Sicht der DDR/SED auf die Kubakrise?

5 Antworten

Nachdem die US-Amerikaner nukleare Mittelstreckenraketen in England, Süditalien und in der Türkei stationierten und so die nukleare Bedrohung der Sowjetunion noch vergrößerten, zog die Sowjetunion nach und ergriff die Chance, in Kuba eine ähnliche Bedrohung auch für die USA aufzustellen.

Da Washington aber schon damals nur gut im Austeilen, aber im Einstecken nicht ganz so gut war, reagierten die hysterisch und waren bereit, deshalb einen dritten Weltkrieg anzufangen.

Am Ende zog die Sowjetunion ihre Raketen wieder ab und die US-Amerikaner versprachen in Kuba nicht zu intervenieren und zogen ihrerseits ihre Raketen aus der Türkei ab.

Und Kennedy verkaufte diesen Abzug als seinen Erfolg - obwohl Chrustschow letztenendes nachgegeben hat und die USA auf dessen Wunsch hin ihre Raketen aus der Türkei abgezogen hat.

Es war letztenendes die Kompromissbereitschaft und die Vernunft auf beiden Seiten, die eine Eskalation verhinderten.

Die Amerikaner konnten ihr Gesicht wahren..

LA

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Ich habe gerade etwas gefunden, was Deine Frage ganz gut beantworten kann. In der "Kleinen Enzyklopädie - Weltgeschichte", Band 1 vom VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1981 steht im Ländereintrag zu Kuba Folgendes:

Parallel zur Verstärkung der Blockade- und Interventionspolitik der USA (z. B. Kündigung des Zuckerabkommens, Abbruch der diplomatischen Beziehungen) baute Kuba seine Verbindungen zu den sozialistischen Ländern und den befreiten Ländern Afrikas und Asiens aus. Der Versuch des Imperialismus, bei Playa Girón [Invasion in der Schweinebucht, PeVau] die Revolution militärisch niederzuwerfen, erlitt eine totale Niederlage (17.-19. 4. 1961) [...] Im Herbst 1962 entstand aus der ständigen Interventionsdrohung der USA , die die UdSSR und Kuba zur Stationierung sowjetischer strategischer Raketen und Bomber auf Kuba bewog, eine internationale Krise (Karibische Krise). Gegen das Versprechen der USA, die Intervention zu unterlassen und die völkerrechtswidrige Blockade aufzuheben, wurde Raketen und Bomber zurückgezogen, womit ein Kernwaffenkonflikt verhindert und die Existenz des revolutionären Kubas gesichert wurde (28. 10.).

Die in diesem Text genannte ständige Interventionsdrohung bezieht sich z. B. auf die Operation Mongoose, die nach dem Scheitern der Invasion in der Schweinebucht von den USA gestartet wurde.

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1961 wurde die Mauer gebaut, danach fuehrte die DDR die Wehrpflicht ein.

In voller Montur mussten wir Wehrpflichtigen schlafen. Alles war in Alarmbereitschaft. In Spechtberg waren die Zuege mit Panzer beladen usw. Das war 1962, die Kubakrise.

Der "Kalte Krieg" war auf seinen Hoehepunkt und drohte heiss zu werden.

Genau so heiss wurden die Propagandamaschinen auf beiden Seiten, von den gegenseitigen Vorwuerfen. 

Der Held war ja Kennedy, der Schuhschmeisser Crutschow.

Somit kann mit Fug und Recht gesagt werden, die USA waren einmal wieder diejeniegen, die die Lunte gelegt hatten. A-Raketen in der Tuerkei und in andern Laendern, somit musste und hat die Sowjetunion darauf reagieren muessen.

Die DDR wusste schon worum es ging, mindestens die Leute, die sich fuer Politik interessierten.

Der Abzug der Raketen aus der Tuerkei und Kuba wurde als Sieg fuer Kennedy verkauft.

Parallelen zu Heute sind durchaus wieder gegeben, allerdings stehen keine Raketen mehr in Kuba, aber in der Tuerkei stehen wieder 90 A-Waffen. Rechts und links, stehen dafuer auch noch welche. Wer ist der Boesewicht? Die Russen natuerlich. Verkehrte Welt ist das. 

Die Welt war nach dem 2. Weltkrieg in die westliche und östliche Hemisphäre unterteilt. Kuba gehörte nach dem Selbstverständnis der USA eindeutig zur westlichen Hemisphäre, was Kennedy in seinen Reden betonte. Auch wenn Kuba 1959 ein sozialistischer Staat wurde, so hatten nach der Vorstellung Kennedys Atomraketen nichts zu suchen.

Die Türkei/das osmanische Reich gehörte im Übrigen niemals zur östlichen Hemisphäre Russlands oder der Sowjetunion. Erstens war das osmanische Reich immer ein Gegner Rußlands und zweitens haben die Jungtürken, bzw. Mustafa Kemal im 20. Jahrhundert einen Westkurs gefahren.

Chruschtschow hat insofern mit dem Abzug der Atomraketen aus der Türkei einen kleinen Sieg errungen.

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@dataways

Deine Version ist die Ansicht der USA. Man spricht hier ja auch von ihrem Hinterhof. Das alles nuetzt allerdings nichts, wenn es Kontra gibt, wie in der besagten Kubakrise.

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@zetra

Deine Version ist die Ansicht der USA

Nicht meine Version. Die Welt wurde in Teheran '43 und Jalta '45 in Hemisphären aufgeteilt.

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@dataways

Wir koennten bis morgen frueh so weiter machen.

Was sucht die USA in der Ukraine?

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@zetra

Was sucht die USA in der Ukraine?

Keine Ahnung, frag sie doch selbst. Und was macht Rußland auf dem Terretorium der Ukraine?

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@dataways

Dann sind wir uns ja wieder einmal einig. Gruss zetra.

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Wir haben das Thema damals in der Schule besprochen. Da war keine Rede davon, dass sowjetische Raketen auf Kuba stationiert waren. Jeder Schüler kannte natürlich die Wahrheit aus dem Westfernsehen, aber in der Schule wurde steif und fest behauptet, dass die Amerikaner die Insel vor ihrer Haustür aus reiner Bosheit drangsalierten. Es wurde behauptet dass die Schiffe, die von den Amerikanern aufgehalten wurden, nur Getreide und Medikamente geladen hatten. Damals war zufällig ein Schiff der DDR mit handverlesenen Touristen auf dem Weg nach Kuba. Den Namen des Schiffes habe ich vergessen, aber dieses Schiff wurde von den Amerikanern durch die Blockade hindurch gelassen. Das wurde in der DDR wie ein Sieg gefeiert und als Beweis, dass alle Schiffe des Ostblocks nur als "Friedenstauben" auf dem Weg nach Kuba waren. Es wurde behauptet, dass die Amerikaner keinen Grund hätten, die Schiffe aufzuhalten und der Sowjetunion mit Krieg zu drohen. 

Dazu muss man wissen, diese Diskussion in meiner Schule fand 1969 statt. Also deutlich nach der Kubakrise. Der wahre Sachverhalt war in der ganzen Welt bekannt. Trotzdem wurde in der DDR gelogen, dass sich die Balken... na ja du weißt schon. 

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