Haben Anime in Japan einen schlechten Ruf?

12 Antworten

In Deutschland werden Comics und Zeichentrickfilme vor allem als eher belanglose Unterhaltung für kleine Kinder angesehen, ohne besonderen Wert.

In Japan sind Manga und Anime auf verschiedene Zielgruppen ausgerichtet - es gibt Manga die Männer und Frauen unterschiedlichen Alters und in verschiedenen sozialen Schichten ansprechen sollen - für Hausfrauen, Büroangestellte usw.

In Deutschland herrschen im Wesentlichen zwei Vorurteile vor - alle Manga und Anime entsprechen dem "Kindchenschema" mit großen Kulleraugen, oder es handelt sich um pornographisches Material.

Tatsächlich gibt es viele unterschiedliche Genres, ähnliche wie bei Realfilmen - Science Fiction, Schnulzen, Fantasy, Historiendramen und vieles mehr. Es ist wirklich für fast jeden Geschmack etwas dabei.

Einige Manga und ihre Anime-Pendants sind sogar autobiographisch und erfüllen damit eine Art Bildungsauftrag, oder haben zumindest historischen Wert, weil sie reale Ereignisse dokumentieren.

So schildert beispielsweise ein Kraftwerksarbeiter am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi seine Erlebnisse im Manga "1F (ichi efu) und es ist durchaus möglich, dass dies auch als Anime veröffentlicht wird.

Natürlich gibt es die Tentakel-Vergewaltigungs-Anime genau so wie albernes Kinderprogramm, oder androgyne Figuren mit homoerotischem Charakter - aber eben nicht ausschließlich.

Der Begriff Otaku

Der Begriff "Otaku" bekam einen besonders negativen Beigeschmack, als der Serienmörder Tsutomu Miyazaki, der kleine Kinder vergewaltigt und getötet hatte aufgrund seiner riesigen Sammlung an Videos als "Otaku" bezeichnet wurde.

Damit wurde "Otaku" nicht mehr nur zum Synonym für "seltsame Fachidioten-Freaks mit Sammelfimmel", sondern eben auch mit antisozialem und gewalttätigem Verhalten in Verbindung gebracht.

Im Westen sehen die Manga- und Animefans den Begriff dagegen positiv und benutzen ihn sogar stolz als Selbstbezeichnung - teilweise ohne die negative Konnotation in Japan zu kennen.

Durch den Austausch der internationalen Fangemeinden wird auch in Japan der Begriff nicht mehr ganz so düster gesehen - den Ruf seltsamer, etwas weltfremder Freaks haftet ihnen aber meiner Ansicht nach immer noch an.

Was jemand sagt...

Menschen erzählen viel wenn der Tag lang ist und insbesondere, wenn jemand in einem Land wie Japan war, das immer noch etwas fremdartiges und exotisches hat, dann wird er häufig zu Unrecht als "Fachmann" angesehen.

Dass selbst Personen, die lange in Japan leben, teilweise kaum mehr als nur ein oberflächliches Verständnis haben, zeigen schlecht gemachte und durch Klischees und Sensationsgier gekennzeichnete Reportagen in Medien.

Nur weil irgendeine Person also in Japan lebt und irgendetwas behauptet, macht ihn das noch lange nicht zur Koryphäe.

Ich bin auf einem Dia-Vortrag mal auf einen Japanologen gestoßen, der bei seiner eigenen Präsentation nicht einmal das bekannte Gebäude der Asahi-Brauerei in Tokyo identifizieren konnte, aber als "Qualifikation" ständig betonte, er habe eine japanische Frau - als würde dies sein mangelndes Wissen kompensieren.

Also glaube nicht jedem alles, nur weil er in Japan lebt, Japanologie studiert, als Auslandskorrespondent arbeitet, dort gepilgert ist, oder einen japanischen Lebenspartner hat.

Irgendeine "Junge auf YouTube" klingt jedenfalls nach keiner besonders glaubwürdigen Quelle.

In Japan gibt es Anime und Manga an jeder ecke und ich weiss nicht wieso das Leute als schlecht empfinden sollten, für die ist das ja auch nichts anderes als bei uns Mickey Maus.

Vielleicht hast du das Falsch verstanden und er meinte Otakus werden als negativ empfunden, den das stimmt sogar. Otaku ist dabei aber nicht nur auf Anime/Manga gemeint. Ein (Anime)Otaku ist jemand der seine Zeit fast ausschließlich mit Anime/Manga verbringt, nur in seinem Zimmer hockt und halt einfach süchtig ist.

Otaku ist also einfach ein begriff für jemanden der süchtig nach etwas ist. Und auch in anderen Ländern werden süchtige Menschen nicht gerade als überaus positiv empfunden. :)

Nein, anime sind dort standart tv programm.

Was du vieleicht meinst sind die sogenannten "otakus". Diese sind eher gesellschaftlich zurückgezogen und machen den ganzen tag nichts anderes mehr als, anime schauen, manga lesen, anime/manga merch kaufen...und und und... Aber soetwas gibt es bei so ziemlich jedem unterhaltungsmedium.

Beispielsweise bei Computerspielen, Filmen, und ja... Sogar büchersüchtige sollte es geben...

Ps. Sollte ich in irgendeiner weise falsch liegen, bitte ich ggf. Um eine korrigierung per antwort.

MfG. Luke

hmm.. ich würd eher gern wissen zu wieviel prozent du der überzeugnung bist? weil der jjunge aus youtube macht ja dieses auslandsjahr und erfährt es ja quasi von erster hand wie es dort ist( kann natrülich ortsbedingt sein aber dennoch) 

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@tjooo

Nunja ein freund von mir war vor einiger teit in tokyo und meinte, dass es dort nur so vor anime und manga boomt.

Durchaus möglich dass es in ländlicheren gegenden anders ist, den in dem ort wo ich lebe wird jetzt beispielsweise die technik im allgemeinen sehr kritisiert.

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@LukeLT

hm.. also ortsabhängig? könnte sein. jetzt würd mich aber interessieren in welchen kontext das steht, also sind mehere städte dafür oder dagenen aber naja egal, danke :) 

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