Sind die Ängste vor der Kernenergie übertrieben?

27 Antworten

Nein. Es ist eine Frage der Betrachtungsweise.
Was ist Gefahr, was ist Risiko, was sind Belastungen für die Gesellschaft?

Es ist vollkommener Blödsinn, die Anzahl Tote in Bezug auf die erzeugte Energie zu stellen.

Sonst müsste man auch das Schlafen als gefährlichste Tätigkeit des Menschen hinstellen, weil die meisten Leute im Bett sterben.

Nicht die "Kernenergie" ist gefährlich, sondern die Kernkraftwerke und der Abfall, den sie hinterlassen. Und Tote sind dabei noch die kleinsten gesellschaftlichen "Kosten".

Was heisst also "überschätzt"? Man kann die Gefahr ja gar nicht schätzen!
Es gibt kein wissenschaftlich-mathematisch sicheres Modell für die "Einschätzung" der Gefahr. Bislang wurde immer von Wahrscheinlichkeiten geredet. 1:100'000, oder 1:1 Mio. Was denn? Betriebsjahre? Betriebs-Sekunden? "Ereignisse"? Und ist dieses Quasi-nie-vorkommen-Dürfen, diese angeblich tiefe Wahrscheinlichkeit mit Tschernobyl und Fukushima nun gestiegen oder gesunken?

Bei der Wartung und Montage von Solarzelle fallen jährlich wasweisichwieviele vom Dach.

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@NewKemroy

Jaja, und sie fallen hunderttausend andern auf den Kopf und machen eine Gegend von 20km Radius für 100 Jahre unbewohnbar...

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Werden die Gefahren der Kernenergie überschätzt?

Ja, die Gefahren moderner Kernkraftwerke in Deutschland werden drastisch überschätzt. Einzig das Problem der Endlagerung ist realistisch.

Deutschland sollte für die Klimaziele die Reaktoren länger betreiben und den Ausstieg vom Ausstieg beschließen. 20 bis 30 Jahre brauchen wir noch die Kernenergie.

Ja, aber häufig verursacht das Blasenentzündung bei Antiatomkraft-Aktivisten, die sich an die Gleise ketten. Solche Nebeneffekte werden in der Bilanz immer unterschlagen.

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Die alten Reaktoren länger in Betrieb lassen? Das sind Oldtimer die immer störanfälliger werden. Und würden nicht mal relevant im Energiemix sein.

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wenn die Folgen eines GAU inakzeptabel sind, ist jede Wahrscheinlichkeit größer null ebenfalls inakzeptabel. Es bringt nichts, Tote zu zählen, wenn man nicht Migrationen zählt. Wenn ein belgisches Kraftwerk bei Westwind einen GAU hat, entsteht in Deutschland die größte Wanderbewegung seit dem 2. Weltkrieg. Das schafft kein Chemieunfall.

Du bist Physiker?

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@PrinzSaid

ja, und ich habe schon für Kernkraftwerke gearbeitet. Ich kenne das von innen.

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Das ist richtig: Die Strahlung ist weniger das Problem als die Angst vor der Strahlung. Und Angst ist immer real, egal ob sie berechtigt ist.

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Wenn man Kernkraftwerke hat die noch ein par Jahre weiter betreiben und dafür Kohle und Gas abschalten ist keine schlechte Idee.

Das macht aber die Kernkraft nicht harmlos. Es passiert da erstaunlich oft was, aber selten was richtig schlimmes. Wenn es aber passiert sind die Auswirkungen eine echte Katastrophe und für Jahrhunderte ein Problem.

Dazu kommen noch Umweltzerstörung durch den Abbau des Brennstoffs, das nach wie vor ungelößte Proble der Lagerung des Abfalls, ...

Damit muß in seiner jetzigen Form Schluß sein!

Und wenn wir endlich aufhören den Bau von Windrädern zu blockieren und den Solarstom auszubremsen kann das auch früh passieren.

Klares Jaein.

Was könnte draus Nein machen, was ja?

Problem 1.) Atommüllversorgung und Bewachung über Dutzende Generationen. Wobei, einiges des Müll aufgereinigt, genutzt wird. Cäsium 137 Dtrshlenquellen für Medizin und Co...

1a.) Die Reinigung, Aufttennzng zur Nutzung ist richtig dreckig, was so kleine andauernde Freisetzung betrifft.

1b.) man bedenke die Kosten

Problem 2.) Sicherheit ist teuer, egal ob 1000 Jahre bewachteLagerung oder die Anlage selbst. Unter freier Marktwirtschaft ginge kein Kernkraftwerk. Massive Subvention benötigt, wie auch für die Müllagerung.

2a.) "da könnte man sparen, wird schon gut gehen". Ob bei der Reaktortechnik in Czernobyl, bei der Flutmsuer in Fukushima (und viele mehr).

2b.) Atomkraft kann hinreichend sicher genutzt werden. Aber unter 2a angewandt droht gleich um Größenordnungen erhöhtes Risiko.

3.) Urangewinnung ist übel. Umweltsauerei... Andererseits, Kohle, Öl, Lithium, das schenkt sich nichts. Aber Urangewinnung ist nur sehr bedingt und teuer steigerbar.

3a.) Klassische Atomkraft ist nicht steigerbar. Inzwischen werden mehr Atombomben in Reaktoren als Brennstoff verbrannt, als als Nebenprodukt erzeugt. Guter Effekt, aber damit auf Nuklearenergie setzen?

3b.) Alternative schnelle Brüter...? Zu dreckig, zu riskant, zu teuer. U238... Wirds wohl nicht.

3c.) Alternative Flüssig Salz Thorium? Weniger Atommüll, harmlosere Isotope, Risiko viel besser kontrollierbar, der absolute Supergau bliebe immer noch lokal beschränkt. Dafür ist eben das Risiko des Reaktorwandbruchs und herumspritzen sozusagen radioaktiver Magma erheblich. Wenigstens bricht durch die Verteilung die Reaktion ab, im Gegensatz zur Kernschmelze klassischer Reaktoren. Um das Risiko stark verseuchte Anlagen, ist ja auch unerwünscht, zu verringern muss I'm laufenden Betrieb stückseise abgetrennte Reaktlrteil getauscht werden. Arbeitsrisiko, Robotik extrem teuer, Materialien extrem teuer.

Aber... 3c... Und die darin versteckte Lösung... Nein Kernenergie ist nicht tot. Thorium wird bedeutend. Einfacher abzubauen, virl vorhanden, teuer, aber sauberer...

Kernenergie selbst: Status Quo erhalten... Unter teurer, bestmögliche, kompromisslose Sicherheit. Aber Ausbau? Unfug.

P.S. : Größere Strahlendisen, aber vor allem Radioisotope, die in den Körper gelangen, skkumulieren sind übel. Aber, es gibt Beobachtungen aus Orten mit hoher Belastung, dass der Mensch schon etwas mehr abkann. Bis zu gewisser Grenze dominiert wohl Fehlerarme DNA Reparatur, geringes Krebsrisiko. Erst wenn zu viel... Zu bedenken, wenn sich Isotope wie Iod oder Strontium ansammeln, werden diese gefährlichen Bereiche rasch erreicht.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Technische Chemie, Studienzweig Biochemie. Nun Pharmakologie

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