die die Inversion in Nebensätzen vermeiden, dümmer und regt es euch auch immer auf, wenn Menschen einen falschen Weil-Satz bilden?

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12 Antworten

Auch mich ärgern  diese falschen weil-Sätze , einfach weil sie grammatikalisch falsch sind und gegen die üblichen Wortstellung in Nebensätzen verstoßen. "Dümmer" sind Leute, die falsche weil-Sätze bilden, pauschal sicher nicht (oder allenfalls nur einige davon.)

Ändern kannst Du daran aber trotzdem nichts (mehr), "weil das machen ja auch Politiker sogar in ihren Parlamentsreden",  und Kids wissen mittlerweile schon gar nicht mehr, wie man Kausalsätze RICHTIG schreibt / spricht.

Damit wirst Du leben müssen - zumindest in der mündlichen Sprache.  Gleiches passiert übrigens mittlerweile mit "obwohl-Sätzen".

Sprache ändert sich - und oft eben nicht in positiver Weise.

Eine Anmerkung sei mir noch erlaubt: Die vielzitierte Regel "Subjekt-Prädikat-OBJEKT, wie sie angeblich in allen englischen Sätzen praktiziert wird, ist in allen Spachen nur teilweise gültig, weil in 50% aller Sätze gar kein Objekt existiert.  Wo z.B. ist denn das Objekt in "Mein Vater war Schneider"? Oder in "Sie wurde heute 23 (Jahre alt) "?  Oder in "Das ist in der heutigen Zeit wichtig geworden "?  Manche Lehrer scheinen heute in Schulen die Irrlehre zu verbreiten, dass alles, was nicht Subjekt oder Verb ist, ein "Objekt" sein muss.

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Kommentar von Rudolf36
03.10.2016, 11:39

Für mich heißt diese Regel: Subjekt - Prädikat (- Objekt). Wobei die Reihenfolge auch einmal umgekehrt sein kann: "diesen Satz schreibe ich!" 

Übrgens: mein Vater war auch Schneider. Oder: übrigens war mein Vater auch Schneider. 

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Dass 'weil' im mündlichen Sprachgebrauch als Hauptsatzkonjuktion verwendet wird, ist mindestens seit dreißig Jahren der Fall. Vorher ist es mir nicht aufgefallen. Sprache verändert sich eben.

Mich stört immer noch, dass nicht nur der 'Dativ dem Genitiv sein Tod' ist, sondern, dass inzwischen fast genauso häufig der Genitiv anstelle des Dativs verwendet wird. 

Diese Sprachentwicklung zielt auf eine tendenzielle Angleichung aller Fälle, wie sie im Niederländischen 1945 offiziell festgeschrieben wurde. 

Aufgrund der vermehrten Verwendung des Englischen wird sich diese Sprachökonomie früher oder später auch im Schriftgebrauch durchsetzen. 

Wer regt sich heute noch über lohnenswert statt lohnend, scheinbar statt anscheinend, dasselbe statt das Gleiche auf?

Im muttersprachlichen Unterricht ist freilich Konservativismus nötig, weil sonst das notwendige Mindestmaß an Einheitlichkeit der Schriftsprache verloren ginge. Im Umgang mit Bekannten sollte man aber grundsätzlich nur die korrigieren, bei denen man annehmen darf, dass sie ebenfalls an der Bewahrung traditionelle Sprachformen interessiert sind. 

Dass das noch recht viele sind, ist an den hohen Auflagen von "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" erkennbar. 

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Du begehst den Fehler, die geistige Beweglichkeit deiner Mitmenschen anhand verbaler Konstruktions- und Organisationsfähigkeit zu bestimmen.

Dabei lässt du erst einmal völlig offen an welcher Art der Intelligenz es diesen deiner Meinung nach mangelt.  

Ein kluger Taktiker ist möglicherweise ein schlechter Redner, könnte dich dennoch sowohl in einer Partie Schach als auch in einer von Ihm gelenkten gesellschaftlichen Interaktion jeder Zeit in die Tasche stecken, nicht zu letzt deines "etwas" überheblichen Blickwinkels wegen.

Die Fähigkeit sich trittsicher der Grammatik zu bedienen ist kein Zeichen geistiger Omnipotenz, Sie macht dich zu einem guten Redner/Schreiber, nicht mehr und nicht weniger.

Auch ein wohlformulierter Satz kann am Ende nichts als heiße Luft sein, wenn man sich dahinter in Ermangelung weiterer Befähigungen versteckt.

korrigiere ich sie nicht, wenn sie den Fehler begehen.

Das ist wahrscheinlich eine kluge Verhaltensweise, sonst kämen Diese noch auf die Idee, dir deine Fehltritte unter die Nase zu reiben. 

Es ist immer ein Armutszeugnis, wenn man sich ohne Not so viele Gedanken über die Befähigung seiner Mitmenschen macht, ein Zeichen mangelnden Selbstbewusstseins.

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Gut, wer unter solchen Problemen zu leiden hat, hat es wirklich nicht so leicht im Leben ...

Es spricht aber doch für eine gewisse Lebensklugheit von dir, dass du deine Freundin nicht (dauernd) verbesserst.

Aber nun zu deinem inhaltlichen Anliegen:

"Während des Schreibens passiert diese Art von Fehler den meisten
Menschen nicht - auch wenn ich schon Menschen getroffen habe ..."

Hier liegt meines Erachtens der Schlüssel zur Erklärung, nämlich im Unterschied von Schreibsituation und Sprechsituation.

In der Sprechsituation stellt der Verzicht auf die Inversion (auf Kosten der sprachlichen Korrektheit und Ästhetik) eine Hilfe zum besseren Verständnis für den Rezipienten dar. Du kannst dies, lernpsychologisch ausgedrückt, als "advanced organizer" bezeichnen.

Dein Beispiel:
"Ich kann nicht mit dir telefonieren, weil ich esse gerade eine Pizza."

Bei dieser Formulierung liegt die Betonung auf dem 'weil' - danach folgt in der Regel eine kleine Sprechpause. Der Zuhörer ist nun natürlich gespannt, was als Argument folgen wird. Dieses Argument wird nun (unter Verzicht auf die Inversion, dadurch mit größerer Emphase) als Aussagesatz präsentiert. WUMM - das sitzt!

Fazit: Die derart Sprechenden scheinen mir NOCH intelligenter, als wie du es ihnen (erfreulicherweise) zugestanden hast.

Alles klar? Weil, ich mach sonst weiter!

 

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Kommentar von Colombo1999
02.10.2016, 18:00

Vor Deine Sprechpause gehört "denn", nicht "weil".

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Kommentar von Rudolf36
03.10.2016, 11:20

Jawoll! 
WUMM - das sitzt!
Die falsche Satzbildung tut weh! "Weil" mit Hauptsatz tut immer weh! "als wie du" tut auch weh.

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Wenn ich mir deinen Text so durchlese, fällt mir der Spruch mit dem Glashaus und den Steinen ein.

Du bemängelst eine Sache und bist doch selbst nicht perfekt.

"Findet ihr das auch so ekelhaft, wenn eine Person den Fehler macht? Und denkt ihr, dass einige Menschen dümmer sind, wenn sie den Fehler durchgehend macht?"

Es ist zwar von einem Fehler die Rede, aber er wird von mehreren Leuten angewandt.
Also wäre "....,wenn sie den Fehler durchgehend machEN" korrekt.
Zudem halte ich nur etwas für ekelhaft, das entsprechend aussieht und / oder riecht.

Ein (gutes) Abi-Zeugnis ist noch lange kein Garant dafür, wirklich richtig Deutsch zu können.
Da geht es doch vielmehr ums Theoretisch als ums Praktische wie Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung.

Den Satzbau aus dem Englischen ins Deutsche zu übertragen, könnte eine Möglichkeit sein.
Nur, ob das auf alle zutrifft, die diesen Fehler machen?

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Für mich ist das ein Zeichen, dass es jemandem an SprachGEFÜHL und damit auch ein Stück weit an emotionaler Bildung mangelt.

Bei Bekannten oder Kunden muss ich das tolerieren. In einer engen Partnerschaft ginge es für mich nicht.

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Du hast ein kleines Problem mit der Kommasetzung... bist du deswegen dumm?

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Ich finde das nicht schlimm. Es gibt Sachen, die mich mehr aufregen. 

Zum Beispiel dieses, besser wie

Oder " die, wo ich gesehen habe "

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Kommentar von Dirndlschneider
03.10.2016, 01:04

Dein letzter Beispielsatz ist im Schwäbischen grammatikalisch absolut korrekt .

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Menschen, die über keine gute Rechtschreibung oder Grammatik verfügen, wirken oftmals dümmer als andere.

Das Lernen von Regeln (Rechtschreibung/Grammatik) setzt jedoch keine hochgradige Intelligenz voraus. Ganz im Gegenteil, es ist oftmals nur ein Indiz für Fleiß und Interesse. Man lernt halt nur etwas auswendig.

Intelligent ist jemand, der Eigenes folgerichtig und logisch entwickelt (oder zumindest weiter entwickelt) ohne es vorher gelernt zu haben.

Wenn man die Rechtschreibung einigermaßen beherrscht, ist man daher nicht automatisch intelligenter als andere. Logisches Denken ist, insbesondere in unseren heutigen Zeit, wesentlich wichtiger.

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das ist nur geschwätzigkeit, also kein wille im gedankenleben

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hast du keine anderen Sorgen als damit anzugeben das du so gut Deutsch schreiben kannst?

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Kommentar von Suppengott
02.10.2016, 15:16

Willst du echt mit mir darüber reden? *-* Willst du wirklich mit mir über meine Sorgen sprechen? :O

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Grammarnazi auf ganz neuer Ebene.

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Kommentar von Bswss
02.10.2016, 17:51

Nein, das ist ein völlig unpassender und beleidigender Begriff.

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