Sind extrem hohe Inkassogebühren rechtens?

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12 Antworten

Schau mal hier, da findest du eine sehr gute, klar verständliche und mit Zahlen arbeitende Darstellung der zumutbaren Kosten, sowie sinnvolle Ratschläge zur Vorgehensweise:

http://www.schuldnerberatung-schickner.de/news/inkassokosten-zulassig-oder-nicht-/

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Kommentar von Torrnado
24.03.2016, 16:43

Danke für den Link

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Kommentar von mepeisen
24.03.2016, 20:53

Wobei zu ergänzen ist: Die Gebühren für ein Schreiben einfacher Art gelten im Masseninkasso als das Maximale, was man sinnvoll begründen kann. Manchmal braucht man noch nicht einmal das zu bezahlen (je nach Umstand).

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Bezahl die Hauptforderung beim Gläubiger und schlage pauschal 5,- an Mahngebühr drauf. Inkassogebühren sind nicht durchsetzbar und werden auch nicht eingeklagt

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Kommentar von Torrnado
24.03.2016, 17:37

genau das habe ich auch vor ! ich kann mir unmöglich vorstellen, daß bei einer ursprünglichen Forderung von lächerlichen 10 € Inkassogebühren von 50 € - 70 € rechtens sind !!!

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Hier noch was zum Nachlesen, die anderen scheinen mit Quellen etwas zu geizen(vielleicht, weil es für ihre Behauptung auch gar keine Quellen gibt/geben kann)

Die Inkassogebühren orientieren sich am Gegenstandwert, also der Höhe der Forderung.

Sie können in der Rechtsanwaltsgebührentabelle im RVG nachvollzogen werden. Inkassokosten - auch Geschäftsgebühr genannt - werden dem Schuldner beim außergerichtlichen Mahnverfahren neben der Hauptforderung berechnet.

Mit dem ersten Mahnschreiben fällt eine Geschäftsgebühr nach Nr. 2300 VVRVG von 0,5 bis 1,3 an, (nur) bei umfangreichen oder schwierigen Fällen auch eine Geschäftsgebühr von 1,3 bis 2,5 nach der Anm. zu Nr. 2300 VVRVG.“

Laut der RVG entspricht die 1,3 Wertegebühr bei einem Sachwert bis 500Euro 58,50 (vergleiche den Link mit der RVG Tabelle)

Eine umfangreiche oder schwierige Angelegenheit kann in folgenden Fällen begründet werden und hat höhere Kosten für den Schuldner zur Folge:

•Forderung mit Auslandsbezug beziehungsweise Einsatz von Fremdsprachenkenntnissen

•Vielfache Wohnungswechsel des Schuldners mit der Notwendigkeit von Aufenthaltsermittlungen

•Mehrfacher Schriftverkehr mit zusätzlichen Telefonaten, die über kurze Mitteilungen, Sachstandsanfragen und Informationsbeschaffung hinausgehen; Austausch widerstreitender Argumente

•Umfassendes Aktenstudium beziehungsweise aufwendige Recherche einer streitigen Rechtsfrage in Rechtsprechung und Schrifttum

Liegt einer der Punkte vor, soll auch eine Wertegebühr bis 2,5 erhoben werden dürfen:

-> Bei Sachwert bis 500Euro ein Wert von über 72 Euro(die Tabelle der Seite geht leider nur bis zu einem Wert von 1,6)

http://www.refrago.de/rechtsanwaltsgebuehrentabelle_nach_rvg-ab_01.08.2013.html

http://www.straetus-inkasso.de/faq/wie-hoch-sind-die-inkassokosten.html

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Kommentar von EXInkassoMA
28.03.2016, 00:22


Hat aber halt einen Haken

Leider kann man Inkassobüros nicht auf eine Stufe mit Rechtsanwälten stellen

Sonst gäbe es nicht solche Urteile


AG Pfaffenhofen, 1 C 61/14 Urteil vom 17.02.2014


1. Bei einem Großanbieter von Telekommunikationsleistungen wie der
Klägerin bedarf es keiner Zwischenschaltung eines Inkassoinstituts, da
die Mahnungen und Folgeschreiben ohne weiteres durch das Personal der
Klägerin gefertigt werden können.

2. Auch das Argument, dass vorgerichtliche Anwaltskosten ggf.
ansonsten erstattungsfähig wären, überzeugt nicht. Denn hier gilt die
Argumentation des BGH gleichermaßen, wonach bei einem gewerblichen
Großvermieter die Einschaltung eines Anwalts in einfachen Fällen wie dem
vorliegenden nicht notwendig und deshalb auch nicht erstattungsfähig
ist.

3. Im Hinblick auf einen Verstoß gegen die Schadensminderungspflicht
nach § 254 Abs. 2 ist stets im Wege einer Einzelfallprüfung zu
entscheiden, so dass sich eine grundsätzliche Entscheidung hierzu
verbietet.

oder auch hier :

http://openjur.de/u/552608.html




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Die Gebühren wären nicht mal ansatzweise durchsetzungsfähig und werden mit an Sicherheit grenzzender Wahrscheinlichkeit mangels Erfolgsaussichten nicht expl eingeklagt

Theoretisch wären im Verzugsfall maximal 18 € inkl Auslagenpauschale bei Forderungen bis 500 € zu zahlen :http://www.schuldnerberatung-schickner.de/news/inkassokosten-zulassig-oder-nicht-/

Ich würde trotzdem so vergehen wie von franneck1989 empfohlen und nur 5 € an Verzugskosten zusätzlich zahlen

Überweisung immer zweckgebunden an den Gläubiger und nicht an Inkasso

Mental auf böse briefe einstellen

Wie ist der name der Inkassobude ?


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Kommentar von Ahzmandius
27.03.2016, 22:12

Das ist eine sehr gefährlich und könnte auch eine kostenspielige Annahme sein.

Nach dem "Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken" ist es registrierten Inkassobüros durchaus gestatten nach der RVG-Tabelle abzurechnen.

Es wird gerne mit dem sog. "Einfachen Schreiben" argumentiert.

Das ist aber an sich ziemlich wage, da der Inhalt eines solchen Schreibens nichts über die benötigte Arbeit, dieses Schreiben zu verfassen, aussagt. 

Bsp:

Wenn das Inkassobüro z.B. wegen dem häufigen Wechsel des Wohnsitzes des Schuldners, ein erhöhter Arbeitsaufwand hinzukommt.

Was man auf jeden Fall beachten muss, dass die Inkassogebühren nur dann voll erstattet werden können, wenn das Beaftragen des Inkassobüros nicht dem Schadenminderungsprinzip widerspricht.

Das Schadenminderungsprinzip wird dann z.b. verletzt, wenn der Schuldner dem Gläubiger bereits eindeutig signalisiert hat, dass er zahlungsunwillig ist.

Lies dir dazu das hier durch:

http://www.iww.de/fmp/forderungsrecht/inkassokosten-wenn-behauptet-und-nicht-geprueft-wird-kommt-man-zum-falschen-ergebnis-f85414

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Das musst du höchstwahrscheinlich nicht bezahlen, genau könnte man das allerdings nur bei genauerer Sachverhaltskenntnis sagen. Aber: wenn die Gläubigerseite einen Anwalt beauftragt, musst du den zahlen. Also guck mal dass du die Forderung inklusive Mahngebühren jedenfalls zügig  bezahlst.  

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Ja ist sie. Meine Schwester hatte eine Forderung von 39,90 und zahlt jetzt insgesamt über 100 Euro. Ich habe dann dort angerufen und wurde derart unfreundlich darüber aufgeklärt, dass das Zinsen seien und andere Auslagen. Mir war das dann zu blöd mit der zu streiten und habe den Betrag überwiesen wer weiß was da sonst noch zusammengekommen wäre.

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Kommentar von franneck1989
24.03.2016, 17:21

Schlechter Rat. Ihr hättet diese Kosten nicht zahlen müssen, genauso wenig wie der Fragesteller

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Kommentar von mepeisen
24.03.2016, 20:48

Und wieder haben Inkassos ein gutgläubiges Opfer gefunden, was sich nicht richtig informiert hat. Beim Inkasso nachzufragen, ob deren gebühren OK seien ist in etwa so, als würde man den Papst fragen, ob die Ehe eine gute Erfindung sei.

Schade um das Geld, was deine Schwester dabei versenkt bzw. verschenkt hat.

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Kommentar von EXInkassoMA
24.03.2016, 22:02

LOL  Was soll der Inkasso Call Agent auch sonst sagen ?

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Meiner Ansicht nach musst du zahlen. Inkassounternehmen können hohe Gebühren verlangen. Hätte der Dienstleister das selbst über Gericht in die Hand genommen müsstest du jetzt sogar noch mehr zahlen. 30€ fürs Gericht + wenn der Dienstleister schlau ist 40€ Mahnpauschale die man immer fordern darf. 

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Kommentar von franneck1989
24.03.2016, 17:25

Mahnpauschale darf nicht gegenüber Verbrauchern geltend gemacht werden. Also wäre der Mahnbescheid die deutlich günstigere Variante gewesen, und im Gegensatz dazu auch noch zielführend

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Kommentar von mepeisen
24.03.2016, 20:52

Wie Franneck schon schreibt dürfen die 40€ gegenüber Verbrauchern nicht gefordert werden. Je nach Gericht werden maximal 1€ bis aller aller höchstens 2,50€ zugelassen.

Damit sollen Kosten für Briefporto usw. gedeckt werden, mehr nicht. Alles andere ist nur gegenüber Schuldnern zulässig, die keine Verbraucher sind.

Inkassos dürfen erst mal rein gar nichts festlegen oder fordern. Zumindest nicht, wenn der Gläubiger entsprechend geschäftserfahren ist. Bei einem handwekrer ums Eck sind die Gebühren durchaus zulässig, weil dort auch alles erbracht wird vom Inkasso, was der gebühr zufällt (insbesondere Rechtsberatung und Einzelfallprüfung).

Im Masseninkasso wird aber absolut nichts erbracht und mehr noch: Inkassos arbeiten bei großen Konzernen grundsätzlich kostenlos, denn niemand dort ist so wahnsinnig wegen 10€ ein Kostenrisiko von mindestens 70€ einzugehen. Die sind doch nicht blöd. Wo aber wegen kostenloser Arbeit nie ein Schaden entsteht, da darf auch kein Verzugsschaden vom Schuldner gefordert werden. Also ganz einfach.

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(1) Leistet der Schuldner auf eine Mahnung des Gläubigers nicht, die nach dem Eintritt der Fälligkeit erfolgt, so kommt er durch die Mahnung in Verzug. Der Mahnung stehen die Erhebung der Klage auf die Leistung sowie die Zustellung eines Mahnbescheids im Mahnverfahren gleich.

(2) Der Mahnung bedarf es nicht, wenn
1.

für die Leistung eine Zeit nach dem Kalender bestimmt ist,

2.

der Leistung ein Ereignis vorauszugehen hat und eine angemessene Zeit für die Leistung in der Weise bestimmt ist, dass sie sich von dem Ereignis an nach dem Kalender berechnen lässt,

3.

der Schuldner die Leistung ernsthaft und endgültig verweigert,

4.

aus besonderen Gründen unter Abwägung der beiderseitigen Interessen der sofortige Eintritt des Verzugs gerechtfertigt ist.

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Kommentar von franneck1989
24.03.2016, 22:28

Du hast den Einwand offenbar nicht verstanden. Auch wenn Verzug vorliegen sollte, heißt das noch lange nicht dass die Forderung berechtigt ist. Es ist nämlich längst nicht alles erstattungsfähig. Bei geschäftserfahrenen Gläubigern scheidet die Erstattung von Inkassogebühren nach Ansicht der Mehrheit der deutschen Gerichte aus, da nicht angemessen und zweckdienlich.

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Kommentar von franneck1989
25.03.2016, 05:36

Deine Links zeigen die Berechnungsgrundlage, die für Inkassobüros als absolute Höchstgrenze gilt - in der Praxis kann man das fast immer vernachlässigen, da ein IB selten einen Tätigkeitsumfang erbringt, der über das Schreiben einfacher Art hinaus geht. Das ist alles schön und gut, nur ist die Frage hier, ob der Fragesteller diese Kosten überhaupt bezahlen muss. Und das lässt sich klar mit Nein beantworten. Hier findest du Urteile dazu:https://www.elo-forum.org/schulden/114457-vorgerichtliche-inkassogebuehren-umgehen.htmll Die Gerichte beziehen sich dabei regelmäßig auf §254BGB. Auch der §4 RDGEG ist hier einschlägig.

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Kommentar von franneck1989
25.03.2016, 05:43

Wer hat denn behauptet, dass es drei Mahnungen bedarf? Natürlich hast du Recht, jeder kann zu jeder Zeit ein Inkassobüro beauftragen. Niemand hat etwas anderes behauptet. wenn er das möchte. Die Zeche zahlt aber der, der bestellt.

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Ja dass sind Unkosten die entstanden sind um die Forderungen durchzusetzen die wirst du bezahlen müssen.

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Kommentar von Furzer
24.03.2016, 16:30

Ne fette Provision als Belohnung. Kopfgeld für den Schuldner.

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Kommentar von franneck1989
24.03.2016, 17:22

@Kreidler bitte §254 Bgb und §4 rdgeg lesen

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Kommentar von mepeisen
24.03.2016, 21:00

Nein, muss man grundsätzlich NICHT bezahlen, wenn gar kein Verzug vorliegt.

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Ihr ein link zu faul zum schreiben.
Nicht zahlen wenn nur den Betrag für den Artikel den du gekauft hast.

Nur ein Gerichtsvollzieher darf die Kosten Bro Brief erhöhen

https://www.wbs-law.de/abmahnung

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Kommentar von mepeisen
24.03.2016, 20:47

Auch hier: Das Thema des TE hat mit einer Abmahnung absolut nichts zu tun.

Und ein Gerichtsvollzieher erhöht selber gar nichts. Und er erhöht auch pro Brief nichts.

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Das ist ganz normal - da brauchst du dich überhaupt nicht zu wundern

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