sind bei "Tönnies" Abholungen via "Werkbus" zur Arbeitsstelle denkbar?


27.06.2020, 10:18

warum kann die Firma "Tönnies" keine Werkbusse zur Abholung seiner "Werksarbeiter" von deren neuen Wohnorte an "Sammelstellen" gestellen?

9 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
die Abholungen mit "Werkbus",

Abholung von wo?

kein Mensch wäre damals auf die Idee bekommen, die Mitarbeiter in "menschenunwürdige" Unterkünften unterzubringen..

Doch, genau das hat man getan. Im Gegensatz zu dir bin ich anscheinend alt genug, um mich an 'Gastarbeiterheime' zu erinnern.

Ich hab sogar mal in einem gejobbt. Als "Wohnheimbetreuerin", aber nur für kurze Zeit.

Ein Hochhaus mit Mini-Appartements und Stockbetten, extra gebaut, um Grundig-Arbeiter unterzubringen. Ursprünglich als Single-Appartements z.b. für Wochendendheimfahrer gedacht, nachher mit mehr Betten ausgestattet und Gastarbeiter darin untergebracht. 4 Betten auf 25qm.

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damals hat aber kein Mensch gesagt, daß die Gastarbeiterunterkünfte "menschunwürdig" waren oder wären..

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@PatrickLassan

es ist so: wir, d.h.die nachfolgenden Jahrgänge und Generationen, sind immer schlauer als unsere Eltern und Großeltern, und so war es immer schon.. angeblich des gescheiten Rückblicks wegen, usw.. dabei liest heute kaum noch jemand ein Buch o.ä. die Dummheit grassiert in den hypothetischen Kurve wie die meinetwegen "inneren" Werte den Bach runter gehen.. nach der allgemeinen politischen Logik strotzt alles nur so von weiser Klugheit und Besserwisserei und in Wirklichkeit achten sie nur auf ihre eigenen pekuniären Vorteile.. daran werden wir eines Tages zugrunde gehen

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Erstmal stimmt es nicht, dass es in den 60er Jahre keine katastrophalen Unterbringungen gab. Das damals auch schon so, aber das weißt du ja inzwischen auch aus den anderen Kommentaren.

Meinst du wirklich, dass es daran liegt, dass der Wohnraum in Gütersloh so knapp ist, dass sich da nichts finden lässt und die Arbeiter in 30 km Umfeld bessere Chancen hätten, eine Wohnung zu finden? Auf dem "normalen" Wohnungsmarkt haben die Arbeiter mit den Minieinkommen aus den Werksverträgen keine Chance, etwas zu bekommen, sofern sie überhaupt die Wahl haben.

Die Werkverträge sehen nämlich meist vor, dass ein Teil des Lohns gleich für die "Matratzenmiete" einbehalten wird. Da können sie sich gar nicht aussuchen, wo sie wohnen. Außerdem arbeiten sie hier, damit sie ihre Familien zuhause unterstützen können und wollen nicht 50% ihres Einkommens für Miete ausgeben. Das Problem ist also nicht der Transport.

da kann man mal sehen, was das bringt, wenn die Politik zwar die " Werkverträge" verurteilt, aber nicht in der Lage ist, den Arbeitnehmern Wohnungen im Umfeld zu besorgen.. und die Bevölkerung macht nicht mit, indem sie die Leute nicht haben will und Mietwohnraum stellt.. was nützt es, wenn "Werkverträge" verboten werden, aber keine Wohnungen da sind.. klar, daß sich dann das Thema "Werkbus" damit erledigt hat

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@bachforelle49

So ist es. Vielleicht verstehst du jetzt auch die teilweise ironischen Kommentare auf deine Frage. Das Problem ist nicht der Transport. Aber über das Verbot der Werkverträge kann sich ein Unternehmer wie Tönnies zumindest nicht mehr darauf rausreden, dass er von den katastrophalen Wohnverhältnissen nichts gewusst hätte und muss Verantwortung für sein Geschäftsgebahren übernehmen.

Die Hoffnung ist, über das Verbot der Werkverträge zu erreichen, dass ohne die billigen ausgebeuteten Arbeitskräfte dann bei Tönnies auch nicht mehr 20.000 Schweine am Tag geschlachtet werden, Fleisch zu einem angemessen hohen Preis verkauft wird und vor allem sich Wohn- und Arbeitsbedingungen so verändern, das keiner mehr krank werden muss.

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@Chiko135

pardon, die "Ironie" hatte ich tatsächlich im Vorfeld nicht verstanden.. geb' ich zu.. danke für die Belehrung..

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Selbstverständlich wäre das machbar. Die Familie Ritter ( Schokolade Ritter Sport) praktiziert das seit Bestehen ihres Unternehmens. Die setzen Busse zur Arbeit und zurück für ihre Mitarbeiter ein. Natürlich werden diese nicht direkt vor der Tür abgeholt, sondern an Haltestellen im Wohnort. Dieser Shuttle ist auch kostenlos.

Das Grundproblem sind die Werkverträge.

So lange es erlaubt ist, 95% seines Tagesgeschäfts von Sub-Sub-Subunternehmern durchführen zu lassen, wird es solche unsäglichen Zustände geben.

Das betrifft übrigens nicht nur die Fleischindustrie.

Auch in der Zustellbranche (Post, Pakete) sollte die Politik dringend mal handeln.

Es kann nicht sein, dass sogar die normale tägliche Postzustellung in deutschen Großstädten mittlerweile an Sub-Sub-Sub-Unternehmer aus Bulgarien ausgelagert wird, die nichtmal das Konzept von Vor- und Nachnamen kennen.

Ständig verschwinden bei uns Briefe & Lieferungen bzw. sind angeblich "nicht zustellbar" und gehen zurück an den Absender. Und für sowas zahlt man noch normales Post-Porto.

In den Unternehmen sitzen dann Leute und scheffeln Milliarden, auf dem Rücken ihrer unterbezahlten osteuropäischen Arbeiter.

Sowas dürfte es im 21. Jahrhundert in der EU nicht mehr geben.

@schnarchnix

Es wird Zeit, dass sich das ändert. Die Chancen sind jetzt da.

Das heisst aber auch höhere Preise.

Wer sagt eigentlich, dass die Deutschen nicht mehr bezahlen würden für Fleisch?

Und wenns zu teuer wird, dann eben weniger Fleische essen, das wäre sowieso für alle das allerbeste.

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@Judith171
Das heisst aber auch höhere Preise

Oder eben schmalere Gewinnmargen für die Herren Inhaber. Wie wäre es mal damit?

Ein Herr Tönnies hat lange genug absurd viel Kohle gescheffelt.

Mit Fleisch zum Milliardär werden... kannste dir auch nicht vorstellen.

Wer sagt eigentlich, dass die Deutschen nicht mehr bezahlen würden für Fleisch?
Und wenns zu teuer wird, dann eben weniger Fleische essen

Wäre auch nicht das schlechteste. Aus Umweltgesichtspunkten sowieso, und gesünder wäre es wahrscheinlich auch noch.

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Du meinst, sie jeden Tag mit dem Bus aus Rumänien holen und nach der Arbeit wieder zurückbringen nach Rumänien?

Hast du jemals eine Karte von Europa gesehen?

eine selten "blö*e" Antwort.. da wundert mich die Ausbreitung des Virus nicht

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@bachforelle49

Wohl eher eine selten blöde Frage. Oder willst du ernsthaft jeden Tag Rumänien und zurück machen, mit dem Bus?

Und was hätte die Abholung mit dem Bus mit der Wohnraumsituation zu tun, auf die du umgeschwenkt bist?

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@Bitterkraut

das ist doch ganz einfach: es geht um die Unterbringung in neue Wohnungen im Umfeld des Ortes, ganz normal, Hauptsache weg von diesen "Massenunterkünften", da der Arbeitgeber, also "Tönnies", diesen Nimbus mit "Fremdarbeitern" geschaffen hat, weil deutsche Kräfte für die Arbeit nicht zur Verfügung stehen, wäre eine Alternative zum teuren "Pendeln" (Pendler), eben dieser "Werkbus", der sie ab einer Sammelstelle in Umkreis + Umfeld der Arbeitsstelle abholt.. wie kommst du denn jetzt auf die "Schnap*sidee", daß sie jetzt dann von Rumänien usw.. abgeholt werden, usw.. usw ..!?.. mir ein Rätsel.. du hast leider überhaupt keine Phantasie, + natürlich hat die Arbeit bzw. die Abholung was mit "Wohnung" zu tun...

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von der Unterkunft/Wohnung zur Arbeitsstelle natürlich !

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