Shutter Island: Ist Laeddis am Ende wieder der alte "Kranke"? Und wird er hingerichtet?

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wikipedia finde ich in diesem Fall überhaupt nicht nützlich und liebe diese Verweise auf die Seite sowieso.

Ich bin der Meinung, dass er manipuliert wurde. Dieser Satz mit dem "als Freier zu sterben als als Monster zu leben" kann nicht einfach so dahin gesagt worden sein. Selbst Dr. Sheehan war in diesem Moment überrascht von dieser Antwort. Zum Tod: dieser Eingriff, bei dem mit einem spitzen Gegenstand in das Auge gestochen und Nervenstränge entfernt werden (?), bewirkt, dass der Mensch in seiner Gefühlswelt eingeschränkt wird. Von Todesfällen war meineserachtens keine Rede. Für mich läuft das Ende auf eine Fortsetzung des Films hinaus.

Danke, ja bei Wiki hatte ich schon geschaut, da stand nichts hilfreiches.

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Ja, ich sehe es auch so, dass Andrew am Ende des Films sich wieder in seine Wahnvorstellungen flüchtet. Allerdings ist die Interpretation, ob er das nun quasi "absichtlich" macht oder nicht, jeder/m selbst überlassen. Das geht nicht eindeutig aus dem Film (und auch nicht aus dem Roman) hervor. Womit ich bei dem Film allerdings wirklich "Probleme" habe, ist der Umstand, dass an keiner Stelle wirklich klar gezeigt wird, wieso denn überhaupt Andrew "ein Monster" sein soll. Das ist total unglaubwürdig, finde ich, weil es durch nicht, durch keine Handlung etc. belegt wird. Wenn jemand als _"Monster"durchgehen will, müsste er sich für meine Begriffe wesentlich gewalttätiger verhalten als Teddy/Andrew in dem Film. Insofern kann ich auch diesen letzten Satz von ihm nicht wirklich nachempfinden...

Die Psychiater haben Daniels/Laeddis seine Wahnvorstellungen nachspielen lassen, um ihn mit den Widersprüchen darin zu konfrontieren und letztlich auf logische Weise von seiner Geisteskrankheit zu überzeugen. Dies geschieht, um ihm die Lobotomie zu ersparen, die zu dieser Zeit für gewalttätige Geisteskranke die einzig mögliche "Heilungsmethode" darstellt, aber die Persönlichkeit zerstört und deshalb nur als ultima ratio eingesetzt wird. Auf die Lobotomie kann nur verzichtet werden, wenn Laeddis sich dauerhaft von seiner Krankheit überzeugen lässt und Aggressionen gegenüber seinen Mitinsassen unterlässt.

Der Schluss des Films zeigt jedoch, dass er wieder in seine Wahnwelt zurückgefallen ist, und ergo lobotomiert werden muss, da er sonst für Mitinsassen und Pfleger ein unzumutbares Risiko darstellt.

Dr. Solandos Beschreibung der Lobotomie als Eingriff durch das Auge, wo Nervenstränge entfernt werden, entstammt natürlich den Wahnphantasien Laeddis' und ist somit unzutreffend.

Am Schluss des Films trifft Dr. Cawley also schweren Herzens die Entscheidung zur Lobotomie, weil sein Ansatz, mit dem Geisteskranken "vernünftig zu reden", bei Laeddis gescheitert ist.

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