Sind Auszubildende heute verwöhnter als vor 20 oder 30 Jahren?

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11 Antworten

Früher haben Eltern zu ihren Kinder bzw. Jugendlichen gesagt, dass was der Lehrer bzw. der Ausbilder sagt wird darauf gehört. Da wurde das Wort Respekt groß geschrieben und da wusste jeder wie er sich zu benehmen hat.

Heute heißt es bei den meisten Eltern, wenn der Lehrer oder der Ausbilder was negatives sagt, den zerren wir dann vor Gericht. Da gibt es das Wort Respekt nicht mehr in ihrem Wortschatz, sondern nur noch die Rechte, aber nicht die Pflichten.

Viele Eltern sind in der heutigen Zeit mit der Erziehung ihrer Sprösslinge überfordert, da beide Elternteile Vollzeit arbeiten gehen haben sie doch auch keine wirkliche Kontrolle was ihre Kinder den ganzen Tag so treiben.

frustrato 07.07.2017, 18:16

Aber Beleidigungen sollte zb. hätte sich ein Lehrling auch früher nicht gefallen lassen müssen

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loema 07.07.2017, 18:58

Ach der Grund liegt bei den Frauen, die vollzeit arbeiten?

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Ich habe meine Ausbildung Anfang der 80er Jahre in der öffentlichen Verwaltung gemacht und seit Ende der 80er bilde ich selber aus. Ich habe also Generationen kommen und gehen sehen. Ich habe schon die Erfahrung gemacht, dass es Veränderungen gibt. Als ich gelernt habe, gab es kein Internet aber ich habe oft das Gefühl, dass ich damals über den Beruf besser informiert war, als heute. 

Ich hatte tatsächlich schon Azubis, die nicht wussten, dass mit Gesetzen gearbeitet wird und man auch mal mit Bürgern/Antragstellern persönlichen und nicht nur Online Kontakt tat. Pünktlichkeit ist trotz Gleitzeit nur beim Feierabend wichtig. Und wenn man mal was sagt, wird gleich "Mobbing" geschrien. 

Früher hat man den Vertrag unterschrieben und die Ausbildung auch durchgezogen. Kündigen kam einem gar nicht in den Sinn. Bei uns werden jedes Jahr 20 Azubis eingestellt. In meinem Jahrgang haben 19 die Ausbildung durchgezogen (Eine wurde vorher schwanger). Heute sind 4-5 schon während der Probezeit weg und  weitere 4-5 brechen später ab. Ich hatte schon einen Praktikanten, der 5 Ausbildungen abgebrochen hat. Das hätten unsere Eltern niemals mitgemacht. 

Damals wie heute gab es für die 20 Ausbildungsplätze rund 600 Bewerber. Aber heute fallen wesentlich mehr bei den Einstellungstests durch. Grundrechenarten oder Rechtschreibung sind oft katastrophal. Und auch das Sozialverhalten lässt oft zu wünschen übrig. 

Aber versteh mich nicht falsch. Die meisten Azubis wissen schon worauf sie sich einlassen und es klappt auch mit der Ausbildung ganz gut. Auch früher gab es "Ausreißer" nur habe ich den Eindruck, dass es mehr geworden ist. 

frustrato 07.07.2017, 19:38

Ich kenne das leider auch noch heute, bin beleidigt wurden, und wurde wie der letzte Dreck behandelt. Arbeitszeiten von 8 bis 18 Uhr und jeden 2 Samstag.  Ich habe einen sehr autoritären Vater und habe auf Ihn gehört im 3 Ausbildungsjahr hat es mir gereicht , ich habe mich mit meinen Eltern gestritten, sie wollten unbedingt das ich zur Abschlussprüfung gehe. Ich war bis dahin kein aufmüpfiger Junge ganz im Gegenteil, habe alles mitgemacht Überstunden ohne Ausgleich etc. Nur im 3 Lehrjahr bin ich beleidigt wurden als zu blöd etc obwohl ich mir für diese Asi Firma den Arsch aufgerissen habe. Ich war so gefrustet das ich durch die Abschlussprüfung als einziger durchgefallen bin; im nach hinein nagt es noch ein bisschen an mir , weil es muss schon was kommen bis ich so reagiere und ein Scheiss egal Gefühl bekomme.
Heute bin ich meinen eigenen Weg gegangen und bin Betriebswirt. Man kann nicht alles pauschalisieren wenn einer nicht besteht er nicht Ausbildungsfähig ist. Aber ich gebe Dir in gossen und ganzen Recht. Aber letztendlich hat mir mein durchhalten damals auch nicht geholfen.

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Ich denke, wie waren früher nicht so aufklärt und eher "Obrigkeitshörig". Auch die Erziehung war strenger, man hätte sich nicht getraut den Lehrer oder Ausbildern zu widersprechen, selbst wenn man stark vermutete, dass es widerrechtlich war.

Heute, jedoch scheint es gerade umgekehrt, dass sich manche / viele Jugendlichen einseitig Ihre Vorteile herauspicken wollen, Ihre Pflichten jedoch oft nachlässig nachkommen. Oft läßt die Erziehung der Wertschätzung zu wünschen übrig.

Das stimmt, früher hatten die Auszubildenden auch viel weniger Rechte. Da war man froh, wenn man einen guten Ausbildungsplatz bekommen hat. Und die Höflichkeit gegenüber Älteren ist natürlich heutzutage sehr weit unten.

Manche können sich eben nicht benehmen, und glauben, sie wären die Besten.

gretchenklein 07.07.2017, 16:44

Manche können sich eben nicht benehmen, und glauben, sie wären die Besten.

Meine Erfahrung mit vielen Auszubildenden hat gezeigt, dass sich die Jugendlichen sehr wohl benehmen können, wenn sie über ein gewisses Maß an Bildung verfügen und Freude an ihrer Arbeit haben. Ich habe noch keinen einzigen Auszubildenden in meiner Abteilung gehabt, der sich nicht benehmen konnte. Das schlechte Benehmen ist eher in den unteren Schichten anzufinden und bei den Kindern, die zu Hause keine Aufmerksamkeit erhalten.

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loema 07.07.2017, 18:27
@gretchenklein

Gutes Benehmen hat nichts mit dem Grad der Bildung zu tun.

Auf der Förderschule für geistige Entwicklung werden die Schüler von Praktkumsbetrieben meist sehr für gute Umgangsformen gelobt. 

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frustrato 07.07.2017, 18:04

Aber wenn die Ausbilder früher härter zu den Auszubildenden waren , dann wären diese wohl Asozialer als die Auszubildenden. Also Asozialer als die Ausbilder von heute

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Sieht man auch immer an die "dürfen die Lehrer das" fragen die von Schülern hier gestellt werden.

Das ist die heutige "jeder bekommt nen preis" Generation. Gemischt mit ungeregelter Internet Nutzung von klein auf. 

Meiner Ansicht nach.

Die kids haben nie wirklich gelernt das es sinnvoll ist sich in gewissen Situationen unterzuordnen. Wie auch. Wer z.b. viel Zeit im sozialen Netz verbringt wird es nicht lernen weil hier sind wir alle gleich und Auf einer ebene. 

Aber eben nicht in der realen Welt.

Vielleicht haben sie auch nie wirklich den Sinn von "taten haben Konsequenzen" bekommen. 

Viele dieser kids müssen wahrscheinlich erstmal richtig auf die fressen fallen weil sie es als Kinder nicht konnten.

gretchenklein 07.07.2017, 16:46

Und genau da setzt die berufliche Ausbildung an. Die Werte, die Kindern in der Schule und im Elternhaus nicht vermittelt wurden, lernen viele erst in der Ausbildung. Dass es da auch schon mal Reibungspunkte gibt, ist doch absolut richtig und gut. 

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FouLou 07.07.2017, 17:10
@gretchenklein

Das ist korrekt. Aber wir sprechen hier von 15-18 jährigen die diese werte eigentlich schon besitzen sollten.

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frustrato 07.07.2017, 18:03

Ja , sollte man aber früher kannte wohl nicht jeder den Wert. Weil Sie nicht so aufgeklärt waren

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Verallgemeinern kann man da sicher nicht, zumal ein Azubi im Malerhandwerk sicherlich anders gestrickt ist und auch mit anderen Vorgesetzten zu tun hat, als ein Azubi in der öffentlichen Verwaltung.

Aber worauf zielt deine Frage eigentlich? 

Du schreibst: "Ich lese immer wieder das Auszubildende mit frechen Auszubildenden nicht klar kommen"

Was hat das denn mit deiner Frage zu tun?

frustrato 07.07.2017, 18:08

Na ja das heute eben viele Ausbilder sich nicht so durchsetzen, wie früher und sich nicht trauen gegen freche Auszubildende durchzusetzen

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Vor 20,30 Jahren hat's mal einen hinter die Löffel gegeben.

Auf der Lehrstelle und bekamen die Eltern Wind davon, auch noch daheim!

Tatsache ist,dass die Jugendlichen von damals mehr Respekt hatten.Heute werden Ihnen Zuhause oftmals die entsprechenden Werte nicht mehr vermittelt.

gretchenklein 07.07.2017, 16:42

Die Jugendlichen von "damals" hatten ganz sicher nicht mehr Respekt, sondern einfach mehr Angst. Respekt muss man sich verdienen. Das war früher so und ist heute nicht anders. Nur weil ich Schläge verteile, habe ich mir keinen Respekt "erarbeitet".

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lisfi 07.07.2017, 16:51
@gretchenklein

Ich bin eine Jugendliche von damals und ich versichere dir,wir hatten mehr Respekt.Es wurden ja nicht überall Ohrfeigen verteilt.

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Annelein69 07.07.2017, 16:54
@gretchenklein

Nun,ein wenig Angst vor der "Obrigkeit"schadete früher nicht und heute auch nicht.

Hier geht es ja nicht darum,dass man "Schläge"in diesem Sinne verteilt wie du das anbringst.

Wir hatten Respekt vor den Älteren,Lehrern,Ausbildern und das hatte nichts mit Angst zu tun.

Es hatte damit etwas zu tun,dass uns diese Werte "früher"noch vermittelt wurden.In der heutigen Zeit,geht vieles unter.

Das hat auch nichts mit der unteren Schicht,oder mit schlechter Bildung ,wie du es oben geschrieben hast,zu tun.

Nicht alle,die du so nennst,sind Respektlos,frech oder faul!!

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lisfi 07.07.2017, 17:23
@Annelein69

Es gibt heute so unglaublich viele Jugendliche die nicht mal die Grundschule schaffen und nicht ausbildungsfähig sind.Früher gabs weder depressive noch magersüchtige oder Mobbingopfer oder sich ritzende Kinder . Wer nichts im Kopf hatte,der hatte Arme und Beine zum Arbeiten.

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loema 07.07.2017, 18:35
@lisfi

Die Intelligenz hat sich nicht verändert seit damals.

Und psyische Erkrankungen gab es auch bereits.

Auch im Kindesalter.

Und Mobbing ist nur ein neuer Begriff. Ausgrenzung und perfide Machtdemonstration ist keine neue Erfindung.

Auch Selbstverletzung und Selbstverstümmelung gab es.

Und wer heute wenig schuliches Wissen speichern konnte bekommt keine Ausbildung.

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Da herrschte noch Zucht und Ordnung ...und auch mal eine kleine Prügelstrafe.Heutzutage brauchst Du die nur schief angucken und am nächsten Tag kommen die nicht mehr.

loema 07.07.2017, 18:50

Fandst du Zucht gut?

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GenLeutnant 08.07.2017, 13:10
@loema

Natürlich.Wenn es angebracht war,auf jeden Fall.

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Ja. Es war teilweise umgekehrt.
Das war teilweise sehr sehr schlimm damals.
Also das andere Extrem.

lisfi 07.07.2017, 17:32

Es war nicht schlimm,früher tat man einfach das,was man tun mußte.Es war selbstverständlich sich etwas sagen zu lassen.Jeder wurde irgendetwas Nützliches und wenn es Knecht auf einem Bauernhof war.Unter ihrer Lehre haben weniger gelitten als heute-viel weniger.

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loema 07.07.2017, 17:59
@lisfi

Bitte um Quellengaben deiner These.

Je nachdem wie weit du zurück gehst in der Zeit gab es Schläge, Demütigung und Ausbildungsfremde Tätigkeiten ohne Ende.

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frustrato 07.07.2017, 18:12

Ja, ich habe gehört das auch noch in den Achtziger Jahren, Essenszeit holen musste , Müll wegbringen. Und der Umgangston ein anderer war

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Ja das ist so. Die Menschen haben sich generell in diese Richtung verändert.

Die Generation meiner Großeltern hat von ihrem Lehrherrn sogar noch eine Ohrfeige bekommen, wenn ihm etwas missfallen hat.

gretchenklein 07.07.2017, 16:40

Zum Glück hat sich das heute geändert. Ich finde es gut, dass Auszubildende sich nicht mehr alles von ihren Lehrherren gefallen lassen. Früher musste man im ersten Lehrjahr nur Botengänge machen und Kaffee kochen bzw. putzen. Die Auszubildenden sind heute deutlich besser gebildet und haben in ihrer Ausbildung mehr gelernt als früher. Ausnahme: Menschen, die sowieso keine Lust auf eine Ausbildung haben.

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lisfi 07.07.2017, 16:56
@gretchenklein

Schon wieder so ein seltsames Vorurteil,nein wir haben in allen 3 Lehrjahren keine Botengänge gemacht,keinen Kaffee gekocht und keinen Fußboden geputzt.Und blöd war auch niemand.Das war 1964

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Spassbremse1 07.07.2017, 17:02
@gretchenklein

Danke für deine Meinung - jedem so wie es ihm möglich ist.

Wer soll denn die Botengänge etc.machen? Die teuren Akademiker und ausgebildeten Vollkräfte?

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frustrato 07.07.2017, 17:58

wie kommt das? Und warum waren die Auszubildenden früher nicht so Selbstbewusst

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loema 07.07.2017, 18:49
@frustrato

Früher war körperliche Züchtigung nicht verboten.

Eltern, Lehrer, Meister durften draufhauen, Ohren ziehen, etc.

Eine Atmosphäre der Angst war möglicher als heute.

Eltern liessen dass zu, weil sie dachten, dass es sicherlich gute Gründe dafür gab.

Als Schüler, Kind oder Azubi hatte man keine Rückendeckung.

Man musste da durch.

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frustrato 07.07.2017, 18:10

na ja mein Vater hat 1987 die Ausbildung gemacht, und der musste auch zur Post, Essen für die Gesellen mitbringen und den Müll auslehren

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Um den Koeffizienten der aktuellen Ausbildungsrate genau zu bestimmen, wird die Synchronität mit allgemeinen Studien benötigt. Dabei ist es wichtig auf das allgemeine Sicherungsbildnis und Wohlbefinden der Auszubildenen zu achten. 

Ergo es liegt ganz daran wie gut du in der Schule aufgepasst hast.

Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen.

frustrato 07.07.2017, 18:05

ja danke aber dann waren Sie früher wohl nicht so aufgeklärt.

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loema 07.07.2017, 18:53

Bitte lerne die Bedeutung der Fachbegriffe/ Fremwörter von denen du denkst, ddass sie gut klingen.

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