Sind manche Regionen Deutschlands etwa "besser" als andere?

11 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hi.

Das ist regional unterschiedlich. In Bayern ist ein hamburger Original ein Fischkopf von der falschen Seite der Donau. Und n Dialektbayer ein bodenständiger Mensch (oder n Politiker, der genau das suggerieren will).

Die Aversion gegen das Sächsische verstehe ich gar nicht, ich finde das total sympatisch. Mein Problem ist eher das Schwäbische. Allerdings komme ich aus dem Lieblingsnaherholungsgebiet der Schwaben, in das die gerne und zu allen Jahreszeiten rudelweise einfallen. Und im Rudel ist jeder schlimm, auch der zu Hause total nette Schwabe. Deswegen meine These, dass ich deswegen die Aversion habe (und zu jung bin, mich über DDR-Flüchtlinge aufzuregen. Dass sächsisch für mich schlicht keinen negativen Stempel hat).

Ansonsten mag ich alle Dialekte, so lange ich sie noch verstehe.

Ich selber habe die Erfahrung gemacht, dass ich als deutlich bodenständiger wahrgenommen werde, wenn ich eine leichte und verständliche Dialektfärbung spreche (komme aus ner Gegend, in der man den richtigen Dialekt als Fremder nicht versteht, bin also diglossiefähig. Aber ich meine nur die Einfärbung). Statt zwanghaft mit Hochdeutsch einen auf seriös zu machen. Und ich wohne mittlerweile nicht mehr in der Heimat (die Dialekte sind aber verwandt).

danke für den Stern :)

0
  • Es sind wohl vor allem Hamburger, die es sympathisch finden, wenn jemand zu Hamburg steht.
  • Man hört doch aber auch sehr oft von "bayrischen Originalen". Wie oft wird das "Bayern-Gen" bei Uli Hoeness oder Thomas Müller gelobt und wie oft werden andere Bayern als "Originale" gefeiert und kokettieren geradezu mit ihrem starken, nicht-standardsprachlichen Akzent?
  • Auch "ein echter Kölner Jung" hört man sehr oft.
  • Also ich schätze, dass jede Region sich selbst feiert und es gut findet, Originale zu haben.

Als Gustl Bayrhammer 1993 gestorben ist, sprach man von dem Tod eines "Münchener Original". In München sagt man zu Menschen, die dort geboren und aufgewachsen sind "Münchner Kind'l". Der Begriff ist absolut positiv besetzt und ich bin mir sicher, dass das auch deutschlandweit so wahrgenommen wird.

Mir ist dieses "Heimat nie verleugnen" total suspekt. So als ob man moralisch schlechter ist, wenn man umzieht. Aber ich erkenne da keinen Unterschied in den Regionen Deutschlands.

Da geht es ja auch nicht darum, dass man nicht umziehen darf. Fedder hat eine Zeit lang auf Ibiza gewohnt. Da geht es eher darum, dass man sich nicht für seine Herkunft schämt.

0
@Hessen001

Ich glaube, da verstehst du was falsch. Warum sollte man als Held gefeiert werden, wenn man sich nicht für seine Herkunft schämt?

Es ist eher so, dass er sich das "original Hamburgerische" erhalten hat. Ein Nostalgiegedanke in der Welt der Globalisierung. Man assoziiert das mit Bodenständigkeit und Verwurzelung. Er ist nicht abgehoben, sondern noch immer "einer von uns [Hamburgern]". Das gleiche gibt es überall in Deutschland und vermutlich überall auf der Welt. Mit Schämen hat das nix zu tun, finde ich.

1

Was möchtest Du wissen?