Sind Kinder, deren Eltern arbeitslos sind, eher von Arbeitslosigkeit bedroht, als Kinder, deren Eltern arbeiten?

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5 Antworten

Ich kenne zwar keine Statistik, ich denke aber auf alle Fälle, dass H4 Kinder eher von Arbeitslosigkeit bedroht sind. 

Allerdings glaube ich weniger, dass das an den finanziellen Mitteln liegt. Es gibt die Schulbücher für H4 Kinder kostenfrei und für Ausflüge und Fahrten bekommt man auch Gelder. Und Hefte und Kleinkram gibt es günstig bei den Discountern. Wen das wichtig ist, der kriegt das finanziell auch hin. 

Klar, ein Auslandsjahr oder spezielle Extras kann man nicht haben, aber das ist bei vielen arbeitenden Familien auch nicht anders, das können viele nicht leisten. 

Ich denke, es liegt vielmehr daran, dass zum einen das Vorbild fehlt und das Engagement, die Kinder vor allem schulisch zu unterstützen. Bereits in meiner Schulzeit ist mir aufgefallen, wann immer Aktionen zur Füllung der Klassenkasse stattfanden, um die armen Familien unterstützen zu können, dann war keiner der Unterstützten dabei. Sachen basteln, Sachen verkaufen oder mal einen Kuchen backen, da kommt von denen einfach nichts. Kein Interesse, kein Engagement. 

Und als Mutter zweier Kinder musste ich auch feststellen, auf Elternabenden und Schulfesten sind so gut wie alle berufstätig, die man antrifft. Als Arbeitsloser scheint dafür wohl einfach die Zeit zu sein. Und die Kinder brauchen halt einfach das Engagement der Eltern und deren Unterstützung, damit es schulisch klappt. 

Wenn man immer nur zu Hause ist fehlt der feste Alltag und eben auch das Vorbild. Da fragt man sich ja als Kind schon, wozu soll ich in der Schule was tun, wenn die Eltern den ganzen Tag zu Hause sind und nichts tun. Und das begleitet einem halt ins Leben hinein. 

Ich habe immer gearbeitet und auch erwartet, dass meine Kinder in die Schule gehen und ihre Aufgaben erledigen, so wie ich das auch tue. Ebenso zu Hause, es gab kleine Hausarbeiten, die zu machen waren. Und einfach krank machen gab es auch nicht, nur wenn es gar nicht anders ging. 

Auch wenn es bei meinem älteren Sohn schulisch oft schwierig war und wir harte Zeiten hatten, inzwischen läuft es super, er hat eine super Ausbildung hingelegt und lernt freiwillig weiter und macht Kurse. 

Und einem Kind, das da keine solche Unterstützung zu Hause hat, wo die Eltern vielleicht auch schon längst aufgegeben haben, fällt es echt schwer, durchhalten und Ausdauer zu erlernen und nur so hat man beruflichen Erfolg. 

Man darf so was natürlich nicht verallgemeinern, es gibt sicher einige, die unverschuldet in einen Strudel geraten sind und daher auf H4 angewiesen und die sich um ihre kinder trotzdem gut kümmern. Ich denke halt nur, dass es oft nicht so ist. 

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kalimi3 14.11.2016, 21:52

Danke, das erscheint mir auf jeden Fall einleuchtend :)

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Mir ist jetzt keine spezifische Untersuchung bekannt, die den Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit der Eltern und folgender Arbeitslosigkeit der Kinder zum Gegenstand hat. Das dürfte methodisch auch nur schwer umsetzbar sein (z.B. Zeiten der Arbeitslosigkeit vergleich bar zu machen).
Was aber erwiesen ist, ist ein Zusammenhang zwischen Bildungsabschluss der Eltern und dem der Kinder.
Es las vor kurzem von einer aktuellen Studie der Hans-Böckler-Stiftung, wo es um den Zusammenhang zwischen dem Grad von Wohlstand und der Herkunft geht. Verglichen wurden die Zeiträume 1991 bis 1995 und 2009 bis 2013. Hier sank im Vergleich deutlich der Anteil der Betreffenden, denen der Wechsel von einer ärmeren Schicht in die Mittelschicht gelang. D.h. die Aufstiegschancen haben sich erkennbar verschlechtert.
Schau mal nach der Studie, falls es für dich von Interesse ist.

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kalimi3 12.11.2016, 20:21

Danke, werde ich auf jeden Fall machen :)

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DerHans 13.11.2016, 09:35

Das hängt auch damit zusammen, dass Leute, die gar keine anderen soziale Kontakte mehr haben, in Umfragen gar nicht erreicht werden.

Das gilt genau so für die Wahlprognosen, da sind diese Stimmen gar nicht mehr existent.

Kommt dann ein Seelenfänger, der diese Leute auf "ihren" Kanälen erreicht, kann er ruhig Lügen verbreiten. Das interessiert dann überhaupt nicht.

Fakten sind scheinbar vollkommen out.

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Es kommt drauf an, wie man bedroht deutet. Eltern die einen anständigen Lohn haben, können ihren Kindern mehr bieten, also auch in ihrer Ausbildung oder ihrem Studium. Außerdem haben solche Eltern meist mehr Kontakte, was dazu führt, dass man die Kinder zu einem Arbeitsplatz vermitteln kann. Kinder von arbeitslosen Eltern haben meist Probleme mit ihrer Ausbildung und ihrem Studium und brauchen deshalb meist staatliche Hilfe, welche sie in der Form von Bafög o.ä. bekommen. Deren Eltern können oftmals nicht ihren Kindern durch Bekanntschaft einen Arbeitsplatz vermitteln. Außerdem ist es je nach Unternehmen unterschiedlich, wie die Leitung die schriftliche Bewerbung schätzt, da da ja auch die Berufe der Eltern angegeben werden müssen. Hoffe ich konnte dir helfen. (:

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melman86c 12.11.2016, 18:54

Bafög ist also was für sozialschwache. Gut zu wissen.

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Tamtamy 12.11.2016, 20:24
@melman86c

Ja klar! Bafög soll für einen gewissen Chancenausgleich sorgen. Was irritiert dich an diesem Verständnis?

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sarahmyr1116 12.11.2016, 19:05

das was doch nur ein Beispiel

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EstherNele 12.11.2016, 21:54

Nach meinem Empfinden verallgemeinerst du ganz böse.

Ich habe jahrelang, während mein 14-jähriger Sohn aufgrund seiner autistischen Behinderung bis zum 18.Lebensjahr in einer sonderpädagogischen Betreuung war, von meinem Einkommen alles bis auf 120 % des Sozialhilfesatzes an das Jugendamt abdrücken dürfen. Kindergeld für den Jungen ging ebenso wie der Unterhalt vom Vater ebenfalls an das JA. (Das ist bei Unterbringung nach dem Kinder-und Jugendgesetz so, betraf also bei uns knapp 4 Jahre).

Der jüngere Bruder hat dennoch auf nichts verzichten müssen. Na ja, vielleicht auf Markenklamotten, aber das habe ich nicht unbedingt als Manko empfunden.

Der war zu jeder Klassen- oder Ferienfahrt mit, der hatte in der Familie den modernsten Computer und den Führerschein habe ich in der Zeit auch noch gemacht.

Mein Sohn hatte Freunde, seinen aktiven Sport, ging aufs Gymnasium und macht jetzt gerade seinen Master an einer Uni in Bayern.

Natürlich ist das Geld sehr knapp, wenn man sich finanziell im Bereich knapp über dem ALG II bewegt. Da muss man schon ziemlich rechnen, damit das funktioniert.

Aber für alle Dinge für die Schule habe ich das Geld dennoch gehabt.

Außerdem schreibt man nach meinem Wissen vielleicht in den Lebenslauf, was die Eltern gelernt haben, aber nicht, wo die arbeiten und ob die zum Zeitpunkt der Bewerbung gerade einen Job haben.

Außerdem müssen Eltern ihren Kindern nicht notwendig einen Job "vermitteln". Was du da beschreibst, klingt wie mindestens 50 Jahre zurück.

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Ich kenne eine Familie, wo die Eltern schon seit ich sie kenne, HartzIV beziehen. Vier von fünf Kindern sind in Arbeit. Ein Kind ist behindert und von daher schlecht unterzubringen. Die älteste Tochter hat sogar ihren Meister mit 28. Darum glaube ich auch nicht, dass mal das verallgemeinern kann...

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Die "Bedrohung" liegt darin, dass die folgende Generation es "normal" findet, dass die Eltern den ganzen Tag RTL gucken

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