Sind die Erscheinungen von Fatima, Lourdes, Medjugorje usw alles lügen?

15 Antworten

Nein und nein.

Etwas ist keine Lüge, solange derjenige nicht vorsätzlich die Wahrheit verschleiert.

Der Glaube an eine religiöse Erscheinung ist keine Lüge. Das Unterbewusstsein zeigt jedem Menschen, was er sehen will, und solange er nicht kritisch hinterfragt, bleibt das auch so.

Seit dem Mädchen Bernadette Soubirous im Jahre 1858 hat niemand mehr eine Marienerscheinung in den Grotten von Lourdes gesehen. Allein die Tatsache, dass dort seinerzeit Abfälle verbrannt wurden, lässt auf giftige Dämpfe mit halluzinogener Wirkung schließen, wobei eine Dame mit weißem Kleid mit blauem Gürtel auch auf natürliche Weise dort hätte anwesend sein können.

Das Wasser dort habe ich auch schon getrunken. Es schmeckt frisch und gut, geheilt hat es nur meinen Durst, aber auch nicht sehr lange.

Wie in der Geschichte zu lesen ist, wehrten sich die Kirchenoberen zunächst nach Kräften gegen den Volksauflauf in der Grotte, bis schließlich einer der ihren Bernadettes Geschichte als glaubwürdig bestätigte.

Im Grunde beugte sich die Kirche indirekt dem Willen des Volkes, um daraus langfristig Kapital zu schlagen.

Wundersame Heilungen sind nahezu immer in den Ursachen der Verletzungen zu finden, die aus psychischen Traumata rühren und „konventionell” nicht geheilt werden können oder konnten, wenn der Betroffene tief religiös ist oder war.

Auch nicht religiös bewanderten Menschen gelingen Selbstheilungsprozesse und umgekehrt können intensiv selbstzerstörerische Gedanken auch physisch krank machen. Das ist also keineswegs ein Privileg von Wallfahrtsorten.

Genau so, wie es bei einer Erscheinung lediglich zum Beweis einer Bestätigung durch einen oder mehrere verdiente Kirchenleute bedarf, lassen sich diese auf dieselbe Weise auch widerlegen.

Physisch nachvollziehbare Beweise für Marienerscheinungen gibt es bis heute wenige bis gar keine. Oftmals tauchte die Erscheinung seit Erstsichtung auch nicht wieder auf, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

"... wobei eine Dame mit weißem Kleid mit blauem Gürtel auch auf natürliche Weise dort hätte anwesend sein können."

Das gefällt mir an deiner sachlichen Antwort am besten. :-))

Ich kann so manche Erscheinung auf diese Weise erklären, seit ich weiß, dass dies zu allen Zeiten gemacht wurde. Es können Zufälle sein, aber auch inszenierte Aktionen. Der Begriff "Erscheinung" ist immer eine subjektive Erklärung, während die objektiven Umstände ungeklärt bleiben.

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1. Frage: Nein 

2. Frage: Nein 

Warum? 

Die Prüfungskriterien der Kirche sind etwa um den Faktor 100 strenger als die der untersuchenden Kommission, die sich überwiegend aus kritischen und atheistischen Ärzten zusammensetzt. Da lässt die Kirche nichts anbrennen. Außerdem behauptet niemand, dass es Wunder seien, die den Naturgesetzen widersprechen würden. Sie sind nur nach dem gegenwärtigen Stand der Forschung und Erkenntnis nicht zu erklären und nicht zu erwarten gewesen. Das gilt sowohl für die "Erscheinungen" wie auch für die Heilungen. So ist zumindest die Position der Kirche. Daher sind beide Fragen mit Nein zu beantworten, zumindest was Lourdes und Fatima betrifft. 

Das es Lügen sind, ist eine Option.

Eine andere ist, dass es sich um Selbsttäuschungen oder Wahnvorstellungen handelt. Der Betroffene glaubt selbst fest daran, was er meint, erlebt zu haben.

Das es für diese Dinge einen Bezug zur Realität gibt, ist überaus unwahrscheinlich.

Es gibt nicht einen Beleg, der hier etwas anderes anzunehmen berechtigen würde.

"Das es für diese Dinge einen Bezug zur Realität gibt, ist überaus unwahrscheinlich."

Nicht, um zu widersprechen:
Die Halluzination, die Du ja offenbar meinst, wird tatsächlich gesehen. Das ist ein gefeiertes Ergebnis der Neurobiologie. Wie das bei dem Phänomen der Massensuggestion ist, weiß ich nicht; nur, dass es sie gibt.

Eine weitere Option ist eine objektive Realität, die subjektiv verzerrt wird. (Darauf weist auch Matthias Herz in seiner Antwort hin.)

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@Wurzelstock

Die Halluzination, die Du ja offenbar meinst, wird tatsächlich gesehen.

Ja sicher. Aber dadurch wird sie nicht real.

Eine weitere Option ist eine objektive Realität, die subjektiv verzerrt wird.

Natürlich ist unsere Wahrnehmung der Realität immer subjektiv. Aber die Abweichungen sind i.d.R. so gering, dass die meisten Menschen darüber eine sehr große Schnittmenge haben.

Wenn die Schnittmenge aber Null ist, dann ist da was faul bei dem, der eine individuelle Wahrnehmung hat.

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@realsausi2


"Natürlich ist unsere Wahrnehmung der Realität immer subjektiv. Aber die Abweichungen sind i.d.R. so gering, dass die meisten Menschen darüber eine sehr große Schnittmenge haben."

Das meine ich nicht, Realsausi. Ich erkläre es dir anhand eines Beispiels. Als Kind erzählte der Küster unserer Kirche
uns Messdiener, dass der Körper der Bernadette nach wie vor unversehrt im Sarg liege. Wir Kinder wunderten uns andächtig, denn das wa ja ein Wunder! Aber der Küster widersprach: "Nein - ein Wunder ist es nicht."

Aber es musste ein Wunder sein! Der Küster: "Ihr Körper ist unverwest, aber es ist kein Wunder. Ich kann es euch nicht erklären."
Rate mal, was bei mir hängen blieb?

Betrachte aus dieser Perspektive einmal die Befreiungen aus dem Kerker, die in der Apostelgeschichte geschildert werden. Daran ist weder etwas spektakuläres, noch wunderbares, sondern es war vermutlich ausgesprochen gewöhnlich.
Die Jünger Jesu scheinen aber ziemlich verdutzt gewesen zu sein, dass sie so mächtige bzw. reiche Sympatisanten hatten. Wie wunderbar, was? - Die reinsten Engel!

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