Sind Adelstitel nicht verfassungswidrig?

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13 Antworten

Du hast nicht bedacht, dass Adelstitel in Deutschland bereits seit 1919 abgeschafft sind. Ehemalige Adelstitel sind nur noch Bestandteile des Nachnamens.

Das hat immerhin zur Folge, dass alle Kinder eines Grafen von xy diesen "Titel" bekommen und nicht wie früher nur der Erstgeborene.

Mit der Demokratie hat das allerdings ohnehin nichts zu tun, da es Demokratien gibt, in denen sogar heute noch Adelstitel verliehen werden (Großbritannien).

Dass Menschen mit "Adelstitel" generell bevorzugt werden, kann ich nicht erkennen und wenn das so ist, handelt es sich nicht um einen Verfassungsbruch, sofern die Bevorzugung nicht durch den Staat geschieht.

Wahrscheinlich werden auch Menschen mit attraktivem Aussehen bevorzugt, was ja auch kein Verfassungsbruch ist.

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Das ist nicht illegal, das haben sie - glaube ich - in der Weimarer umgestellt, so dass der Titel zum Nachnamen gehört. 

Wieso sollte man das abschaffen, ist doch historisch gewachsen. Klar, mit nem Adelstitel steigen die Chancen auf dem Hochzeitsmarkt (n Photograph, der sich, die ekelhaft-moderne Schreibweise FotoGRAF persiflierend als Künstlername Graf von irgendwas zugelegt hatte hat das mal mit ner Pertnerannonce getestet. Er war überwältigt vom Zuspruch). Aber man hat auch ne lange und in Teilen erfolgreiche Ahnenreihe hinter sich, in deren Schatten man steht. So wie KT zu Guttenberg halt.

Da könnte man ja gleich sagen, dass man attraktive Leute künstlich auf Durchschnitt setzt, weil deren Schönheit ja die Anderen diskriminiert bzw. zu einer Bevorzugung führt... Oder Alle mästet, dass die Dicken nicht benachteiligt werden...

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Interessante These, ich denke du beziehst dich auf Artikel 3 (3):

Nein, es ist nicht verfassungswidrig solange es nicht unangemessene Voraussetzung für wichtige Bereiche ist oder unlautere Vorteile bringt.

Effektiv sind Adelstitel heutzutage zwar ein Prominenz Faktor und etwas besonderes, aber ansonsten bedeutungslos.

Ob diese ein überfälliges Relikt sind kann man diskutieren.

Im Endeffekt sind es Zusätze zum Familiennamen bzw. Familiennamen.

Da diese Titel keine rechtliche Bedeutung haben, stehen diese auch mit der Demokratie nicht in Widerspruch.
Im übrigen gibt es auch parlamentarische Monarchien heutzutage in Europa.

Der Adel früher war zwar auch Unterdrückung aber auch Fortschritt und Wohlstandsbringer, viele Größen der vergangenen Zeit stammen aus dem Adel.
Adel war nicht per-se Unterdrückung, es war das damalige System der Oberschicht, und einige Adelsfamilien sind schon damals ziemlich arm gewesen.

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Es gibt in Deutschland seit den 1920er Jahren keine Adelstitel mehr.

Ehemalige Adelstitel wurden als Bestandteil des Familiennamens übernommen und natürlich als solcher in der Nachkommenschaft weiter getragen.

„[...] dass sich manche Menschen immer noch auf Titel berufen, die ganz eindeutig aus vergangener, nicht demokratischer Zeit stammen [...]”

Wer denn zum Beispiel?

Zum Anderen: Adelstitel und Demokratie schließen sich keineswegs aus, siehe beispielsweise Großbritannien.

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Das kannst du ja genauso auf die europäischen Königshäuser erweitern. Im Endeffekt hat der Adel heute nur noch einen repräsentativen Zweck. Für manche wirkt es elitär einen Titel zu tragen aber im Grunde macht es vor dem Gesetz keinerlei Unterschied ob du bürgerlich oder adelig bist und  nur darum geht es.

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Was ein Titel impliziert, ist egal. Faktisch bringt er keine Vorteile vor dem Gesetz und schon gleich gar nicht in der Regierung. Insofern verstößt ein solcher Titel weder gegen Artikel 3 und schon gar nicht gegen Artikel 20.

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Nein.

Ich teile deine Meinung, dass man dieses mittelalterliche Relikt abschaffen sollte. Wo ich deine Meinung nicht teile ist, dass Menschen mit einem Adelstitel etwas besseres seien oder bevorzugt behandelt würden.

Solche Titel sind nicht Ausdruck einer höhergestellten Persönlichkeit, sondern eher Ausdruck einer Auszeichnung der Vergangenheit, die sich vor allem durch ungerechtfertigte Bereicherung hervortat und Unterdrückung anderer.

Rechtlich gehört dieser Adelstitel zum Namensbestandteil. Verfassungswidrig wäre es, wenn Adlige oder der Rest der Bevölkerung durch Gesetz eine Ungleichbehandlung erfahren würden. Denn das Grundgesetz regelt das Verhältnis Staat zum Bürger, nicht aber das Verhältnis der Bürger untereinander.

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Kommentar von makavel
04.02.2017, 16:23

Danke für deine Antwort. Den Artikel aus dem Grundgesetz habe ich wohl verstanden.

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Seit 1919 gibt es in Deutschland keine Adelstitel mehr, laut Artikel 109 der Weimarer Verfassung gelten Adelsbezeichnungen nur noch als Teil des Namens.

Adelsbezeichnungen gelten nur als Teil des Namens und dürfen nicht mehr verliehen werden.

https://de.wikisource.org/wiki/Verfassung_des_Deutschen_Reichs_(1919)

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Kommentar von voayager
04.02.2017, 23:08

Auch als Teil des Namens sollte diese Titel abgeschafft werden, denn so entfällt eine spezielle Anredeform.

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Adelige und Nichtadelige sind vor dem Gesetz gleich. Der Titel hat keine Bedeutung mehr, außer, dass er noch Bestandteil des Namens ist.

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es ist aber nun mal so das so ein titel gegen kein gesetz verstösst. ob einer darauf stolz ist oder nicht ist seine sache.

auch ein nachname ist nur historisch begründet.

keiner wird benachteiliogt oder bevorzugt weil er irgendeinen titel trägt

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Mach ne Eingabe ans Parlament oder erheb Verfassungsklage, wenn dich das so sehr stört. 

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Kommentar von makavel
04.02.2017, 16:13

So wichtig ist mir das nun auch wieder nicht :D

Mir kommt es nur sehr komisch vor, dass man weder in der Staatsgründung der Waimar Republik (1918/19) noch der Bundesrepublik (1949) verboten hat.

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Das sehe ich nicht so.

Auch, wenn es real niemals vorkommt, ist es dennoch vorstellbar, daß ein solcher Adelstitel auch "von der Gosse" lauten könnte, womit es nicht mehr eine Höherstellung Adliger suggeriert.

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