Sind meine Eltern unterhaltspflichtig? Was für Rechte habe ich?

14 Antworten

Die Pflicht deiner Eltern zum Unterhalt endet entweder mit der Volljährigkeit oder mit dem Ende deiner 1. Ausbildung. -aber was ist schon normal-

Hier gibt es natürlich viele Auslegungen. Entgegen anderer Meinungen hier ist es tatsächlich so, dass du bei einem Abbruch oder "jobben" keiner Ausbildung nachgehst und sie nicht verpflichtet sind zu zahlen. Eine Übergangsfrist von bis 2 bis 3 Monaten kann sich je nach Einzelfall noch ergeben. D.h. du müsstest dich bis nächstes Jahr an das Jobcenter wenden, wenn die Situation so verfahren ist wie du andeutest. Da du dann wieder mit deiner 1. Ausbildung beginnst sind sie wieder unterhaltspflichtig, allerdings können sie verlangen, dass du dies zügig, d.h. in der normalen Zeit durchführst und nicht nochmal wechselst oder unterbrichst. Normalerweise endet dies mit 25, gelegentlich (Studium, Einzelfallprüfung) mit 27.

Die Höhe deines Unterhalts ist dieser Tabelle zu entnehmen, wobei ich gleich darauf aufmerksam mache, dass es zum 1.1.2018 eine sehr große Erhöhung gibt.

https://duesseldorfer-tabelle-2017.info/?gclid=EAIaIQobChMIhPer-drU1gIVqRXTCh0TSAIzEAAYASAAEgLKv_D_BwE

Aber: ich bin hinsichtlich der Zahlungen etwas verwirrt. Wie kommst du auf 260 Euro durch deinen Vater? Ich vermute das war noch zu der Zeit als Kindergeld gezahlt wurde? Dann müsste er weniger als 1200 Euro netto verdienen? ok aber siehe unten. Es sei denn er hat nur einen Teil bezahlt, aber das musst du nachprüfen.

Wenn du dann nicht mehr daheim wohnst ist deine Mutter ebenso unterhaltspflichtig, die Kosten müssten dann geteilt werden, je nachdem wie das Kindergeld dann neu vergeben wird, (an deine Mutter?) gegebenenfalls müsste sie dann sogar mehr zahlen als dein Vater. Auch hier kommt es auf das Einkommen an. Und deshalb jetzt das nächste Aber: wenn dein Vater so wenig verdient ist er unter dem Selbstgehalt, das würde bedeuten, da er so wenig verdient, muss er gar nichts bezahlen. Verdient deine Mutter ebenfalls nicht mehr, kannst du zwar Ansprüche stellen, aber sie können nicht zahlen.

Dann müsstest du mit dem Jobcenter den Einzelfall besprechen.

Es gibt Situationen dass eine Unterbrechung sogar bis zu 3 Jahren gerichtlich anerkannt wurde (Schwangerschaft des Kindes etc) aber das sind Ausnahmen. Normalerweise musst du die Erstausbildung ohne schuldhaftes Verzögern durchführen, brichst du ab bedarf es einer weiteren Prüfung.

Hab doch noch glatt die Einkünfte des Unterhaltspflichtigen unterschlagen. Die darf bis auf die Kosten für Aufwendungen, regelmäßig 90 Euro, angerechnet werden. Das darfst du bei den Berechnungen nicht vergessen.

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Ich widerspreche einigen der bisherigen Antworten.

Eltern sind nämlich nur unterhaltspflichtig bis zum 18. Lj. bzw. Ende der Schulzeit (Gymnasium, da dauert die Unterhaltspflicht länger) und während einer Erstausbildung bis zu deren Ende - nicht : bis zum Ende einer Erstausbildung. Da wären dann auch Zeiträume dabei, in denen du nix machst. Für derartige Zeiten sind deine Eltern nämlich nicht unterhaltspflichtig.

DAs heißt, du hast derzeit überhaupt keinen Unterhaltsanspruch gegenüber deinen beiden Eltern.

http://www.unterhalt.net/kindesunterhalt/kind-volljaehrig.html

Unterhaltsanspruch eines volljährigen Kindes
Die Eltern schulden dem volljährigen Kind über das 18. Lebensjahr hinaus nur Unterhalt (in diesem Fall Barunterhalt), wenn es sich in einer Ausbildung oder Studium befinden, da die Eltern dem Kind den Unterhalt nach § 1610 Abs. 2 BGB bis zu einem berufsqualifizeirendem Abschluss schulden.
Der Barunterhalt ist von beiden Elternteilen zu erbringen, im Fall von
getrennt lebenden Eltern auch von dem Elternteil, bei dem das Kind lebt.
Der Naturalunterhalt in Form von Betreuung hat ab Eintreten der
Volljährigkeit keine Bedeutung mehr.

Natürlich kann das JC verlangen, dass du bis zu deinem 25. Geburtstag bei deiner Mutter wohnst, allerdings können sie deine Mutter nicht zwingen, dich bei ihr wohnen zu lassen.

Also geh noch mal zum Jobcenter, erkläre denen, warum sie dich dort nicht wohnen lässt (zerrüttete Zustände und so).

Ansonsten bleibt dir wirklich nur, richtig zu arbeiten und Geld zu verdienen, damit du dir vielleicht einen WG-Platz oder oder erst mal ein Zimmer zur Untermiete finanzieren kannst.

Wenn du 19 und gesund bist, dann müsste doch mehr als paar und 50 Stunden monatlich drin sein zu arbeiten, denn mehr kannst du monatlich nicht arbeiten, auch du bekommst Mindestlohn.

Statt auf der leidigen Unterhaltsfrage herumzuhacken, möchte ich dir rate, die baldmöglichst einen Aubildungsplatz zu suchen. Dann erhält deine Mutter nämlich wieder Kindegeld für dich, das sie dir geben kann, wenn du nicht mehr bei ihr wohnst. Zudem lernst du einen Beruf, der dich dann später einmal ernähren kann.

Oder du machst ein FSJ oder einen Bundesfreiwilligendienst. Dann hast du nämlich eventuell eine Unterkunft dabei oder bekommst den entsprechenden Betrag draufgezahlt. Auch hier fließt Kindergeld. Und deinen Nebenjob kannst du vielleicht auch noch behalten.

Auf jeden Fall musst du dein Leben fest in die Hand nehmen. Wenn sich nämlich kein Amt für dich zuständig zeigt, dann bist du eben selbst für dich zuständig und kannst später mal voll Stolz sagen, dass du ziemlich viel aus eigener Kraft geschafft hast.

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