Sind diese Grammatik-Erklärungen korrekt?

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3 Antworten

Formalsprachlich (Rechtschreibung, Syntax, Morphologie, Zeichensetzung) ist alles korrekt.

Ich finde jedoch die Zusammenhänge, die Du in Punkt 2 herleitest, fragwürdig, und nein, Punkt 3 stimmt meiner Ansicht nach nicht - zumindest dann nicht, wenn nicht ausdrücklich deutlich wird, dass das nur die uneingeleiteten Nebensätzen betrifft, in denen das "dass" fehlt (und selbst darüber müsste ich noch länger nachdenken...).

Zu Punkt 2: "Wenn wir jetzt die indirekte Rede mithilfe eines uneingeleiteten Nebensatzes ausdrücken wollen, kann nicht Indikativ stehen, da man immer ein Mittel braucht, das die indirekte Rede markiert. Indirekte Rede kann man nur durch "normale" dass-Sätze im [Indikativ - nein! Das ist nicht richtig, auch wenn es umgangssprachlich so gehandhabt wird!] und Konjunktiv und durch den Konjunktiv im uneingeleiteten Nebensatz ausdrücken. Normale dass-Sätze wollen wir hier nicht im Moment, also bleibt nur der Konjunktiv im uneingeleiteten Nebensatz übrig. Der Indikativ kann hier also nicht stehen." - Nein, die indirekte Rede wird nicht mithilfe eines uneingeleiteten Nebensatzes ausgedrückt, sondern mittels des Konjunktivs. Ich weiß, dass es auf dasselbe Ergebnis hinausläuft, aber der Gedankengang ist ein anderer. Die Regel heißt: Indirekte Rede steht im Konjunktiv - und zwar egal, ob diese im ein- oder uneingeleiteten Nebensatz steht. Nicht das Verb des Hauptsatzes entscheidet über Indikativ oder Konjunktiv, sondern die Frage, ob es sich um indirekte Rede handelt oder eine Hypothese. Und damit komme ich zu 

Punkt 3: Uneingeleitete Nebensätze setzt Du hier gleich mit Nebensätzen, in denen das "dass" fehlt. Es gibt aber auch andere Arten von uneingeleiteten Nebensätzen, bspw.: Kämst Du schon morgen, wäre mir das lieber. Hier steht natürlich der Konjunktiv, weil es sich um eine Hypothese handelt. Wieder entscheidet nicht das Verb des Hauptsatzes über den Modus im uneingeleiteten Nebensatz, sondern die Satzart. Hier wird ein hypothetisches Bedingungsgefüge ausgedrückt, welches den Konjunktiv verlangt. 

Mir ist nicht ganz klar, wofür Du das brauchst und worin der Nutzen bestehen soll. Wenn es für ein Referat sein soll, dann hätte ich, würde ich Dich bewerten (übrigens wieder ein verkürzter Nebensatz!), die Zusammenhänge kritisiert, die Du schaffst. Denn: Es gibt uneingeleitete Nebensätze. Dies bedeutet, dass die Konjunktion fehlt, die eigentlich den Nebensatz einleiten soll. Man trifft sie bei der indirekten Rede an oder nach Verben des Hoffens, des Wünschens und des Wahrnehmens. Der Modus des Verbs im Nebensatz richtet sich nach der Satzart des Nebensatzes. Handelt es sich also bspw. um indirekte Rede, muss das Verb im Konjunktiv stehen, ebenso bspw. bei einem Bedingungssatz. 

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Kommentar von markdeni
15.01.2016, 17:12

Ich muss nochmals nachhaken, zu deiner Aussage, dass in dass-Sätzen kein Indikativ in der indirekten Rede stehen darf, steht hier etwas Widersprüchliches: 

canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Verb/Modi/Indirekte.html

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Alles korrekt.
Vielleicht noch ein Hinweis zum Satz:
"Ich hoffe, du bist gesund!"

Da haben viele Leute die größten Schwierigkeiten, den verkürzten Nebensatz zu erkennen. Gewöhnlich sagt man, der Nebensatz könne nicht alleinstehen. Bei solchen Beispielen, ist es aber so, dass man fragen muss, ob der Hauptsatz alleinstehen könne. Das kann er nämlich ganz schlecht,

Ein noch deutlicheres Merkmal ist es, die beiden mit "und" zu verbinden, wie es in einer gewöhnlichen Satzreihe möglich wäre. Das hört sich dann schon überhaupt befremdlich an. Daher ist "du bist gesund" ein Nebensatz.

Übrigens: Transportiert man es ins Präteritum, schlägt immer automatisch der Konjunktiv wieder zu:
"Ich hoffte, du seist gesund!"

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Kommentar von markdeni
15.01.2016, 13:36

Danke auch dir!

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Ich weiß nicht alles, habe aber weitere Wörter neben sagen, denken und meinen, die eine indirekte Rede einleiten können:

anmerken, berichten, erzählen, erwähnen, mitteilen, rufen, antworten, erwidern, erklären, versprechen, ... (http://www.dsporto.de/ubungen/indirektregeln.htm)

Ansonsten fällt mir zumindest nichts ein, was ich als "falsch" einstufen würde. Allerdings wurde mir stets das Komma vor dem "und" als Fehler angerechnet - selbst wenn es einen Nebensatz eingrenzt (mag jedoch sein, dass die Korrekturleser damit falsch lagen!^^)

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Kommentar von markdeni
14.01.2016, 22:57

Mit Wortfeld meinte ich ja auch die Wörter, die ungefähr im übertragenen Sinne das gleiche bedeuten. Vielen Dank für die Antwort trotz so später Zeit!

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Kommentar von LolleFee
15.01.2016, 05:06

Du meinst das Komma in "Frank sagte mir, er sei krank, und das fand ich schade." - Das Komma muss stehen. Wie hier in mühevollster und nervenaufreibender Fragearbeit bei gf erarbeitet wurde, geht es hier um uneingeleitete Nebensätze, und auch "er sei krank" ist ein uneingeleiteter Nebensatz. Dieser wird von Kommas eingeschlossen. "Frank sagte mir, er sei krank, und das fand ich schade." - Hauptsatz, Nebensatz, Hauptsatz. Lässt Du den Nebensatz weg, stehen zwei Hauptsätze nebeneinander, die durch Kommas voneinander getrennt werden können, aber nicht müssen (und ich ergänze mal ein "ab" für den Sinn): Frank sagte mir ab(,) und das fand ich schade.

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