Sind deutsche Tugenden mittlerweile unbequem?

25 Antworten

Also ich sehe da gar nicht so ein Problem. Stolz ist für mich keine deutsche Tugend. Eine Tugend soll ja eine moralisch gute Charaktereigenschaft sein, und ich weiß nicht, was an Stolz moralisch gut oder schlecht sein soll. Das fällt für mich nicht in die Kategorie "Tugend".

Die anderen Tugenden, die du aufgelistet hast, sind im Allgemeinen schon wichtig. Da stimme ich Dir also schon zu, dass das irgendwie wichtig ist. Man muss aber auch sagen, dass man alles auch übertreiben kann. Zu ehrlich sein ist schlecht, zu ordentlich sein auch (ggf. ergibt sich daraus eine Zwangsstörung), und zu kämpferisch sein auch.

Der Begriff "deutsche Tugenden" ist für mich übrigens gefühlsmäßig irgendwie negativ besetzt. Weil ich damit eben auch sinnfreie Gehorsamkeit assoziiere (obwohl man das nicht dazu rechnen würde, weil das keine Tugend ist), aber dass ich diese Assoziation habe, liegt wohl an der Geschichte. In der Geschichte gab es sehr verdrehte Vorstellungen davon, was eine Tugend ist und was nicht.

Das sind aus meiner Sicht lediglich Stereotypen und Klischees und stellen keineswegs irgendwelche besonderen "deutschen Werte" dar, denen man sich unbedingt verpflichtet fühlen müsste, nur weil man in diesem Land geboren wurde.

Dieser ganze nationalistische Unsinn ist, nach meiner Meinung, im Zeitalter der Globalisierung und weltweiten Vernetzung mittlerweile eh fragwürdig und es wäre längst Zeit für ein globaleres Bewusstsein, das über den Tellerrand hinausgeht.

Sympathien für die Lebensart und Kultur bestimmter Völker sind aus meiner Sicht durchaus verständlich - die habe ich auch - aber dieser übersteigerte Nationalismus "wir sind besser als...weil..." ist einfach sowas von vorgestern.

Ich denke, bis nach dem 2. Weltkrieg waren die Leute mehr voneinander abhängig. Man hatte seine Wohnumgebung und darauf angewiesen, sich mit den Nachbarn gut zu verstehen. In der Stadt weniger als auf dem Land.

Jeder war stolz darauf, als "Ehrenmann" zu gelten, d.h. als zuverlässig, ehrlich, pünktlich, hilfsbereit, kompetent, ordnungsliebend, sparsam. Wer ausscherte, war für alle Zeiten "unten durch", und insofern gab es eine starke soziale Kontrolle. Die "deutschen Tugenden" waren damit zum großen Teil sozial erzwungen, und vieles wurde auch unter den Teppich gekehrt.

Mit der Mobilität und noch mehr der Globalisation lernte man immer mehr Leute kennen, die ganz andere Maßstäbe hatten: Belüge, betrüge, plündere aus, wen du kannst; denn morgen bist du über alle Berge. Ein gegebenes Wort ist eine unverbindliche Absicht; droht einem dadurch ein Nachteil, ist es einem nicht zuzumuten, sein Wort zu halten. usw.

Heute machen Politiker, Banken, Firmenvertreter, usw. das der Bevölkerung vor, und diese, nicht faul, macht es ihnen nach. Die Folgen sind bekannt: Politiker lügen und sahnen ab, Banken sanieren sich auf Kosten der Bevölkerung, Kirchen kippen mit vertuschten Straftaten auf, Firmen betrügen ungestraft in großem Stil, staatliches Recht wird nicht durchgesetzt, Verträge werden beliebig gebrochen ("Klagen Sie doch!"), Großprojekte scheitern, Blender und Versager sind auf allen Positionen anzutreffen. (Ausnahmen bestätigen die Regel.)

Natürlich will niemand die früheren sozialen Kontrollen zurück, aber ein wenig Ehrgefühl, ein Besinnen auf die alten Tugenden auf freiwilliger Basis, das wäre was! Aber wer laut darüber nachdenkt, gilt gleich als extrem rechts. Als ob die Nazis die deutschen Tugenden gelebt hätten!

Rudolf, du sprichst mir aus der Seele. Tugenden und Werte wie grundlegender Respekt voreinander, Rücksichtnahme oder der Wille ein bisschen etwas von sich selbst herzugeben sind mittlerweile "unmodern" und werden schon regelrecht als Schwäche ausgelegt.

"Hä?" statt "Wie bitte?"

"Ich will" statt "Ich hätt gerne"

"Aha" statt "Danke"

"Achso" statt "Entschuldigung, das war mein Fehler"

Das Wertesystem der meisten Leute ist simpel: "Zuerst komme ich, dann kommt lange nichts, und dann kommen die Anderen - aber nur sofern ich auch einen Vorteil daraus ziehe".

Wozu Schilder lesen? Wozu an Fristen halten? Wozu geduldig sein? Mit Dreistheit komme ich am Ende durch!

Im Großen und Ganzen verhält es sich verhaltenstechnisch heute nach dem alten Flachwitz:

Peter und Karl sitzen in einem Zimmer. Peter sagt: "Mir ist es hier zu warm. Ich öffne die Fenster ein bisschen". Karl erwidert: "Bist du wahnsinnig? Draussen ist es eiskalt!". Sagt Peter "Ach, das macht mir nicht aus".

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