Sind Amerikaner aufgrund ihrer zwar oberflächlichen, aber immer netten Floskeln ein fröhlicheres Volk als Deutsche?

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9 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich gebe allen recht, die sagen, dass die Amis auch nur platten Smalltalk betreiben, aber der Unterschied , wie ich ihn erlebt habe, ist: sie reden miteinander, auch wenn es nicht von Tiefgang ist, sie sprechen einander an (ich meine jetzt mal außerhalb des "How are you?").

Ich habe mit Amerikanern nie dieses Schweigen in einer Warteschlange oder ähnliches erlebt, wie es in Deutschland durchaus üblich ist. Kurze, oft witzige Wortwechsel - das macht das ganze Drumherum oft viel entspannter und erträglicher.

Kurz vor Weihnachten in einem rappelvollen Supermarkt im Zentrum von Berlin. Alle schieben, drängeln, rempeln dich an, Entschuldigung gibt es nicht  - Berlin halt.
Dann stößt  jemand mit seinem Einkaufswagen an meinen, schaut erschreckt hoch und sagt mit schönsten amerikanischen Akzent "Oh, Sie kommen von Rechts, es war meine Irrtum. Ich entschuldige.", legt die Handflächen aneinander und verbeugt sich wie ein Japaner ein wenig.
Wir schmunzeln beide, sofort ist die Spannung weg, für einen Moment lässt so etwas dich mal deinen Stress und deinen Zeitdruck weniger spüren.

Das Berliner Pendant wäre gewesen, dass man angeschnauzt wird "Blind oder was" oder "Brille: Fielmann". ----------------------------------------------

Ich glaube, wir Deutschen legen Wert auf eine bestimmte Art von Distanziertheit, die bei anderen Nationalitäten häufig etwas irritierend rüberkommt - irgend etwas zwischen  Arroganz, Überheblichkeit, Verklemmtheit, Unsicherheit ... 

Wenn du in Deutschland neben einem Fahrplan stehst auf dem Bahnhof und da suchen Leute neben dir ihren Zug raus und sind so laut, du kannst es nicht überhören und du merkst, die vertun sich da gerade, Denkfehler, etwas übersehen, du weißt es ganz sicher, es ist deine Strecke und dann sprichst du sie an und weist sie höflich darauf hin, dann freut man sich in anderen Ländern über den freundlichen Hinweis und bedankt sich.

In Deutschland kann dir durchaus passieren, dass du angeschnauzt wirst - weil du so unhöflich warst, fremde Gespräche mitzuhören. 

Die Tatsache, dass ich es schon anders als "typisch deutsch" erlebt habe, macht mir meine Landsleute manchmal erträglicher. Liegt aber vielleicht auch daran, dass meine ethnischen Wurzeln eben nur zu 50% hier sind.

Dass Deutsche ein mürrisches Volk sind, ist nichts weiter als ein Gerücht, was meiner Meinung nach langsam mehr als abgelutscht ist. Ich kenne viele fröhliche und witzige Deutsche. Teilweise kommt es auch auf die Region an, da es "den Deutschen" nicht gibt, da Deutsch keine ethnische Einheit ist, sondern ursprünglich ein Sammelbegriff verschiedener Völker mit ähnlichen Sprachen war.

Dass man in Deutschland die Frage, wie es einem geht, wörtlich nimmt, trifft auch nicht zu, da eh jeder die Frage mit "gut" beantwortet, auch wenn es ihm schlecht geht.

Ob die Frage positivere Auswirkungen auf die Psyche hat, kann ich nicht beantworten, denn ich kann nur von mir sprechen und mich nervt es, wenn ich an jeder Ecke "Alles gut?" zu hören bekomme. Und ich bin kein Deutscher. 

Dann verhalten sich Deutsche Ausländern gegenüber scheinbar weniger mürrisch als gegenüber anderen Deutschen (wie mir). Gerücht ist Blödsinn... man erlebt es jeden Tag (als Deutscher). Auch wenn man in D für gewöhnlich nicht wahrheitsgemäß auf die Frage antwortet, hört man sie ja auch viel seltener und wenn, dann nur von Bekannten und Freunden!

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@Eronimos

Viele, die mich nur vom Sehen her kennen, wissen nicht, dass ich kein reiner Deutscher bin und die fragen mich auch tag täglich. Und ich kriege auch an jeder Ecke mit, wie sie anderen gestellt wird, in der Bahn, überall. Gut, ich weiß jetzt natürlich nicht, aus welcher Region du kommst, ich kann nur von meiner Region sprechen. Wie gesagt, Deutsche sind keine ethnische Einheit. 

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Also ich hab auch mit Fremden aus Deutschland manchmal nette Gespräche.

Aber oft will ich gar nicht, dass mich irgendwer anquatscht.

Mir geht es in meinem Kommentar nicht um Gespräche.. das war nur als kleine ergänzende Nebeninformation gedacht... ich meine das ganz normale "how are you?" mit der darauffolgenden Reaktion, wenn man irgendeinen Termin wahrnimmt, etwas einkauft oder bei sonstigen Gelegenheiten.

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@Eronimos

Ja aber das würde bei mir jetzt keine positiven Spuren hinterlassen, weil ja die Antwort eh immer die Selbe ist, egal wie es der- oder demjenigen geht.

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@MrClarkKent

Da seid ihr dann aber auch irgendwie selbst schuld. Wenn ich jemanden frage, wie es ihm/ihr geht, meine ich das ernst und will eine wahrheitsgemäße Antwort... aus diesem Grund frage ich sowas auch nur 2-3 Menschen mehr oder weniger regelmäßíg. Diese Personen wissen auch, dass ich sowas nicht ohne echtes Interesse frage.

Dann seid ihr scheinbar schon veramerikanisiert ^^

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@Eronimos

Ich frage meine Freunde auch wie es ihnen geht und erwarte eine ehrliche Antwort, die ich dann auch bekomme. Aber das war ja nicht deine Frage. Du wolltest wissen ob man durch diese "how are you" Floskel fröhlicher und glücklicher durchs Leben geht.

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@Eronimos

Stimmt nicht. Ich habe das mit, dass man sowieso immer die selbe Antwort bekommt auf die USA bezogen.

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