Sind die Eltern Schuld wenn ihr Kind Behindert geboren wird oder frühzeitig stirbt?

29 Antworten

Ich bin Buddhist und äußere mich mal Dazu

Ich bin der Ansicht, dass es eben Risikofaktoren gibt - Umwelteinflüsse, Gesundheitsbewusstsein der Eltern, genetische Veranlagungen, Qualität der medizinischen Versorgung - die zu Behinderungen oder Kindstod führen können.

Das ist aus meiner Sicht  weder eine göttliche Strafe für irgendwelche Sünden der Vorväter, noch irgendeine Prüfung des Glaubens.

Nach meiner Überzeugung gibt es einfach Dinge, die sich mit unserem Verständnis von "Sinn" und den Idealen von "Fairness" und "Gerechtigkeit" entziehen.

Ereignisse folgen eben dem natürlichen Lauf der Dinge und dabei geschehen solche Ereignisse eben - Geburt - Leben - Tod

Da vermutlich die wenigsten Mensch dies als "natürlich" akzeptieren und damit ihren Frieden schließen können, weist man die Verantwortung von sich und schiebt die Schuld einer höheren Macht - Gott, Karma, Schicksal, zu.

Aus meiner Sicht können wir dies lediglich als "Dinge die geschehen" akzeptieren und jede Suche nach einer ultimativen Antwort ist eigentlich überflüssig.

Irgendwann findet man vielleicht ein weltanschauliches, philosophisches, oder religiöses Konzept, mit dem man seinen Frieden schließen kann.

Dass die jeweilige Lehre aber tatsächlich die richtige Antwort auf die Frage nach dem "Warum" ist, kann zwar jeder behaupten, aber niemand beweisen,

Letztlich sucht man oft gar nicht nach Antworten - sondern nach einem Beruhigungsmittel,  dass die Ängste lindert und einen wieder in Frieden leben lässt.

Hallotim19990, Du schreibst

falls es tatsächlich einen Gott gibt.

Vorschlag: Du wirst Dir zuerst darüber klar, ob es Gott gibt oder nicht. Wenn Du schließlich glaubst, daß es keinen gibt, hast Du schon genug Antworten bekommen, die Behinderungen allen möglichen Ursachen zuschreiben. Wenn Du schließlich an einen Gott glaubst, kommst es auf das Gottesbild an, mit dem Du Dich vertraut gemacht hast. Glaubst Du dann mehr an einen strafenden Gott? Oder an einen, der mit dem Zufall arbeitet? Oder an einen, der seine Schöpfung "im Griff hat"? Oder an einen, der die Liebe ist - auch wenn die meisten Menschen das nicht in Einklang bringen können mit den scheinbaren "Ungerechtigkeiten", die sie überall erleben? Oder an einen, der geistige Gesetzmäßigkeiten ins Leben gerufen hat (die aber kaum bekannt sind), die in der gesamten Schöpfung ebenso gelten wie unsere weltlichen Gesetze im täglichen Leben?

Wenn Du Dir über diese Fragen im klaren bist, dann erst kannst Du ernsthaft auf die Suche gehen und hoffen, die Antworten zu finden. Du wirst dann darauf stoßen, daß die Seele des Menschen unsterblich ist ... und weiter? Wo geht sie hin? Wo kommt sie her? Kommt sie evtl. wieder und bringt sie Belastungen aus einem frühern Leben mit? Und so weiter ...

Das ist richtig spannend. Aber schnelle Antworten werden Dich leider nicht zufriedenstellen. LG

Beides ist möglich. Man kann sich erst einen Gott ausdenken und sich die Welt dann entsprechend zurecht interpretieren oder man beobachtet die Welt und zieht dann daraus seine Schlüsse auf Gott.

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Nach christlicher Überzeugung sind die Eltern nicht schuldig. Siehe die Heilung des Blindgeborenen durch Jesus.

Wenn man davon ausgeht, dass wir Geistwesen sind, die nur beschränkte Zeit ihren Einsatz in dieser Welt hier haben, mit Zielsetzungen, die wir aus der beschränkten irdischen Sicht nicht immer verstehen können, dann sind manche Dinge zwar immer noch nicht erklärt, aber man kann glauben, dass wir es einmal verstehen werden.

Speziell: Eine Behinderung als eine Strafe anzusehen, ist schon ziemlich übel. Nach Überzeugung vieler Gläubiger sind Behinderte eine Herausforderung für ihre Umgebung. Sie provozieren Liebe, weil sie hilfslos sind, und wer auf sie mit Liebe reagiert, dem wird es wohlergehen. 

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