Sind Eheschliessungen zwischen Paaren der Kath. Römischen Kirche und Muslimisch Menschen überhaupt möglich oder muss einer der beiden konvertieren?

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15 Antworten

Nach staatlichem Recht:

Standesamtlich heiraten ist selbstverständlich möglich.


Nach kirchlicher Tradition:

Auch die römisch-katholische Kirche hat dagegen keine Einwände. Eine Ehe zwischen einer getauften Christin und einem Muslim oder einem getauften Christen und einer Muslima ist auch aus kirchlicher Sicht gültig. Voraussetzung ist nur, dass beide Partner aufrichtig die Ehe miteinander eingehen wollen und sie auch "vollziehen" (d.h. miteinander vögeln). Für den christlichen Partner ist auch die Ehe mit einem Muslim bzw. einer Muslima sakramental. Wichtig ist aus römisch-katholischer Sicht nur, dass die Ehepartner ein jeweils unterschiedliches biologisches Geschlecht haben. Gleichgeschlechtliche Ehen werden von der römisch-katholischen Kirche, im Gegensatz zu einigen anderen christlichen Kirchen und Gemeinschaften, nicht anerkannt.

Eine Konversion wird nicht erwartet.

Es ist jedoch nicht möglich, dass ein interreligiöses Paar sich in der Kirche trauen lässt. Den katholischen Trau-Ritus an einem muslimisch-christlichen Paar zu vollziehen, widerspricht dem Sinn dieses Rituals. Außerdem würde der Muslimische Partner dabei Riten vollziehen und Gebete mit "Amen" bekräftigen, die seinem Glauben widersprechen.
Ihr könnt jedoch den örtlichen Pfarrer fragen, ob er bei der Hochzeitsfeier für einige Zeit vorbei kommt und vielleicht ganz informell einen Segen erteilt, für euch betet und ein paar Worte sagt - falls euch das wichtig ist. Vielleicht findet sich auch der ein oder andere Imam, der dazu bereit wäre. Eine andere Möglichkeit spirituelle Elemente am Anfang der Ehe einzubinden, wäre die gemeinsame Wohnung von einem katholischen Priester oder Diakon segnen zu lassen. Das ist ohne Weiteres möglich, wenn es den muslimischen Partner nicht stört.

Falls dies dem christlichen Partner wichtig ist, kann er sich von seinem Bischof von der Formpflicht (der kirchenrechtlichen Pflicht nach der standesamtlichen Eheschließung sich kirchlich trauen zu lassen) befreien lassen. Wenn man das nicht macht, passiert auch nichts. Aber die Sache lässt sich einfach regeln, wenn man beim örtlichen Pfarrbüro anfragt - die kümmern sich dann drum.


Zur muslimischen Sicht auf die Dinge kann ich jetzt nichts sagen - aber dafür findet sich hier bestimmt jemand anderes.

Eheschließungen sind nach deutschem Recht völlig unabhängig von der Religion. Wenn man also im Standesamt heiratet, ist es völlig egal, welche Religion wer hat. Das gehört zur Trennung von Kirche und Staat in Deutschland seit Einführung der Zivilehe vor 150 Jahren dazu. Es muss also niemand konvertieren. 

Wenn du aber zusätzlich in einer Kirche oder vor einem Imam heiraten willst, dann gelten die Regeln der Religionsgemeinschaft, bei der du das machen willst. Bei den Katholiken geht das mit einem gewissen Aufwand (unter anderem mit der Versicherung des katholischen Partners, die Kinder katholisch zu erziehen). Wie die Muslime das halten, kann man schwer allgemein sagen - in der Regel darf aber ein Muslim eine Katholikin heiraten, eine Muslima aber keinen Nichtmuslim, also auch keinen Katholiken. 

Dem Staat (Standesamtliche Trauung) ist die Konfession wurscht.

Wenn sie eine kirchliche Trauung wünschen, dann müsste das mit dem Pfarrer bzw Imam besprochen werden. Manche machen interkulturelle Trauungen, manche lehnen es ab. Manche geben auch nur einen Segen, vollziehen aber keine richtige Trauung.

Klar ist das möglich. Also Standesamtlich ja sowieso, da ist die Konfession egal.

Ansonsten schau mal hier:

Eine Trauung in zwei Religionen - geht das? Vorgesehen sind solche interreligiösen Feiern bisher nicht, weder in christlichen noch in muslimischen Gemeinden. Das Frankfurter Ehepaar Gebert-Saltani hat lange gesucht - und am Ende eine stimmungsvolle christlich-muslimische Feier in einer evangelischen Kirche in Frankfurt erlebt. (https://www.evangelisch.de/inhalte/107906/28-02-2012/christlich-islamische-trauung-paare-brauchen-gottes-segen)

Die Feier in der ev. Kirche war einer Protestantin wichtig. Für diese ist die Ehe kein Sakrament.

Wenn der Fragesteller nach Möglichkeiten zur Eheschließung zwischen röm.-kath. und muslimisch sucht, wird er damit wohl eine für beide Teile gültige Ehe im Sinn haben. Für Katholiken ist eine ev. Trauung nicht gültig und der Sinn der Trauung liegt auch nicht im äußeren Ambiente einer schönen Feier, sondern bedeutet viel mehr. Eine kath. Trauung wäre mit Dispens möglich und dann auch gültig.

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@Raubkatze45

Stimmt, ich hab mal wieder nicht auf die Ausrichtung innerhalb der Glaubensrichtung "Christ" geachtet -.-*

Standesamtlich geht es trotzdem ohne Probleme ;)

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Ehen können in Deutschland rechtsgültig nur vor einem Standesamt geschlossen werden.

Die Religion der Partner spielt dabei keine Rolle.

Wenn dem kath. Partner eine kirchlich-gültige Ehe wichtig ist, kann er mit bischöflicher Dispens ohne Weiteres auch eine kath. Trauung bekommen. Er muss allerdings bemüht sein, die Kinder auch entsprechend zu erziehen - soweit dies in seinen Kräften steht. Aus kath. Sicht muss der nichtchristliche Teil nicht konvertieren, er muss nur mit dem Trauversprechen einverstanden sein.

Das Standesamt traut jeden, der sich ausweisen kann und der bestimmte formale Kriterien erfüllt, die aber alle nicht-religiös sind.

Eine kirchliche Trauung durch einen kath. Pfarrer wird schwierig, aber ist nicht unmöglich, da muß man mal mit ihm reden. Eine religiöse Trauung durch einen  Imam in einer Moschee ??  - da kenne ich mich nicht aus.

Die Ehe wird vor einem Standesbeamten geschlossen - vollkommen unabhängig von jedweder Religionszugehörigkeit.

Ich gehe mal davon aus, dass du die Ansichten der religiösen Organisationen meinst. Am Standesamt spielt bei der Eheschließung die Religion überhaupt keine Rolle.

Nein, niemand muss konvertieren. So eine Ehe ist sowohl nach kanonischem als auch nach islamischem Recht gültig.

Allerding ist nach islamischem Recht eine nichtmuslimische Frau diskriminiert. Sie hat z.B. kein Recht die Kinder zu erziehen.

Es gibt Kirchen, Religionen, die auch zu Ehen, die schwer glaubensunverträglich sind, ihren Segen geben.

Aber z.B. die katholische Kirche ist strenger. Sie erwartet, daß Kinder aus der Ehe katholisch oder wenigstens christlich erzogen werden. Ein Moslem als Partner wird das nie akzeptieren.

Grundsätzlich ist jedem, dem das Christentum wichtig ist, dringend vor Ehen mit einen Moslem abzuraten, da der Islam immer die Oberhand haben will und niemals nachgibt.

Das Christentum WILL auch immer die Oberhand haben, nur geben Christen eben eher nach als Moslems (Meiner Erfahrung nach)

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Standesamtlich kein Problem.

Kirchlich ein größeres Problem -> siehe auch meine differenzierte Antwort auf eine der bereits gegebenen Antworten.

Bei einer standesamtlichen Trauung ist das egal ,

bei kirchlicher allerdings bedarf es der Konvertierung

Das erste trifft zu, das zweite trifft nicht zu. 

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Nein. Keiner von beiden muss konvertieren.

Außerdem kann man Auch nur standesamtlich heiraten.

Es gibt kein Gesetz dagegen.

Kirchenrechtlich nicht ganz so einfach wie du es dir vorstellst.

Nur ein Beispiel von einem Nicht-Katholik (und darum geht es aus der Sicht der kath. Kirche):

https://www.bistumspresse-zentralredaktion.de/content/koennen-katholiken-auch-ungetaufte-kirchlich-heiraten

Insbesondere der Passus »keine Scheidung möglich« auf der Zunge zergehen lassen. Gilt auch zwischen katholischen Ehepartnern, welche sich scheiden lassen. Die Scheidung (Zivilrechtlich) ist für die kath. Kirche nicht existent. Daher sind für die geschiedenen Ehepartner keine weiteren Eheschließungen möglich.

Es geht sogar noch weiter: Geschiedener Mann lebt mit kath. Freundin zusammen. Sie heiraten standesamtlich. Seine Frau bekommt bei keinem kath. Träger eine Anstellung da sie »in Sünde lebt«.

Herzlich willkommen im lebendigen Mittelalter der kath. Kirche.

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@Gaskutscher

Die katholische Kirche ist aber nicht der Gesetzgeber sondern gewissermaßen eine Privatveranstaltung. Was die machen, interessiert nicht - zumindest den, den es nicht interessiert ;)

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@Katzenreiniger

Außer der gläubige Katholik will nicht in Sünde leben. Ob dies beim Fragesteller Relevanz hat müsste er genauer ausführen.

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@Gaskutscher

man kann davon ausgehen, dass die Frage auf eine kath.-gültige Ehe ausgerichtet ist. Dass man nur standesamtlich heiraten kann, wird der Fragesteller wohl wissen.
 Die kath. Kirche erkennt eine Wiederheirat nach einer
Scheidung deshalb nicht als Ehe an, weil sie an die Weisung Jesu Christi gebunden ist, der zur Unauflöslichkeit der Ehe und Wiederheirat klare Worte gesprochen hat. Insofern kann es hier keinen neuzeitlichen "Fortschritt" geben.

Die Verweigerung einer Anstellung bzw. Kündigung im kirchlichen Dienst erfolgen deshalb, weil man der Meinung ist, dass "drinnen" auch getan wird, was "draußen" draufsteht. Übersetzt heißt das: Man kann nicht vor der Welt verkündigen, dass die Ehe unauflöslich und   eine wilde Ehe ungültig und damit Sünde ist, aber zugleich in den eigenen Reihen das Gegenteil praktizieren. Das wäre wohl wenig glaubwürdig.

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@Katzenreiniger

In Gewissen Dingen steht die Kirche aber leider über dem Gesetz. Sie hat nämlich ein "Kirchliches Arbeitsrecht" was sich in weiten Teilen vom normalen Arbeitsrecht unterscheidet.

So können Kirchliche Arbeitgeber, wie z.B. der Krankendienst der Caritas, Menschen die unverheiratet zusammen leben, Homosexuelle, oder Atheisten einfach feuern.

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@Gaskutscher

Sie brauchen nichtmal heiraten, das unverheiratete zusammenleben reicht schon, und selbst ein bestehendes Jobverhältnis mit einem Kirchlichen Arbeitgeber könnte seitens des Arbeitgebers problemlos deswegen beendet werden -.-*

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@Raubkatze45

"weil man der Meinung ist, dass "drinnen" auch getan wird, was "draußen" draufsteht"

Guter Witz, wäre glaubwürdiger, wenn nicht manche Sünden, wie Habgier das Herz der Katholischen Kirche wäre...

Da drohen (besser erpressen) in unserer Stadt (Wuppertal, hochverschuldet!) Katholische Kindergärten mit Schließung, wenn die Stadt IHNEN (nicht allen KiGas, nur IHNEN) nicht mehr Geld gibt, obwohl die Kirchen selbst Geld ohne Ende haben.

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