Sind Kinder die besseren Philosophenn?

4 Antworten

Kinder sind sehr wahrscheinlich die besseren Fragesteller ohne Vorbehalte. Doch Fragen stellen ist nur der Anfang. Auch die Antworten sind wichtig und dazu braucht es Erfahrung. Dennoch ist allen zu wünschen, dass sie sich das "Fragen-Stellen" nicht vergällen lassen, nur weil die Antworten nicht immer gleich in den Himmel führen, sondern zu immer wieder neuen Fragen. Das spannendste am Leben ist, dass es immer wieder neue Fragen gibt. Und das ist auch das Spannendste an der Philosophie, die niemals mit den Antworten an ein Ende kommt.

Man kann das nicht verallgemeinern. Es gibt Kinder, die bereits mit vorgefertigten Meinungen und Regeln zugepflastert sind, weil sie dauernd Antworten auf ihre Fragen bekommen. Ihre Eltern meinen, alles beantworten zu müssen. Mit diesen Kindern kann man schlecht philosophieren.

Es gibt aber auch Kinder, die nicht den Erwachsenen Fragen stellen, sondern sich selbst. Sie finden die Antworten auf ihre Fragen in sich selbst, denn wer eine Frage stellt, trägt die Antwort bereits in sich. Mit diesen Kindern ist es eine helle Freude, philosophische Fragen zu erörtern. Sie haben die Gabe, Dinge sehr klar zu sehen und sie auf einfache Weise auf den Punkt zu bringen.

Wenn derjenige, der eine Frage stellt auch die ANtwort in sich trägt, dann habe ich aber die Lösung aller Probleme der MEnschheit in mir! Cool, ich weiß also irgendwo in mir, wie alle Menschen glücklich werden können, wie die Welt angefangen hat, ob es Gott gibt und wie ich Milliadäer werde, also ihr werdet in nächster Zeit wohl sehr viel von mir hören!

Es mag überraschend sein, aber um es in der Philosophischen Sprache zu sagen: Ihre Aussagen dürften meistens logisch inkohärent sein, dass heißt, dass sich ihre AUssagen selbst widersprechen und daher nicht als philosophisch angesehen werden können!

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Na ja, kommt darauf an, was Du unter "besser" verstehen möchtest. Daß Kinder oft überraschende Antworten finden und damit in Deinen Gehirnwindungen für frischen Wind sorgen, will ich gar nicht bestreiten. Außerdem bekommen sie ja noch einen Kinderbonus gutgeschrieben, der umso höher ausfällt, je jünger das Kind ist. "Ach wie niedlich! Und in dem Alter schon so klug!"

Aber ist ein Kind wirklich schon in der Lage, ein philosophisches Problem sachgerecht und umfassend zu erörtern? Ich habe da ehrlich gesagt erhebliche Zweifel. :-)

Oder habt Ihr schon gehört, daß ein philosophisches Wunderkind die Fachwelt in Erstaunen versetzt hat? Wie der 8-jährige Mozart in der Musik?

Vielleicht bin ich ja auch nur ein alter Narr, der nicht sehen will, was sonst jeder bereit ist zu sehen? :-(

Das ist eine sehr schöne Frage... Und ich denke, ja, es ist so.

Die Philosophie ist die Freude an der Erkenntnis. Kinder sind neugierig, fragen und hinterfragen Dinge oft viel intensiver als Erwachsene. Klar, wir erwachsenen denken bei vielen alltäglichen Dingen: "Das weiß ich ja, da muss ich nicht mehr fragen" und vergessen dabei vielleicht oft, dass das, was vielleicht vor 40 Jahren mal galt, heute schon ganz anders aussehen kann. Kinder haben Spaß daran, etwas zu erfahren und zu entdecken. Sie haben Spaß daran, neues Wissen über ein spannendes Thema zu erwerben und denken sich ihren Teil dazu, benutzen ihre Phantasie.

Wir Erwachsenen sind von Fakten oft nur gelangweilt und nehmen die Dinge so hin, wie wir sie serviert bekommen, ohne sich eigene Gedanken zu machen. Das nimmt uns auch ein Stück Lebensqualität.

Danke dir, Klasse Antwort!

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Nähme man deine Antwort ganz genau, würde das bedeuten:

Ja, Kinder sind bessere Philosophen als Hegel, Kant, Feuerbach, Nietzsche, Marx etc.

Da KInder zwar Fragen stellen, diese sich selbst aber nicht beantworten, weil ihnen Wissen und Erfahrung dazu fehlen, sondern beantwortet bekommen, sind sie keine Philosophen, sondern eventuell dafür prädestiniert, irgendwann mal Philosophen zu werden.

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@Huckebein

Das stimmt nicht, dass Kinder keine Antworten finden. Im Gegenteil: sie finden oft sehr klare Antworten.

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@gamine

Es geht darum, ob man sie als Philosophen bezeichnen kann oder nicht. Klare Antworten von Kindern sind nichts mehr als klar und weit entfernt von einem allgemeingültigen Wahrheitsgehalt, eben kindgemäß.

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@Huckebein

Da irrst du dich aber sehr. Gerade Kinder, die noch nicht zu sehr mit kognitivem Wissen vollgestopft sind, tragen in sich ein grosses philosophisches Wissen, das sie nicht, wie Erwachsene das tun, in hochtrabenden Worten und komplizierten Definitionen suchen, sondern in der Einfachheit finden.

Kindgemäss bedeutet nichts anderes, als den "allgemeingültigen Wahrheitsgehalt", wie du es nennst, einfach auszudrücken und auf den Punkt zu bringen. Aber natürlich, wer selbst zu intellektuell ist und alles Leben nur auf kognitive Weise zu fassen sucht, versteht einfache Worte nicht mehr.

Versuche doch einfach, mit Kindern ins Gespräch zu kommen und mit ihnen zu philosophieren und du wirst sehen...

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@gamine

Es geht für mich um den Begriff "Philosoph" im wissenschaftlichen Sinne, nicht um die Bezeichnung eines wissbegierigen Kindes. Ich befürchte, dass du den Begriff anders auslegst als ich und die Mehrzahl derer, die mit "Philosoph" einen weisen Menschen bezeichnen, der über Erfahrungem, umfangreiches Wissen und Abstraktionsvermögen verfügt., was bei Kindern nicht der Fall ist.

Es kommt also wahrscheinlich darauf an, wie man den Begriff "Philosoph" definineren will.

Ein Kind ist ein in Denken, Erkennen und Abstrahieren ein unfertiger kleiner Mensch, dessen vereinfachte, durchaus nachvollziehbare Erwägungen und Gedanken noch keine Kategorie der Philisophie bedienen. Solange also der Begriff "Philosoph" nicht auf einen Nenner gebracht wurde, geht jede Diskussion ins Leere...

Übrigens: Ich war eine lange Zeit meines Berufslebens ständig mit Kindern und Jugendlichen in Berührung und spreche aus eigener Erfahrung.:)

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@Huckebein

Da stimm ich dir absolut zu. Kinder verblüffen vielleicht manchmal mit neuen Ideen und der Unabhängigkiet von bekanntem, aber Philosophie ist die Kunst zu denken und zu argumentieren und das traue ich einem Kind nicht zu. Viele meinen eben, wenn man abends auf der Terasse sitzt und sagt, ach der ganze STress frisst einem auf, dann wäre das Philosophie, das ist es aber nicht! Philosophie ist die Diskussion und nicht das hinstellen von Lebensweisheiten. Lebensweisheiten haben in aller Regel keinerlei Philosophischen Nutzen. Gerade in der analytischen Philosophie brauchst du einfach ein logisches Grundverständniss (ich rede hier von der philosophischen Logik und nicht von der Logik im ALltag) und das hat weder ein Kind, noch jemand, der nur auf der Terasse sitzt und Weisheiten rausposaunt. Ich denke aus eben diesem Missverständnis nimmt kaum noch jemand Philosophen ernst, weil jeder denkt die würden nur rumsitzen und das tunw as man selber manchmal tut!

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