Ist der Aufbau von Minusstunden (Leiharbeit) während einsatzfreier Zeit legal?

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3 Antworten

Hallo Shuttlefly,

Grundsätzlich gilt, dass der Arbeitgeber nicht ohne Zustimmung des Mitarbeiters Zwangsfreizeit bestimmen darf. In erster Linie ist der Arbeitgeber/ Zeitarbeitsfirma in der Pflicht die Nichteinsatzzeiten ordentlich zu vergüten! Die Zeitarbeitsfirma trägt in der Tat das alleinige Risiko, dass ein Mitarbeiter eine einsatzfreie Zeit hat.

Der Arbeitgeber ist auch in der Beweispflicht, dass er einem Mitarbeiter Arbeit angeboten hat und die Einsätze verneint wurden. Ich würde nur mal den Tipp geben, jeden Tag bis 9 Uhr bei der Firma anzurufen und nachzufragen ob es einen neuen Einsatz gibt :-)

Damit hat man selber mehr als genug getan. Wenn man dann noch teleffonisch erreichbar ist, muss die Firma selbstverständlich für die Einsatzfreien Zeiten aufkommen! Zur Not würde ich mir mal das (AÜG = Arbeitnehmerüberlassungsgesetz + BGB = Bürgerliches Gesetzbuch schnappen) Viel Erfolg und schöne Grüsse :-)

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Der Arbeitgeber ist im Annahmeverzug, Du bietest ihm Deine Arbeitskraft an und er muss Dir entweder Arbeit geben oder zumindest Dich bezahlen.

Minusstunden sind meines Wissens nach nicht zulässig.

Es gab auch schon ein Urteil was jetzt allerdings anscheinend vor dem Bundesarbeitsgericht gelandet ist:

https://www.haufe.de/personal/arbeitsrecht/zeitarbeit-kein-einsatz-kein-abzug-auf-dem-arbeitszeitkonto_76_289706.html

LG

johnnymcmuff

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Kommentar von Shuttlefly
23.05.2016, 00:15

Muss ich nachweisen, dass ich meine Arbeitsleistung stets bereitgestellt habe? oder trägt der Arbeitgeber die Beweislast?

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Nur, wenn Stunden auf dem Zeitkonto sind, können die, wenn du keinen Einsatz hast, abgebaut werden. Wenn du keine Stunden auf dem Konto hasst, kann die Zeitarbeit nicht einfach sagen, dass du jetzt im Minus bist. Da trägt die Zeitarbeit das volle Risiko. So hat es meine Personaldisponentin von meiner letzten Zeitarbei mir erzählt.

Ich denke nicht, dass du das beweisen musst.

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Kommentar von MarcoAH
21.05.2016, 20:47

Ich bin selbst, denke, erfahrener Leiharbeit. Habe mehrere Zeitarbeitsfirmen durch und bei keiner einzigen habe ich beweisen müssen, dass ich irgendeinen Auftrag abgelehnt habe. Was möglicherweise passieren kann, ist, dass die Kündigung kommt, wenn es keinen Folgeauftrag mehr gibt. Aber als IT-Analyst hast du doch bestimmt gute Chancen auf einen anderen Job (wenn es soweit kommen sollte, was ich nicht hoffen will). Es gibt genug Zeitarbeitsfirmen. Kann man bei der nächsten nachfragen, ob die einen Job haben.


Kleiner Tipp von mir, was ich mache: Ich bilde mich immer regelmäßig weiter, um nicht irgendwann keinen Job mehr zu bekommen, bzw. Erwerbslos zu sein. Als ich vor drei Jahren von der langjährigen Beschäftigung Erwerbslos wurde, hatte ich es verdammt schwer gehabt, einen Job zu finden, da mir Berufserfahrung fehlte, da ich nur die einfachsten Sachen machte. Auch über Zeitarbeitsfirmen bekam ich kaum was. Seitdem bildete ich mich immer weiter. Mittlerweile fällt es mir bedeutend leichter, eine Anstellung zu finden.

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Kommentar von Shuttlefly
21.05.2016, 20:49

Ich habe im Internet nachgeschaut und es gibt leider ziemlich unterschiedliche Auslegung. Meine Personaldisponentin hat mir gesagt, dass auch bei einem leeren Arbeitskonto wird Minusstunden aufgebaut, und das ist angeblich in der Branche nicht nur gang und gebe, sondern auch durch die Tarifverträge völlig legal geregelt.

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