Sich selbst in die geschlossene Psychiatrie einweisen lassen und freiwillig auch wieder raus?

11 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo DoktorFr4ge,

solange Du nicht akut selbstmordgefährdet bist, kann Dich niemand gegen Deinen Willen in einer geschlossenen Abteilung festhalten. Im aktuten Fall tut man das nur deswegen, um Dich vor Dir selbst zu schützen.

Darf ich Dir noch etwas zu Deinen Selbstmordgedanken schreiben? Es kann leider immer mal wieder Phasen im Leben geben, da ist man völlig ohne Ausweg und total mutlos. Da es auch Dir im Moment so geht, denke bitte an eines: Es bleibt nicht immer alles so, wie es gerade ist. Das Leben und man selbst verändert sich. Auch mag man Lösungen und Auswege finden, die man zuvor nicht gesehen hat. Oftmals kann bereits ein längeres Gespräch mit einer einfühlsamen und verständnisvollen Person helfen, wieder neuen Lebensmut zu schöpfen.

Auch wenn Dir im Moment der Selbstmord als eine mögliche Lösung erscheint, so ist er jedoch nichts anderes als eine furchtbare Tragödie, ein Wegwerfen des Lebens. Bedenke doch, welch ein Schmerz und welch schlimmes Leid für Deine Freunde und Familie zurückbleibt!

Leider ergeht es heute vielen Menschen so wie Dir. Sie verzweifeln an ihren Problemen, mit denen sie sich alleingelassen fühlen und sehen keinen Ausweg mehr. Doch wodurch entsteht ein solcher Schmerz? Er kann z.B. durch ein einschneidendes Erlebnis ausgelöst werden. vielleicht, durch einen heftigen Streit mit den Eltern oder anderen nahestehenden Personen. Da man niemanden zum Reden hat, scheint man an seinen Gefühlen förmlich zu ersticken. Dir ergeht es gerade auch so, nicht wahr?

Du kannst jedoch etwas tun, damit Du den Selbstmord nicht weiterhin als einzigen Ausweg betrachtest. Jeder Mensch verfügt sowohl über innere als auch äußere Kraftquellen, um Konflikten und Belastungen begegnen zu können. Eine solche Kraftquelle können möglicherweise Freunde und Angehörige sein. Ein gutes und trostreiches Wort von einer verständnisvollen Person kann schon eine Menge Gutes bewirken. Du solltest daher auf keinen Fall versuchen, allein mit Deinen Problemen fertig zu werden. Versuche doch einmal, bei jemandem, der Dich versteht, Dein Herz auszuschütten. Das kann Deine Gefühle beruhigen und Du siehst die Sache vielleicht aus einem ganz anderen Blickwinkel.

Vielleicht kommt es Dir so vor, als würde Dein Schmerz niemals aufhören. Bedenke jedoch, dass andere Ähnliches durchgemacht haben wie Du und sie haben die Erfahrung gemacht, dass sich die Situation ändern kann und wird. Versuche also, wieder neuen Mut zu schöpfen und lass Dir von anderen dabei helfen!

Denke bitte auch daran, dass Du noch jung bist und sich noch sehr viel in Deinem Leben ändern kann. Es ist ganz wichtig, nicht bei Dir selbst die Schuld zu suchen und es zu lernen, ein gesundes Maß an Selbstbewusstsein zu entwickeln. Auch wenn frühere negative Erlebnisse bei Dir emotionelle Narben hinterlassen haben, solltest Du daran denken, dass dies nichts an Deinem Wert als Mensch ändert. Daher solltest Du Dich um eine ausgeglichene Ansicht über Deinen wahren Wert als Person bemühen. Vergiss nie: Du bist ein wertvoller Mensch, und es ist schön dass es Dich gibt! Wahrscheinlich haben andere es versäumt, Dir das immer wieder zu sagen. Doch das ist nicht Deine Schuld. Wenn Du Dich selbst als einen liebenswerten Menschen siehst - was Du möglicherweise erst lernen musst - dann siehst Du Dein Leben auch wieder als lebenswert an.

Was auch immer der Grund für Deine Selbstmordgedanken ist, eines ist sicher: Es gibt jemanden der Deine innersten Empfindungen auf jeden Fall versteht und dem Du nicht gleichgültig bist. Ja, es ist Gott, an den Du möglicherweise nicht mehr so richtig glauben kannst. Doch in seinem geschriebenen Wort, der Bibel, hat er Gedanken aufschreiben lassen, die eindeutig sein Interesse an uns, und besonders an den Niedergedrückten, zum Ausdruck bringen.

Ein Schreiber der Bibel, der von innerer Verzweiflung geplagt wurde, schrieb einmal: "Als meiner beunruhigenden Gedanken in meinem Innern viele wurden, begannen deine eigenen Tröstungen meine Seele zu liebkosen" (Psalm 94:19). Zeigt das nicht, dass Gott sich gern derer annimmt, die im Leben keinen Ausweg mehr sehen? An ihn kannst Du Dich jederzeit, wenden, der er sich selbst als der "Hörer des Gebets" bezeichnet.

Ich wünsche Dir, dass Du die benötigten Hilfen bekommst, damit Du Dein seelisches Tief überwinden und Dein Leben wieder als lebenswert ansehen kannst. Alles Gute und viel Kraft dabei!

LG Philipp

Vielen Dank für den Stern!

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Es gibt zwei Wege in die Psychiatrie. Erstens man geht freiwillig und zweitens man wird zwangseingewiesen.

Wenn man freiwillig geht ist die Chance gross auf eine spezialisierte Abteilung zu kommen und nicht erst mal auf einer Allgemeinstation mit allen möglichen Krankheitsbildern zu landen.

Wenn du eintrittst hast du als erstes ein Arztgespräch und es wird beurteilt, ob du auf eine offene oder geschlossene Station kommst. Nicht jeder der selbstmordgefährdet ist kommt auf eine geschlossene Station. Dies hat viel mehr mit der Absprachefähigkeit zu tun. Wenn die Ärzte einschätzen, dass du dich an Abmachungen (z.B. Antisuizidvertrag) hältst kommst du auf eine offene Station, was sehr viel angenehmer ist. Bei akuter Suizidgefährdung jedoch kommst du auf eine geschlossene.

Wenn du freiwillig gehst, kannst du jederzeit wieder austreten. Die Ärzte können dich nur gegen deinen Willen zurückhalten, wenn du eine akute Gefahr für dich selbst oder deine Umwelt darstellst. Wenn du also freiwillig gehst und wegen akuter Suizidalität auf eine geschlossene kommst wirst (was alles andere als sicher ist), kannst du nicht mehr so schnell raus. Doch wie bereits erwähnt kommen die meisten auf eine offene und können gehen wann sie wollen.

Wirst du zwangseingewiesen sieht das Ganze völlig anders aus. Bei einer Zwangseinweisung kommst du auf eine geschlossene Station und kannst sicher auch nicht gleich wieder gehen. Ich rate jedem sich freiwillig in stationäre Behandlung zu begeben bevor es zu spät ist und Zwangsmassnahmen ergriffen werden.

Ich war 2x selbst in der Psychiatrie (schwere Depression); freiwillig. Obwohl ich ein Stück weit suizidal war, kam ich auf eine offene Abteilung. Dies hat mir das Leben gerettet. Die Klinik war völlig anderes als ich es mir vorgestellt hatte. Ich hatte diese Stereotypen von schlechten Hollywood-Filmen im Kopf, doch wurde schnell eines Besseren belehrt. Die Klinik ist ein Ort wo man sich erhohlen und sammeln kann. Man kriegt diverse Therapien und ist mit Menschen zusammen, die einem verstehen. Ich kanns bei wirklicher Suizidalität nur weiterempfehlen.

Sie wurde schon einmal Zwangseingewiesen, meinte jedoch trotzdem es war dort nicht schlimm. Ich weiß nur nicht ob sie nun in die geschlossene gekommen ist oder in die offene... und das ist nen scheiß Gefühl, wenn man nicht weiß was nun Sache ist.

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@DoktorFr4ge

Ja, das ist tatsächlich ein sch*** Gefühl. Ich lies mich von meinem abulanten Psychiater einweisen und sagte ihn, dass ich auf eine offene will. Zudem kommunizierte ich meinem Umfeld klar was Sache ist, so dass es nicht zu Spekulationen kommt.

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@samm1917

Das hätte sie/wir mal früher wissen sollen, das man da auch Wünsche äußern kann, dann hätte man das vielleicht auch so sagen können... ich weiß einfach gar nichts und besuchen darf ich sie auch nicht, habe schon angerufen und nachgefragt...

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@DoktorFr4ge

Menschen in der Psychiatrie dürfen grundsätzlich Besuche empfangen, egal ob sie auf einer geschlossenen oder offenen Abteilung sind. Wenn du allerdings kein Angehöriger bist, darf die die Psychiatrie keine Auskunft geben. Du musst also dieser Person etwas ausrichten lassen oder sie direkt kontaktieren.

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Hallo

Ich hab deine Frage schon selbst erlebt!
Ich habr mich vor ca 1 1/2 jahren auch Selbst einweisen lassen wegen versuchten Selbstmord..
Der hacken an der sache ist du darfst dich nicht selbst entlassen wenn du unter 18 bist! Das müssen dann deine Eltern entscheiden..bzw die Psychlogen!

Aber du wirst es schaffen!
Viel glück!💪

Wegen den Eltern ist die Person erst überhaupt dahin gekommen. Also nicht weil die Eltern die Person eingewiesen haben, sondern weil die Eltern die Person extrem fertig gemacht haben körperlich/seelisch.

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