Sind Elektroautos die Zukunft?

19 Antworten

Das ist ein sehr komplexes Thema.

Da sich ja die Regierung und die Hersteller jetzt auf Elektroautos eingesschworen haben, werden sie wohl einfach zur Zukunft gemacht. Etliche Hersteller sind grad dabei einen Großteil ihrer Fabriken auf Elektroauto-Produktion umzubauen. VW allein baut grad 16 Fabriken weltweit um.

Ich habe persönlich auch Interesse an einem Elektroauto, aber die Kosten sind aktuelln noch extrem hoch. Da ich auch fast 100km täglich zur arbeit fahre, sind die derzeitigen Reichweiten noch zu gering. Zudem ist nach wie vor das Problem da, das die meisten Leute keine Möglichkeit haben, zuhause oder auf arbeit zu laden. Ich wohne im 2. Stock eines Mehrfamilienhauses und mein Auto steht an der Straße. Wie soll man da laden? Und jeden Feieraben sich ne dreiviertelstunde an eine öffentliche Schnellladesäule stellen hat man auch keine Lust dazu. Unseren Arbeitgeber haben wir auch schon gefragt, der möchte da kein Geld investieren.

Die nächsten Generationen der E-Autos sollen ja schon deutlich größere Akkus haben, das man auch 300-500 km weit fahren kann, je nachdem wie groß man den Akku beim bestellen auswählt. Das wäre dann schon besser.

E-Autos und auch Brennstoffzellen-Autos haben halt gegenüber Verbrennern viele Vorteile, aber ebenso viele Nachteile:

  • Bei einem elektrisch betriebenen Auto braucht man keinen Ölwechsel mehr machen. Das ganze Altöl was bei den vielen Ölwechseln anfällt ist ja nicht unproblematisch.
  • keine Kupplung die verschleißt und getauscht werden muss
  • kein Zahnriemenwechsel oder Kettenwechsel mehr nötig
  • keine Zündkerzen Luftfilter, Benzinfilter (Inspektionen werden deutlich günstiger)
  • Keine Abgasreinigung nötig (beim Diesel extrem aufwändig)
  • Kein Mehrgang-Getriebe das einem kaputt gehen kann
  • Keine undichte Zylinderkopfdichtung oder Ventildeckeldichtung mehr, was sehr hohe Reparaturkosten verursacht
  • Keine Motorschäden mehr durch Pleulbruch, Lagerschaden, Kolbenfresser oder gerissenem Zahnriemen

Im großen und ganzen sind in den E-Autos viel weniger Teile verbaut die verschleißen und somit ständig kosten Verursachen.

Getriebeschäden werden extrem selten, da die E-Autos bisher nur ein festes 1-Stufen Getriebe haben (Der Elektro Motor wird z. B. 10:1 untersetzt, also z. B. von 20.000 U/min auf 2.000 U/min auf die Räder).

Dagegen stehen aktuell noch viele Nachteile:

  • Einige Rohstoffe für die Akkus (Lithium) und Brennstoffzellen (Platin und Kobalt) sind extrem selten und somit sehr teuer. Hier wird sich zwar durch neue Fertigungstechniken der Einsatz verringern, dennoch ist diese Knappheit im Prinzip gleichzusetzen mit der Ölknappheit. Es sind eben Endliche Rohstoffe, die irgenwann alle sind.
  • Um an diese seltenen Rohstoffe besser dran zu kommen, werden in Zukunft sicherlich hier und da mal n Urwald gerodet, oder andere Umweltschäden verursacht. So wie aktuell das Fracking beim Öl und Erdgas oder das roden von Wäldern um mehr Fläche für Biosprit Pflanzen zu bekommen.
  • Die Herstellung von Wasserstoff für die Autos mit Brennstoffzellen, ist extrem Energieaufwändig, ebeso ist die Lagerung und der Tansport davon sehr heikel und Gefährlich.
  • Die Betankung eines Brennstoffzellenautos ist zwar schnell, aber hier bestimmt der Druck der Anlage, wie voll der Tank gemacht werden kann. Ist die Anlage nur noch halb voll, hat sie nur noch halben Druck und somit kann man seinen Tank auch nur halb voll machen. Andere Konzepte (z. B. extra Hochdruckpumpe) werden dieses Problem aber vermindern.
  • Die E-Autos sind zwar "lokal Emissionsfrei", aber die Schadstoffe die beim Herstellen eines kompletten Akkus entstehen, sind so groß wie die Schadstoffe eines kompletten Verbrenners in der Produktion und einer Anschließenden Fahrleistung von 500.000 km. Diese Schahdstoffe enstehen dann vor allem in den Ländern, wo diese Akkus und Autos produziert werden.
  • Die Reichweite der aktuellen Autos ist noch sehr gering, so das man seine Fahrten, die länger sind, schon sehr genau Planen muss, Standorte von Ladesäulen mit einplanen. Oftmal sind diese Ladestationen von lokalen Firmen betrieben (z. B. Energieversorger), die erst nach Registrierung und Freischaltung genutzt werden können. Wenn man mit leerem Akku davor steht, kann man garnicht laden.
  • Viele Anbieter von Ladestationen versuchen sich damit ein tolles extra Geld zu verdienen, indem sie einen Strompreis von teils über 2 Euro pro KW/h verlagen. Die wissen genau, wenn der Akku leer ist und die Leute sonst nicht weiter fahren können, das sie das in kauf nehmen müssen.
  • Akkuzellen unterliegen auch einen Verschleiß. Über die Anzahl der Ladezyklen und auch über die Zeit. Diese Zellen kann man jetzt schon in kleineren Paketen tauschen, aber die kosten dafür sind noch recht hoch. Im ersten E-Golf z.B. sind ca. 250 kleine Pakete drin, eins kostet knapp über 200 Euro. Ob man für das alte Paket Geld wieder bekommt (z. B. wie beim tausch einer Lichtmaschine oder Getriebe) ist noch nicht klar. Ebenso ob sich diese kosten in Zukunft noch verringern werden.
  • Viele Leute können gar keine Ladestation zuhause installieren (mein Beispiel weiter oben), Leute die in der Innenstadt in den Betonklötzen wohnen, wo 200 Wohnungen drin sind, können nicht alle eine Ladestation haben.
  • Die kosten für die Produktion sind noch sehr hoch. Daher auch die Anschaffung. Hier macht aber auch die Masse den Preis auch. Je mehr produziert werden, desto günstiger werden die auch, auch wegen der wachsenden Konkurrenz.
  • Der Wertverlust der älteren Modelle ist extrem hoch. Die aktuellen Autos haben wenig Reichweite, die neu erscheinenden haben dann immer mehr Reichweite und werden auch billiger, so das die alten Autos kaum noch einer haben möchte, so das diese sehr wenig abnehmer finden werden und somit nur sehr billig verkauft werden können.

Wenn man mal nur den Vergleich zu den ersten Autos vor über 100 Jahren zu den heutigen macht, das diese damals reines Luxusgut waren und als Spinnerei belächelt wurden und heute fast jeder ein Auto hat. Es hat sich auch viel im Bereich Verbrauch, Leistung, Sicherheit und Kompfort verändert. Daran haben sich die Menschen über sehr lange Zeit angewöhnt und jetzt kommt eine Veränderung, die teils ein Rückschritt zu sein scheint.

Ob das jetzt für die nächsten 100 Jahre die Zukunft wird, zeigt sich wohl erst in den nächsten 10 Jahren, ob die Entwicklung weiter geht und die Menschen bereit sind, diese neue Antriebsart auch zu kaufen. Ich denke das ganze befindet sich noch im Anfangsstadium Vielleicht wird in 10 oder 20 Jahren ja noch was ganz anderes erfunden.

Diese Frage kann man also, zumindest in meinen Augen, nicht einfach mit "Ja" oder "Nein" beantworten.

Woher ich das weiß:
Recherche
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Die Deutschen Hersteller bauen gar nix um, weil sie seit einiger Zeit in China üben (müssen); hier verkauft keiner ein Auto, mit dem man nicht 'wrummwrumm' machen kann.

Jetzt muss erst mal die SUV-Welle durch, denn das ist grad 'in'.

2000 RPM an den Rädern? Du sprichst von Spielzeug-Autos. Oder durchbrechen Pkw demnächst die Schallmauer?

45 min Oberstdorf-Flensburg - jawolll

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@Pauli010

Statt unter meine Beiträge dämliche Kommentare zu schreiben solltest du dich lieber mal Informieren und keinen dummen Sulz verbreiten.

  • Was denkst du wo die E-Autos gebaut werden, die in den nächsten 2 Jahren von Zahlreichen (deutschen) Herstellern angekündigt wurden? Der Umbau dieser Fabrike ist bei nahezu allen Herstellern im Gange, das sowas nich in 2 Wochen, sondern eher in 2-3 Jahren erst erledigt ist. Vielleicht solltest du mal die entsprechende Fachpresse lesen. Da steht das schwarz auf weiß.
  • 2.000 U/min an Rädern? Also 1. stand da zum Beispiel und 2. JA! Nix mit Schallmauer.

Zu dem Kommentar kann ich nur sagen: "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten". Oder nochmal zur Schule gehen.

Ansonsten hier mal ne kleine Nachhilfe: Ein Reifen 235 / 40 R19 hat knapp über 2 Meter Abrollumfang. Wenn sich dieser Reifen einmal dreht, legt er 2 Meter Strecke zurück. Nach 2.000 Umdrehungen sind es 4 km (2*2000). Jetzt nimm an das dauert eine Minute. Also legt dieser Reifen bei 2000 U/min 4 km zurück - anders geschrieben 4 km/Minute. Da km/h eher verwendet wird, rechnet man das einfach zu 60 Minuten hoch, also beides mit 60 multiplizieren, dann kommt man auf 240 km/h. Die Schallmauer ist da noch lange nicht erreicht. Jetzt erklär mal wie du mit 240 km/h die von dir genannte Strecke von ca. 1000 km mit 240 km/h in 45 Minuten schaffst.

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@DasQuitsch

zudem ist die "normale" grenzdrehzahl eines e-motors bei ca. 15.000 u/min
mehr wird schwierig, da das drehfeld in sättigung geht - d.h. das drehmoment baut stark ab
daher haben ganz besonders schnelle e-fahrzeuge ein (2-gang) getriebe verbaut - oder sie sind sehr lang übersetzt, dann fehlt allerdings der "bumms" beim anfahren

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@DasQuitsch

Wieder mal ein Schlaui, der sich provozieren lässt und kein Niveau hat.

Fachpresse brauch ich nicht, denn ich bin in der Quako in ChongQing tätig - seit 8 Jahren.

Wenn du wüsstest, was BOSCH da alles realisiert - davon hast du nicht die geringste Ahnung.

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@dagobert68219

Der WB 368/17f (12-poliger Reihenschluss) dreht maximal 1525 1/min bei einer Dauerleistung von 1240 kW; Fahrzeuggeschwindigkeit 280 km/h.

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@dagobert68219

Naja schneller ist durchaus möglich. Ich habe einen elektrisch angetrieben Helikopter (kein Spielzeug), da dreht der Motor (Aussenläufer) mit über 20.000 U/min. In unserer Firma verbauen wir Hochgeschwindigkeits-Frässpindeln. Die Standard Spindel dreht mit 42.000 U/min, die schnellste die wir verbaut haben hatte 160.000 U/min. Das Drehmoment ist bei denen tatsächlich sehr gering.

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@Pauli010

Wer hier kein Niveau hat, hast du mit deiner völligen Ahnungslosigkeit und dem damit verbundenen Tonfall bzw. Ausdrucksweise selbst bewiesen.

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@Pauli010

mein praktischer erfahrungswert bezieht sich auf den asychronläufers meines teslas, dieser ist bei 250 km/h abgeregelt, was knapp 15.000 u/min sind

die max. drehzahl eines e-motors ist vom aufbau und der polzahl abhängig

ich dachte es geht hier um automobilmotore und nicht um elektroloks, oder cd-romlaufwerke

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@DasQuitsch

die drehzahlen gehen direkt über die motorwelle ? oder sind da über- / untersetzungen im spiel ?

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@dagobert68219

Nein die sind direkt ohne Übersetzung. Für eine Getriebe wäre da auch kein Platz. Werden aber über einen Frequenzumrichter angesteuert.

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@DasQuitsch

Gut, mit permanent-erregten Synchronmotoren, knapp 2 MW kann man 574,79 km/h erreichen; dann ists aber derzeit Schluss.

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@Pauli010

Und jetzt hab ich Feierabend. In einer Stunde Empfang auf dem JiaLing.

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ja. - behaupte ich nach fast 7 jahren und >120.000 km

für alle, die das bezweifeln: seht die (echte) umweltbilanz der verbrenner in gegensatz zur (echten) umweltbilanz der e-fahrzeuge (nach aktuellem wissensstand und nicht nach ammenmärchen bewerten)

es gibt bislang, auf absehbare zeit, keine sinnvolle alternative dazu

ja, auch das e-auto hat seine "probleme" - aber der verbrenner hat viel schwerwiegendere problemzonen (inkl. gasautos, das sind nämlich auch nur verbrenner) und über wasserstoff reden wir besser garnicht, dort überwiegen die probleme

Woher ich das weiß:
eigene Erfahrung

Nur wenn der Strom nicht mehr von Kohlekraftwerken erzeugt wird, die Akkus eine größere Kapazität haben, umweltfreundlich hergestellt und entsorgt werden, und ausreichend viele Ladestationen zur Verfügung stehen. All das wird in naher Zukunft noch nicht gewährleistet sein.

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das gibt es doch alles schon:
2018 gab es mehr ökostrom als kohlestrom (wobei selbst kohlekraftwerke 3-4 mal effizienter sind als verbrennerautos)
die kapazität des akkus muss erstmal nur reichen um die täglichen fahrten abzubilden - im schnitt fährt der bundesbürger 38km am tag - das schafft auch der kleinste akku - die fahrzeuge gibt es mit bis zu 600km reichweite heute schon zu kaufen
die akkuherstellung ist heute schon viel weniger umweltbelastend als das fördern, transportieren, raffinieren und verbrennen von öl
ladestationen spriesen aktuell wie unkraut aus dem boden (https://www.goingelectric.de/stromtankstellen/)

der umstieg wird jahrzente dauern, aber irgendwann ist es wirklich an der zeit damit anzufangen (ich habe es von rund 7 jahren gemacht) - oder müssen erst gesetze und verbote greifen ?

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