Sind dies zuviele Aktivitäten für eine 5 Jährige?

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11 Antworten

Das ist natürlich eine Frage von ideologischen Grundannahmen. Du kommst nicht darüber hinweg, erst einmal ein Bekenntnis darüber abzulegen, wie Dein Menschenbild ist.

Ich bin der Ansicht, dass das bei Weitem zuviel ist. Nach meiner Meinung ist für ein 5-Jähriges jeder Wochenplan zuviel. Denn ein 5-jähriges Kind hat überhaupt keinen Verständnishorizont für eine "Woche". Sein Zeithorizont kennt im Wesentlichen Heute. Es kann "Morgen" noch ungefähr erfassen, aber auch nur ungefähr.

Die Zeitplanung übernehmen für das Kind dann die Erwachsenen. Sie zwingen es mit mehr oder weniger Druck dazu, diese Termine einzuhalten. Dadurch wird dem Kind viel genommen. Nämlich die Freiheit, das zu tun, was es selbst für sich für das Richtige hält. Und damit sein natürlicher innerer Entwicklungsplan gestört.

Es kommt zu unbefriedigten Bedürfnissen und verpassten Entwicklungsschritten. Auch in Hinsicht auf die Entwicklung zur Selbständigkeit.

Menschen, die z.B. als Erwachsene nicht wissen, was sie tun sollen, wenn sie arbeitslos werden, und nach Chefs rufen, die ihnen was zu tun geben, und ansonsten nur passiv vor RTL und Co versinken, sind Ergebnisse solcher Erziehungsvergewaltigung.

RTL ist Bildungssender Numer 1 :-D

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Im Prinzip ist das okay, aber das fiktive Maedchen wird Schwierigkeiten haben, ihre Kindergratenfreunde zu treffen und das ist auch wichtig.

Weil 1 Std. Aktivitaet bedeutet auch Vorbereiten, Fahrt, Rueckfahrt. Und wenn es mitten im Nachmittag liegt (meistens) ist es schwierig mit Freunden (es sei denn, sie sind Nachbarn.

Achja, stimmt, da ist das mit den Freunden, dann wirklich schwirig. Soweit hatte ich gar nicht gedacht, naja ich habe gestern noch für die 2 Klausuren gelernt dannach konnte ich dann nicht mehr klar denken.

Jetzt dürfte es wieder gehen :-)

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Das kommt auf das Kind und auf den Zeitplan an. Liebt das Kind seine Aktivitäten? Hat es trotzdem noch Zeit, mit Freunden zu spielen? Dann ist es nicht zu viel. Hat das Kind manches Mal keine Lust? Meckert es, dass es sich lieber verabreden möchte? Geht es lustlos zu den Aktivitäten? Dann ist es zu viel.

Bevor ich selbst Kinder hatte, hätte ich in jedem Fall gesagt, dass das zu viel ist. Mit meinen Kindern hat sich meine Meinung geändert. Meine Tochter hatte mit 4 und 5 Jahren genau so ein volles Programm. Sie wollte keine einzige ihrer Aktivitäten aufgeben. Durch gute Zeitplanung konnte sie sich trotzdem noch mit Freunden verabreden. Beispiel: Kinderenglisch (was sie auch liebte, oh ja), fing schon um 14 Uhr an. Danach spielte sie mit einer Kindergartenfreundin, die zu dem gleichen Kurs ging, entweder bei ihr oder bei uns. Kinderturnen z.B war erst um 17.00 Uhr. Vorher hatte sie also genug Zeit zum freien Spielen oder zum Verabreden. Musik 15.00-16.00 Uhr, danach immer noch Möglichkeit zum Verabreden bei Kindern in der Nähe. Voltigieren ebenso. Schwimmkurs 16.00 Uhr, also mittendrin und einziger Tag ohne Möglichkeit, sich noch zu verabreden. Auch nicht nötig, da Kind danach müde.

Wen das alles eher stresst, das ist die Mama, die fast jeden Tag kutschieren muss. Aber alle Versuche, eines der Hobbys aufzugeben, scheiterten am Protest der Tochter. Als sie auch noch Reiten wollte, musste sie aber eine Aktivität aufgeben. Mit Beginn der Schule reduzierten sich die Aktivitäten etwas, anders bleibt sonst wirklich zu wenig Zeit. Hausaufgaben gehen bei uns vor. Musik und Englisch fielen damit raus. Das war aber meine Entscheidung, nicht die meiner Tochter. ;-) Ich bin nämlich der Meinung, dass körperliche Aktivität als Ausgleich zur geistigen Anstrengung wichtig ist.

Letztlich muss das also ganz individuell betrachtet werden. Was will das Kind? Kann es sich noch verabreden? Und last but not least spielt auch das Finanzielle eine kleine Rolle. Voltigieren und Kinderturnen im Verein sind natürlich wesentlich günstiger, als Kinderenglisch und Musik. Irgendwo muss so jeder seine Prioritäten setzen.

Insgesamt habe ich aber festgestellt, dass die meisten Kinder zwischen 3 und 6 Jahren unheimlich gerne solche Aktivitäten ausüben und auch sehr lernbegierig sind. Das Kinderenglisch wird zum Beispiel so spielerisch und selbstverständlich von Muttersprachlern in kleinen Gruppen gelehrt und gesprochen, dass die Kinder mit Feuereifer dabei sind. Wessen Kind Lust dazu hat und wer die Kosten dafür tragen kann, dem ist so eine Aktivität sehr zu empfehlen.

War bei mir früher auch so. Montags Ballett. Dienstags Klavier. Mittwochs Turnen. Donnerstags Bastelgruppe. Freitags hatte ich "frei" und am Wochenende auch und konnte dann da meine Freunde treffen. Ich finde, es muss immer noch etwas Luft bleiben, zumindest an einem Tag, an dem man dann auch mal spontan etwas unternehmen kann. Ansonsten kommt es natürlich auf das Kind an. Wenn es alle Aktivitäten toll findet und dort Gleichaltrige trifft, ist es sicher okay. Ich persönlich habe mit so völlig durchgetakteten Terminplänen für Kleinkinder ein Problem und mir wäre das auch als Mutter (=Mama-Taxi) zuviel.

ich denke dass ist von kind zu kind unterschiedlich...wenn dem kind die aktivitäten spass machen,dann ist es nicht zu viel...das kind ist gut beschäftigt und lernt auch noch was dabei.sollte es dem kind allerdings keinen spass machen,dann ist es zu viel,denn dass kind muss sich dann ja dort hin quälen und das sollte nicht sein.ich würde der mutter dann raten sich mit dem kind an einen tisch zu setzen und darüber reden,was dem kind gefällt und was nicht...und dann sollte eben danach geguckt werden,was gestrichen werden sollte

@riesenschlingel: Welchen Indikator hat man, dass eine Aktivität einem Kind wirklich Spaß macht?

Bei einer solchen Menge von Aktivitäten dürfte das wohl eher schwierig sein festzustellen, vor allem auch zu vergleichen wo die Präferenzen sind.

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zu viel. sie hat ja die ganze woche zu tun. und sie ist ja noch ein kind. ganz wichtig bei dieser sache jedoch ist, macht es dem mädchen spass oder macht sie es nur weil sie muss. es kommt auch drauf an, ob sie bis 12 im kiga ist oder länger. also ich als mutter sage, dass ich es zu viel finde. ich würde das meinen kindern nicht antun wollen. was zweimal die woche ok, aber 6 tage lang? nein danke

Ich denke das ist eindeutig zu viel! Das Kind hat keine freien Nachmittage um sich mit Freunden zu treffen oder mal zu spielen etc. Ich meine die hälfte der Hobbies würde reichen!

also 3 Sachen weg? Bzw.2 wenn z.B. Tanzen 2 mal ist.

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Für eine 5 Jährige echt zu viel. Lieber eine oder zwei Aktivitäten raussuchen, die ihr Spaß machen. Dann ist es auch nicht weiter schlimm, dass jeden Tag Aktivitäten stattfinden. Aber so viele Verschiedene sind schon heftig, da sich das Kind auch gar nicht wirklich daran orientieren kann.

Ich würde Reiten und evtl. auch Tanzen nur einmal in der Woche machen. Erstens hat sie am Wochenende dann mehr Zeit um mit Freunden was zu machen oder für einen Familienausflug. Und unter der Woche auch einen Tag um mit Freunden zu spielen.

Ja, das ist definitiv zu viel. Ich würde der Mutter raten, dass sie mal das Kind fragen soll, woran es wirklich Freude hat. Diese Aktivitäten würde ich dann beibehalten und den Rest streichen

Das ist eindeutig viel zu viel und hört sich eher danach an, dass mit der Gesamtplanung der Hobbies eher die Träume der Mutter verwirklich werden und es sich weniger um gewünschte Hobbies des Kindes handelt.

Eine 5-Jährige ist noch nicht in der Lage eine Menge solcher Wünsche so klar zu definieren. Sollten beim Kind aufgrund von Einflüssen durch Freunde solche Wünche entstehen, muß die Mutter ihrem Kind erklären, dass nicht alles, was man sich wünscht auch in Erfüllung gehen kann.

Da für all diese Wünsche ein entsprechendes Einkommen vonnöten ist, um das überhaupt umzusetzen, ganz zu schweigen von dem Zeitaufwand, kann eine Mutter durchaus deutlich machen, dass jeder in der Familie sich etwas einschränken muß, schließlich haben auch Eltern Wünsche, die nicht alle umgesetzt werden können.

Einer 5-Jährigen kann man das außerdem sehr gut in einer bildhaften Sprache aufzeigen:

indem man erklärt, dass das Gehirn all diese Tätigkeiten kennenlernen muß, um dann immer die richtigen Befehle an die Körperteile zu geben, zum Beispiel beim Schwimmen an die Arme und Beine, wie sie sich gleichzeitig richtig bewegen, damit man vorwärts kommt.

Steht nun am nächsten Tag Tanzen an, sind ganz andere Befehle vom Gehirn nötig.

Wenn man so viele verschiedene Bewegungsabläufe in einer Woche machen soll, vergißt das Gehirn auch mal was und weiß am Ende nicht mehr welcher Befehl jetzt dran ist. Das Gehirn kommt durcheinander und kann dann nichts mehr genießen.

Es ist daher für das Gehirn besser, wenn es sich auf eine Sache konzentriert, die am meisten Spaß macht.

In einem Interaktionsspiel kann man ja all die Anmeldungen der Körperteile an das Gehirn und die dazugehörigen Befehle seitens des Gehirns für die jeweilige Sportdisziplin nachspielen.

In der Altersstufe 5 Jahre sind auf alle Fälle solche sportlichen Betätigungen schlecht, bei denen es zu einem "Konkurrenzkampf" kommen kann, alles, was in Wettbewerbe ausartet. Damit würde nur die Grundlage für einen übertriebenen Ehrgeiz gelegt werden.

Sehr gute Antwort. Danke sehr.

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@Misrach

Ich danke Dir für Deine Positiv-Beurteilung. Würde mich freuen, wenn Du dadurch neue Aspekte in Deine Arbeit mit hineinbringst, die in der Form möglicherweise bisher nicht auftauchten. (Zum besseren Verständnis: Das ist eine meiner Spezial-Disziplinen, dass ich erzieherische Abläufe, Entwicklungsabläufe sowie Krankheitsprozesse in einer bildhaften Sprache darstelle und entsprechende Interaktionsspiele entwickelt habe. Dazu habe ich bereits einige Veröffentlichungen gemacht.

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@Adlerblick

Ich denke, das muss man individuell betrachten. jedes Kind ist anders. Manche Kinder haben keine Probleme mit den verschiedenen Tätigkeiten, andere ja. Weiterhin kommt es darauf an, ob zeitgleich neue Tätigkeiten gelernt werden müssen, oder ob eine der Aktivitäten schon recht gut eingeübt ist. Ein Kind, das schon mit 3 Jahren anfängt, auf einem Pony zu voltigieren, das hat mit Fünf den Grundbewegungsablauf schon erfasst. Ebenso ein Kind, dass mit 3-4 Jahren sein Seepferdchen und mit 4-5 seinen Freischwimmer macht. Die Bewegungsabläufe sind dann schon drin. Ein Kind, dass sich von klein auf viel in der Natur aufhält und sich viel bewegt, klettert usw., das ist mit diesen sportlichen Aktivitäten sicherlich nicht überfordert. Ein Kind, das die meiste Zeit seines Lebens im Haus verbracht hat und nun mit 5 Jahren zeitgleich Schwimmen, Radfahren und vielleicht noch eine dritte Sportart erlernen soll, das ist natürlich absolut überfordert. Wie so oft ist eine individuelle Betrachtung des Einzelfalles nötig.

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@Wincarloc

@Wincarloc: So individuell muß man das gar nicht betrachten. Bei der Menge an Freizeitaktivitäten - die hier vorgegeben waren - sind 5-Jährige definitiv überfordert.

Meistens schwingt da lediglich das Wunschdenken der Eltern mit, die glauben, sie wären alle mit hochbegabten Kinder gesegnet, die durch eine Vielzahl an Aktivitäten gefördert werden müßten.

Ich habe mit den Folgen solcher Überforderungen beruflich zu tun und erlebe sehr häufig die Unvernunft von Eltern und Großeltern.

Da ich auch in Kontakt bin mit einer Vielzahl von Erziehern und Pädagogen wird mir das immer wieder bestätigt.

Die 5-Jährigen, die einen Kindergarten besuchen bzw. auch eine Vorschule, sind die Woche über bereits vielfältig beschäftigt im Kindergarten bzw. in der Vorschule, dass ein weiterer nachmittäglicher Freizeitstreß für die Kinder sehr häufig dazu führt, dass die Kinder am darauffolgenden Tag im Kindergarten ungenießbar sind.

Wir sind hier von dem Plan ausgegangen, wie er vorgegeben war, und der stellt vom pädagogischen Ansatz her für eine 5-Jährige eindeutig eine Überforderung dar - würde ebenfalls für ein Schulkind der 1. Klasse zutreffen!

Dass es darüber hinaus Möglichkeiten gibt ein Freizeitverhalten ganz individuell je nach Kind zusammenzustellen, bestreite ich nicht. Aber auch da gilt, dass 5-Jährige mit mehr als 2 Zusatz-Aktivitäten pro Woche meistens überfordert sind.

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@Adlerblick

Ich denke, dass du das zu sehr mit den "Erwachsenen-Augen" siehst. Ausschlaggebend ist, wie viel Spaß die Aktivität einem Kind macht. Ist das Kind überfordert, macht es ihm auch schnell keinen Spaß mehr. Die Freude des Kindes an der Sache, das ist der wichtigste Indikator.

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@Wincarloc

@Wincarloc: Du wirst es doch letztendlich genauso mit Erwachsenen-Augen sehen, denn ich gehe nicht davon aus, dass Du ein Kind bist, das hier schreibt -:))

Ich bin Pädagogin und weiß sehr wohl wovon ich schreibe. Die Folgen, mit denen überforderte Kinder leben müssen, weil ihre Mütter ständig Neues auf Lager haben, sind alles Andere als lustig! Diese Folgen führen sogar bis ins Erwachsenenalter hinein.

Fünfjährige haben häufig nur scheinbar Spaß, weil beispielsweise das Nachbarkind auch diese Sportart macht, oder, weil wieder mal etwas Neues schmackhaft gemacht wurde.

Einen dauerhaften Spaß bei einer Anzahl von 4 Freizeitaktivitäten, teils 2 x pro Woche, hat eher selten ein Kind.

Wenn Du wüßtest, was mir die Kinder erzählen wie sehr ihnen die einzelnen Aktivitäten zum Hals raushängen, dass sie sich aber nicht getrauen sich gegen ihre Eltern aufzulehnen, dann würdest Du hier sicher nicht von Spaß reden.

Das ist eine subjektive Wahrnehmung Deinerseits, die nicht unbedingt den Tatsachen entsprechen muß, da ja schon nicht einmal definiert ist, wie äußert sich Spaß tatsächlich bei einem 5-jährigen Kind.

Ich habe übrigens selbst Kinder und konnte miterleben, wie sehr deren Kameraden in Kindergarten und Schulen unter dem Freizeitstreß litten.

Auch meine Kinder hatten zusätzliche Freizeitaktivitäten, die ihnen anfangs durchaus Spaß gemacht haben. Als meine Kinder jedoch erklärten, dass sie beispielsweise keinen Sport mehr machen möchten sondern statt dessen lieber ein Musikinstrument lernen, habe ich das respektiert.

Ich habe sie aus dem Sportclub rausgenommen und das Instrument wählen lassen, das sie lernen wollten.

Dabei habe ich von Anfang an klar gemacht, dass es beim Erlernen eines Instruments nicht geht, die Vorlieben ständig zu wechseln. Sie mußten sich von Beginn an festlegen, sind dann auch bis ins Studium hinein dabei geblieben.

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