Sind Hunde vom Tierschutz besser sozialisiert als Hunde aus dem Tierheim?

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7 Antworten

Hallo,

ich gehe jetzt mal davon aus, dass dir im Hinterkopf die Annahme "herumspukt", dass es sich bei den Tieren aus dem Tierschutz um Straßenhunde aus dem Ausland handelt?

Wenn es um diese Hunde geht: es ist richtig, dass viele dieser Hunde in recht festen Sozialstrukturen = Rudel gelebt haben und sie daher auch häufig über ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten und Hundeverhalten verfügen.

ABER: das Sozialverhalten ist nichts, was - einmal erlernt - für den Hund immer die gleiche Gültigkeit hat. Es verändert sich, wenn sich das "Rudel" verändert, weil der Hund dann ja auch seine Position verliert und auch die vertrauten Sozialpartner und Sozialstrukturen.

Für einen "Familienhund" können sich diese sozialen Verhaltensweisen durchaus auch negativ niederschlagen. Zum Beispiel leiden Straßenhunde fortwährend unter Hunger und dem Kampf um Futter. Und dies nicht nur im eigenen Rudel, sondern auch in Konkurrenz zu anderen Rudeln, die ebenfalls im gleichen Gebiet leben. So wird z.B. jeder "fremde" Hund als "Feind" begriffen, der vom eigenen Rudel ferngehalten werden muss.

Das kann dann dazu führen, dass der Hund innerhalb einer Familie recht aggressiv anderen Hunden begegnet, denn diese sind für ihn alles "Feinde". Auch Besucher können so für den Hund eine potentielle Bedrohung darstellen.

Und da sich ein Hunde-Sozialverhalten innerhalb eines Hunderudels nicht gleichsetzen lässt mit den Sozialstrukturen innerhalb einer Familie - kann es auch da zu Problemen kommen, zumal Straßenhunde meist überhaupt nie gelernt haben, zu Menschen eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen. Eher ganz im Gegenteil - Menschen waren Feinde, vor denen man sich gut in Acht nehmen musste, denen man misstrauen musste, vor denen man Angst hatte.

Zum Glück sind Hunde sehr lernfähig und auch lernwillig - und so kann es gut gelingen, mit viel Liebe und Geduld, auch solche Hunde prima in eine Familie einzugliedern. Man muss sich aber darüber klar sein, dass dies ein sehr langwieriger Prozess werden kann, der oft Monate dauert.

Und bitte: Nicht darauf vertrauen, dass solche Hunde vor lauter "Dankbarkeit" die neue Familie direkt lieben und alles tun, was man von ihnen erwartet.

Alles Gute

Daniela

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Wieso sollten die Hunde aus dem Tierschutz besser sozialisiert sein als Hunde aus dem Tierheim ?

Tierschutzhunde haben oft - bevor sie in den Tierschutz kamen - unter schrecklichen Bedingungen gelebt oder traumatische Erfahrungen gemacht - häufig auch um ihr bloßes Überleben kämpfen müssen.

D.h., je nach Vorgeschichte kannst du an einen Hund aus dem Tierschutz geraten, der nicht nur mit (manchen) Menschen ein Problem hat, sondern durchaus auch mit anderen Hunden.

Natürlich gibt es auch "normal" sozialisierte Hunde aus dem Tierschutz, ein Blick auf das Herkunftsland und das bisherige Vorgeschichte ist daher sehr ratsam !

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Warum glaubst Du das Hunde aus dem Tierschutz besser sozialisiert sind?

Ich habe eine Hündin aus Bulgarien mit einem großen Angst Problem vor Menschen.

Ich habe auch eine Hündin aus Rumänien, einen freundlicheren und unkomplizierteren Hund kann man sich nicht wünschen.

Mit meiner Hündin versteht sie sich prima aber vor fremden Hunden hat sie erst mal Angst weil sie in ihrer Heimat von einem Rudel Strassenhunden fast tot gebissen wurde. Zur Erinnerung hat sie ein zerfetztes Ohr und ein paar Narben zurückbehalten.

Jeder Hund ist anders, es kommt immer darauf an welche Lebenserfahrungen den Hund geprägt haben. Bei vielen Hunden aus dem Auslandstierschutz weiß man nicht viel oder gar nichts aus ihrer Vergangenheit.

LG

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So kann man die Frage überhaupt nicht stellen.

Ich habe meine 2 Hunde von einem Tierschutzverein übernommen. Eine Vermehrerhündin (damals 4 Jahre), die rein gar nichts kannte, da sie nur Jahre eingesperrt war und Welpen bringen musste. Wie die zustandekamen, könnt ihr euch sicherlich denken. Nicht umsonst hat es fast ein Jahr gedauert, bis sie uns wirklich ihr Vertrauen schenkte.

Sie musste alles lernen, sie war auch nicht stubenrein, das hat wochenlang gedauert. Da brauchte es sehr viel Geduld und Liebe zum Hund, um sowas durchzustehen. Leichtfertig darf man da nicht an so eine Aufgabe rangehen. Heute ist sie die sanfteste und liebevollste Hündin, die wir je gehabt haben. Sie ist mein Seelenhund - obwohl außer Haus noch manchmal Ängste bei ihr vorkommen und sie blockiert ist - gerade wenn andere Hunde bellend auf uns zukommen.

Dann haben wir nach 2 Jahren nochmal eine Hündin vom Tierschutz bei uns aufgenommen. Die kam halbverhungert, total verdreckt und verwahrlost aus einer Zwingerhaltung zu uns. Die Hündin hat auf wunderbare Weise ihr trostlosen Dasein weggesteckt, ist total sozialisiert und hat ein liebevolles Wesen, das wiederum unserer Angstmaus gut tut. Nebenbei kam sie noch sehr krank zu uns und wir haben eine langwierige und kostspielige Therapie mit ihr machen müssen (sie hatte starken Befall von Herzwürmer).

Wie du siehst, Hunde können ein totales Überraschungsei sein.
Bei einem Hund von hiesigen Tierheim kannst du einfach mehr über sein Vorleben erfahren bzw. du hast die Möglichkeit über Besuchs- und Ausführzeiten zu prüfen, ob ihr zusammenpasst.

Wir wusste damals nicht was auf uns zukommt, aber wir haben uns darauf eingelassen und es kam niemals, auch nur ansatzweise in Betracht, diese Hunde an den Tierschutz zurückzugeben (was möglich gewesen wäre).

Es wäre schön, wenn ihr einem Hund von Tierheim aufnehmen könntet. Jeder Hund braucht eine liebevolle Familie - die Umstände müssen allerdings passen. Ihr wisst bestimmt was ich meine.


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Kommentar von girliipower
23.03.2016, 20:06

Ich will jetzt nicht aufdringlich wirken,aber loswerden möchte ich es trotzdem: Zum Glück gibt es solche Menschen wie dich auf der Welt,deine Antwort hat mich echt berührt. Als Jugendliche kann ich zwar noch nicht mehr ausrichten als wann immer ich kann in einem Tierheim auszuhelfen,aber ich hoffe ich kann später einmal genau wie du einer gequälten Seele eine neue Perspektive bieten.🐾

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Hi,

Ob sie besser sozialisiert sind, weiss ich nicht, aber mir fällt immer wieder auf das die bedeutend mehr Körpersprache am Tag legen. Habe allerdings eine Rumänien, für die spricht das nicht, die ist wie jeder andere Hund auch. Aber mein spanischer Rüde hat eine sehr ausdrucksvolle Körpersprache, sehr deutlich und er spuhlt nach meiner Ansicht mehr ab, als Hunde die hier aufgewachsen sind. Aber das kann ja auch täuschen, weil die ja auch auf mehr reagieren. :) würde es evtl auch etwas auf die Rasse schieben, Bulldoggen können ja zB manchmal gar nicht richtig kommunizieren, wegen ihren Rassemerkmalen, Stummelrute, kaum Ohren, kurze Nase, kurzes Fell usw.

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Meinst du wirklich Hunde vom Tierschutz oder Hunde von eingetragenen Züchtern?

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Kommentar von 2354cannes
23.03.2016, 16:52

vom Tierschutz

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So Pauschal gesagt nein.

Sicher gibt es eine Menge Tierheime die Saftläden sind, aber man kann sowas einfach nicht verallgemeinern.

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