Sind das Nebenwirkungen von einer Panikattacke? (Psychologie)?

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5 Antworten

Ja, ich habe die genau gleiche Erfahrung wie du gemacht (leider). Ich habe in meiner Jugend ziemlich viel gekifft. Habe dann damit aufgehört und einige Monate später fingen die Panikattacken an. Bei der ersten lag ich im Bett und wollte einschlafen, sie kam aus dem nichts. Ab ins Krankenhaus aber EKG etc. alles normal. Die Attacken blieben eine ganze Weile. Ich musste Medikamente nehmen um sie zu unterdrücken. Setzte ich die Medikamente ab kamen sie wieder.

Bei Panikattacken stehen vorallem drei Angstgedanken im Vordergrund, welche jedoch selten gemeinsam auftreten.

  1. Man hat das Gefühl, dass mit dem Herzen etwas nicht stimmt. In schweren Fällen kann dies soweit gehen, dass man das Gefühl hat einen Herzinfarkt zu haben und gleich zu sterben.
  2. Man hat das Gefühl keine Luft zu bekommen. In schwerern Fällen kann dies soweit Gehen, dass man das Gefühl hat zu ersticken.
  3. Man denkt, dass man gleich den Verstand verliert.

Ansonsten gibt es folgende Symptome einer Panikattacke:

  • Atemnot, Engegefühl in Brust und Kehle bis hin zur Angst zu ersticken.
  • Hyperventilation (als Folge können zudem Kribbelgefühle in Gesicht und Händen sowie Muskelkrämpfe auftreten)
  • Herzrasen/hoher Puls
  • Schweissausbrüche/kalter Schweiss
  • Zittern
  • Schwindel und/oder Erbrechen
  • Depersonalisationsgefühle/Derealisationsgefühle
  • Innere Spannungszustände
  • Agoraphobie (Angst vor Menschenmassen und/oder grossen Plätzen)

Ein weiteres Problem ist häufig die Angst vor der Angst. Man ist in einem andauerenden inneren Alarmzustand aus Angst vor der nächsten Attacke. Dies machte mich völlig fertig.

Wenn deine Attacken oder die Agoraphobie andauern, begibt dich unbedingt zu einem Arzt oder Psychologen. Mehr zu Angststörungen findest du hier: http://deprimed.de/angststoerungen/

PS: Ich glaube es ist überflüssig zu erwähnen dass du das Kiffen sein lassen solltest/musst.

Hey!
Das klingt sehr stark nach den typischen Symptomen einer Panikattacke. Ich könnte mir gut vorstellen, dass quasi das Extremerlebnis beim Kiffen die Initialzündung war und du danach durch bestimmte Trigger wieder in den Panik-Teufelskreis verfällst. Auch die übertriebene Körperwahrnehmung als Folge (oder evtl sogar Ursache?) ist ganz typisch.

Diese können auch ohne erkennbaren Auslöser kommen, teilweise sogar im Schlaf, und fühlen sich typischerweise an wie "Kreislaufanfälle" oder bewusstloswerden. Klar muss man sowas immer körperlich abgrenzen, aber ich denke, ein 24h-EKG ist da eine ziemlich sichere Sache.

Vielleicht hilft es dir, dass du weißt, dass das (obwohl es sich teilweise anfühlt, als würde man real sterben!), nichts schlimmes, bei dem dir körperlich ein Schaden entsteht. Es kann auch helfen, sich in diesem Moment radikal abzulenken und die Aufmerksamkeit auf etwas ganz anderes zu lenken, vielleicht irgendeine Aufgabe, die volle Konzentration erfordert, die du dir vorbereitest und im ersten Moment der Panikattacke gleich konsequent ausführst.

Ich habe auch schon gehört, dass es hilft, der Panik einen Namen zu geben und sich dann zu denken "Ach, das ist jetzt nur wieder xyz, und der geht wie jedes Mal vorbei".

Falls es gar nicht verschwinden sollte und du darunter sehr leidest, könnte auch eine Therapie helfen, die Ursache genauer rauszufinden. Dort gibt es garantiert auch erprobte Tipps, wie du das im Notfall unterbinden kannst.

Alles Gute!

garry1234 29.06.2017, 23:10

Hey, vielen lieben Dank für deine netten worte! Ich glaube auch dass es eine reine Panikattacke war/ist. Dadurch dass es sich von Tag zu Tag bessert hoffe ich, dass diese irgendwann garnicht mehr auftreten. Ich bin aktuell so weit dass ich nur noch einen leichten Schwindel ab und zu habe, sich meine herzfrequenz kurz erhöht, ich mir dann aber sage "Ne, jetzt nicht." Dadurch verschwindet es auch dann sofort wieder und ich lenke mich direkt ab (das kann ich sehr gut da ich sehr leicht ablenkbar bin :-D)

Es war einfach ein riesengroßer Fehler dass ich noch einmal zum joint gegriffen habe. Das weiß ich jetzt. Ich denke dass ich mich unterbewusst so sehr an die "Klarheit" gewohnt habe dass ich eine enorme Angst hatte wieder so... verplant wie damals zu werden.

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Eine Panikattacke während dem Schwimmen scheint mir etwas ungewöhnlich. In der Regel haben Panikattacken ja einen psychischen Auslöser.

In Frage käme auch eine beschleunigte Herzaktivität aufgrund einer Herzerkrankung, ohne psychische Ursache. Aber das scheint ja dein Arzt auch zu berücksichtigen.

Ich habe das einmal während dem Joggen erlebt. Der Puls ging auf 220 Schläge pro Minute und ging nicht runter auch wenn ich mich hingelegt habe - ich dachte ich müsste sterben. Solche Anfälle haben die Ursache in einer falschen "Verdrahtung" des Herzenz und können spontan auftreten und ebensoschnell wieder aufhören.

Anfälle dieser Art lassen sich z.B. mit dem Valsalva-Manöver beenden.

garry1234 29.06.2017, 22:55

Also beim Schwimmen kam es nicht zur wirklich "sportlich" werdenden aktivität, es war eher noch die gewöhnung an die Temperatur des Wassers. Ich bin die letzten 3 Tage auch immer Joggen gegangen, da war mein Puls bei 140 ~

Ich glaube also nicht dass es daran lag.

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kernash 29.06.2017, 22:58
@garry1234

Diese paroxysmale Tachykardie muss nicht unbedingt während dem Sport auftreten. Das kann auch passieren wenn man auf dem Sofa liegt oder sogar im Schlaf.

Wirklich bestätigen kann man es nur, wenn man ein EKG von dem Moment hat, wo es passiert. In Ruhe kann das EKG unauffällig sein.

Wenn ich eine Panikattacke habe, merke ich dass es vom Kopf aus seinen Lauf nimmt und dass ich mich hinein steigere. Bei diesem Anfall war das ganz anders und rein körperlich; die Angst kam erst nachher.

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garry1234 29.06.2017, 23:05
@kernash

Okey! Und du hast das in den Griff bekommen mit dem Valsalva Manöver? Meine Frage ist: Diese falsche Verdrahtung im Herzen ist ja dann nicht erst seit einem Monat so. Sondern muss ja über Jahre, wenn nicht sogar seit der geburt vorhanden sein. Wie wurde das bei dir festgestellt? Und hast du dadurch irgendwelche "Nachteile" im alltäglichen Leben? gehst du zu irgendwelchen Vorsorgeuntersuchungen etc?

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kernash 29.06.2017, 23:09
@garry1234

Es ist bei mir nur zwei mal aufgetreten. Das letzte mal vor 4 Jahren. Der Kardiologe hat gemeint dass mein Herz sonst in Ordnung sei. Es könne sein dass es häufiger wird, aber es könne genauso gut sein dass es nie wieder passiert. Wenn es häufiger würde, könnte man das operativ behandeln.

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garry1234 29.06.2017, 23:15
@kernash

Naja ok, ich hoffe mal dass das bei mir nicht der Fall ist. Glücklicherweise gibt es bei mir in der Familie keine Herzerkrankungen oder Krebs.

Ich danke dir trotzdem und werde mich morgen nochmal melden was der EKG-Bericht gesagt hat.

Liebe Grüße!

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kernash 29.06.2017, 23:20
@garry1234

Wie gesagt, wenn man während dem EKG nicht einen Anfall hat, dann wird der Arzt vermutlich nichts sehen.

Du kannst ja zur Sicherheit mal lesen wie das Valsalva-Manöver geht, falls dir das wieder passiert.

Wie du dich bei einer Panikattacke verhalten solltest, darüber hast du wohl auch schon gelesen.

Ich denke man kann die beiden Anfall-Arten gut auseinander halten, wenn man sich darauf achtet wo es den Anfang nimmt.

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garry1234 29.06.2017, 23:26
@kernash

Also mein Arzt hat mir das EKG gegeben weil er sich nicht sicher war ob dies "aufgrund von Herzmuskelrythmusstörung" entsteht. Sprich Sofortige erhöhung der Herzfrequenz. Dadurch können Schwindel etc entstehen da binnen Sekunden zu viel Blut ins Hirngepumpt werdne etc.  Als ich das EKG getragen habe musste ich alle 30 Minuten Protokoll halten. "Leider" Hatte ich an diesem Tag nur einmal gegen 15 uhr so einen Vorfall, den ich mir dann aber Schnell "wegdenken" konnte. Deswegen gehe ich nicht davon aus dass es etwas Physiches sein kann.

Ich habe mir aber das mal durchgelesen. Erinnert mich ein wenig an den "Druckaustausch" man beim Tauchen auch macht ;)

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kernash 29.06.2017, 23:37
@garry1234

Ja das klingt eher wie ein Anflug von Panik. So eine Herzrhythmusstörung kann man nicht weg denken :)

Aber das muss nicht bedeuten dass alle Anfälle die du hattest eine Panikattacke waren. Aber das kannst du selber besser beurteilen.

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Also mit Marihuana kenne ich mich nicht aus und auch nicht ob es vielleicht sowas wie Entzugserscheinungen sind (falls es da welche gibt ^^). Aber was mir bekannt vorkommt ist, dass wenn man wirklich zu sehr auf seinen Körper achtet man sich da sehr schnell in etwas rein steigern kann. Gerade wenn man sowas hatte wo man wohlmöglich große Angst davor hat dass es wieder passiert, kann es sein dass alle Sensoren des Körpers darauf eingestellt sind, etwas zu suchen dass vielleicht darauf hinweist wieder eine Panikattacke zu bekommen. Das kann natürlich auch unbewusst passieren. Wenn der Körper dann genau auf sowas fixiert ist kann es sein dass du bei den kleinsten Anzeichen dann schon wieder das Gefühl hast dass alles von vorne anfängt und du eine komplette Panikattacke bekommst obwohl es vielleicht nur ein kleines Ziehen ist.

garry1234 29.06.2017, 22:57

Jo genau , ein ähnlichen Phänomen hatte ein guter Freund von mir.

Er war beispielsweise in einem restaurant essen, und hat gedacht er hätte eine Gräte von einem Fisch verschluckt. Zuerst nur den Apetit verloren endete das ganze dann später mit übelkeit und mehr oder weniger Atemnot. Letztendlich war nichts.

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CeVaMoon 29.06.2017, 23:02

Soweit ich weiß gibt es für sowas auch irgendeine Bezeichnung, wie Phantombeschwerden oder so weil man sich da in irgenwas rein steigert. Einfach mal abwarten was das EKG ergibt, wenn da nichts dabei raus kommt, ist es wohl auf das zurückzuführen. Wenn so etwas wieder vorkommt vielleicht einfach mal tief durchatmen und genau in sich rein hören "Was fühl ich denn gerade? Und ist dass auch wirklich da?" oder sowas ;)

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Das wäre mir eben die nächstliegende Antwort darauf, weil der Arzt bis jetzt nichts gefunden hat.

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