Sind laktosefreie Lebensmittel und Milchprodukte für laktosetolerante schädlich?

4 Antworten

Es gibt keine Milchzucker-Rezeptoren im Dünndarm, sondern die Ausschüttung des Laktose spaltenden Enzyms Laktase läuft völlig autonom durch Gene gesteuert ab.

Es ist daher ein reiner Mythos, dass der Verzehr von Laktose die Entwicklung einer Intoleranz verhindert.

Es gibt allerdings das Phänomen, dass Bakterien (Laktobazillen) im Darm den Milchzucker spalten und sich beim regelmäßigen Essen von Milchzucker stark vermehren und quasi den gesamten Milchzucker verwerten, so dass im Enddarm kein Milchzucker mehr ankommt, es also nicht zu den typischen Symptomen von Durchfall kommt, obwohl keine Laktase vorhanden ist. Stattdessen haben die betroffenen Personen dann aber starke Blähungen, da die die Laktobazillen viel Gas produzieren.

Subjektiv kommt es dadurch für viele Personen dennoch zu dem Eindruck, dass die Symptome sich nach einem längeren Verzicht auf Milchzucker verschlechtern, bzw. sich die Intoleranz bei ihnen vermeintlich erst durch den Verzicht auf Laktose eingestellt hat.

Das ist aber wie gesagt Unsinn, denn die Laktaseproduktion ist genetisch festgelegt und ist völlig unabhängig davon, ob oder wieviel Laktose man zu sich nimmt.

Eine Laktosefreie Ernährung schadet also ganz und gar nichts!

Ich finde es interessant, dass sich hier immer Leute mit ihren privaten Spekulationen zu Wort melden und durch die Vortäuschung eines vermeintlich fundierten Wissens Desinformation betreiben, ohne es zu merken!

Hallo,

der Kommentar ist zwar schon etwas her, aber kennen Sie das fundieren?

Ich habe grade in einer Biologievorlesung über Enzyme genau das Gegenteil gehört. Nämlich, dass der Körper durchaus in der Lage ist eine Überproduktion zu erkennen und einzustellen. Und dass bei dem übermäßigen und langzeitigen Genuss laktasehaltiger Milchprodukte eben so eine Überfunktion simuliert wird und der Körper entsprechend darauf reagiert.

Wäre toll, wenn Sie mir ein paar Quellen nennen könnten.

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Zuerst einmal ein dickes Lob: toll, dass du für deine Freundin laktosefrei kochst – so viel Solidarität können Laktoseintolerante leider nicht überall erfahren.

Nun aber zu deiner Frage: nein, mit Sicherheit erleidest du keinen Schaden, wenn du die gemeinsamen Gerichte laktosefrei hältst, denn du wirst mit Sicherheit nicht alles, was du selbst noch anderweitig isst, auf den Laktosegehalt abklopfen und auch laktosehaltige Speisen zu dir nehmen.

Im Grunde ist dein Gedankengang korrekt: durch die ständige "Anregung" durch laktosehaltige Nahrungsmittel wird dein Darm trainiert, weiterhin das laktosespaltende Enzym Laktase zu bilden, und ein längerer, völliger Verzicht auf Laktose würde diese Produktion nach und nach zurück gehen lassen. Das ist ein normaler Vorgang, der bei normaler Genausstattung, über die etwa 90% der erwachsenen Weltbevölkerung verfügt, bereits nach dem Abstillen eintritt. Bei dem Großteil der Nordeuropäer jedoch, bei denen zu etwa 85% eine veränderte Genausstattung vorliegt, geht die Laktaseproduktion im Darm nach dem Abstillen nicht gänzlich zurück, sondern wird nur sehr, sehr langsam heruntergefahren, so dass noch bis ins hohe Alter genügend Laktase produziert wird und somit Milchzucker verdaut werden kann. Dazu ist jedoch die ständige "Anregung" durch Laktose in der Nahrung erforderlich, sonst wird auch hier die Enzymproduktion langsam, aber sicher eingestellt.

Für dich glücklicherweise, für deine Freundin jedoch leider, mischt die Nahrungsmittelindustrie Milchzucker in sehr viele Nahrungsmittel, von denen du es gar nicht erwarten würdest, weil er technische Eigenschaften hat, die für die Industrie gewinnbringend sind. Wenn du dich also "normal" weiterernährst, ohne vorher alle Zutatenlisten auf den Laktosegehalt überprüft zu haben, wie deine Freundin dies tut, so wirst du auf jeden Fall genügend Milchzucker für dieses Darmtraining zu dir zu nehmen.

Wenn du (oder deine Freundin) alles zum Thema Laktose-Intoleranz lesen willst, empfehle ich dir "Das Laktose-Intoleranz Buch", das ich im Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat herausgegeben habe.

Es gibt keine Milchzucker-Rezeptoren im Dünndarm, sondern die Laktase-Ausschüttung läuft völlig autonom durch Gene gesteuert ab.

Es ist daher ein reiner Mythos, dass der Verzehr von Laktose die Entwicklung einer Intoleranz verhindert.

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Nicht schädlich, fördernd aber auch nicht.. weil du doch durch die Nicheinnahme von Laktose deinen Körper auf eine laktosefreie Ernährung anpasst und er bei Wiederaufnahme von Laktosehaltigen Lebensmitteln ggf. "meckern" könnte...

Fazit: hast du keine Laktose-Intoleranz, greif auch nicht auf laktosefreie Produkte zurück.. warum auch ;)

Miimi

PS: Hier findest du einen meiner Lieblingsblogs zum Thema.. www.ebook-laktoseintoleranz.de/blog

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Lg :-)

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Pro Tag 10Tabletten je 20ct sind 60€ pro Monat! Und 720€ im Jahr!

Ich bin eig sogar froh darüber, dass ich LI bin, da mir dadurch aufgefallen ist wie krank und unnatürlich es ist Tiermilch zu trinken. Aber auch laktosefreie Lebensmittel sind extrem teuer.

Ich bitte um Ratschläge, Tipps, Erfahrungsberichte & vielleicht auch ein paar aufmunternde Worte. Ich steh kurz vor dem Abi und hab keine Kraft für diese "Nicht-Krankheit" mehr! Kann die Krankenkasse nicht doch in Extremfällen einspringen? Gibt es irgendwo günstigere Tabletten?

Liebe Grüße

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