Sind "Auswanderer" im weiteren Sinne nicht auch "Flüchtlinge"?

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10 Antworten

Wenn wir in Zukunft für alles nicht nur noch "Quaak" sagen wollen, wäre es gut, die Worte unserer Sprache differenziert zu benutzen und nicht durch Ausdehnen die Bedeutungen zu verwischen. Es gibt eh schon genügend Gründe, warum in den letzten Jahren die deutsche Sprache immer mehr an Kommunikationskraft verliert. Die Willkommen geheißenen Flüchtlingsströme werden das nicht verbessern. Wenn man schon keine klare Vorstellung mehr von Wortbedeutungen hat, sollte man wenigstens mal Google benutzen, um seine Sprache wieder auf Vordermann zu bringen. Da heißt es:

"Nach der Genfer Flüchtlingskonvention gilt als Flüchtling eine Person, die „vor Verfolgung wegen ihrer Ethnie, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt."

Dass im Zuge der ausufernden Willkommenskultur der Begriff "Flüchtling" überhöht und mit einem Heiligenschein umgeben worden ist, dass er undifferenziert auf alle Migranten unterschiedlichster Migrationsgründe angewandt wurde, das wird uns eh noch auf die Füße fallen, wenn sich deren Ansprüche und unterschiedlichsten Menschenbilder in den nächsten Jahren in konkreten Forderungen, auch von Gewalt begleitet, offenbaren. Dann wird uns die Differenzierung aufgezwungen.

Aus Deutschland muss niemand flüchten. Das war in der Nazizeit so und das Märchen, dass alle, die weg wollten, auch überall willkommen gewesen seien, ist historisch schon lange nicht mehr zu halten. Was geschieht, ist eine Umschichtung. Die Leute stimmen vielfältig mit den Füßen ab und suchen mit guter Ausbildung eine Zukunft in anderen Ländern, weil sie in Deutschland keine Zukunft mehr für sich sehen. Das bringt eine Umschichtung für Deutschland: Die Guten gehen, die ungebildete Masse kommt. Durch zahlreiche offene Gesellschaften in dieser Welt sind solche Wanderungsbewegungen normal. Manche Länder legen größeren Wert darauf, die Einwanderung in ihre Grenzen differenzierter zu steuern: Da haben gut ausgebildete Deutsche gute Chancen. Doch wer seine Chancen woanders besser gegeben sieht und wahrnimmt ist kein Flüchtling. Er ist ja in Deutschland nicht mit Leib und Leben bedroht.

Für Menschen jüdischen Glaubens sieht das schon etwas anders aus. Die haben - jedenfalls ihre offiziellen Vertreter - die Mustertoleranten gegeben und schreien jetzt, weil sie merken, dass ihre Sicherheit von einer geschrumpften Polizeipräsenz nicht mehr gewährleistet ist. Die haben sich den Hals so lange nach rechts verrenkt, dass Aufrufe ihrer französischen Glaubensgenossen zur Auswanderung nach Israel, weil man sich in Frankreich nicht mehr sicher fühlte, sie erst aufschrecken mussten. Die lernen nun zwangsweise zu differenzieren: Nicht jeder Judenklatscher ist ein Nazi! Wir importieren u.a. auch massenhaft "Anti-Judaismus", nicht "Anti-Semitismus", denn die Judenklatscher mit moslemischem Hintergrund sind doch selbst Semiten! Da ist auch die Rassismus-Keule völlig fehl am Platz.

Genauer hinschauen lohnt sich! Wer das nicht übt, kann leicht belogen werden. Der wird schnell Opfer der Begriffsverschmierer, die ein begrifflich klares Wasser nicht für ihr Fischen im Trüben gebrauchen können. Mit falschen Emotionen aufgebauschte Begriffe sind eine Leimrute, mit der man Denkfaule fangen kann und das geschieht hier viel zu oft, allein schon in der Werbung, die sind Meister im Begriffe-Verdrehen. Wenn das, wie in vielen Medien, auch noch mit Halbwahrheiten und haltlosen Spekulationen angefüllt wird, sind der politischen Irreführung Tür und Tor geöffnet. Die erste Pflicht der Selbsterhaltung ist, den Leimruten aus dem Weg gehen, sich selbst Klarheit verschaffen und sein eigenes differenziertes Denken zu schützen. Wenn einem die Sprache ausgeht, folgen irgendwann Bengalos, Fäuste und Eisenstangen.

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Kommentar von Undsonstso
27.01.2016, 11:40

Danke für den Beitrag.

Anstoß für meine Frage war eigentlich das hier, weil ich das i-wie unterschwellig finde:

https://www.gutefrage.net/frage/ich-fuehle-mich-in-deutschland-nicht-mehr-sicher-wohin-kann-ich-auswandern

Ich denke, "Begriffsverniedlichungen" gab es immer und wird es immer wieder geben.... So klingt z.B. der Begriff " Völkerwanderung" i-wie ein bißchen nach fröhlicher  Walz ... Und guckt man mal bei wiki bei Völkerwanderung ( "explizit unter der Begriff Völkerwanderung") ist es der Deutsche, der immer verniedlichend definiert hat,der englischsprachige Raum hat schon immer auch die "barbarian invasions" und mittlerweile auch die "migration period" einbezogen.

Na , ja, der Deutsche scheint generell lieber alles als Wanderung zu sehen.

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Diese Menschen, die vor ihrem Alltag fliehen, sind nicht von den Entdeckungslustigen unterscheidbar. Es gibt auch keinen Anlass für eine Unterscheidung. Und es gibt keinen Anlass, ihnen besonderen Schutz zu gewähren.

Man kann sie aber sehr wohl von jenen Flüchtlingen unterschieden, die aufgrund lebensbedrohlicher Umstände fliehen, welche meistens entweder die Bedrohung durch Krieg oder Hungertod bedeuten.

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Wenn du genau darüber nachdenkst, dann kannst du schon ein Flüchtling sein, wenn du in eine virtuelle Realität, einem Computerspiel abtauchst, weil dir die Realität zu öde oder hart vorkommt. Jedes "Ausweichen" vor etwas kann als Flucht bezeichnet werden.

In der heutige Zeit sollte aber klar sein, welche der Flüchtlinge man meint, wenn man von Flüchtlingen spricht.

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Das kann man sehen, wie man will .... Laut Wikipedia 'verlassen Auswanderer ihre Heimat entweder freiwillig oder gezwungenermaßen aus wirtschaftlichen, religiösen, politischen oder persönlichen Gründen.' Das schließt Flucht aber auch Vertreibung mit ein, ebenso wie freiwillige Emigration.

https://de.wikipedia.org/wiki/Auswanderung

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Nein. Dieser Vergleich hat schon einen gewaltigen Hinkefuß. 

Ein Auswanderer geht nicht einfach....ein Auswanderer bemüht sich um eine legale Einreise mit ordentlichen und genehmigten Einreisepapieren. Dabei nehmen diese Leute oft ein jahrelanges Prozedere auf sich.

Hinzu kommt, dass die Auswanderer existenzielle Grundlagen haben, woraus sie für das Gastland keine Beschwernis darstellen. Erkundige Dich einfach mal über die legale Einreise nach Kanada. Kanada ist sehr beliebt, aber die Hürden sind auch nicht gerade niedrig.

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Ja, ist ein Aspekt. Genaugenommen wären viele Auswanderer dann Wirtschaftsflüchtlinge, weil sie auswandern und sich im Einwanderungsland ein besseres Leben versprechen.

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Ja, in gewisser Weise sind sie auch Flüchtlinge. Der Übergang vom lebensbedrohtem Flüchtling zum Abenteurer sind fließend. 

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Abwegig ist Dein gedanke nicht. Irgendwo las ich letztes Jahr mal: "der Unterschied zwischen Auswanderer und Flüchtling liegt eigentlich nur in der Menge Geld, die jemand mitbringt".

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NEIN, ein Flüchtling verlässt sein Land, weil er z.B. dort in Lebensgefahr ist, also nicht freiwillig nach Lust und Laune !

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Bessere Vorraussetzungen garantieren für eine bessere Titulierung. Deine Überlegungen haben etwas interessantes für sich.

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Nein Flüchtlinge sind Menschen die aufgrund von Politischen Kriegen oder Krieg flüchten. Auswanderer ziehen um um ihr Leben zu verschönern

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