Sind Gedichte mittlerweile vergessen und unnötig?

5 Antworten

Gedichten gehört die Zukunft! Da die Lesehäppchen, die Leute zu sich nehmen, immer kleiner werden, passen Gedichte genau in diese Nische. Die Damen und Herren Dichter müssten sich nur von dem Gedanken verabschieden, dass unverständliches Schreiben gutes Schreiben ist. Aber auch die Amateure müssen dazulernen: Nicht jeder Holperreim ist ein Kunstwerk, ein bisschen Können gehört auch zum Gedichteschreiben.

Liebe LouRy,

meine Meinung ist, dass Gedichte wortschön ausfrücken können, was die Menschen empfinen und was sie bewegt, bzw mitteilen möchten, wenn allein Reden und Schreiben zu "einfach oder zu kalt" ist.

Gedichte sind bestimmt nicht unnötig, da sie, wenn man sie liest, sich beruhigt, verstanden, bewegt und bestätigt fühlt.

Umgekehrt, wenn man sie selbst verfasst, mehr Bezug zu seinen eigenen Gefühlen, seiner Trauer, seiner Freude, seiner Liebe, so wie bestimmte Lebensepochen empfindet und sie somit ausdrücken kann.

Gedichte sind wie ein Lächeln, wie ein warmer Lufthauch, wie ein Kuss. Manchmal auch wie ein Gewitter. Auf jedenfall gibt es viele Menschen, die sie nicht vergessen, sondern sehr schätzen.

Aber es stimmt schon, unsere jetzigen Generationen könnten ihnen mehr Beachtung schenken. Es würde Niemanden schaden und in unserer kalten Gesellschaft mehr Wärme und "Farbe" bringen. :-)

Lieben Gruß, moonchild1972

Ich bin Dichter... Wie traurig wäre es, wenn die Menschen nicht mehr in Gefühlen lesen könnten?! Ja IN Gefühlen lesen, denn wenn ein Dichter seine Gefühle in die Gedichte schreiben kann, so dass der Leser sie mit empfindet, sind es Gedichte und keine Reime mehr...

Mir fällt zu deiner Frage nur noch eines meiner eigenen Gedichte ein, das ich vor ein paar Wochen schrieb. Es drückt aus wie ich das Schreiben und die Inspiration empfinde. Bitte nur privat nutzen, da es (wie alle meine Gedichte) unter dem Copyright meines Verlages und des Meinen steht.

Am Ufer der Poesie

Der Mond, er spiegelt sich im See, am Ufer sitz’ ich still, will lauschen. Hör’ Schönes, doch auch schlimmes Weh, höre Worte, Stimmen rauschen.

Mitten im Wald liegt dieser Ort, des Tags ist nichts zu hören. Schon oft, so oft lauschte ich dort, den Stimmen die betören.

Im See der Worte klingen Lieder, dort lebt des Wortes Zauberei. Ja deshalb, darum komm’ ich wieder, dass die Nacht mir Muse sei.

Des Waldes anmutig’ Gedicht, es erzählt von Freud’ und Leid. Des Mondes fahles Angesicht, es lächelt, es kennt keine Zeit.

So schwebt vom See hinauf zum Tann, ein weit’res Wort ganz leise. Und der Nächte Muse kann, die Träume schicken auf die Reise.

Ja dieser Traum bindet das Wort, fügt es ein in Poesie. Als Gedicht treibt es dann fort, es ist des Waldsees Sinfonie.

So windet schließlich auch um mich, sich des Wortes alte Kunst. Kommt zu mir und entzündet sich, erweist mir still und heiß die Gunst.

So kann ich gehen mit der Glut. Ich nehme mit des Ufers Weise. Die Worte strömen mir ins Blut… Sie flüstern leis’ - ganz leise.

(© Copyright, by Amando, Ritter zur Altebur Draconi 2013)

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