sind die heutigen "Rechten" die damaligen "Linken"?

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19 Antworten

Das ist wirklich ein interessanter Ansatzpunkt und ich glaube, das kann man bejahen, unter Vorbehalt.

Als sich der Nationalsozialismus anbahnte, war Deutschland in eine desolate Situation. Es gab reiche Industriellen, eine wohlhabende Oberschicht, und eine große Schar von Menschen die mit harter Arbeit ihren Lebensunterhalt bestreiten musste, keine Chance hatte, aus dem Milieu empor zu steigen, und in jeder Hinsicht arm dran war. Dazu 6 Millionen Arbeitslosen. 

Damals waren die Gegensätze von "Konservativ-bewahrend, gebildet, zivilisiert, standesbewusst" gegen: "Proletarisch-aufrührerisch, ungebildet, unkultiviert, aber dennoch standesbewusst, viel größer. Man konnte damals eigentlich nur zum Establishment gehören, und "rechts" sein, oder man war durch die Maschen hindurchgefallen, und "links".

Heute sind die Schattierungen viel diffuser. Das linke Proletariat gibt es nicht mehr. Sogar die Hartz IV Empfänger haben ein Dach über dem Kopf, Nahrung, Medizinische Versorgung, Zugang zu Kultur, Tickets für die Öffentlichen Verkehrsmittel, etc. Unsere "Armen" von heute haben nicht mehr viel gemein mit den Armen von damals, deren Kinder an Tuberkulose, Unterernährung oder Kinderkrankheiten starben. 

Die Rolle des Arbeitgebers hat sich geändert. Die Frauen sind gleichberechtigt.  Jeder der die intellektuelle Voraussetzungen mitbringt kann studieren, hat Zugang zu Bibliotheken und Bildung. 

Die NS-Zeit ist in Deutschland noch lange nicht überwunden. Ich bin in den Niederlanden aufgewachsen. Dort wurde uns im Geschichtsunterricht u.a die Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs erklärt. Unsere Lehrerin erzählte voller Begeisterung von den tollen Leistungen der Deutschen vor und im Krieg: was die für schnelle Lokomotiven bauen konnten, dass die V1 und V2 das Weltraumprogramm der Nasa ermöglicht hatten, das die Flaktürme jedes Bombardement standhielten, wie die Wohnungsbauprojekte der Nazis gesünderen Wohnraum kreierten, wie die Kindersterblichkeit durch Impfprogramme zurückging und sehr viel mehr. Der Fehler sei nur gewesen, dass sie diesen Wunsch nach "Raum" durch Eroberungskriegen erfüllen wollten. Weitere Fehler seien die Berufsverbote für Künstler und Intellektuelle gewesen, und die jüdische Bevölkerung ausmerzen zu wollen. 

In Deutschland kommen immer nur die Fehler, die düstere Seiten zur Sprache. Wehe man erwähnt die viele Errungenschaften der Nazis, dann macht man sich extrem unbeliebt. 

Diese Gleichschaltung des Denkens ist eine Folge einer kollektiven Umerziehung. Gab es früher noch eine Presse mit mehreren Schattierungen, schreiben jetzt alle in den Kanal Grün-Rot-Schwarz. Und angefangen mit den 68-er Bewegung, haben sich die Vorstellungen eines lebenswerten, funktionierenden Staates immer mehr einander angepasst. Es gab bis vor kurzem keine so große Unterschiede mehr zwischen der CDU und den Grünen, oder der SPD und der CDU. Die kleine Unstimmigkeiten waren mit ein wenig guten Willen zu überbrücken. 

Kontrastreicher wurde der Bundestag erst wieder nach Frau Merkels Rechtsbrüche.

Als sichtbar wurde, dass Banken- und Griechenlandrettung unbezahlbar sind, gab es erste kritische Stimmen über EU und Euro. Kurz drauf formierte sich die AfD, als Euro-kritische Partei. Als weitere Fehler gemacht wurden, in kürzesten Abstand, regte sich im ganzen Land Protest: gegen die zu hohe Staatsschulden, gegen die Schuldenübernahme anderer Länder (Verletzung des Maastrichter Vertrags), gegen das Außerkraftsetzen des Dublinabkommens (Verletzung des Maastrichter Vertrages UND Verstoß gegen dem Grundgesetz), und vieles mehr. Der Aufschrei ging quer durch die Bevölkerung, quer durch allen Parteien, von ultralinks nach ultrarechts. 

Heute gibt es einen großen Unterschied zu der Situation in den Dreißiger Jahren: wir haben Zugang zu Informationen, zu Hintergründen, zu Gefahrenanalysen, finanzielle und demographische Hochrechnungen. Man kann die Bevölkerung deutlich schlechter täuschen und hinters Licht führen. 

Als die Parteien keinen klaren Gegenkurs einschlugen, sondern anfingen, die desolate Situation zu verschweigen, zu vertuschen, und "um zu deuten", als Zensur und Gleichschaltung der Presse sichtbar wurden, haben sich viele Bürger der AfD angeschlossen. Das hat die Regierungsparteien in einen Dauerpanikzustand versetzt: es wurden 200 Millionen aus Steuergeldern bereitgestellt um die AfD zu bekämpfen. Kein Geld wurde zur Verfügung gestellt um die Gewalt von links zu bekämpfen, obwohl die viel häufiger ist. Die sehr berechtigte Verfassungsklagen von Bürgern, Herausgeber von Zeitungen, Intellektuellen, gegen die Verletzungen des Grundgesetzes wurden abgewiesen. 

Das hat schon wieder viel gemeinsam mit den Dreißiger Jahren. Lehrer, die sich kritisch äußern, werden abgemahnt oder entlassen. Schweinefleisch wird aus den Kantinen verbannt, wer etwas sagt ist ein Nazi. Die Polarisierung schreitet voran. 

So gesehen trifft deinen Vergleich zu: die AfD in ihren geradlinigen Kampf gegen die illegale Aktionen der Regierenden sind in vieler Hinsicht "die Guten", zumindest sind sie keine Mitläufer, lassen sich nicht jedes Märchen (das von den so tollen Fachkräften aus dem Nahen Osten die wir so dringend brauchen, etc.) erzählen und treten mit klaren Zielen auf:

"Zurück zu dem Rechtsstaat den wir mal waren".

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Es ist nicht notwendig die Bevölkerung in ein bedeutungsvolles Rechts und Links auseinander zu treiben, um zu sehen, das die Mehrheit der Deutschen die Jahrhunderte alten Diskriminierungen von jüdischen Bevölkerungsteilen zu dem Fanatismus zuspitzte, der es ermöglichte die Deutschen zu einer vermeintlich abgrenzbaren Kampftruppe zu formen,Vollends im Nationalen Taumel  wird geradezu selbst verratend, gern eine abgrenzbare deutsche Rasse herbei gedeutet. Die Gleichschaltung von Menschen über Ausgrenzung anderer ist nicht als neu oder alt, sondern als erfolgreich zu bewerten. dazu musste um 1920 der 'Jude als solcher' raus aus dem Alltag, raus aus dem veröffentlichten Bild, raus der Zivilgesellschaft und raus aus der Wahrnehmung. Krass oder?

Die Hinterfragungen und Aushöhlungen der Ergebnisse und der sich daraus ergebenden Diktate, nach den eindeutig verlorenen Weltkriegen sind bis heute beliebt, europäische Vormachtsphantasien des deutsche Ständestaates über den Mittelstand ins aufgewertete 'Volk' zu tragen. Genau mit Kultur hat Nation eben nichts zu tun. Kultur stirbt durch Verwertung und wird zu dem 'Leichnam' Ware den wir in Werbespotts zu sehen bekommen. Das nationale Mobilmachen entfernt den vereinzelnden Menschen aus beeinflussbarem Kultur und Alltag. Persönliche Bedeutung wird über Gleichschaltung von Lebensinhalten, wie es sich gut in der besonderen Verbindung von 'wir' und 'Deutsche' dieser Zeit ausdrückt zur Arbeits-, Kriegs- ja sogar Reproduktionsidiologie. Diese völkische Ideologie auf Hitler und Goebbels zu reduzieren, ist ein beliebter Generalpersilschein den die so gerne unbeteiligte Mehrheit vor sich her trägt.
Auch die Kommunisten und Sozialdemokraten schrieben gerne vom deutschen Arbeiter, was für ein 'Falsch' ist das denn. Arbeiterschaft definiert sich über abhängige Beschäftigung und eine gut zu erkennende Entfernung von kapitalistischen Lenkungsmechanismen jeglicher Sorte. Kein Eigentum - kein Einfluss, ganz einfach eigentlich.

Nation - Arbeit - Kapital sind die Bittermandeln des Arbeiters. Sie ernähren ihn, vergiften ihn und bringen ihn letztendlich um. Menschen mit 'Arbeiter' anzusprechen, ist bereits eine wirkmächtige Demagogie des Platzzuweisens innerhalb einer Gesellschaft. Menschen haben keine Lust zu arbeiten, sie begreifen lediglich das es notwendig ist sich zu ernähren und zu versorgen. Alles darüber hinaus ist Zivilisation, und die ist in ihren Erscheinungen unterschiedlich. Welche Werte hast Du?

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Rein theoretisch finde ich die Frage ziemlich interessant .... an sich kann man dem Zitat auch nicht widersprechen aber wenn der Antifaschismus der neue Faschismus ist, du rechts und links vertauschen willst aber auch sagen willst dass der Staat heute Links ist dann haben wir den Fehler gefunden.

Momentan kann mann leider weder sagen der Deutsche Staat sei offener für links als für rechts oder andersrum (natürlich schreien jetzt alle politisch Motivierten auf, würde ich ja selber gern). Auch würd ich nicht sagen Antifaschismus ist Mode, dann müsste sich der Mainstream ja mit Politik befassen und dass wär was Neues. Damit die Theorie zutrift müsste der Staat alles Rechte verbieten und anfangen Meschen zu Töten die den Idealen widersprechen, also bräuchte man einen Kommunismus wie er in unserer Welt leider umgesetzt wird (nicht wie er auf dem Papier exestiert) und TADA die Theorie wurde Realität und wir werden allen hingerichtet weil wir hier öffentlich über Politik reden. 

Es macht für die Bürger keine unterschied ob Rechtsextreme oder Linksextreme an der Macht sind, aus Extremismus folgen die immer gleichen Sachen oder kannst du sagen ob es in Georg Orwells 1984 ein linker Staat oder ein rechter ist oder doch etwas religiöses, ohne dich näher mit Orwell an sich zu befassen?  Also kannst du es wenn wir einen linksextremistischen Staat hab ziemlich gleichsetzen mit einem rechten.

Es tut mir als bekennenden Antifaschisten in der Seele weh das sagen zu müssen.

jaja ich weiß Themaverfehlung ;D

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sapudiuz 15.06.2016, 11:02

 An sich ist die Theorie absolut im Doppeldenk, sie widerspricht sich im Ansatz, man kann das Ergebnis aber trotzdem akzeptieren.

...ausserdem ist guter und böser Widerstand ansichtsache

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Ich Danke Dir von ganzem Herzen für diese Frage. Ich sehe das auch so... weil wirklich jeder der an der Politik meckert in die Rechte Ecke gestellt wird und das sind regelrechte Hetzkampagnen die da laufen. 

Aufgegangen ist mir das, als ich einen Artikel über Xavier Naidoo im Spiegel gelesen habe, in dem der Journalist ihm Rechtspopulismus wirklich böswillig unterstellte, weil sich Xavier darüber beschwert hatte, das Deutschland immer noch keinen richtigen Friedensvertrag hat und Teile des Besatzungsstatuts noch gelten.

Ich war mit Sicherheit noch nie sein größter Fan, aber dieser Mensch singt und redet am laufenden Band von Nächstenliebe, er ist nicht gerade das Klischee eines Rechten und  vielleicht hat er ja nur Gregor Gysi zugehört, als dieser dasselbe sagte... 

;) Der Artikel war einfach nur bösartig und beleidigend...

Da muss man sich einfach mal fragen: Cui bono?

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Das dieser Frage zu Grunde gelegte Rechts-Links-Schema können wir zumindest für die heutige Zeit so nicht teilen. Uns fehlt hier die Unterscheidung zwischen Rechtsextremisten (radikalisierte, gewalttätige, systemfeindliche rechte Aktivisten) und rechtspopulistisch orientierten Mitbürgern (Sympathisanten mit Haltungen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit: fremdenfeindlich, rassistisch,homophob, autoritaristisch, ..). Sozialwissenschaftler stellen bei letzterer Gruppe u.a. auch Abwanderungsbewegungen von etablierten Parteien (auch sogenannten "linken" Parteien) fest. Aufgabe jener etablierten Parteien ist es u.E. den Dialog und die konstruktive Auseinandersetzung gerade mit diesen enttäuschten, oft noch sehr jungen, Menschen zu suchen

 

 

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Auch interessantes, bekanntes Zitat zu dem Thema : "Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus

Tatsächlich ein geniales Zitat, unglaublich wie viele Rechte dieses Zitat benutzen und genau das bestätigen, was Ignazio Silone damals aussagen wollte, einhundertprozentig belegen ohne es überhaupt zu bemerken. 

Damals waren (fast) alle NS (National sozialisten oder immerhin rechts). Das war eine Art "Mainstream". Was damals dagegen war war dann sowas wie "weiße Rose" oder halt andere die links oder dagegen waren.

Es fällt schwer diesen mainstream zu erkennen, wenn in diesem Land und nahezu in allen Nachbarländern die rechten Parteien in der Regel stärker sind, als die Linken. Die Linkspartei in Deutschland hat rund 10%, die HPrognosen der AfD kommen dagegen auf oftmals mehr als 12%.

Heute ist der Mainstream eher gegen-rechts bzw links. Sind die heutigen Rechten also nicht irgendwie die "Guten"? die gegen dieses heutige System sich stellen & eine Art "Widerstand" zB gegen die Politik leisten?

So einfach ist das nicht. Ob eine politische Position gut oder schlecht ist, entscheidet sich darüber, welche Qualität sie hat, welche Fakten sie berücksichtigt, wie sinn- und maßvoll sie ist. Ob diese Position dann von der Regierung oder der Opposition vertreten wird, ist vollkommen irrelevant.

Betrachtet man bspw. den Widerstand der Linken während des und vor dem Dritten Reich(es), kann man zweifellos sagen, dass er wichtig und richtig war. Sieht man sich dagegen die Methoden der Rechten heute an, ist doch schon sehr zweifelhaft, inwiefern man dies auch nur ansatzweise mit Weimar vergleichen könnte. Ehrlich gesagt kann man das überhaupt nicht vergleichen, es würde nur die Leistung der KPD, SPD u. Teile des Zentrums ins Unermessliche schmälern. Die Lösungen der Rechten sind lächerlich und verzögern, behindern und verschlimmern die Situation. 

Währenddessen man Angriffe auf Minderheiten fördert und begrüßt, einfach die Augen bzw. die Grenzen schließen und warten bis alles vorbei ist, ist infantil, gefährlich und kurzsichtig.

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Anger 23.11.2016, 18:07

Im letzten Absatz machst du dir es aber mal ziemlich einfach... Ich glaube du willst das so, könntest es aber eigentlich besser...

Leider müsstest du dann zugeben, dass "die Rechten" das ganze etwas differenzierter sehen und wollen... und auch, dass sie sehr wohl wissen was in den Flüchtlingsländern passiert und gleichzeitig Lösungen wollen usw usf.... 

"infantil, gefährlich und kurzsichtig" empfinde ich, wenn ein Sozialstaat eine Politik der (absolut) offenen Grenzen, ohne jegliche Einschränkung betreibt. Sehr kurzsichtig ist dabei der Gedanke, dass man so die ganze Welt retten könnte und noch nicht einmal kontrolliert wer in sein Land kommt und wirklich jedem, trotz Einreise über drei sichere Drittstaaten, freie Kost und Logis gewährt.. Gefährlich ist, wenn man noch nicht mal weiß wie viele es im gesamten sind und wo diese Menschen sich überhaupt aufhalten. 

Infantil ist, wenn man glaubt es handle sich nur um Kriegsflüchtlinge, wenn meist nur junge Männer aus allen möglichen Ländern kommen, die oftmals viel Geld für eine Überfahrt bezahlt haben, in ein Land in dem sie mit hoher Wahrscheinlichkeit wenig Zukunft haben, welches aber neben Schweden in Europa das beste Sozialsystem hat. Traurig finde ich, dass die Regierung gegen die Anreize zu kommen nichts dagegen gesetzt hat, wodurch viele Leute im Mittelmeer ertrunken sind, sondern, im Gegenteil, aktiv Anreize gesetzt hat..

Infantil ist, wenn man nicht merkt, dass es laut einiger Berichte, zu fast 90% junge Männer im wehrfähigen Alter sind, die OHNE Familien gekommen sind und ihre Familien nachholen wollen, und einem nicht klar wird, dass man als Familie aus einem Kriegsgebiet wie z.B. Syrien, nur zusammen flieht und nicht seine Mutter, Schwester, Frau, Kinder und Vater da lässt, bis diese im Sinne des Familiennachzuges auch nach Deutschland einreisen dürfen.. Ja, dass diese sogar im Sinne von "survival of the fittest" kamen, denn nur die jungen, angepassten, die wussten, dass es jetzt gilt und die Grenzen auf sind, sind gekommen..

Infantil und kurzsichtig ist, wenn man denkt, dass die meisten dieser Menschen zwar junge Menschen sind, deren Sozialisation schon weit fortgeschritten ist und sich dementsprechend hier neu anpassen und eine total andere Sprache lernen müssen und auch oft eine schlechte Bildung haben, gekommen sind und hier große Schwierigkeiten für viele dieser Menschen bestehen werden, Fuß zu fassen bzw. sich zu integrieren.  Wobei man ja gleich von "Integration" sprach, was heißt, dass diese alle bleiben sollen und zwar für immer und nicht nach dem Ende des Krieges wieder in ihr Land zurück sollen um es wieder aufzubauen. 

Es ist auch infantil zu glauben, dass diese Mengen von unterschiedlichen Ethnien und Religionen ebenfalls alle "Weltoffen" sind und alle hier ganz einfach miteinander sozialisierbar seien.

Es ist unheimlich naiv zu behaupten, dass es dadurch hier einen "wirtschaftlichen Aufschwung" i.S. eines Wirtschaftswunders gegeben habe. Es ist unglaublich überheblich, naiv, infantil und kurzsichtig, sich in einer absoluten Politikkonformität gegenüber jedem arbeitenden Bürger zu brüskieren und diesen als "Menschenfeind, Nazi, Rassist, Islamfeind" etc zu betiteln, wenn dieser gegen diese Art der Politik resp. des Volksaustauschs Einwände hat und man selber noch nicht mal in der Lage oder willens ist eine Flüchtlingsfamilie (eine Familie bitte, oder mind 3 junge Männer!) aufzunehmen und für diese ggf., falls sie keine Arbeit finden, ein Leben lang für Kost, Logis, Bildung, bei Straffälligkeit, Sachen mit Behörden etc, zu helfen und aufzukommen.

Bei all dem, ist es eine Dreistigkeit, dem deutschen Volk, welches man deswegen nicht gefragt hat, sämtliche damit verbundenen Unnanehmlichkeiten, wobei ich hier darauf hinweisen muss, dass unsere Bundeskanzlerin/Regierung rechtswidrig gehandelt hat, aufzuzwingen und dieses noch mit dementsprechender Medienpropaganda Bombardiert (es kämen nur gut ausgebildete Leute, es gäbe einen demographischen Wandel und diese Leute sollen dann quasi die zukünftigen Deutschen bilden etc. Wobei man zum einen öfftl. zugibt eine falsche Familienpolitik gemacht zu haben und zum anderen, dass einem das eigene Volk egal ist und man eine Strategie verfolgt in der jeder Mensch/Bürger einfach ersetzbar ist = Volksaustausch). Wenn man dann z.B. als Linker nicht erkennt, dass dahinter gerade die Interessen stehen, gegen die man als Linker oder normaler Mensch eigtl. ist, nämlich Globalisierung/Kapitalismus und die damit verbundene massive Ausbeutung und Zerstörung anderer Kulturen und Völker, wie auch des eigenen und dies in schier universalistischer Weise, dann kann ich dir auch nicht mehr helfen... Darüber hinaus ist es auch unglaublich dreist von Politik und Medien zu behaupten, man hätte den Flüchtlingsstrom nicht vorausgesehen und es handele sich nur um hilfsbedürftige Kriegsflüchtlinge aus Syrien, gleichzeitig aber auf deren (vermeintlich) gute Ausbildung verweist. Dass ist Menschenverachtend, weil esb m.E. egal ist!

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jerkfun 21.12.2016, 07:12
@Anger

Das könnte die Anti.Regierungserklärung zur Lage der Nation sein.Nahezu unwiderlegbar richtig.

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Anger 17.01.2017, 00:24
@jerkfun

Danke jerkfun. Der Typ oben (OhneRelevanz) hat auch ganz ausgelassen, dass Hitler auch "rechte" Gegner hatte. 

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Ich denke, der Vergleich hinkt vor allem an zwei Seiten:

1. Dass die Situation der NS-Zeit mit heute gleichzusetzen ist.

2. Dass "Mainstream" mit "böse" gleichzusetzen ist und umgedreht "Widerstand" immer positiv ist.

Der Widerstand der in der NS-Zeit war kein ausschließlich linkes Phänomen. Auch bürgerliche, traditionell konservative Kreise sowie Militärs und Wirtschaftskreise haben versucht, sich gegen das System Hitler zu engagieren. Dies eben nicht aus einem rechts-links-Denken heraus, sondern aus Gründen des Humanismus oder des Traditionalismus.

Die Verhältnisse von damals mit heute gleichzusetzen ist zudem absolut unzulässig, weil wir hier - und entgegen dem, was aus den rechten Ecken immer gern postuliert wird - nicht in einer menschenvernichtenden Diktatur leben.

Zudem ist es heute ja nicht so (und so war es auch noch nie), dass Widerspruch gegen Regierungspolitik nur von einer Seite des politischen Spektrums kommt. Linke und Grüne haben ebensoviele Einwände gegen die aktuelle Politik, wie Gruppen rechts von der CDU.

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mir war zb Donald Trump lang richtig unsympatisch. Ich hab dann gegrübelt, wieso einer, den die ganzen Medien monatelang bloß als Hanswurst, inkompetenten Politclown und Charakterschwein dargestellt hatten, so nen Zulauf kriegt. Dann hab ich n paar Reden von ihm angehört, auf Youtube, ich war total perplex, der redet von Arbeiterklasse, Finanzhaien der Wallstreet, vom korrupten politischen Establishment, rechnet mit den mächtigen Medienkonzernen in USA ab, praktisch das ganze Arsenal wie früher - jedenfalls bei uns, die Linken argumentiert hatten.

Vermutlich sind die Begriffe recht und links inzwischen nicht mal mehr die 5 Buchstaben wert, hier Trump O-Ton:

youtube.com/watch?v=luM4OyQdGFU

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jerkfun 20.12.2016, 19:39

Ja er hat tatsächlich sich so verhalten,als müßte er Merkel ablösen.^^Mit dem Rücken zur Wand.Auch die vermeintliche sprunghafte Rhetorik war Teil des Programmes,etwas (eigentlich) unmögliches zu schaffen.Auf jeden Fall ist der Mann alles andere als ein Einfaltspinsel.Vor allem kann er strategisch denken und kann entwaffnend offen und ehrlich sein.Leider,als völliger Politneuling macht er viel kaputt mit dem Hintern,was er mit Händen und Mundwerk versucht aufzubauen.

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Die "Extremisten" auf der Straße wissen kaum was links uder rechts ist.  ..die Sitzordnung im Parlament, von dessen Präsidenten aus betrachtet... 

In den Zwanzigern prügelten sie sich für den, der ihnen einen Kasten Bier hinstellte, egal ob Kommunist oder National-Sozialist..

"Neonazis" , ANTIFA und Hooligans sind ihre lausigen "Erben"

P. S.:  Der BREXIT zeigt es deutlich, daß viele ein Kreuzchen machen, ohne an die Folgen zu denken.... "direkte Demokratie" ist genau SO !!!!!!!

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1. Unter freiheitlich-demokratischen Verhältnissen haben die Nazis nur gut ein Drittel der Wahlstimmen auf sich vereinigen können und befanden sich zum Zeitpunkt der Machtübergabe an Hitler eigentlich wahlpolitisch auf einem absteigenden Ast. Dein "Mainstream" war also unter freiheitlich-demokratischen Verhältnissen nie mehrheitsfähig! Die "Weiße Rose" ist dagegen eine kleine Widerstandsgruppe gewesen, die ein paar Dutzend Leute unter diktatorischen ud somit lebensbedrohenden Rahmenbedingungen betrieben haben.

2. "Dagegen sein" ist keinesfalls ein Wert an sich. Gegen die hitlerfaschistische Tyrannei und ihre Verbrechen zu sein, ihre systematische Unterdrückung und Vernichtung jedweder Systemkritik, jedweden oppositionellen Widerstands und ihre Ausrottungspolitik gegenüber vermeintlich "minderwertigen Rassen", ist nicht dasselbe, wie gegen eine freiheitliche Demokratie zu opponieren, gegen den Universalitätsanspruch der Menschenrechte anzukämpfen unnd individuelle Grundrechte zugunsten einer totalitären staatlichen Bevormundung der Individuen aufzugeben, für die aktuell z.B. die AfD steht.

3. Insofern ist die alte Rechte schlicht ebenso die neue, wie die alte Linke die neue ist.

Links = freiheitlich, demokratisch, rechtsstaatlich - rechts = nationalistisch, verbrecherisch, totalitär, antifreiheitlich, antidemokratisch und antirechtsstaatlich.

Der dümmliche rechtsextremistische Propagandaslogan "übersieht", dass die Verfassungswirklichkeit der Bundesrepublik antitotalitaristisch und damit eben auch unvermeidbar antifaschistisch ist und gerade deshalb hier selbst noch die abartigsten Rechtsextremisten sich großfressig mitteilen dürfen, ohne Angst vor staatlicher Verfolgung und Unterdrückug haben zu müssen.


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DrStrosmajer 27.04.2016, 13:54

....Links = freiheitlich, demokratisch, rechtsstaatlich...

Der dümmste Spruch des Tages, einzuordnen auf dem Niveau "Ich habe auf einem Herrenfahrrad gesessen - bin ich jetzt schwanger?"

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atzef 27.04.2016, 14:00
@DrStrosmajer

Nein.

Schlicht die historische Wahrheit.

Schau dir doch selber mal z.B. die Wahlprogramme der SPD aus dem gerade gegründeten Kaiserreich an. Du wirst feststellen, dass in unserem Grundgesetz diese sozialdemokratischen Vorstellungen weitestgehend umgesetzt sind. Und dann schau dir an, wie die Rechte dagegen sturmgelaufen ist und wie lange ihre zivilisierteren Teile gebraucht haben, sich auf die sozialdemokratischen Prinzipien der Gestaltung einer freiheitlich-demokratischen und rechtsstaatlich verfassten Gesellschaft emporzuarbeiten.

Insofern wirft deine Abqualifizierung nur ein besonders trauriges und deprimierendes Licht auf deine beschränkten historischen Zusammenhangskenntnisse.

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Grundsätzlich trennen "rechts" und "links" nicht viel, außer die gegenseitige Abgrenzung. Die einen hassen nach Rasse/Ethnie, die anderen hassen nach Klasse / Kontostand. Was sie verbindet ist der Hass.

Die einen folgen dem Führer, die anderen der Partei.

Die einen wollen das eigene Volk, die anderen die eigene Klasse an der Macht.

Mir persönlich geht es nicht besser wenn ich von der Antifa eine Flasche an den Kopf bekomme als vom Nazimobb. Gewalt ist immer zu verurteilen.

Die deutsche "rechte" also die faschistoiden Nationalisten sind anders als z.B. die rechten in Amerika. Das Schema ist Banane. Wann ist konservativ "rechts" wann nicht ?

Wann ist "links" links ?

Ist fremdenfeindlichkeit ein Alleinstellungsmerkmal von "rechts" oder gibt es auch unter "linken" verkappte Ausländerfeinde? Wer entscheidet denn wann wer links oder rechts ist ?


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nationalskull89 27.04.2016, 13:41

sehr gut!

Hat mich zum Nachdenken angeregt.

Und ja es gibt auch Linke die ausländer nicht sonderlich mögen :D

Genauso wie es Rechte gibt die zB einen ausländischen Partner haben.

Verwirrend alles :)

Wahrscheinlich denken wir/,die meisten von uns, zu oft in Klischees & Schubladen.

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Antizipation 22.07.2016, 14:46

... seit 1989 mindestens 173 Morde mit rechtsradikalem Hintergrund,- linke protestieren gegen Ungleichverteilung, Ausbeutung durch Autoritäten, Kapitalismus, Rassismus, Chauvinismus und Sexismus usw... also ich verstehe nicht ganz wie Du das eine zum andern erklären willst!

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Marcel89GE 22.07.2016, 22:32
@Antizipation

Du kannst nicht mordende "Rechte" in Verhältnis zu moderat demonstrierenden "Linken" setzen. Ich habe bereits persönlich erlebt, wie ein Freund (zweite Woche Chemo, präventiev Haare bereits abrasiert) zufällig auf offener Straße von 5 "Linken" als Nazi identifiziert und danach zusammen getreten worden ist. Auf Grund des Haarschnitts.

Was trennt dieses Verhalten von 5 "Rechten" die jemanden zusammen treten, weil sie ihn für ein Ausländer halten ?

Man kann nur Dinge miteinander vergleichen, die vergleichbar sind. Wenn du meine Beantwortung von oben noch einmal genau liest, wirst du hoffentlich erkennen worauf ich hinaus möchte.

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Dieses Gedankenexperiment ist rechts quer durch die Hecke ;-) Es erinnert mich an die auch so hellen Thesen, daß z. B. Frauen, die Gewalt durch Männer erfahren, irgendwie auch Schuld waren, da sie kurze Röcke, blaue Augen oder was auch immer hatten...

Nein, rechts in diesem Land ist rechts und hat inhaltlich mit Fremdenfeindlichkeit aller Art zu tun. Nur weil der große Haufen damals mit dem Führer mitgelaufen ist und heute wieder, beschreibt und bestätigt nur ein deutsches Phänomen, das ich das Schäfchen-Syndrom nenne: Der Führer weiß es besser, das ist ja sein Job.

Die Wertung kann ja echt schwierig sein, da praktisch die Wirkung rechts und links die gleiche ist: der Einzelne zählt nicht, nur die Gruppe, Andersdenken wird gesäubert, Unterdrückung, Angst, Fremdsteuerung, systematischer Machtmißbrauch.

Mir sind leider noch keine Verfahren vor internationalen Gerichten zur Aufarbeitung der kommunistisch motivierten Verbrechen. Aber, um dir ein kleines Türchen zu hinterlassen: interessanterweise befanden sich unter den ersten, militanten Anhängern der kommunistischen Parteien (als diese in einigen Ländern noch illegal waren) auffallend viele Juden...


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Ich wollte, da die Frage schon beantwortet ist, hinzufügen, dass die weiße Rose Konservative waren und damit eher rechts.

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Richtig gutes Zitat!, man darf natürlich nicht Rechtsradikalismus verharmlosen, aber im Grunde hast du Recht

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Mir wäre nur Horst Mahler bekannt. Erst RAF, jetzt NPD.

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PatrickLassan 20.10.2016, 09:04

Bei Mahler hat sich der Kreis wieder geschlossen, wie man an seinem Lebenslauf sehen kann:

Als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes studierte Mahler Rechtswissenschaften an der Freien Universität Berlin und war dort 1953/54 Mitglied der schlagenden Studentenverbindung Landsmannschaft Thuringia.

https://de.wikipedia.org/wiki/Horst_Mahler

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Netter Versuch die Linken zu diskreditieren. Nazikeule gegen Links st ziemlich gut als Beispiel des heutigen double-think im westlichen Mainstream.

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Ne ich denke sie haben nur auf unschuldug getan und haben sich deshalb dem mainstrem angeschlossen.

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Die heutigen Rechten vertreten dieselbe Ideologie wie die damaligen Rechten: Völkischer Nationalismus und Hass aus Ausländer, Minderheiten und liberale Politik. 

Der Unterschied ist, dass sie damals das Land regiert haben und heute wenig zu melden haben. Ich hoffe, dass es so bleibt.

Heutige rechte Aufmärsche mit dem damaligen Widerstand gegen das Terrorregime zu vergleichen, ist hirnrissig und entstammt dem geistig verwirrten Denken von Neonazis.

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Ist aber ein grosser Wandel!

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