Sind bandagen schlecht?

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5 Antworten

Sowohl Bandagen als auch Gamaschen sind schlecht für die Pferdebeine.

Das Problem ist, dass sie die Sehnen erhitzen - und die halten nicht allzu hohe Temperaturen aus. Sehnen bestehen aus Eiweißen - und Eiweiße zersetzen sich aber einer Temperatur von ca. 40 Grad. Heißt also, ab 40 Grad unter der Bandage verkleben die Sehnen - denn erst lösen sich die Eiweiße auf, und irgendwann kühlt es ja auch wieder ab, sprich die Sehnen werden instabil und kleben dann zusammen.

Diese Temperatur ist unter Bandagen und Gamaschen ruckzuck erreicht - dafür bedarf es höchstens wenige Minuten.

Verklebte Sehnen sind natürlich alles andere als gesund - deshalb die Sehnen stärken (z.B. durch Schritt auf Asphalt), Eisen abnehmen, damit das Pferd den Boden unter sich auch fühlen kann und der Hufmechanismus funktioniert und die Erschütterung für die Gelenke nicht mehr so krass ist, und vor allem Gamaschen und Bandagen weglassen.

erstmal danke für deine antwort <3

also meinst du die erschütterung ist höher wenn eisen drauf sind ?

ich mach halt immer gamaschen drauf beim springen

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@DanaCa

Wenn du nicht gerade sonderlich hoch springst, brauchst du auch da nicht zwingend Gamaschen.

Natürlich ist die Erschütterung höher, wenn Eisen drauf sind. Eisen ruinieren dem Pferd die Gelenke - es kann nicht mehr abrollen, der Hufmechanismus funktioniert nicht mehr, der Strahl verkümmert, das Horn wird bröckelig, weil es keinen Abrieb hat, bei jedem Schritt kann das Pferd NICHT fühlen, wo es aufkommt, d.h. kleine Hufgeschwüre z.B. von Steinen, bleiben unentdeckt, ebenso wird durch diese Unvorsichtigkeit der Huf nicht mehr vorsichtig abgesetzt und entsprechend wesentlich mehr Erschütterung in den Gelenken.

Und das ist sicher nicht alles, was Eisen am Pferd kaputt machen...  Die Frage ist halt, wofür ein Freizeitpferd Eisen als Abriebschutz braucht - wo man 99% der Sachen doch wirklich mit korrekter Bearbeitung wieder hinbekommt. Früher dienten sie als Abriebschutz, zu Recht. Da liefen die Pferd aber auch den kompletten Tag durch verdammt wechselhaftes Gelände. Und heute? Die eine Stunde am Tag im Sand...

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Unsere Haben Eisen weil wir eigentlich nur ausreiten oder Kutsche fahren und wenn du erst mal 4-5 km auf der Straße reitest und dann auf Schotter ist der Hufabrieb doch schon sehr groß

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@Andrea275

Die Frage ist, ob du das täglich machst und bereit bist umzudenken.

Meine Huforthopädin erzählt immer wieder gerne von einem Kundenpferd. Ein Friese, also sowieso schonmal schwierige Hufe, wie ich finde. Der Mann reitet ausschließlich im Gelände mit sehr viel Asphalt - trabt und galoppiert auch auf Asphalt und Schotter. Durch korrekte Bearbeitung ist das möglich und das Pferd hat top Hufe.

Der Abrieb selber ist meistens gar kein Problem - denn der Huf passt sich auf Dauer dem Boden an. Wenn du also mehrere km auf Asphalt und Schotter mit dem Pferd läufst, wird das Horn auch entsprechend härter, bzw. es wächst härteres Horn nach. Das ist leider das, was die meisten nicht verstehen. Härteres Horn hat weniger Abrieb, eben weil es sich dem Boden anpasst. So sind die Hufe im Sommer tendenziell härter und im Winter weicher.

Ob die paar km auf Asphalt und Schotter nun ein Grund für Eisen sind, muss sich jeder selbst überlegen. Für mich wäre es definitiv kein Grund für Eisen - dafür sprechen für mich persönlich zu viele Gründe gegen Eisen. Ich will gesunde Gelenke, idealerweise die ideale Kombi zwischen Abrieb und Wachstum, harte Hufe mit einer (für das Pferd entsprechend) korrekten Stellung. Dadurch, dass ich all dies niemals mit Eisen erreichen werde, kämen Eisen für mich nie in Frage. Dafür gibt es dann mittlerweile doch zu gute Hufschuhe, die vor viel Abrieb schützen und die Gelenke eben nicht kaputt machen. 

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@Punkgirl512

im Printip ist die Anpassung des Hufhorns möglich...

ABER

sie dauert eine komplette Wachstumsperiode, also, bis der Huf vom Kronsaum bis zum Boden runter gewachsen ist und bei älteren Pferden auch oft noch länger, weil der Stoffwechel auch mit dem besten Mineralfutter nicht mehr so 100%ig funktioniert

ich mach meinen Senioren (26-31 JAhre) dann Hufschuhe drauf

NIE im Leben würde ich ein Pferd auf Schotter oder Asphalt galoppieren - egal ob mit oder ohne Hufschutz !  (Auch Trab vermeide ich nach Möglichkeit)

Du turnst ja auch auf Matten und/oder Schwingboden und nicht auf Beton.....

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@Heklamari

Nun, kurzzeitig kann man durchaus mal auf Asphalt traben und auch galoppieren - ausgehend von gesunden Beinen. In der Geschichte geht es darum, dass dieses Pferd durch korrekte Hufbearbeitung, ohne Schaden davon zu nehmen, dies tun kann - nicht, dass das jetzt jeder nachmachen soll ;)

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Hallo, 

leider sind Bandagen (Gamaschen übrigens auch) wirklich schlecht, weil sie dem Pferd schaden. Die Blutzirkualtion ist gestört, es staut sich Hitze drunter wodurch die Sehnen verkleben, was sie schneller reissen lässt. Zudem erfüllen sie ihren Zweck letztlich doch nicht. Wenn das Pferd sich ordentlich das Bein anhaut, dann hat es auch mit Bandagen eine Prellung. 

Mit freundlichen Grüßen

VanyVeggie

Danke (:

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Es sind Gamaschen und Bandagen schlecht :( Weil es Sehnen verklebt und sich die Hitze darunter Staut.

 Ohne Bandagen und Gamaschen reiten ist also immernoch am Pferdefreundlichsten. 

Ich war als ich dass gehört habe auch ziemlich geschockt. Aber ja...ich weiß nicht genau ob es Schlimm ist wenn man es hin und wieder mal macht so wie sagen wir mal 1-2 mal im Monat. Aber sonst einfach beides weglassen :)

würdest du es dann im springen dranmachen 1 mal die woche ? (:

Danke <3

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@DanaCa

Dann würde ich erstmal so wenig wie möglich die Gamaschen und Bandagen benutzen und wenn du dass nächste mal einen Check beim Tierarzt hast mal da nach fragen ^^

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Hay

Beides dient zum Schutz der Beine, ob beim Springen, im Gelände, oder bei der Dressur z.B. bei Seitwärtsgängen, zudem bei unsicher tretenden Jungpferden, oder bei Pferden mit Eisen:)

Zumeist werden Gamaschen benutzt, da sie leichter und schneller anzulegen sind, als Bandagen. Bandagen dienen eher dem Schutz- und Schönheitseffekt, wobei man sie falsch binden kann und es dann im schlimmsten Fall zu Blutstau oder einfach nur zu Druckstellen kommen kann, was auch nicht schön ist. Bei Gamaschen hingegen kann man nicht ganz so viel falsch machen und sie sind härter, was ich persönlich als sicherer empfinde, falls sich das Pferd mal selber tritt.

Beides jedoch erhitzt das Bein und erwärmt die Sehnen, deswegen sollten vorallem Bandagen! Gamaschen natürlich auch direkt nach dem Reiten abgenommen werden, es sei denn sie werden aus gesundheitlichen Gründen getragen.

Ich hoffe ich konnte weiterhelfen

LG verena2016

Allerdings verkleben die Sehnen auch während des Reitens, weshalb schnell runter nehmen auch nicht viel Schadensbegrenzung bringt. Daher am besten gar nicht erst anlegen und das Pferd einfach nicht so aus der Balance bringen, dass es sich tritt. Auf der Weide passiert ihm das ja auch nicht, es sei denn, es hat funktionsuntüchtige Hufe.

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Hallo :)
Irgendjemand hat in die Welt gesetzt das Bandagen schlecht sind und jz glauben das viele Leute! Bandagen sind zwar nicht so optimal für das Pferdebein aber solange man Bandagenunterlagen verwendet und die Bandage nicht alt zu lange oben lässt dann ist das auch nicht wirklich schlimm. Viele Profi-Reiter benutzen Bandagen und die haben ja wohl Ahnung! Ich benutze auch keine Bandagen da es mir zu aufwendig ist immer nach dem reiten die Bandagen aufzurollen... Aber wenn du die Bandagen nicht zu lange (nicht länger als 3-5 Stunden oben hast ist das nicht so schlimm) ich hoffe ich könnt deine Frage beantworten. (Alle die meinen es besser zu wissen bitte spart euch eure Kommentare einfach weil ich habe schon ein bisschen Ahnung von Pferden DANKE ) lg

Dankeschön <3

und ist es bei Gamaschen gleich ? (:

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Bei Gamaschen ist es nicht so schlimm weil sie das Pferdebein nicht so stark überhitzen wie Bandagen. Am besten sind Lammfellgamaschen weil die funktionieren wie eine Klimaanlage. Aber auch nicht zu lange oben lassen 😉

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Die Profireiter reiten genauso auch in Rollkur, blockieren die Gäule mit einer festen Hüfte, stochern die Sporen rein und reiten komplett auf der Vorhand. Tolle Profireiter - genau von denen muss man sich das abgucken!

Es war nicht irgendjemand, der das in die Welt gesetzt hat, sondern Wissenschaftler.

Bandagierunterlagen bringen rein gar nichts dabei - auch dabei erhitzen sich die Sehnen, die Sehnen werden wabbelig und verkleben anschließend. Und das bereits innerhalb weniger Minuten.

Und warum? Weil Sehnen aus Eiweißen bestehen und diese sich ab 40 Grad auflösen - deshalb ist übrigens Fieber bei Säugetieren so gefährlich, wenn es über 40 Grad geht.

Deine fundierte Begründung, dass die Profireiter das ja auch so machen und es deshalb nicht so schlimm sein kann, zeugt von sehr viel Ahnung von Pferden - und viel Interesse an wissenschaftlichen Arbeiten.

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Genau, Du hast schon ein bisschen Ahnung von Pferden.

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