Sind die Kosten eines Inkassounternehmens gerechtfertigt?

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6 Antworten

Punkt 2. :  Die Rücklastschrift - Kosten von je 5,50 € ( mal 3 = 16,50 € ) sind gerechtfertigt. Das sollte man zahlen.

Punkt 3. :  Adressermittlung kostet keine 17,85 €, sondern maximal 9,30 € . Hier sollte man also nichts zahlen.

Die unter 4. aufgeführten Kosten sind nicht klar genug aufgeführt und somit nicht zu zahlen.

Die Punkte 5. und 6. sind unter Juristen extrem umstritten. Ich bin der Auffassung, dass Inkassobüros keine Dienstleistungen wie Rechtsanwälte im eigentlichen Sinne leisten und daher sich nicht auf das Rechtsanwaltvergütungsgesetz ( RVG ) berufen können.

Hier wäre es ratsam die Hauptforderung von 26 € plus die 16,50 € Rücklastschrift - Kosten zu bezahlen. ( gesamt 42,50 €

Ist keine Mahnung vom Hauptgläubiger Ingenico erfolgt, so bleibt es bei den 42,50 € . Erfolgte eine Mahnung von Ingenico persönlich, so sollte man noch 2 € Mahngebühren dazu rechnen.

Wenn bei einer Mahnung höhere Mahnkosten als 2 € gefordert werden, ist das belanglos. Denn mehr als 2 € Mahnkosten sind nicht zu rechtfertigen. Das Schreiben des Inkassobüros stellt selbst keine Mahnung dar.

Im Übrigen kann man die Inkassoforderung nach § 174 BGB zurückweisen, wenn dem Inkassoschreiben keine Vollmacht vom Gläubiger vorliegt. Die Vollmacht kann aber nachgereicht werden.

42,50 € sollten also gezahlt werden. Achtet beim Verwendungszweck auf die richtigen Angaben von Kundennummern, Aktenzeichen oder ähnliches.

http://www.einwohnermeldeamt.com/

https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/\_\_174.html

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Kommentar von BestMoralAnwalt
12.02.2016, 11:31

Die Adressermittlungs-Kosten von maximal 9,30 € beziehen sich auf den Internetanbieter in meinem Link.

Dennoch:  17,85 € halte ich für zu viel.

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Kommentar von kevin1905
12.02.2016, 11:53

Die Adressermittlung ging wahrscheinlich an die Bank des Schuldners, nichts an EMA.

Da man bei ELV-Lastschriften mit seiner Unterschrift eine unwiderrufliche Ermächtigung zur Datenherausgabe im Falle einer Rücklastschrift gibt, ist das schon in Ordnung. Die Banken lassen sich das eben bezahlen und unter 15,- € kriegt ein Gläubiger die Daten nicht.

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Kommentar von Tannenweg
12.02.2016, 18:44

Herzlichen Dank erst einmal für die wirklich hilfreiche Antwort. Wir werden jetzt wie folgt verfahren:

Der letzte Betrag, der vom Gläubiger leider erfolglos versucht wurde, bei der Bank meines Sohnes abzubuchen, belief sich auf 43,62 Euro. Zu diesem Betrag werden wir pauschal 10 Euro als "Verzugskosten" hinzurechnen und somit 53,62 Euro direkt an den Gläubiger überweisen. Durch die vorangegangenen Rückbuchungen sind uns die Daten des Verwendungszwecks bekannt und wir lassen jetzt einfach mal das Inkasso-Institut außen vor.

Können wir so verfahren?

Über eine Antwort würde ich mich noch einmal freuen. 

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  • Punkt 2 ist dem Grunde nach gerechtfertigt, allerdings mit 16,50 € zu hoch angesetzt. Hier würde ich einen Nachweis fordern, dass die Kosten tatsählich entstanden sind.
  • Adressermittlung lassen sich die Banken auch ganz gut bezahlen. Beim EMA wäre es günstiger gewesen, aber die Gebühr ist im Rahmen
  • "Kosten" sind unpräzise, daher streitig
  • Inkassokosten würde ich nicht bezahlen. Den Rest an den Gläubiger.
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Ich würde hier nur eine Rücklastschrift akzeptieren. Dass insgesamt dreimal versucht wurde, abzubuchen, halt ich für unsinnig. Pro Rücklastschrift sind 5,- schon das Höchste der Gefühle

Die Adressermittlungskosten sind im Prinzip in Ordnung

Punkt 4 und 5 kann man zusammenfassen zu einer Gebühr für einen einfachen Brief (2,50). Ein Zahlungsdienstleister bedarf keiner Hilfe eines externen Inkassodienstes, das ist absurd.

Ich komme hier zusammengenommen auf erstattungsfähige Verzugskosten i.H.v. 25,-. Man könnte vielleicht über die zweite Rücklastschrift streiten, dann wären wir bei 30,-

Dies addierst du zu der ursprünglichen Forderung hinzu und überweist es zweckgebunden an den Gläubiger, nicht ans Inkassobüro


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Rücklastschriften sind nur 1x anrechenbar, die 2. Abbuchung hätte nicht durchgeführt werden können, daraus resultierende Kosten (Benachrichtigung der Bank) können gegengerechnet werden. Die Kosten der 1. Lastschrift sind zu tragen, die tatsächliche Höhe der Bankgebühren sind aber nachzuweisen (oder pauschal z.B. 5,50€ überweisen). Adressermittlungskosten sind zu zahlen, bei der Inkassoforderung scheiden sich die geister... wenn alles andere gezahlt wird fallen sie vermutlich unter den Tisch und wird nicht einzelnd eingeklagt.

Warum sich Ihr Sohn allerdings bei 2 fehlgeschlagenen Lastschriften über 5 Wochen (über die er von seiner Hausbank informiert wird) nicht mal mit seinen Schulden auseinander gesetzt und versucht hat sie zu bereinigen ist die andere Frage.

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Die Rückkosten usw sind berechtigt, die kosten des Inkassounternehmens ist die Frage und müssten die nachweisen können, warum der so hoch ausfällt. Aber das kommt an sich hin. Aus 20€ können so schnell mal 100-150€ werden, wenn nicht gezahlt wird. 

Ich habe, wenn sowas vor kam einfach immer schnell per Hand überwiesen. Da kommt ja meist eh Post von der Bank wenn nicht abgebucht werden konnte, und dann einfach nachüberweisen.

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Man könnte deinem Sohn schon Betrugsabsichten unterstellen.Der Tankstellenbetreiber will zu seinem Geld kommen und und leitet seine Forderungen an ein Inkassounternehmen weiter.Damit fallen weitere Kosten an.

Es sollte die Forderungen schnellstens begleichen sonst erhöhen sich die Kosten weiter.

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Kommentar von franneck1989
12.02.2016, 11:07

Was soll sich da erhöhen? Die Inkassogebühren sind bereits höher als die Gebühr für einen gerichtlichen Mahnbescheid.

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