Sind Aus/Weiterbildungen genau so gut, wie das Studium?

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9 Antworten

Das kann man in keinem Fall gleichstellen. Die von dir benannte Verhaltenstherapie fällt da auch raus weil dem ein Psychologiestudium vorausgeht sowie die Approbation zum psychologischen Psychotherapeuten.

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Das Problem mit all diesen Berufsbezeichnungen ist, dass sie nicht geschützt sind. Jeder kann sich "Tanzpädagoge" oder "Theaterpädagoge" nennen, egal, welche Ausbildung er absolviert hat - und sogar dann, wenn er gar keine absolviert, sondern sich das Ganze im Selbststudium beigebracht hat.

"Staatlich anerkannte Erzieherin" oder "Diplom-Sozialpädagoge" bzw. "Bachelor oder Master of Arts" sind hingegen geschützte Berufsbezeichnungen, und man würde sich strafbar machen, würde man sich ohne entsprechendes Zeugnis so nennen.

Heißt: Du kannst all die oben genannten Titel als Zusatzausbildung erwerben. Als Erzieherin mit einer solchen Zusatzausbildung hast du in aller Regel in den klassischen Arbeitsfeldern mindestens ebenso gute Chancen, wie mit einem Studienabschluss.

Im Bereich Theaterpädagogik gibt es eine Möglichkeit, die Qualität der Ausbildung nachzuweisen, indem man die Ausbildung beim Bundesverband Theaterpädagogik (BUT) macht. Man erwirbt die Berufsbezeichnung "Theaterpädagoge/ -in (BUT)", welche in dieser Form geschützt ist.

Ganz grundsätzlich kannst du davon ausgehen, dass Studiengänge immer theorielastiger und wissenschaftlicher sind, während die Weiterbildungen viel stärker praktischer Natur sind.

Was wiederum für ein Studium und gegen eine Weiterbildung sprechen kann, sind die Kosten. Die Fortbildungen kosten richtig Geld, das in aller Regel nicht vom Arbeitgeber im Rahmen der Weiterbildung gezahlt wird.

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Indy14 22.03.2014, 21:54

Also sind die Weiterbildungen durch den hohen Praxisbezug eigentlich vom Arbeitnehmer lieber gesehen? Es heißt zumindest, dass Praxisbezug überall lieber gesehen ist. Gut das mit den Kosten stimmt, das kommt aber immer auf den Träger an, denke ich und welche Interessen sie haben. Außerdem denke ich, wenn man eine Weiterbildung wirklich möchte, kann man auch irgendwie das Geld dafür aufbringen. Ich würde dann aber auf jeden Fall wie du geschrieben hast nach solchen Verbänden suchen. Für Tanzpädagogik gibt es so einen Verband auch, habe ich schon gefunden. Aber deine Antwort beantwortet meine Frage doch eigetlich oder? Du sagst doch eigentlich, dass man dafür nicht studieren kann, sondern gleiche Chancen hat, als wenn man es studiert hat, vorraus gesetzt man sucht sich entsprechende Verbände, richtig?

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Jule59 23.03.2014, 13:31
@Indy14

Nach meiner Erfahrung sind in der Praxis Leute mit Zusatzausbildungen lieber gesehen - nicht zuletzt deswegen, weil sie meist trotz dieser billiger sind, als Akademiker.

Letztere finden sich demzufolge auch eher im administrativen Bereich wieder als in der erzieherischen Praxis.

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Die Antwort lautet am ehesten "Jein". Natürlich wird meistens am Ende ein Studium höher eingeschätzt als eine Ausbildung mit Fort/Weiterbildungen. Andererseits hat jemand mit Aus- und Fortbildung(en) viel mehr praktische Erfahrungen, was viele Arbeitgeber wiederum schätzen und eben bei Studenten kritisieren, dass denen eben die Praxiserfahrung fehle. Es ist also sehr schwer, da ein Pauschalurteil zu fällen. Am Ende hängt viel davon ab, was Du beruflich machen willst. Wenn Du in leitende Positionen möchtest, ist oft ein Studium erforderlich, aber auch kein Muss.

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Indy14 20.03.2014, 10:01

Ja als Kindergartenleitung kann ich eine Weiterbildung an meiner jetzigen Schule machen. Aber die Frage ist, ob ich wenn ich z.B. Tanzpädagogik/therapie als Aus oder weiterbildung mache, dann müsste ich ja genau so wie nach dem Studium eben Tanztherapie machen können oder Tanzkurse anbieten oder nicht?

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Um es kurz zu mache, gilt in diesem Bereich:

Das Studium ist deine Eintrittskarte. ca. 90% der Jobs sind irgendwie abhängig von staatlichen Stellen (direkt angestellt oder gefördert). Und die verlangen dann einen Abschluss als Dip. Soz-Päd, Dipl. Psych oder eben andere STAATLICH ANERKANNTE Abschlüsse von Unis/Fachhochschulen.

Die Weiterbildungen sind die Dinge, wo du wirklich lernst, wie du arbeitest. Also die Praxis. Wenn du mal angestellt bist, wird dir ein Teil davon finanziert und du bekommst Bildungsurlaub dafür. Es wird erwartet, dass du so etwas machst.

Du wirst also beides brauchen. Und glaub mir, ich weiß wovon ich spreche: Ich wollte nie studieren, nur um einen offiziellen Abschluss zu bekommen. Habe also studiert, was mich interessiert hat und viele Fortbildungen etc. gemacht. Ich weiß von mir, dass ich mehr kann als viele, die "nur" ein Dipl. Soz-Päd/Psych. vor dem Namen tragen. Aber es ist ungleich schwieriger, beruflich sein Auskommen zu finden ohne diese Titel. Und frustrierend, wenn man privat oder beruflich auf sog. Sozialpädagogen etc. an staatlichen Institutionen trifft, die einfach nur Nieten sind - aber eben solche Jobs bekommen haben, weil sie diesen Titel tragen.

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Hallo,

ich denke, dass man mit Studium mehr Chancen hat, die Leistung höher bezahlt wird man mehr Berufsauswahl hat, als im Beruf der Erzieherin.

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Nein, die sind nicht gleichwertig, sonst könnte man ein und die selbe Prüfung nach den Bildungsmaßnahmen ablegen.

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Für all die von dir genannten Bereiche, ist der Pädagoge (in irgend einer Form) Voraussetzung und dann kann man die Weiterbildung dahingehend machen. Du wirst nicht um ein Studium herum kommen. Wenn du in die Richtungen streben willst.

Die Möglichkeit wäre noch, wenn du den "kleinen Heilpraktiker" nebenbei machst + Anerkennung und dann an die Weiterbildung denkst.

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Indy14 20.03.2014, 09:58

Ne das stimmt nich ganz, auf genug Seiten für Aus/Weiterbildung z.B. Tanzpädagoge/Therapeut, stand ganz klar, dass diese Aus/Weiterbildung auch Erzieher machen können. Man ist dann im Grunde auch "pädagoge" eine pädagogische Fachkraft.

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Indy14 20.03.2014, 10:03
@Kolja1205

Kein Problem, ich hab ja die Frage gestellt, man kann auch nicht alles wissen, gerade da die Qualifikation der Erzieher gerne unterschätzt wird.

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Grundsätzlich? Nein. Faustregel: Je höher der Bildungsabschluss, desto mehr Karriereperspektiven und je mehr Einkommen.

Aber fraglos gibt es auch mal Ausnahmen von der Regel. Speziell aber für deinen Bereich gibt es eigentlich eine deutliche Tendenz zur Akademisierung des gesamten Bereichs. Ohne Studienabschluss wird man heutzutage kaum noch Leiterin einer entsprechenden Einrichtung...

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Indy14 20.03.2014, 10:02

Welcher Einrichtung? Kitas werden nämlcih in der Regel von ausgebildeten Erzieherinnen mit weiterbildung zum Leiter geleitet.

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Atzec 20.03.2014, 10:35
@Indy14

Ich will mich hier auch gar nicht zum Arbeitsmarktexperten aufschwingen. So intensiv beschäftige ich mit dem Bereich auch nicht. Aber was ich so aus dem Augenwinkel mitbekomme, sind es gerade Kitas und vor allem Kindergärten, wo die Qualifikationsanforderungen zunehmend anziehen. Hintergrund: Der Bereich wird immer größer, damit bedeutender, aber auch konfliktträchtiger und damit formalisieren sich auch stärker die allgemeinen Anforderungen...

Letztlich habe ich auch nur den Grundsatz beschrieben. Wenn er dir nicht so zusagt, heißt das nicht, dass er nicht stimmt. Mit Studium hast du jedenfalls mehr Möglichkeiten und immer verheißungsvollere Durchsetzungschancen.

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Eine Aus/bzw Weiterbildung ist niemals mit einem Studium gleichwertig. Ein Erzieher ist ja auch etwas anderes als ein Sozialpädagoge?

Man darf nicht vergessen, es besteht ein klarer Unterschied zwischen staatlich anerkannt und schlichtweg nur anerkannt.

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Indy14 20.03.2014, 09:55

was soll das heißen zwischen staatlich anerkannt und nur anerkannt? Meine ausbildung ist staatlich anerkannt. Mache ich Aus/Weiterbildungen die staatlich anerkannt sind, was ist dann? Na ja ich kann eigentlich fast überall arbeiten, wo auch ein Sozialpädagoge arbeitet nur in bestimmten Bereichen kann ich nicht arbeiten und manche Einrichtungen suchen eben eher Sozialpädagogen als Erzieher. Die Frage war ja, ob ich mit den Aus/Weiterbildungen, das gleiche machen kann, wie wenn ich es studiert habe. z.B. Tanzpädagogik b.z.w. Tanztherapie.

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SheldonCooper21 20.03.2014, 10:03
@Indy14

Ein Abschluß einer Weiterbildung die nicht staatlich anerkannt ist, hat für staatliche Einrichtungen, für den Fall es ist eine Voraussetzung, keinen Wert. Zum Naturheilkundler benötigt man auch kein Medizinstudium.

Wenn du krank bist, zu wem wirst du gehen?

Sagen wir mal so, Tanzpädagogik oder Tanztherapie kannst du auch so machen? Unabhängig von jeweiligen Kursen?

Es kommt immer stark auf die Einrichtung an in der man angestellt ist?

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Indy14 20.03.2014, 10:06
@SheldonCooper21

Also heißt das, man könnte das im Grunde auch alles ohne Aus/Weiterbildung oder Studium machen, wenn die Einrichtung es zu lässt. Aber wenn ich eine staatlich anerkannte Aus/weiterbildung gemacht habe, dann werde ich von Einrichtungen anerkannt, ohne studiert zu haben. Hab ich das jetzt richtig verstanden?

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SheldonCooper21 20.03.2014, 10:15
@Indy14

Richtig =)

Hierbei geht es um den Nachweis einer fachlichen Ebene, denn immerhin kann jeder ein Seminar oder Weiterbildung veranstalten, was keinen Rückschluß auf den tatsächlichen Wert der Veranstaltung gibt.

Soweit ist staatliche Anerkennung der Türöffner, alle anderen sind mehr Druckerpapier als tatsächlich wertvoll.

Private Einrichtungen wie kirchliche haben weniger strenge Vorgaben, zahlen zum Teil aber weit unter dem Durchschnitt. (Mit dem "Ausbildungsgehalt" was mir die Kirche damals zahlen wollte, hätte ich mir nicht einmal die Monatsfahrkarte kaufen können)

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