Sind Borderliner für ihre Mitmenschen gefährlich?

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10 Antworten

Es ist angenehmer für alle Beteiligten, einen Kranken nicht auf seine Krankheit zu reduzieren. Das fängt mit der Bezeichnung an und hört damit auf, einen Menschen und nicht nur eine Diagnose zu sehen. Ich habe Borderline und werde niemals ausfallend oder gar gefährlich, das würde mir niemals einfallen. Viele Erkrankte sind am gefährlichsten für sich selbst. Ein Diagnosekriterium sind übermäßige Wutgefühle, die manchmal nach außen ihren Ausdruck finden - oft ist die Diagnose Borderline da aber (noch) nicht gestellt. Nein, Borderline-Erkrankte sind nicht gefährlicher als jeder andere, der kein richtiges Ventil für seine Wut gefunden hat.

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Meinung:

Borderliner sind nicht zwangsläufig gefährlicher als es auch diverse andere Menschen mit Verhaltensauffälligkeiten sind. Die Welt ist voll davon und steht immer noch.

Sehr viele Borderliner fügen mit ihrem Verhalten sich selbst Schäden zu, manchmal aber auch Gegenständen in ihrer Nähe. Schwerpunktmäßig stellen Borderliner auf die eine oder andere Weise eine Gefahr für sich selbst dar. Je nach Form des Auftretens können sie auch ganz erheblich ihre Umwelt nerven.

Doch die Dinge selbst sind relativ. Ein plötzlicher unbeherrschbarer Zornesausbruch kann natürlich auch eine erhebliche Gefahr für andere bedeuten, obwohl es kein Muß ist. Das gilt ebenso für riskantes Verhalten, bei dem Borderliner an die Grenzen gehen, um sich einen benötigten Kick zu verschaffen oder um einen emotionalen Stau zu entladen.

Anders besehen ist selbst z. B. ein Selbstmordattentäter innerhalb der Statistik seiner Lebenszeit ausgesprochen harmlos, denn wenn er z. B. 25 Jahre alt wird, bis es zum Knall kommt, dann war es von dieser Zeit lediglich eine Sekunde, in der er mit seiner Bombe Schaden angerichtet hat.

Es gibt für alles ein erstes mal, das man sogar in Statistiken zwängen kann, aber es gibt keine Statistiken, die zuverlässig aussagen kann, wann und ob überhaupt ein solches erstes mal eintritt.

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Sie können gefährlich sein. 

Borderliner neigen dazu ihre Mitmenschen zu manipulieren, sie wollen erreichen daß man sich emotional stark an sie bindet weil es ihre größte Angst ist verlassen zu werden bzw. alleine zu sein. Deshalb täuschen sie ihren Mitmenschen vor mit ihnen auf einer Wellenlänge zu sein, täuschen gleiche Ansichten vor, machen sich selbst besonders sympathisch oder attraktiv, tun Dinge die ihren Mitmenschen gut gefallen usw. Das Ziel ihrer dunklen Seite ist daß sie sich selbst Schaden zufügen, sie verletzen sich deshalb nicht nur selbst sondern versuchen auch ihre Mitmenschen dazu zu bringen sie in irgendeiner Weise zu schädigen, sie nehmen dabei alles was sie kriegen können, ob es nun verbal ist, körperlich oder auch einfach nur Demütigung oder Erniedrigung. Deshalb kommt es oft vor daß sie ihre Mitmenschen verletzen, sie provozieren verbal und werden dabei richtig fies, sie werden emotional verletzend, sie starten körperliche Attacken, betreiben üble Nachrede, zeigen jemanden zu Unrecht an oder schwärzen jemanden an etc. Alles nur um zu erreichen daß ihre Mitmenschen wütend werden und um angegriffen zu werden. Aufgrund ihrer Erkrankung sind sie nicht in der Lage einzuschätzen daß das nicht in Ordnung ist und was sie ihren Mitmenschen damit antun. 

 
Meine persönliche Erfahrung ist daß man nicht auf ihre Attacken reagieren darf, am besten bleibt man total lieb, nett und freundlich und macht gar nichts, auf die Art wird man uninteressant für sie und so kann man erreichen von ihnen in Ruhe gelassen zu werden. Außerdem können sie es gar nicht ab ignoriert zu werden, sie wollen immer Aufmerksamkeit. Wenn eine emotionale Bindung zu ihnen besteht, tun sie sich oft etwas an oder drohen damit sich etwas anzutun um die Kontrolle zu gewinnen, denn ihre größte Angst ist es verlassen zu werden, außerdem wollen sie erreichen daß man das tut was sie erwarten. Auch hier darf man sich nicht davon beeindrucken lassen sondern muß so tun als ob es einem nichts ausmachen würde, nur so kann man sie dazu bringen ihre Vorhaben aufzugeben. 

Es gibt Ausnahmen, einige starten auch keine Attacken gegen Mitmenschen sondern machen sich nur selbst fertig, überarbeiten sich selbst, überstressen sich selbst, setzen sich Risiken aus, erniedrigen sich selbst und tun immer das was andere wollen oder von ihnen erwarten. Einige von ihnen sind tatsächlich sehr vernünftig, suchen Therapien auf und arbeiten an sich selbst und reißen sich zusammen, das ist aber sehr selten. 

Viele sind unberechenbar und wenn man denkt daß alles in Ordung wäre oder besser werden würde, passiert urplötzlich das genaue Gegenteil. Auch Rückfälle können jederzeit vorkommen. Wegen den traumatischen Erlebnissen, passiert es häufiger daß sie sich an etwas nicht mehr erinnern können, zum Beispiel gemeinsame Erlebnisse oder Gespräche, hierzu zählen auch Dinge die einem wichtig waren. Ihrer Psyche wird es aus Angst und wegen negativer Gefühle die sie mit etwas verbinden manchmal zuviel, deshalb aktiviert sich ein Schutzmechanismus der dafür sorgt daß sie etwas vergessen oder sich nur an einen Teil erinnern können.

 
Man darf aber auch nicht vergessen daß Borderline eine Traumafolgeerkrankung ist und daß die Erkrankten in Wirklichkeit Opfer sind, denen sehr schlimme Dinge passiert sind. Außer der dunklen Seite gibt es in ihnen auch noch eine andere Seite, eine sehr verletzliche und äußerst sensible Seite die es eigentlich gar nicht will daß sie sich verletzen oder verletzt werden, die sich dafür schämt und der es keineswegs egal ist was mit ihr passiert. (Deshalb kommen auch in bestimmten Situationen, die die Erkrankten an traumatische Erlebnisse erinnern, häufig Angstreaktionen oder Angstattacken vor.) Wer einen Borderliner verletzt, schädigt, demütigt oder erniedrigt, nutzt seine Unfähigkeit sich zu schützen aus und verursacht noch mehr schlechte bzw. traumatische Erinnerungen und macht alles nur noch schlimmer. Im ersten Moment fühlt sich der Erkrankte vielleicht erleichtert und spürt im ersten Moment keine bzw. nicht so starke Schmerzen, es dringt jedoch trotzdem alles zu ihm durch und wenig später sieht alles schon ganz anders aus. Früher oder später wird es auf einen selbst zurückfallen wenn man so etwas mit einem Borderliner anstellt, es wird zu einer späteren Verteidigungshandlung führen oder daß es die Person einem heimzahlt.

 
Borderliner pendeln zwischen Neurose, Psychose und Normalität, sie wechseln zwischen der einen Persönlichkeit und der anderen Persönlichkeit. Die Ursachen sind traumatische Erlebnisse, häufig in der Kindheit, es können aber auch körperliche Ursachen mit eine Rolle spielen. Häufig handelt es sich um Opfer von sexuellem Mißbrauch oder Vergewaltigung aber auch von allgemeiner Gewalt, häufig von fortwährend bestehender Umstände dieser Art. Es können auch extremes Mobbing oder extremer Stress als Ursache in Frage kommen sowie Unfälle, Verlust von Angehörigen oder die tatsächliche aber auch die eingebildete Schuld an etwas. Begünstigt wird die Erkrankung auch durch unterschiedliche Temperamente der Eltern sowie durch gegensätzlich vorgelebte Verhaltensmuster, gegensätzliche Verhaltensweisen der jeweiligen Elernteile. Auch die Trennung der Eltern kommt als Ursache in Frage. Begünstigt wird die Erkrankung auch durch Verdrängung. Bei der Ursache der Erkrankung wird es den Betroffenen irgendwann zuviel, sie kommen mit dem Konflikt nicht mehr klar und deshalb kommt es zu einer Abspaltung, ein Schutzmechanismus schafft gegensätzliche Pole im Kopf weil der Erkrankte die Situation/ die negativen Erinnerungen und Emotionen nicht mehr ertragen kann und diese zu vermeiden versucht bzw. werden unterschiedliche Verhaltensmuster erlernt die mit diese Gegensätze im Kopf schaffen, diese Verhaltensmuster festigen sich dann mit der Zeit.

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Kommentar von nutzdenkopf
29.05.2017, 02:51

Es gibt noch etwas hinzuzufügen: Die meisten Borderliner sind nicht kritikfähig, sie blocken im Regelfall ab und reagieren verständnislos. In einer Beziehung können sie, wenn ihnen etwas ganz und gar nicht gefallen hat (zum Beispiel die Ankündigung die Beziehung zu beenden wenn das so weiter geht) mit Liebesentzug reagieren, sexuelle Verweigerung etc. Ebenfalls kann es passieren daß, wenn man nicht ihren Erwartungen gerecht wird, sie fremdgehen bzw. schon für Ersatz gesorgt haben. In Beziehungen und Freundschaften kann es auch schon mal vorkommen daß persönliche Gegenstände zerstört werden.

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Es ist 44 mal wahrscheinlicher von einem "Gesunden" ermordet zu werden, also von einem psychisch Kranken. (Soziale Psychiatrie 4/2015)

Solche Zahlen sagen dann schon aus, dass psychisch Kranke weit nicht so gefährlich sind, wie oft dargestellt.

Und wenn doch, betrifft das mehr die Antisozialen und Schizophrenen bzw Psychotiker, wobei Letztere idr Menschen aus ihrer engen direkten Umgebung angreifen in Verkennung der Realität, sehr selten jedoch Fremde. Sie glauben durch Paranoia und andere Gedanken, dass diese Leute "Ihnen was wollen" und meinen sich verteidigen zu müssen. Aus ihrer Sicht also Notwehr.

Speziell zu Borderlinern: gefährlich im körperlichen Sinne so gut wie nie (deutlich unter Durschnitt Normalbevölkerung), emotional oder verbal sicher häufiger ausfallend, aber eben nicht "gefährlich".

Im Sinne psychischer Gesundheit sollte man bei engem Kontakt gute Abgrenzungsfähigkeit und Geduld und Gelassenheit mitbringen. Dann gibt es idr keine Probleme.

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Du kannst das einfach googeln und wirst dabei viel über diese schwere psychische Erkrankung erfahren.

Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen und meine das an Borderline erkrankte Menschen in der Regel für sich selbst die größte"Gefahr"darstellen.

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Der Borderline Typ 2 kann gefährlich sein, der Typ 3 ist definitiv gefährlich. Da hier Wahrnehmung und Verarbeitung gleichzeitig schwer gestört oder gar nicht vorhanden sind. Ist dieser Borderliner dann zusätzlich in einer entsprechenden Machtposition (Vorgesetzter/Lebenspartner) ist das definitiv gefährlich für alle, die ihm unterstehen oder seinem inneren Chaos nicht entfliehen können.

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Sie sind für sie selber am gefährlichsten, da sie ihr eigenes Leben ruinieren

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Kommt drauf an.

Schweregrad und ob der Betroffene sowie schon gewisse Neigungen für Gewalt haben und so weiter.

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Nein sind sie nicht.  Wie kommst du auf den Gedanken?

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Kommentar von lilalo45
06.09.2016, 16:26

Ich habe in einem eingetragenem Verein auf der Website gelesen, dass Menschen mit Borderline am ehesten sich selbst verletzten und eben auch Angehörige. Auch bei Google kriegst du viele Ergebnisse die das belegen, wenn man "borderline" und "gefährlich für Mitmenschen" eingibt.

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Kommentar von krishna1
29.01.2017, 21:39

Also ich bin selbst Borderliner und habe meine Mitmenschen schon verletzt ... als weibliche borderlinerin.
Denke jedoch dass das eher selten der Fall ist. Es kann aber unter Umständen (Also unter Spannung und Wutausbrüchen) passieren ...

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menschen mit borderline sind höchstens für sich selbst gefährlich

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Kommentar von ybfans21
06.09.2016, 17:17

Weibliche Bordis richten die Gewalt eher gegen sich und männliche Bordes richten die Gewalt eher gegen aussen, was aber nicht heisst das sie gefährlich sind.

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