Sind alle Plastikprodukte giftig?

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Um meinen Vorrednern zu widersprechen ist "Plastic Planet" populärwissenschaftlich und daher mit vorsicht zu genießen. Ob kunststoff giftig ist, ist mit mit dem Sprichwort zu beantworten: Es ist nicht alles Gold das glänzt.

Zum Thema Speichelbildung: Wenn sie an nem Holzbeißring knabbert tritt auch speichelfluss auf, das simuliert jedeglich essen.

Zurück zur Hetz gegen Plastik und gleichzeitiger Kritik zum Film (bezieht sich auf den Vorredner:

1.) Der Kunststoff von dem er die ganze Zeit reden is Polycarbonat (PC) und er traut sich nicht aus einer Plastikflasche weiter trinken, jedoch sibd die aus Polyethylenterephtalat (PET). Zwei gänzlich unterschiedliche Materialien-die einzige gemeinsamkeit sind beide Kunststoffe. Sie haben soviel gemeinsam wie Blei und Kupfer (beide sind Metalle). Verwendet man weiterhin Blei für Wasserrohre? Nein da sie giftig sind, verteufelt man daher alle Metalle? Nein! Das besteck mit dem man isst besteht auch aus Metall- Darf man es nicht mehr damit essen? doch ist ja unbedenklich ist ja kein Blei! Auf diese eingeschränkte Logik legt sich Plastic Planet fest. Es funktioniert da Kunststoff relativ neu ist, und die Leute alles für das selbe Material halten. Man sieht wie es funktioniert.

2) Müll: jedes Kind weiß mitlerweile dass Kunststoff hunderte Jahre überstehen kann und daher wirft man es in den Mülleimer und nicht aufs Meer (Film). da kann man die Industrie nicht die Schuld geben wenn die Leute es nicht schaffen ihr Tütchen in den Mülleimer zu geben.

3) Kompost: jeder kennt bestimmt die BioKunststofftüten aus dem Supermarkt um die Ecke. Man preist diese an dass sie nur ein Paar monate brauche bis sie Kompostiert sind, jedoch spricht man da von industrieller Kompostierung. Wenn man also ein Biosackerl auf den eigenen Komposthaufen wirft geht das nicht so schnell.(bis zu 15 Jahren) nur fragt man sich, was ist mit dem Sackerl passiert? wo sind die inhaltsstoffe hin? es verschwindet ja nichts! Wichtig ist auch dass die Inhaltsstoffe die selben sind ob bio oder nicht. Polyethylen(PE-Material aus dem die Tüten sind) bleibt PE ob Bio oder nicht jedeglich der Rohstoff kommt wo anders her.

4) Rohstoff: der Rohstoff ist Erdöl wie jedem bekannt. Zu beachten ist jedoch dass man nur ~2% der Weltproduktion an Erdöl für die Kunststofferzeugung benötigt (weltweit). der Rest wird großteils verheizt (Heizöl, Kraftstoff...). Also tut man der Umwelt mehr Gutes wenn man einmal mit dem Rad fährt anstelle mit dem Auto zum Einkaufen zu fahren.

5) Gesundheit: Die Materialien die in der Lebensmittelindustrie eingesetzt werden sind mehrfach geprüft und sind daher unbedenklich. Wenn man jedoch irgendwo daran kratzt ist klar dass sich was ablöst - ist aber auch bei Glas der Fall ;)

Ich hoffe ich konnte zumindest einmal bewirken dass man begreift dass es mehr als einen Kunststofftypen gibt und jeder unterschiedlich ist. Und um eine richtige Meinung zu haben sollte man immer beide Seiten betrachten und sich danach die Meinung bilden... Wenn wer etwas gegen Kunststoff hat, ist dass sein gutes Recht jedoch sollte man nicht alles glauben was im TV /Kino läuft- recheriert mal lieber.

Denkanstoß: Eine Welt ohne Kunststoff... Kein PC, Keine Kanülen im Spital, keine Künstliche Hüftgelenke, keine Rohre die 100 Jahre halten, keine Zahnbürste (aus Holz ?!), Kein Handy, Keine isolierten Kabel, keine leichten Flaschen nur schwere Glasflaschen, Keine Autoreifen ->Kein Auto...

bei hartplaste ist die ganze sache nicht ganz so dramatisch, da man bis zur abgabe von giftstoffen wirklich lange nuckeln muss ;-)

bei weichplaste (also elastischem zeugs) ist das schon anders, da die enthaltenen weichmacher viel leichter löslich sind und oben beschriebene auswirkungen bei längerfristigem kontakt auslösen können (z.B. diethylhexylphthalat - unfruchtbarkeit, ...)

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