SILIKONE, MINERALÖLBASIS WAAS?

1 Antwort

Hallo freizeitmuffel,

ein Umstieg auf Silikonfreie Produkte ist in der Regel immer zu empfehlen. Generell ist es so, dass die jeweiligen Firmen entweder
das produkt als ,,silikonfrei" kennzeichnen oder keine Angabe zum
Produkt gemacht wird, schon garnicht wenn Silikone enthalten sind. Sind in einem Shampoo Silikone enthalten erkennt man dies meist über die Fremdbezeichnungen:

wasserlösliche Silikone:Trideceth-12,
Dimethicone Copolyo, Cetrimonium Chloride, Dimethicone Copolyol,
Hydrolyzed Wheat Protein, Hydroxypropyl, Polysiloxane, Lauryl Methicone
Copolyol

bedingt wasserlösliche Silikone: Amodimethicone, Behenoxy Dimethicone,Stearoxy Dimethicone

nicht wasserlösliche Silikone:

Cetearyl Methicone, CetylDimethicone,Cyclomethicone,Cyclopentasiloxane,Dimethicone,Dimethiconol, Stearyl Dimethicone, Trimethylsilylamodimethicone

In vielen Hautpflege- und Kosmetikprodukten kommt als Fettbestandteil Mineralöl zum Einsatz. Mineralöl wird aus Rohöl destilliert und findet in der Kosmetikindustrie oft als sogenanntes „Weißöl“ oder Paraffin Verwendung. Weltweit werden jedes Jahr zehntausende Tonnen Mineralölprodukte für die Kosmetikbranche hergestellt. Mit diesen Mineralölprodukten waschen, cremen und pflegen sich täglich Millionen Menschen. Da Mineralöl, beispielweise in Cremes und Lotions, nicht in die Haut einziehen kann, landen diese Mengen beim Duschen oder Baden direkt im Abwasser, das dann aufwendig gereinigt und aufbereitet werden muss.

Für Mineralöl in Pflegeprodukten spricht vor allem der Preis:
Verglichen mit anderen Ölen ist es ein billiger Rohstoff. Es ist leicht
zu verarbeiten und ermöglicht so eine preiswerte Massenproduktion. Das
bedeutet aber keineswegs, dass es nur in billiger Kosmetik zu finden
ist; auch teure Markenprodukte enthalten oft Mineralöl. Im Gegensatz zu
pflanzlichen Ölen ist Mineralöl sehr lange haltbar und von
gleichbleibender Qualität. Pflanzenöle reagieren mit Licht, Luft und
Wärme und können schnell ranzig werden; die Qualität kann variieren. In
Kosmetika werden Pflanzenöle daher oft durch zusätzliche
Konservierungsstoffe geschützt.

Paraffin aus Erdöl

Selbst wenn mit Versprechungen wie „

Paraffin ist eines der besten Öle, das in Hautpflegemitteln verwendet werden kann“

geworben

wird, solltest du äußerst kritisch sein. Paraffin ist, ebenso wie
Vaseline, ein häufiger Inhaltsstoff von Pflegeprodukten und Salben. Wie
Benzin, Diesel und Heizöl wird auch Paraffin unter hohem Energieaufwand
aus Erdöl gewonnen – inklusive aller Umweltrisiken der Erdöl-Förderung
und -Transporte. Wie alle Erdölprodukte hat auch Paraffin keinen
gesundheitlichen Mehrwert für die Haut. Außerdem gibt es Hinweise
darauf, dass es sich in Leber, Niere, Lymphe und der Lunge anreichern
kann; sogar in Muttermilch wurde schon Paraffin nachgewiesen. Die
Anwendung in medizinischen Salben und vor allem in Babyöl ist daher
bedenklich.

Ein kleiner Preisvergleich macht deutlich, warum die Industrie trotz
alledem noch immer auf Paraffin und andere Mineralölprodukte in
Pflegeprodukten sezt: Bei einem Onlinehändler für Naturwaren kosten
verschiedene Pflanzenöle derzeit bis zu 50 Euro pro Liter bzw.
Kilogramm:

Avocadoöl ca. 15 €

Arganöl ca. 50 €

Jojobaöl ca. 43 €

Kokosöl ca. 11 €

Wildrosenöl ca. 40 €

Vaseline, Paraffin oder „medizinisches Weißöl“ ist dagegen für etwa 6 bis 10 € pro Kilogramm erhältlich.

Erdöl lässt die Haut nicht atmen

Mineralöl als Bestandteil von Kosmetika hat also für die Hersteller
Vorteile. Für die Verbraucher dagegen wirken es nur auf den ersten Blick
vorteilhaft: Lotions und Cremes, die Erdöl bzw. Substanzen auf
Mineralölbasis enthalten, lassen die Haut glatt und weich aussehen. Denn
Mineralöl legt sich wie ein Film auf die Haut, zieht aber nicht ein.
Dadurch wird die Haut nach innen und außen abgeschlossen – sie kann
nicht atmen. Das kann längerfristig zu Unreinheiten und Faltenbildung
führen und die Haut austrocknen. Zudem können durch regelmäßige
Anwendungen von mineralölhaltigen Produkten die hauteigenen
Regulierungsmachanismen abgeschwächt werden; die Haut wird abhängig vom Öl. Wer echte Pflege möchte, sollte besser auf Produkte mit pflanzlichen Ölen zurückgreifen. Ihre Zusammensetzung ähnelt der natürlichen
Schutzschicht der Haut, darum sind sie hautverträglich und schonend für
Mensch und Umwelt.

Mineralöl in Kosmetik erkennen

Mineralölbestandteile müssen auf der Inhaltstoffliste von
Pflegeprodukten angegeben werden, sind aber nicht immer auf den ersten
Blick zu erkennen. Hinter folgenden Begriffen verbirgt sich Mineralöl:
Ceresin, Diisopropyl Adipate, Mineral Spirits, Paraffinum Liquidum,
Isoparaffin, (Hydrogenated) Microcrystaline Wax, Isohexadecane,
Paraffin, Synthetic Wax, Mineral Oil, Petrolatum, Vaseline, Paraffinum
Subliquidum, Cera Microcristallina, Microcrystalline Wax, Ozokerit.

Für die Ölsuche in Kosmetika gibt es praktische Helfer, zum Beispiel die App von Barcoo.Neben Mineralölbestandteilen erkennt die App auch andere fragwürdige Inhaltsstoffe wie hormonell wirksame Substanzen und synthetische Duftstoffe.

Noch mehr Erdöl im Bad

Erdöl versteckt sich nicht nur in herkömmlichen Pflege- und
Kosmetikprodukten. Auch die meisten Kunststoffe werden auf Basis von
Erdöl hergestellt: fast alle Verpackungen für Pflegeprodukte, Wasch- und
Reinigungsmittel, Toilettenpapier und Hygieneartikel tragen zur
täglichen Ölkatastrophe bei. Auch viele Duschvorhänge, Badematten und
Handtücher enthalten erdölbasierte Kunstfasern. Noch gibt es leider
nicht für alles sinnvolle Alternativen, der „Blaue Engel“ jedoch
zertifiziert einige Verpackungsmaterialien aus recyceltem Kunststoff.

Erdöl meiden

Wer keine Ölkatastrophe im Bad möchte, sollte bei Kosmetik und
Pflegeprodukten genau hinsehen. Meide mineralölhaltige Produkte und
verwende lieber Cremes und Lotions auf Pflanzenölbasis. Pflanzenöle
werden ohne Risiko für die Umwelt und mit Hilfe des Sonnenlichts von den
Pflanzen synthetisiert. Es sind nachwachsende Rohstoffe, die biologisch
abbaubar sind. Ihre Zusammensetzung ähnelt hauteigenenen Substanzen,
sie sind hautverträglich und pflegend. Naturkosmetikhersteller verwenden
nur pflanzliche Öle, daher sind zertifizierte Naturkosmetikprodukte für
verantwortungsvolle Konsumenten immer noch die beste Wahl.

Für Kunststoffe gibt es leider noch kaum Alternativen, die wirklich
umweltfreundlich sind. Bis auf Weiteres ist und bleibt es daher die
ökologischste Lösung, Verpackungen aus Kunststoff und Kunstfasern so
weit wie möglich zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren.

:-)

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