Sind Hufeisen auch Schädlich wenn man nicht auf Beton Trabt?

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3 Antworten

Hey

Hufeisen sind immer schädlich, da du löcher in den Huf machst und die Funktion der Hufe unterdrückst...

aber du solltest den Nutzen und die negativen Aspekte gegeneinander abwägen.

Dein Pferd läuft fühlig, d.h. es hat Schmerzen und benötigt einen Hufschutz.Die Alternative wäre das Pferd auf die Wiese zu stellen und zu warten bis genug Horn nachgewachsen ist. Denn wenn du ihn fühlig arbeitest riskierst du eine Sohlenlederhautenzündung oder ein Hufgeschwür.

Der Hufmechanismus wird, wenn der Beschlag korrekt ausgeführt wurde  nicht so stark eingeschränkt wie oft behauptet wird. Auch die Durchblutung nicht, ich hab mal ein reelles Bild beigefügt.Dieses Wärmebild zeigt korrekt beschlagene Hufe. es ist gut zu sehen das die Durchblutung funktioniert.

Wenn du nicht auf der Straße reitest dämpft der weiche Untergrund natürlich den Schritt deines Pferdes. Und ein paar Schritte auf Asphalt werden auch kein Problem darstellen.

Der Satz "einmal Beschlag immer Beschlag" ist auch falsch. Du kannst jederzeit dein Pferd wieder auf Barhuf umstellen. Jedoch würde ich wenn jetzt schonmal Eisen drauf sind dem Huf auch die Zeit geben nachzuwachsen. dann kannst du die Eisen ja wieder weglassen.

Gruß Suke

 - (Pferde, reiten, Hufeisen)

Die Stoßdämpfung ist nur eines der Probleme. 

Ich würde direkt einen Huforthopäden anrufen und ihm sagen, dass er die Eisen wieder runternehmen und ordentlich bearbeiten soll.

Ich sag dir auch gern, wieso. 

Weil das Eisen den Huf anhebt und der Hufrand das komplette Pferdegewicht tragen muss. Wichtige Hufstrukturen wie z.B. der Strahl als Stoßdämpfer verlieren ihre Funktion und bilden sich zurück. Das Pferd läuft also ungedämpft, das Eisen verstärkt den Aufprall noch zusätzlich. Du kannst dir sicher vorstellen, wie ungesund das für die Gelenke ist! 

Der Beschlag schränkt den natürlichen Hufmechanismus ein. Dadurch wird die Durchblutung herabgesetzt. Die Beinstrukturen bleiben unterversorgt mit Nährstoffen (Blut ist das Transportmedium), es treten eher Sehnen-, Gelenkprobleme auf als bei unbeschlagenen Pferden und die Regenerationsphase dauert massiv länger!

Zudem findet keinerlei Abrieb mehr an der Hufsohle statt. Da jeder Huf versucht, sich ins natürliche Gleichgewicht zwischen Abrieb und Wachstum zu bringen, produziert er weicheres, dünneres Horn, damit es sich möglichst schnell doch noch abreibt, was es aber durch das Eisen nicht kann!
Kein Wunder also, dass die Hornqualität unter einem Beschlag leidet und immer schlechter und bröseliger wird. Dein Pferd wird durch die Eisen also noch fühliger als vorher, deswegen so schnell wie möglich runter damit! 

Hier sieht du den Vergleich zwischen einem Barhufer und einem Pferd mit Eisen. 

Wenn du einen ordentlichen Bearbeiter dran hast (ich rate immer zu Huforthopäden von der DHG oder difho - jeweil auf dhgev.de oder difho.de), dann wird dein Pferd nicht so lang brauchen, bis es gut laufen kann. 

Vorausgesetzt, die Eisen kommen gleich wieder runter. Übergangsweise kannst du dich mal über Hufschuhe informieren, ein guter Huforthopäde kann dich da auch beraten und dir sagen, welches Modell in welcher Größe passen würde. 

Und bitte informier dich nächstes Mal, bevor du etwas tust, von dem du eh schon ahnst, dass es nicht gut ist.. 

Der Huforthopäde hatt mir zu Hufeisen geraten, weil die Hufe sehr abgelaufen ist. Wenn Eisen so schädlich sind warum haben dann viele Pferde in meinem Stall keine Probleme damit obwohl sie schon Jahrzehnte beschlagen worden sind ?

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@Philipp12312344

Von welcher "Firma" ist dein HO? 

Ich kenne keinen, der freiwillig zu Eisen raten würde. Eher zu 2 Wochen stehen lassen auf der Koppel.

Wenn Eisen so schädlich sind warum haben dann viele Pferde in meinem Stall keine Probleme damit obwohl sie schon Jahrzehnte beschlagen worden sind ?

Wie alt werden die Pferde bei euch im Durchschnitt? Wie viele davon kriegen (und wann?) Arthrose und/oder Spat? 

Das sind Dinge, bei denen man die Folgen nicht immer sofort mitbekommt. 

Ich kann dich auch fragen, wie es sein kann, dass ich so viele Raucher kenne, aber keiner krank ist, obwohl es doch schadet.. Es kommt eben erst später. 

Die andere Frage ist - hast du einen Vergleich, wie sie unbeschlagen laufen würden, wenn sie ordentlich behandelt würden? 

Wahrscheinlich nicht. Dann kannst du auch nicht sagen, wie gut oder schlecht sie laufen, weil du nicht weißt, wie sie sonst gehen würden/könnten. 

Man kann sich doch ausrechnen, dass Hufeisen nicht toll sind. Allein schon, weil sehr viele Pferde damit über Asphalt und Co rutschen und dann ständig irgendwelche Muskeln angespannt werden, um gegenzuhalten. 

Wieso möchtest du ein Pferd mit tauben Füßen? Ich häng dir mal noch ein Foto an; allerdings in einer neuen Antwort. 

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@LyciaKarma

bei meiner sind die Hufe auch stark runtergelaufen, daher haben wir jetzt Hufschuhe. Meine steht von Natur aus schief in den Gelenken, mit Eisen würden wir da nur Arthrose hinzüchten. Ich sehe es nicht ein das Pferd 24h auf Beschlag gehen zu lassen wenn ich diesen eig nur 1-6 Stunden am Tag brauche. Ich habe die Easyboot Gloves mit dem Verschlusssystem der Hoofshoes TK. Die halten bombenfest obwohl die Hufe meiner Stute noch schief sind und es immer etwas sein werden. Für alle 4 brauche ich zum draufmachen 5min, das brauchen andere für Gamaschen (die ich nicht verwende). Billig ist der Spaß erstmal nicht, man muss immer jmd zum Anpassen kommen lassen. Denn wenn sie nicht passen verliert man sie schnell und dann liegen über 100€ im Wald... Für 4 Stück zahlt man i.d.R. 400-500€. Wenn man aber bedenkt dass die auch lange halten und nicht monatlich erneuert werden müssen rechnen sie sich nach dem 5. - 6. Beschlagstermin, also nach knapp einem halben Jahr. Mit kleinen Spikes ausgestattet halten die Hufschuhe auch noch länger als ohnehinschon, kenne viele die ihre Schuhe seit Jahren haben. Da spart man sich am Ende sogar noch was und das Pferd lebt gesünder. In meinen Augen doppelter Bonus ;) 

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@LyciaKarma

Mit einer solchen Argumentationsführung kann mann alles entkräften:

"wenn es ordentlich gemacht wird geht es auch ohne" daraus resultiert : wenn es nicht geht ist es nicht ordentlich gemacht.

Fakt ist aber das es eben nicht immer geht, da auch andere Einflüsse wie Haltungsbedingungen, Nutzung des Tieres im Sport (auch normal reiten ist Sport, für das Pferd in meinen Augen sogar Leistungs- oder Hochleistungssport) und Genetik,also vererbte Körperliche einflüsse zu berücksichtigen sind.

Fehlstellungen und Fehlbelastungen durch Schmerzen können ebenso zu einer schlechten Balance im Huf führen.

Es gibt genug Pferde die ihr lebenlang ohne Eisen gelaufen sind und im Alter Arthrose / Spat entwickeln. Das sind Altersbedingte Krankheiten und nicht zwangsläufig auf den Beschlag oder fehlerhafte Bearbeitung zurückzufuhren.

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@Sukeemon

Es gibt alte kranke Pferde ohne Eisen, das ist wohl richtig, aber es gibt kein altes Pferd mit Eisen (das ich kenne), das gesund ist.. Das ist der Punkt.

Auch Fehlstellungen etc kann man barhuf ausgleichen und korrigieren

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@LyciaKarma

Selbstverständlich kann mann Fehlstellungen auch barhuf bearbeiten, das streite ich nicht ab.

Allerdings nur wenn das Problem aus dem Huf selber kommt. wenn das Problem woanders liegt Körperbau, Reitweise etc. wirst du immer nur Symptome bekämpfen und korrigieren, aber nicht das eigentliche Problem lösen.

Und genau das ist hier der Fall: durch erhöten abrasiven Verschleiß sind die Hufe zu kurz. das ist eine äußere Einwirkung.

Wir haben z.Z einen ganz Ähnlichen Fall in einer Reitanlage. die hat einen neuen Hallenboden bekommen und nun braucht die Hälfte der Pferde Eisen (auch die, die jetzt mit 16Jahren noch nie Eisen hatten) weil das scheinbar so scharfer Sand ist das die Hufe regelrecht abgeschliffen werden. Will man das Problem nun ohne Eisen lösen kann man nicht einfach "anders ausschneiden" weil da ist nichts! Sondern man müsste das eigentliche Problem, den ungeeigneten Hallenboden wieder austauschen.

In solchen Fällen, wenn du nicht gleich den Stall wechseln möchtest oder auf unbestimmte Zeit dem Pferd die Bewegung untersagst ist ein Hufschutz, sei es Eisen meinetwegen auch Hufschuhe oder Klebedinger angezeigt, und in meinen Augen auch vollkommen legitim.

Ich weiß einige Pferde aus meinem Bekanntenkreis die im Sport gegangen sind bis sie 20 waren und dann noch bis 28 im Freizeitbereich geritten wurden; dann mit 30 Eisen ab und als Rentner auf die Weide. das halte ich nicht für unüblich.

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@Sukeemon
wenn das Problem woanders liegt Körperbau, Reitweise etc. wirst du immer nur Symptome bekämpfen und korrigieren, aber nicht das eigentliche Problem lösen.

Wenn ich aber Hufeisen drunternagel, dann wird der Huf zwar gerade, aber die Struktur des Beins (Knochen etc), wo das eigentliche Problem liegt, gewaltsam gerade ausgerichtet. 

Das tut ziemlich weh. Könntest du ja mal probieren, indem du dir schiefe Einlagen in den Schuh machst - deine ganze Statik ändert sich, dein Knie fehlbelastet und deine Hüfte dadurch auch - du bekommst Schmerzen.

Wenn man barhuf korrigiert, sieht es vielleicht nicht so "schön" aus, wie wenn man einfach ein Eisen aufnagelt, allerdings ist es deutlich schonender, gesünder und vor allem nicht schädlich, weil ich nicht irgendwelche relativ festen Strukturen umbiege. 

Will man das Problem nun ohne Eisen lösen kann man nicht einfach "anders ausschneiden" weil da ist nichts! Sondern man müsste das eigentliche Problem, den ungeeigneten Hallenboden wieder austauschen.

Nein, es würde reichen, wenn man den Hufen Zeit lassen würde, sich an den neuen Untergrund zu gewöhnen. 

Allerdings geht das nicht, wenn man jeden Tag eine Stunde da reingeht. Trotzdem finde ich nicht, dass man deswegen die zahlreichen Nachteile in Kauf nehmen sollte.

 die im Sport gegangen sind bis sie 20 waren und dann noch bis 28 im Freizeitbereich geritten wurden; dann mit 30 Eisen ab und als Rentner auf die Weide

Das heißt nicht, dass sie keine Arthrose etc hatten..

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Das ist das Bild, das ich meinte. Auf dem einen Foto siehst du die Durchblutung, wenn nur ein Huf beschlagen ist. 

Das zweite zeigt den Vergleich zwischen beschlagen und unbeschlagen.

Beide sind mit Wärmebildkameras aufgenommen.

Nur ein Huf beschlagen - (Pferde, reiten, Hufeisen) Eisen - ohne Eisen - Vergleich - (Pferde, reiten, Hufeisen)

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