sind mahnungen wirklich nötig?

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6 Antworten

Die Frage ist sehr interessant für jeden Verbraucher. Man muss hier unser Rechtssystem einmal genauer betrachten. Bei einem Vertrag kommen zwei Rechtsgeschäfte zueinander (eigentlich sind es 4 aber das wäre zu umfangreich hier zu erklären). Es geht hier um die Erfüllung des Vertrages um das Schuldrecht. Ich kaufe Ware auf Rechnung, erhalte diese, dann sollte im Gegenzug auch die Bezahlung erfolgen. Somit wären die Rechtsgeschäfte klar geregelt. Ich habe die Ware erhalten also bezahle ich. Bin ich mit meiner Zahlung nicht pünktlich so komme ich in den Verzug. Verzug deshalb, weil die Forderung erfüllt werden muss. Ist der Verzug in der Rechnung oder den allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht von vornherein geregelt so muss der Verkäufer den Käufer zunächst einmal in den Vezug setzen. Dies geschieht mit einer orginären Mahnung. Erst mit in den Verzug setzen bin ich als Verkäufer berechtigt den so genannten Verzugsschaden, also Zinsen, Mahnspesen, Rechtsberatungskosten zu verlangen. Diese müssen jedoch auch tatsächlich entstanden sein um hier auch durchsetzungsfähig zu sein. Einfach ausgedrückt bedeutet eine Mahnung in Verzug setzten, damit die Forderung auch rechtlich bestand hat.

Bei Mietverträgen sieht es wieder ganz anders aus. Hier bedarf es keiner Mahnung da ja die Forderung nach dem Datum bestimmt wurde.

Merke: Nicht für jedes Rechtsgeschäft ist eine Mahnung rechtlich vorgeschrieben. Einige Forderungen jedoch müssen zunächst angemahnt werden.

Ein Komplexes Thema doch hoffe ich hier ein verständliches Beispiel gegen zu haben.

Mehr Informationen findest Du unter http://www.agens-wfi-inkasso.de/schuldnerverzug.html

Wenn du als Gläubiger auftrittst, dann musst du den säumigen Zahler in Verzug setzen. Das heißt, dem Schuldner muss klar sein bis zu welchem Zeitpunkt er zu zahlen hat. Das machst du mit der Mahnung. Dann genügt meist ein Mahnbescheid. Schuldner widersprechen dem meist nicht, wenn die Forderung gerechtfertigt ist, denn jeder Widerspruch kostet sie zusätzliches Geld. Wenn der Mahnbescheid rechtskräftig geworden ist kannst du den Sheriff (Gerichtsvollzieher) losschicken. Bei Widerspruch läuft das gerichtliche Verfahren an.

Wenn du selber aber Schuldner bist, dann rate ich dir so schnell und so viel zu zahlen, wie du kannst und gleichzeitig mit den Gläubigern zu verhandeln, wann und wieviel du zu zahlen gedenkst.

Ich hatte mal einen Freund, der hat auf Mahnungen schriftlich geantwortet, dass er jeden Monat eine Tombola veranstaltet, welche Rechnungen er bezahlen soll. Wegen der Unverschämtheit, ihm eine Mahnung zu schicken schließt er den Gläubiger für 2 Monate von der Tombola aus. Dafür hat er dann mit allen Freunden Klingelzeichen ausgemacht, um diese vom Gerichtsvollzieher unterscheiden zu können. Das ging 2 Monate gut, dann hatte der Gerichtsvollzieher einen Schlosser dabei.

Wer was bestellt oder sonstige LEistungen in Anspruch nimmt, muss auch dafür bezahlen. Und wenn er das nicht macht, muss man ihn eben des öfteren Auffordern und die Schulden notfalls "eintreiben".

Wenn jeder seine Verbindlichkeiten pünktlich begleichen und nicht über seine Verhältnisse kaufen würde, wären Mahnungen tatsächlich überflüssig!

Man sollte nie mit Geld spielen, das man nicht hat dann tappt man in keine SChuldenfallen und kriegt keine Mahnungen. Ohne Mahnungen würden ja einige gar nicht mehr bezahlen.

Wenn nie jemand seine gemachten Schulden bezahlen würde, was denkst du wie Welt dann aussehen würde :).

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