Sind die Gesetzt in Deutschland fair?

10 Antworten

z.B ein bewaffneter Bankräuber keine Chance Auf Bewährung, da Mindeststrafe 3 Jahre Haft

Ist ja auch ein Gewaltverbrechen und kein Eigentumsdelikt. Der Räuber setzt den Beraubten einer Gefahr für Leib und Leben aus.

Dies kann auch zu einem schweren Trauma führen und Opfer eines solchen bedürfen oft psychologischer oder psychotherapeutischer Behandlung. Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen gegen mittellose Täter ist auch schwierig, so dass hier viel an der Allgemeinheit hängen bleibt.

ein Vergewaltiger oder Kinderschänder jedoch mindest 6 Monate Haft(!) Und diese werden ja bis zu 2 Jahre gerne auf Bewährung ausgesetzt.

Vorsicht, hier wirst du unpräzise, was mich an der Ernsthaftigkeit deiner Frage zweifeln lässt.

  1. Kinderschänder ist ein Schlagwort. Es beschreibt aber nicht präzise welche Handlung vorgenommen wurde. Dies ist aber entscheidend für die Strafzumessung.
  2. Wird der Beischlaf vollzogen ist die Mindeststrafe für eine Vergewaltigung laut § 177 Abs. 6, Nr. 1 StGB zwei Jahre und diese können NICHT zur Bewährung ausgesetzt werden. Ebenso beim schweren sexuellen Mißbrauch von Kindern gem. § 176a Abs. 2, Nr. 1 StGB.
Wieso hat z.B ein Vergewaltiger Aussicht auf Bewährung, aber ein Bankräuber nicht?

Auch der Räuber hat möglicherweise Anspruch auf Bewährung, wenn er 2/3 seiner Freiheitsstrafe verbüßt hat (§ 57 Abs. 1 StGB), abhängig von verschiedenen Faktoren.

So auch bei Drogendealern, diese werden mit lächerlichen langjährigen Haftstrafen verurteilt, während ein Totschläger drei Jahre bekommt?

Bei Dealern kommt erschwerend hinzu, die schiere Anzahl von Opfern, die Steuerhinterziehung und die hohe kriminelle Energie aus der gewerbsmäßigen, wiederholten Begehung dieser Straftaten.

Auch sieht das Gesetz für Totschlag eine Freiheitsstrafe nicht unter 5 Jahren (§ 212 Abs. 1 StGB) vor. Oder spielst du auf den minderschweren Fall laut § 213 StGB an? Dort ist ganz klar definiert, unter welchen Umständen ein solcher gegeben ist.

Sollten die Gesetzt in Deutschland überarbeitet werden?

Meiner Meinung nach wäre es mal wieder Zeit für eine Strafrechtsreform aber ich denke wir sind nicht in allen Punkten einer Meinung.

  1. Man kann sicher argumentieren, dass die Strafen für Sexualdelikte noch immer zu niedrig sind, ganz besonders gegen Kinder und wehrunfähige Personen.
  2. Ich persönlich tue mich auch schwer mit dem Gedanken Menschen mit gewissen sexuellen Neigungen wieder in die Freiheit zu entlassen. Hier müsste man über Dinge nachdenken, wie vermehrte Sicherungsverwahrung oder chemische Kastration.
  3. Ich habe auch ein Problem damit Mörder die Chance auf Bewährung einzuräumen. Wer vorsätzlich und mit einem der in § 211 Abs. 2 StGB genannten Mordmerkmale einen Menschen tötet, hat m.M.n. undwiderruflich das Recht verloren Teil unserer Gesellschaft zu sein.
  4. Wer wegen staatsfeindlicher Straftaten verurteilt wurde, dem ist das aktive und passive Wahlrecht zu entziehen bis er nachweist diesen Gesinnungen nicht mehr anzugehören. Nazis, Linksextreme, Islamisten etc. sollten nicht an unserer Demokratie mitwirken dürfen, wenn sie sie grundsätzlich ablehnen.
  5. Ersatzlose Streichung der §§ 166 und 185 aus dem StGB.
  6. Und noch ein paar andere Ideen.
Woher ich das weiß:
Studium / Ausbildung
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Um es kurz zu machen. Vielleicht sollten die Gerichte öfter auf die Möglicheit zurückgreifen, das Höchstmass an Strafe in bestimmten Fällen anzuwenden, anstatt im unteren Bereich zu bleiben.

Einer den man zu 15 Jahren Haft verurteilen könnte, den sollte man auch dazu verurteilen und nicht zu 10 Jahren mit der Möglichkeit, nach 5 oder 7 Jahren wieder auf Bewährung entlassen zu werden.

Ein schimmes Beispiel der Vorgang bei der Großveranstaltung in Duisburg. Da kamen über 20 junge Menschen ums Leben. Das Gericht wird das Verfahren wegen "geringer" Schuld einstellen. Über 20 junge Menschen verlieren ihr Leben und das wird als geringe Schuld gewertet. Hier versagt die Justiz auf breiter Front. Ein Schlag ins Gesicht der betroffenen Angehörigen.

Anstatt gegen die Verantwortlichen vorzugehen, zieht man die Sache bewusst so lange hinaus, bis eine Verjährung eintritt. Das ist eine Schande die nicht zu entschuldigen ist.

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@Ontario
Vielleicht sollten die Gerichte öfter auf die Möglicheit zurückgreifen, das Höchstmass an Strafe in bestimmten Fällen anzuwenden, anstatt im unteren Bereich zu bleiben.

Die Gerichte müssen schon das Für- und Wider- jedes einzelnen Falls abwiegen.

  • Vorstrafen
  • Tätige Reue (Täter-Opfer-Ausgleich)
  • Sozialprognose
  • etc.
Hier versagt die Justiz auf breiter Front.

Das ist ein sehr komplexer Fall und ich bin zu wenig drin im Thema als dass ich mich qualifiziert dazu äußern könnte.

Beachte aber bitte, dass wir Strafen nach Schuld zumessen, nicht nach dem den Opfer entstandenen Schaden.

20 Menschen aus Nachlässigkeit zu töten ist immer noch weniger verwerflich, ergo weniger schuldaufgeladenm als einen Menschen mit Vorsatz und Heimtücke zu ermorden.

Wenn ich mit meinem Auto die Kontrolle verliere und dabei eine Familie mit 2 Kindern überfahre und töte ist das tragisch und es ist durchaus fahrlässige Tötung.

Aber wenn ich andererseits hingehe und statt der ganzen Familie nur die Mutter aufsuche und der mit einer Pistole unbemerkt in den Hinterkopf schieße und sie anschließend beraube ist das viel verwerflicher auch wenn hier weniger Personen zu Schaden kommen.

Bei der juristischen Aufarbeitung von solchen Szenarien ist Leidenschafts- und Emotionslosigkeit gefordert. Nur beweisbare Fakten dürfen Relevanz haben.

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Die Gesetze sind so, wie sie sind, meiner Meinung nach gerecht. Nicht gerecht ist maximal das Ausnützen des Spielraums. Es sollte öfter an die obere Grenze des Möglichen gegangen, der Rahmen also ausgeschöpft werden. Ich bin bei verschiedenen Straftaten gegen Watteballwerfen, und gegen das Vergeben einer 2., 3., und 4. Chance.

Moin,

du vergleichst vollkommen untauglich. Ich bilde mal mit den von dir genannten/gemeinten Paragraphen neue Beispiele und du sagst mir, was schlimmer ist. Da du beim Beispiel Frau warst, nutze ich das aus pragmatischen Gründen auch mal.

Einer Frau wird für 10 Sekunden im Bierzelt an die Brust gefasst von ihrem betrunkenen exfreund (§ 177 StGB).

eine Frau wird nachts in ihrer Wohnung überfallen. Der Täter nutzt einen 28cm Langen Schraubenzieher und sticht - ohne tötungsvorsatz - auf das Opfer 17 mal ein, um eine Wegnahme ihres Schmucks zu ermöglichen (§§ 249, 250 StGB).

das waren in etwa doch auch deine Paragraphen oder?

das Problem ist, dass der Raub bzw der besonders schwere Raub schon spezifischere Gefahren berücksichtigt, während der § für sexuelle Nötigung/Vergewaltigung möglichst weit gefasst ist, um möglichst viele Fälle zu erfassen. Es geht nicht darum, einen Vergewaltiger niedrig zu bestrafen. Der wird auch nicht das untere Spektrum der vorgesehen Strafen sehen.

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