Sind deutsche Inseln ausreichend vor dem steigenden Meeresspiegel geschützt?

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7 Antworten

Naja, dass ist in der Tat schlimm und traurig. Viel trauriger ist, dass in Alaska in kürze 30 Dörfer im Ozean versinken werden. Dass die Seychellen auch bald weg sind.

Venedig versinkt jedes Jahr um ein paar Millimeter.

Das schlimmste aber ist, dass es die meisten Menschen nicht interessiert. Wie sonst kann man sich dieses rücksichtslose und egoistische Verhalten der meisten Menschen erklären? Hauptsache bequem und Hauptsache jeder hat Spaß. Alles andere vollkommen egal. 

Vielleicht ist es aber auch gut so.

RischijKot 14.07.2017, 19:52

Man kann sich darüber streiten, wodurch der Klimawandel ausgelöst wurde und wird. Fakt ist, es gibt eine beständige Erwärmung, nur über die Ursachen kann man sich streiten.

Ich sehe, wenn wir bei menschlichen Ursachen sind, die Quadratkilometerweite Abholzung der Regenwälder beispielsweise als viel ausschlaggebender, als z.B. Kohlekraftwerke.

Die ganzen Wälder fehlen, um nicht nur Kohlendioxid zu binden (wo ich auch nicht die Hand ins Feuer legen würde, daß DAS die Ursache für den Temperaturanstieg ist), sondern die Flächen erhitzen sich viel mehr, wenn der Wald fehlt. Der ganze Wasserkreislauf gerät aus den Fugen und das Schlimmste, das ganze für ein paar Jahre Sojabohnen anbauen. Danach ist der Boden nämlich ausgelaugt.

Ich halte es vollkommen unrealistisch, den Klimawandel aufzuhalten. Solange es die Menschheit nicht mal gebacken kriegt, die Abholzung der Wälder zu unterbinden!

Die Weltgemeinschaft könnte aber ein paar große Frachter Schotter zu den Seychellen schicken und diese Inseln drei Meter aufschütten. Die Araber bauen sogar künstliche Inseln ins Meer, die Japaner ebenso, dann wird man wohl auch noch eine bestehende auffüllen können oder man baut nebenan eine künstliche, die höher aus dem Meer ragt und siedelt die Leute langsam um. Das dauert ja eh noch mindestens 50 Jahre, bis die Inseln verschwinden würden. Dann bauen die Kinder eben ihr Haus auf der neuen Insel und die Eltern sterben irgendwann. Und wenn auf der alten Insel keiner mehr lebt, kippt man da auch nochmal drei Meter Kies auf.

Wenn sich die Weltgemeinschaft einigen könnte, nur 1 % der Militärausgaben in "Inselrettungsprojekte" und Deichbauten zu stecken, hätten wir dieses Problem gar nicht.

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Karl37 14.07.2017, 20:57

Das Problem Venedig ist ein ganz anderes. Die Lagunenstadt ist auf Eichenpfählen gegründet, die aber keineswegs bis auf festen Boden reichen. Unter der Lagune befinden sich Erdgasvorkommen, die Italien benutzt. Folge ist die Stadt sinkt ab und der Meereshöhe bleibt konstant. Man kann das am Pegel Triest erkennen, den die Schweizer als NN verwenden

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Warum sollten sie besonders geschützt werden?

Im Jahr 1878 hat Preußen beschlossen sich künftig am Pegel Amsterdam als Normal Null bei Vermessungen zu orientieren. Das hat zwar heute nur noch historische Bedeutung, da es andere Möglichkeiten gibt. Der Pegel Amsterdam ist aber seit her um 40 cm gesunken. Dafür sind mit Sicherheit auch die baulichen Maßnahmen der Holländer mitschuldig.

Der Pegel der Nordsee steigt nicht, da ist für Ängste kein Platz.

http://www.kaltesonne.de/der-meeresspiegel-steigt-seit-15-000-jahren/

Die Inseln sind relativ einfach zu retten, man braucht sie nur höher eindeichen. Außerdem kann man auch Neuland in der Nordsee gewinnen, indem man bei Ebbe Zäune setzt und den Dreck im Meer anhäuft. Auf diese Art kann man über Jahrzehnte betrachtet schon mal paar Meter an Landhöhe gewinnen.

Wesentlich schwieriger ist es dagegen für Küstenstädte. Hafenanlagen müssen erhöht werden, große Deiche den Rest von der Stadt abschotten, auf Dauer fällt dann die Höhe der Stadt auf oder sogar unter Seehöhe, dementsprechend müssen die Deiche auch sehr stabil sein.

Da wir aber noch 100 Jahre Zeit haben und es sich um einen Anstieg von vielleicht einem Meter handelt, sollte das zu schaffen sein. Vielleicht sollte man Neubaugebiete in Küstennähe auch schonmal zwei Meter aufschütten, bevor man sie bebaut, um etwas Puffer zu haben.

Vermutlich werden als Erstes die Halligen "absaufen". Deren Bewohner bekommen jetzt schon bei höher auflaufender (Sturm-)Flut nasse Füße.

um Helgoland währe es schade um.... =?(&/%$.. weniger aber Helgoland ragt ja zum Glüch höher aus dem Wasser

RischijKot 14.07.2017, 19:56

Ist das ein plattdeutscher Dialekt, den Sie da schreiben?

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Die kleinsten und flachsten (tiefsten) deutschen Inseln sind die Halligen. Seit 1986, dem Jahr, in dem der Treibhauseffekt und der steigende Meeresspiegel der Öffenlichkeit im Spiegel präsentiert wurden, sollen die Insel bald untergehen. Nun sind es 31 Jahre dramatischer Meeresspiegelanstieg und diese nur ein paar Zentimeter hohen Inseln sind immer noch da. Wird langsam langweilig.

Ich rechne eher damit, dass wir wie die Holländer neues Land vom Meer erobern, als dass welches untergeht. 

RischijKot 14.07.2017, 20:03

Das Wattenmeer steht unter Naturschutz, so wahnsinnig viel Land wird da keiner mehr aufschütten.

Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, daß die vielen Offshore-Windanlagen die Strömung brechen und auf Dauer vielleicht sogar neue Sandbänke geschaffen werden bzw. daß bei Ebbe der Schlick an den Fundamenten hängen bleibt und es sich ganz langsam aber stetig anhäuft.

Die Doggerbank ist eine Untiefe, die nur 10m seicht ist. Es wäre denke ich technisch durchaus denkbar, diese noch etwas aufzuschütten (vorher Wände in den Seeboden treiben und das Gebiet eingrenzen). Da könnte man dann Bauschutt oder anderen Rotz reinkippen, der zwar nicht mehr zu gebrauchen ist, aber auch nicht umweltschädlich ist).

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FelixLingelbach 14.07.2017, 22:05
@RischijKot

Doggerland - ein Jagdgrund unserer Vorväter, den holen wir uns zurück, haha. Tatsächlich lag ja die ganze Nordsee mal trocken. Immer wieder gab es Fluten, die Land und viele Opfer gefordert haben. 

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RischijKot 14.07.2017, 22:28
@FelixLingelbach

Das ist schon ne Weile her, so vor 10.000 Jahren rum :)

Damals mündete die Themse auch in den Rhein und die Elbe mündete paarhundert Kilometer sonstwo... und die Weser ist am "Doggerlandgebirge" vorbeigeflossen.

Damalige Reiseführer hätten geschrieben: Besuchen Sie das Doggerlandgebirge, idyllisch in der nordseeischen Ebene, die Weser nicht weit entfernt, mündet idyllisch in die Elbe ^^

Großbrittanien war auch keine Insel. Die Menschen vor den Germanen hatten wohl ein gemeinsames Stammesgebiet, es dürften denke ich die Kelten gewesen sein. Oder das, was man heute dafür halten würde. Die Angeln siedelten ja erst in England, da gab es schon die Nordsee. 

Auch das Mittelmeer war zu dieser Zeit kleiner, insbesondere die Adria. Und obwohl keine Autos fuhren und keine Kohlekraftwerke betrieben wurden, stieg der Meeresspiegel um gut 70 Meter.

Jetzt steigt er paar cm im Jahrzehnt, aber da sind natürlich wir daran schuld, auf keinen Fall die Natur.

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FelixLingelbach 14.07.2017, 22:46
@RischijKot

Nicht vor 10.000 Jahren sondern seit 10.000 Jahren, früher schneller, heute nur noch wenig während der Optima wie jetzt. 

Er steigt ein paar Zentimeter pro Jahrhundert. Keine Panik. Und wenn er nicht steigt, dann sinkt er. Gar nicht gut. Die nächste Kaltzeit. Konstant auf einer Höhe bleibt er nie.

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RischijKot 14.07.2017, 22:50
@FelixLingelbach

Kennst Du eine Karte, aus der hervorgeht, wie die Küstenlinie in 500 Jahren Schritten sich verändert hat, seit der letzten Eiszeit? Das fände ich mal interessant.

Mir ist schon bewußt, daß z.B. die Bucht bei Emden erst vor wenigen hundert Jahren entstanden ist. Aber welche Inseln entstanden oder verschwanden die letzten 2.000 Jahre? Welche Küstenlinie fanden die Germanen vor, als sie in dieses Gebiet einwanderten usw.

Gab es jemals eine Landverbindung zwischen Dänemark und Schweden?

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Nein, ein grossteil der Inseln wird bei geringem anstieg des Meeresspiegels zum Großteil versinken.

RischijKot 14.07.2017, 19:55

Wenn man unterstellt, daß die Friesen zuschauen, wie ihre Inseln versinken. Die sind aber Meister darin, dem Meer sogar Land abzugewinnen. Eher werden die Inseln eingedeicht oder eben aufgeschüttet.

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