Sind Antidepressiva verschreibungspflichtig?

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15 Antworten

ok, stopp mal kurz. deine vorstellungen betreffend antidepressiva sein schon nur vom rein wissenschaftlichen standpunkt her -sorry- komplett falsch. nicht weiter schlimm, aber lass mich versuchen ein paar gegebenheiten klarzustellen:

  • antidepressiva sind verschreibungspflichtige medikamente. immer!
  • es gibt verschiedenste sorten und "klassen" von antidepressiva. eine übersicht findest du hier: http://www.depression-behandeln.de/depression-behandlung.html
  • antidepressiva haben oft sehr starke nebenwirkungen, besonders in den ersten behandlungswochen. die häufigsten sind wohl angststeigerung, steigerung der suizidalität, innere unruhe, agitiertheit, verspannungen, kopfschmerzen etc. längerfristig libidoverlust, akomodationsstörung des sehnerves usw. kurz gesagt: antidepressiva sind das kleinere übel als die depression. es lohnt sich also nur diese medikamente zu nehmen, wenn die krankheit ein grösseres ausmass erreicht hat.
  • antidepressiva müssen zuverlässig jeden tag mindestens 4 wochen lang eingenommen werden um beurteilen zu können, ob sie wirken oder nicht. nur bei ca. 30% der patienten schlägt das erste antidepressiva an. oft erfolgen mehrere umstellungen (was eine absolute tortur ist) und medikamentenkombinationen bis eine depression gemildert wird. wiederum 25% der menschen reagieren gar nicht oder nur unzureichend auf diese medikamente.
  • antidepressiva (egal welcher wirkstoffklasse) müssen täglich um mehr oder weniger im etwas gleichbleibenden zeitrahmen (z.B. immer morgens) eingenomen werden. ansonsten wirken sie nicht, leider bei niemandem.

noch ein allgemeiner rat: falls du nicht willst, dass die halbe welt weiss, dass du das eine oder andere problem hast, verstehe ich sehr gut. dennoch ist es wichtig, falls du probleme hast, hilfe zu holen. dazu must du nicht zwingend zum hausarzt, der das halbe dorf kennt (doch auch dein hausarzt steht unter schweigepflicht), du kannst dich an jeden beliebigen arzt wenden (je nach krankeinkasse auch dirket an einen facharzt der psychiatrie). sage ihm dass du nicht willst, das jemand deine konsulation erfährt. problem gelöst. falls du minderjährig sein solltest kannst du das gleiche tun, oder wende dich direkt an eine jugendberatungsstelle. diese leute schauen dich nicht komisch an, ihr job ist es genau in solchen fällen die betroffenen zu unterstützen (auch sie stehen unter schweigepflicht, mach sie einfach darauf aufmerksam).

hoffe konnte bisschen weiterhelfen...

Da Antidepressiva auch nicht unerhebliche Nebenwirkungen haben sowie Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, sind sie rezeptpflichtige Medikamente. Depressionen kann man am sinnvollsten bekämpfen, indem man die Ursache findet. Daher ist der Gang zum Psychologen sinnvoll.

die meisten Präparate sind in der Tat verschreibungspflichtig, kann aber auch der Hausarzt verschreiben, dazu musst du nicht extra zum Psychologen. Rezeptfrei bekommst du nur Präparate wie Johanniskraut o.ä. was auch stimmungsaufhellend wirkt.

Welche Wirkung versprichst du dir von den Antidepressiva? Sie wirken i.d.R. nicht spontan und direkt bei einer Stimmungsschwankung, Wäre ja auch zu schön, wenns eine Tablette gegen Traurigkeit gäbe. Die Einnahme muss über einen längeren Zeitraum erfolgen und nicht jedes Mittel wirkt für jeden. Die meisten Tabletten haben Nebenwirkungen und wenn sie einfach abgesetzt werden kann sich das sehr ungünstig auswirken. Also sind solche Dinge unbedingt mit einem Arzt zu besprechen. Wenn du dich sehr hilflos fühlst versuch es lieber nicht mit Johanniskraut, eine Nebenwirkung dieses Mittels kann eine Lichtallergie oder eine größere Lichtempfindlichkeit sein. Und Sonne ist so wichtig für unser Wohlbefinden. Es gibt ein Mittel mit Wirkstoffen aus der Passionsblume (Lioran) gegen nervöse Unruhezustände, das könnte besser sein. Erkundige dich in einer Apotheke.

Ich rate dir dringend davon ab, Antidepressiva zu nehmen, wenn du eine Jugendliche bist. Falls du eine junge Erwachsene bist, ist es etwas anderes. Die Standardmedikation bei der Behandlung von Depressionen sind heute oft sogenannte Serotoninwiederaufnahmehemmer. Die regeln die Funktion der Botenstoffe an den Synapsen, das sind kleine Verbindungslücken an den Ärmchen der Nervenzellen. Dort werden elektrische Impulse der Nervenzellen mit Botenstoffen weitergeleitet. Wenn es dort zu einem Ungleichgewicht kommt, dann geht es einem schlecht. Antidepressiva regeln das, aber wenn man sie das erste Mal einnimmt, dann kann man zum Beispiel sehr unruhig werden. Bei jeder Dosiserhöhung ebenfalls. Das sind Nebenwirkungen, die oft vorkommen. Deshalb können Antidepressiva nur eingenommen werden, wenn man immer wieder zum Facharzt geht und mit ihm über die Nebenwirkungen redet. Das muss man bei jeder Dosisänderung machen und zum Beispiel die Serotoninwiederaufnahmehemmer sollten mindestens ein halbes Jahr genommen werden. Ich will dir nicht die Antidepressiva schlecht reden, aber die sind etwas für eine langfristige Therapie. Und dann muss man im Gespräch mit dem Arzt herausfinden, welches Präparat wirkt und womit man am wenigsten Nebenwirkungen hat.

Stress kann man über den Cortisolpegel messen. Darüber kannst du mit einem Arzt reden, wenn dich das interessiert.

Ich kann dir aus dem, was du schreibst jetzt keinen Rat geben, es gibt mehrere Möglichkeiten. Entweder du kannst mal ausführlich mit einer Person deines Vertrauens reden, die vernünftig zuhören kann, wenn du das willst. Falls du lieber mit jemandem reden möchtes, der rechtlich an die Schweigepflicht gebunden ist, dann kannst du das natürlich auch tun. Das kann eine Beratungsstelle sein oder ein Psychologe. Aber das ist wie immer zwischen den Menschen. Entweder man kann miteinander oder nicht. Und da ist nur der oder die beste Therapeutin für dich gut genug! Wenn du dabei den Eindruck bekommst, jemand will an deine Seele ran und dir geht es nicht gut dabei. Dann suche Dir bitte sofort einen anderen Therapeuten. Mein Tipp für heute: Vergiss bitte den Satz mit meiner Psyche stimmt etwas nicht. Um was geht es denn? Darüber kannst du mit jemandem reden. Und überlege dir bitte, mit wem du darüber reden willst.

Ich weiß nicht genau, ob diese bei mir wirklich nötig sind,

Experimente mit der eigenen Gesundheit zu machen, ist keine gute Idee. Antidepressiva sind aber glücklicherweise alle verschreibungspflichtig. Rede einmal in aller Ruhe mit Deinem Hausarzt über Deine Probleme. Möglicherweise gibt es schonendere Methoden als gleich zur chemischen "rosaroten Sonnenbrille" zu greifen. Unter Umständen ist eine Langzeittherapie mit Johanniskraut die bessere Wahl, verbunden mit regelmäßigen Spaziergängen an der frischen Luft und vielleicht einem interessanten Hobby.

Du machst dir falsche Vorstellungen von Antidepressiva. Erstens sind alle Antidepressiva rezeptpflichtig, aber das Rezept kann dir auch der Hausarzt ausstellen, zweitens kann man sie nicht einfach mal einwerfen, wenn man schlecht drauf ist, solche Medikamente wirken erst mehrere Wochen nach der regelmäßigen Einnahme. Schnellere Medis sind längst vom Markt genommen und fallen inzwischen unter das Betäubungsmittelgesetz. Drittens haben viele Antidepressiva schwere Nebenwirkungen, die man nicht nicht in Kauf nimmt, wenn man ab und zu einen schlechten Tag hat, das hat nämlich jeder!

Solche Mittel sind in den Apotheken nicht frei verkaueflich. Von daher wird Dir nichts anderes uebrig bleiben,als der Besuch bei einem Facharzt. Der kann auch feststellen, ob Du sie wirklich brauchst,denn die Nebenwirkungen socher Mittel sind unter Umstaenden doch sehr bedenklich. Der Arzt hat auf jedenfall Schweigepflicht- von daher brauchst Du Dir auch keine Sorgen zu machen,das jemand davon Kenntnis erhaelt. Vielleicht gibt es ja auch homophatische Mittel, die fuer Dich in Frage kommen. Mein Rat an Dich : Oeffne Dich dem Arzt gegenueber , sage ihm alles ohne etwas zu verbergen, und er wird eine Loesung mit Dir gemeinsam finden ! Lass die Finger weg von irgendwelchen Schwarzmarktmedikamenten,deren Nebenwirkungen Du nicht einschaetzen kannst.

Hallo,

Antidepressiva sind verschreibungspflichtig und sollten m.M. nach regelmäßig genommen werden, damit ein gleichbleibender Wirkstoffspiegel vorhanden ist.

Bei so einer Erkrankung macht es keinen Sinn bei Bedarf mal ein Pillchen einzuwerfen.

Wenn du noch nie bei einem Arzt wegen deiner Beschwerden warst, wer sagt dir das das tatsächlich Depressionen sind?

Ich denke der Hausarzt reicht für den Anfang aus. Wenn du ihm erzählst was dein/e Problem/e ist/ sind, wird er dich schon zum entsprechenden Fachmann überweisen.

Was ich dir empfehlen kann, zur Überbrückung, ist Neurexan. Das ist ein pflanzliches Mittel, wo man regelmäßig oder in akuten Fällen auch mal öfter ein Tablettchen unter der Zunge zergehen lässt. Neurexan gibt es Rezeptfrei in der Apotheke.

Tabletten allein, egal welche, lösen keine Probleme! Du wirst nicht umhin kommen zum Doc zu gehen. Ich wünsche dir gute Besserung.

im übrigen wirken sowohl antidepressiva als auch johanneskraut nur, wenn man sie kontinuierlich einnimmt. und die wirkung tritt auch erst nach ein paar wochen ein. heute bin ich schlecht drauf, heute nehm ich eine, geht nicht.

Anti Depri nimmt man man nicht nur an schlechten Tagen. Die nimmt man über eine bestimmte Zeit und sie sind verschreibungspflichtig.

Antidepressiva sind verschreibungspflichtig. Die wirst du so nicht bekommen.

Es gibt für manche "Probleme" aber auch pflanzliche Mittel wie Johanniskraut. Das kann man so beziehen.

Johanniskraut z.B. muß über ein paar Wochen am Stück genommen werden, bis es wirket. Man kann Johanniskraut also nicht ab und zu bedarfsmäßig nehmen.

Hol dir Johanniskraut-Dragees aus der Drogerie. Sind Stimmungsaufheller und rein pflanzlich. Helfen sehr gut und schaden nicht.

Tabletten sind Chemie pur ... wenn Du Dir das wirklich antun willst, dann zumindest nach einemm Arztbesuch. Denn der weiss, wie man den Cocktail mixen muss.

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