Sind die Grünen die Partei der Leistungsträger?

 - (Politik, Philosophie und Gesellschaft, Wirtschaft und Finanzen)

10 Antworten

Sind die Grünen die Partei der Leistungsträger?

Sie wollen hohe Leistungen vom Volk, nämlich Steuerleistungen, die wir zahlen.

Aber sie zahlen als Leistungsträger selbst gleichzeitig auch die höchsten Steuern.

Steuererhöhungen sind vor allem für Reichere Leute belastend. Umgekehrt profitieren vor allem Reiche von Steuersenkungen. Meistens zulasten der ärmeren.

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Sie zahlen selbst überdurchschnittlich viel Steuern, da sie hohe Einkommen haben.

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@Akka2323

Es sind viele Leute mit Studium oder qualifizierten Ausbildungen.

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Grüne

1980 waren 80% der Grünwähler unter 30 Jahre - 2017 waren es keine 10% mehr - es ist eine "Verbürgerlichung" eingetreten - unter den 18 - 24-jährigen hatten 2017 immerhin 15% die Grünen gewählt ---> allerdings geht diese Gruppe nur in überschaubarer Zahl zur Wahl; mit den nächsten Wahlen werden sich naturgemäß dann die Altersgruppen entsprechend verschieben - es wird dann mehr ältere Wähler geben als das bisher der Fall war (z. B. die Wähler über 60 Jahre waren bislang unterrepräsentiert) .

  • Frauen

Frauen stellen generell die Mehrheit aller Wähler dar (ca. 52%) - bei den Grünen liegt der Anteil bei rd. 55%

Wähler

  • hoher Bildungsabschluß
  • gutverdienend
  • im Dienstleistungs- Gesundheits und Bildungsbereich tätig
  • immer mehr mittelständische Unternehmer
  • Freiberufler

Kaum Wähler

  • (typische) Arbeiterschaft - diese verschwindet aber zusehend
  • Arbeitslose, Sozialleistungsempfänger
  • unqualifizierte Arbeitskräfte (Niedriglohnbereich)

Man darf auch nicht vergessen, daß immer mehr Grünen-Anhänger in den Schlüsselbereichen der Gesellschaft tätig sind (Schulen, Kindergärten) und maßgeblich schon Kinder und Jugendliche mit den Ideen und Zielen der Grünen vertraut machen (um es einmal neutral zu formulieren); das wirkt sich zwar nicht unmittelbar im Jungwähleralter aus (weil die tatsächliche Zahl der jungen Wähler nur gering ist), aber perspektivisch ist das wird schon eine Basis gelegt.

Grüne vs FDP

Die Grünen übeschneiden sich immer mehr auch mit den Wählern der (alten) FDP - die FDP hielt sich immer für die Partei der Besserverdienenden; das war sie auch im Bereich der mittelständlichen Unternehmen (Hochburg z. B. in Baden-Württemberg, Bergisches Land (NRW) und ähnlich wirtschaftlich geprägter Gegenden) sowie der Freiberufler.

Gerade die mittelständischen Unternehmer haben aber, insbesondere bei der Rot-Grünen-Koalition, festgestellt, daß die Grünen wirtschaftsfreundlich sind (z. B. wurde die Körperschaftsteuer von 48% auf 15% abgesenkt) - zudem werden die Unternehmen, nicht wie befürchtet, für den Umweltschutz über Gebühr zur Kasse gebeten - das hat die Ressentiments gegenüber den "Öko-Freaks" schnell abgebaut - zudem hat sich auch die Einsicht druchgesetzt, daß gewisse Maßnahmen durchaus nötig sind.

Die Richtungsentscheidung wurde bei den Grünen vollzogen: die "Realos" setzten sich gegen die "Fundis" durch.

Die typischen Grünanhänger der Anfangszeit sind nicht mehr vorhanden - sie finden sich heute in ökologisch und politisch radikaleren Parteien, wie die ÖDP, und in Bürgerbewegungen.

Die FDP hatte es versäumt ihre bürgerlich liberalen Positionen in den Vordergrund zu rücken - das hatte auch personalbedingt Auswirkungen - Leute wie Baum und Leutheusser-Schnarrenberger wurden kaltgestellt.

Jetzt, nach einem Jahr Corona, entdeckt die FDP (wahlkampfbezogen) plötzlich wieder, wie wichtig Freiheitsrechte sind, und das man immer um sie kämpfen muß - dafür bedarf es grundsätzlich auch einer Partei, die das für die Bürger übernimmt - doch das ist aktuell scheinheilig und offensichtlich ein wahltaktisches Manöver - es gibt in Deutschland keine Partei mehr, die man als liberal im freiheitlichen Sinne der Sicherstellung der Bürgerrechte ansehen kann.

Der Abstieg der FDP war unmittelbar mit dem Aufstieg der Grünen verbunden - Die FDP verlor ihre Stammwählerschaft an die Grünen - und sie werden sie auch zunächst nicht zurückgewinnen können - aber wenn die Grünen an der Regierung sind (oder gar die Kanzlerin stellen), dann könnte es wieder anders aussehen .

  • In der Opposition kann man Alles fordern - in der Regierung kann man aber nicht alles umsetzen, was man vorher gefordert hat.

Wnn die Grünen im Schnitt am meisten verdienen, sind sie nicht die Partei der Leistungsträger, sondern eher die Partei der Leistungsempfänger.

Am meisten leistet momentan das Personal, das sich um Corona kümmern muss, und die verdienen nicht das Meiste, eher zu wenig.

Bei einer solchen Behauptung fragt man sich, wo du politisch stehst.

Also würdest du sagen, dass Leistung und Gehalt nicht korrellieren?

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@Aequitas49

Ich dachte, das hätte ich oben am Besispiel klar formuliert. Auch Verantwortung wird nach unten delegiert. Ich will damit "Besserverdienende" nicht schlechter machen, aber auch nicht zu Bessermenschen.

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@Hinkelsteiner

Ja, wenn man davon ausgeht, dass diese Korrellation nicht besteht, ist der Schluss nicht so naheliegend.

Aber dann sollte man sich fragen, warum das nicht so ist. Immerhin rechtfertigen wir wirtschaftliche Ungleichheit mit diesem meritokratischen Prinzip ("Leistungsgerechtigkeit").

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@Aequitas49

Seit wann hat denn Markt etwas mit Leistungsgerechtigkeit zu tun?

Worüber reden wir?

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@Hinkelsteiner

Unser Wirtschaftssystem ist zumindest seiner Idee nach ein meritokratisches. Also: Wer mehr leistet soll auch mehr bekommen.

Wäre das nicht so, hätte die soziale Marktwirtschaft bzw. der Kapitalismus ehrlich gesagt ein Legitimationsproblem.

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@Aequitas49

Markt regelt sich nach Angebot und Nachfrage. Natürlich, in einzelnen Sparten in bestimmten Zeiten wird nach Leistung bezahlt, etwa im Akkord. Warum übergehst du mein Beispiel mit dem medizinischen Personal? Hier kannst du deine Theorie anwenden. Viel Spaß! Und nun Ende im Gelände. Es nervt, wenn Leute sich nur wiederholen ungeachtet der Gegenargumente.

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@Hinkelsteiner

Du musst dich abregen. Ich widerspreche dir nicht grundsätzlich.

In meiner Frage steht wortwörtlich

Wenn man das Prinzip, dass Leistung und Gehalt in dieser Gesellschaft korrellieren akzeptiert, bringen die Grünen also die größte Leistung.

Du gehst offensichtlich davon aus, dass dieses meritokratische Prinzip nicht zutreffend ist. Du hast damit aber einen anderen Leistungsbegriff als die Mehrheit der neoklassischen Ökonomen (Die ein solches Prinzip behaupten).

Aber für mich stellt sich dann die Frage, wie man wirtschaftliche Ungleichheit denn dann rechtfertigen sollte. Warum bekommen Angestellte im medizinischen Bereich weniger Geld als ein CEO?

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Auch Krankenschwestern wählen grün.

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Ja ist bekannt, das viele Reiche die Grünen wählen...

Gerade die sollten es sich überlegen, denn höheres Einkommen bedeutet meist auch größerer Fußabdruck.

Leistungsträger würde ich nicht sagen. Partei des akademischen Mittelbaus trifft es wohl besser.

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