Sind Autos mit längerem Vorderteil sicherer?

Motor  - (Auto, Polizei, Auto und Motorrad)

8 Antworten

Theoretisch nicht unbedingt.

Wenn nämlich Fahrzeuge wie BMW und Mercedes diesehr lang bauenden 6-Zylinder-Reihenmotoren unter der Haube haben wird der Verformungsraum ("Knautschzone") spürbar eingeschränkt. Blech kann verformt werden, der stabile Motorblock nicht. Er "raubt" sozusagen Kautschone, kann in den Fahrgastraum eindringen.

Zumindest theoretisch wäre es also am Allersichersten den kleinst möglichen lieferbaren Motor für das jeweilige Modell zu bestellen. Praktisch wurde noch nie ein vergleichender Crashtest zwischen der Kleinsten und der Größten Motorvariante eines Modells durchgeführt.

Dass ein Auto mit einem langen Vorderbau nicht unbedingt sicherer ist als eins mit einem kurzen Vorderbau, siehst Du beim Offset-Crash im folgenden Video:

https://www.youtube.com/watch?v=emtLLvXrrFs

Der Renault Modus verteilt die punktuelle Aufprallenergie über die Front und besitzt eine steife Fahrgastzelle, dringt dabei überraschend tief in den Volvo ein. Die Insassen des Volvo hätten hierbei schwere Beinverletzungen davon getragen, diejenigen des Renault vermutlich nicht. Warum schneidet der Volvo mit dem langen Vorderbau so schlecht ab?

Des Rätsels Lösung: der Volvo wurde zu einer Zeit gebaut als PKW noch nicht auf einen standardisierten NCAP-Crashtest hin optimiert wurden. Der Renault dagegen holte im Crashtest die Maximalwertung von 5 Sternen. Er holt also das Maximum aus seinem kurzen Vorderbau.

Ein weitverbreiteter Irrtum ist übrigens, dass schwere Geländewagen automatisch sicher sind. Bei älteren Modellen ist genau das Gegenteil der Fall:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13681204.html

 

Ungleiches Duell

Der erste unabhängige Crashtest eines Nissan Patrol zeigt: Geländewagen sind gefährlicher als angenommen.

Es war der Kampf der Häuptlinge. An ein Drahtseil gebunden, standen sie sich gegenüber. Links: Deutschlands meistverkauftes Auto, der Golf von VW. Rechts: das angeblich sicherste Auto überhaupt, der Nissan Patrol.

Dazwischen, auf dem DEKRA-Testgelände in Neumünster unterirdisch eingemauert, ein Panzermotor mit 1300 PS, ebenfalls an das Seil angeschlossen. Die zweckentfremdete Kriegsmaschine holte beide Enden des Seils ein. Mit je 50 Stundenkilometern sausten die angebundenen Rivalen aufeinander los.

Das ungleiche Duell, veranstaltet vom ADAC und dem Fachblatt Auto Bild, sollte Klarheit in eine umstrittene Unfallanalyse bringen, welche die Zeitschrift Focus im Juli veröffentlicht hatte. Darin war der Verkehrsforscher Klaus Engels von der Universität Köln nach Auswertung von über 100 000 Unfällen aufgrund schwer durchschaubarer Erfahrungswerte zu einem scheinbar klaren Ergebnis gekommen: Focus kürte den Geländewagen Nissan Patrol zum "sichersten Auto".

Die Reaktionen waren geteilt. Nissan pries den "renommierten Unfallforscher" Engels. Anders die Autoversicherer: Vor "unkontrollierten Verzerrungen" warnte Klaus Langwieder, Sicherheitsforscher im HUK-Verband. Viele Resultate des Reports bezeichnete er als "abwegig in bezug auf technische Sicherheit".

Mehr Aufschluß gibt der Crash. Beim seitlich versetzten Frontalzusammenstoß gegen den VW Golf schien es, als sei der gleichsam gepanzerte Nissanfahrer in absoluter Sicherheit. Wie ein Rammbock schob sich der schwere Koloß durch den Motorraum des Golf. Bis zum Armaturenbrett drang seine Stoßstange in den VW ein.

18 Zentimeter weit schob sich der Golf-Armaturenträger nach innen. Trotz Gurt knallte der Dummy mit dem Kopf gegen die weit nach hinten gedrückte Scheibe. Die Aufprallsensoren meldeten eine Kopfverletzung mit dem Dreifachen der tödlichen Dosis. Nicht einmal mit Airbag, urteilen die Testingenieure, würde der Golf-Fahrer einen solchen Zusammenstoß überleben.

Doch auch am Steuer des äußerlich weitaus weniger demolierten Nissan säße nach dem Zusammenstoß ein Toter. Während sich der schwere Geländewagen, scheinbar unverletzlich, über den VW schob, stießen seine Innereien auf Widerstand. Der verendende Golf stemmte seinen Motorblock gegen das Lenkgetriebe des eindringenden Allradgiganten. Der Schlag übertrug sich durch die Lenksäule. Das Lenkrad schoß empor und traf den Kopf des in den Gurt sackenden Patrol-Fahrers mit einer Wucht, die um die Hälfte größer war als der lebensbedrohende Grenzwert - ein tödlicher Kinnhaken.

Bei einem anderen, mit einem zweiten Patrol gefahrenen Aufpralltest - mit 50 km/h gegen die starre Wand - hatte der Fahrer zwar bessere Überlebenschancen. Doch seine Aussichten, den Unfall, wie in vielen gewöhnlichen Limousinen, ohne ernste Verletzung zu überstehen, waren gleich Null: Der Patrol, der den Golf glatt niederbügelte, brach an der starren Betonwand, vom eigenen Gewicht zerdrückt, zusammen "wie ein Kartenhaus" (Auto Bild). In der zerquetschten Fahrgastzelle signalisierte der Test-Dummy schwere Schäden an Kopf, Bauch und Becken sowie Verstümmelungen der Füße.

Trügerisch ist also das Sicherheitsgefühl, das durch die große Masse der Aufbauten vermittelt wird, bei vielen Leuten zentrales Motiv für den Kauf eines schweren Geländewagens

Also ja, an sich bietet diese "extra Knautschzone" auch mehr Sicherheit für den Fahrer. Aber natürlich spielen auch andere Faktoren eine Rolle, wie Geschwindigkeit, Art des Unfalls, Material (Aluminium oder Stahl), Aufbau... Es gibt einfach hier auch bessere und schlechtere Marken. Nicht umsonst gilt beispielsweise der Volvo als eines der sichersten Autos und nicht umsonst gibt es bei Volvo keine kleinen Autos (selbst der neue Kleinwagen ist ziemlich groß).

Ein aber auch sehr sicheres Auto ist der Smart, weil er so klein ist. Der Smart entspricht einem Überrollkäfig und bei schweren Unfällen "fliegt" er quasi weg (wenn er nicht eingeklemmt wird). Damit entstehen weniger Schäden für den Menschen, als wenn das Auto nachgibt.

Vermutlich hat eine längere Motorhaube ein gewisses Potential. Allerdings liegt unter so einer Haube auch ein Motor und der verformt sich beim Unfall vermutlich wenig und schiebt sich einfach zurück.

Vergleiche ich das ganze aber mit einem Smart bei dem meine füsse gefühlt vorne ans Blech treten würde ich annehmen das die Motorhaube des Mercedes eine gewisse Kraft mehr absorbieren kann bevro es in den Fahrerraum geht.... aber es schiebt eben auch mehr Masse.

Für sowas gibts dann Crahstests ^^

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