Sexuelle Nötigung: Wegen welchen Delikten kann ich ihn (noch) anzeigen, was wird/könnte die Strafe sein und welche Kosten kommen auf mich zu?

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2 Antworten

Also in dem Fall wäre die Verjährungsfrist 10 Jahre. Das Problem ist, dass es nun sehr schwer ist das aufzuklären. Da würde ich mir tatsächlich keine Hoffnungen machen. Wenn du sagst dir geht es nun gut, dann lass es dabei.

Da es hier kein schwerer Fall war und keine seelischen Schäden vorliegen, ist die Verjährung auch nicht bei 20 Jahren. Alle anderen einschlägigen Normen sind bei 5 Jahren Verjährung. In besonderen fällen ruht de Verjährung bis man 18 geworden ist. Danach sieht es hier nicht aus.

Das Sexualstrafrecht wurde gerade geändert, teilweise wurde es verschlechtert. Das Verfahren kann länger dauern, allein durch die Aufklärung.

Beratungen bei einem Rechtsanwalt sind nicht sehr teuer. Aber ich würde dir abraten. Zum einen müsste in deinem speziellen Fall die Verjährung der angeguckt werden und das wäre sie sehr wahrscheinlich. Zum anderen halte ich wirklich einen Prozess für belastend. Wenn es dir gut geht, dann belasse es dabei.

Denn in diesen Fällen ist es meist Aussage gegen Aussage, dann warst du jung und es ist ewig her. Der gegnerische Anwalt wird da einiges an material haben. Teilweise macht das kein Spaß, aber es ist der Job.

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Oh, nur in besonderen Fällen ruht die Verjährung bis sie 18 ist? Ich dachte, das ruht immer. Wovon hängt es denn ab?

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@ascivit

besonders schwere Fälle - § 177 StGB: Bei sexuellen Handlungen (mit Körperkontakt) die mit Gewalt, Drohung mit Gefahr für Leib und Leben oder unter Ausnutzung einer schutzlos ausgelieferten Lage sowie bei einer Vergewaltigung (Beischlaf oder sonstiges Eindringen in den Körper) - da zählt es dann beispielsweise erst ab 18.

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@ascivit

nicht nur in besonders schweren Fällen. Auch bei unter 14 jährigen. Dann ist es auch ab 18. Das wäre hier möglich und nicht verjährt. Dafür musste man dann aber noch etwas genauer gucken was genau vorgefallen ist. Das Problem ist hier immer mit Eindringen in den Körper, ohne usw. Vermutlich würde man hierüber auch eine Anzeige fertigen können.

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@ValentinDupree

Es gibt da einige Tatbestände ob nun § 177 - § 174 § 176 und 176a die Verjährung ist überall anders, dann kommt es drauf an ob es ein schwerer Fall war usw. Also es ist nicht grundsätzlich ab 18. -- es spricht vieles dafür, nur da müsste man dann eine umfassendere Prüfung machen und das habe ich nicht.

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@ascivit

und es kommt natürlich darauf an, wandte Tat stattgefunden hat. Denn es ist so das bei alten Fällen auch noch die alten Gesetze gelten. Und die Verjährung hat sich sehr oft geändert, darum hatte ich angemerkt, das es wahrscheinlich verjährt ist. Muss natürlich nicht so sein. Aber ich wollte es nicht so kompliziert machen, was ich nun doch geschafft habe.

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@ValentinDupree

In Ordnung, vielen Dank für deine ausführliche Antwort und vor allem auch die rechtlichen Belege dazu. Ich werde mich die Tage mal reinlesen.

Das Problem, das ich momentan sehe, ist einfach folgendes: Wenn der Kerl das damals mit mir gemacht hat - unabhängig von vielen anderen Straftaten und Unmenschlichkeiten, die sonst eigentlich nur meine Mama getroffen haben - dann gibt es für mich keinen Grund zu glauben, dass er sich zwischenzeitlich nicht auch an anderen kleinen Mädchen vergangen hat. Und wenn ich nur daran denke, wird mir schon schlecht und ich werde unsagbar wütend.

Mama hat mir mal erzählt, dass er das alles sogar zugegeben hat. Die beiden hatten sich nach der Trennung wohl irgendwann nochmal gesehen, er war stockbesoffen gewesen und meinte dann tatsächlich, dass alles, was ich ihr erzählt hätte (bis zu diesem Zeitpunkt war sie sich nie sicher gewesen, ob ich das nicht nur einfach geträumt habe), wahr sei - aber - und jetzt kommts: dass die sexuelle Nötigung seiterseits lange nicht so schlimm gewesen wäre, wie das, was sie mir angetan hätte (sie hatte damals einfach nur wenig Geld und ich habe oft auf Dinge verzichtet, die ich eigentlich gerne haben wollte, um ihr das Leben nicht noch schwerer zu machen). So jemand ändert sich nicht. Niemals. 

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@Seelentraum

Wenn du dir deine Gedanken machst und zu der Verjährung gelangst, dann wäre das Jahr in dem das passiert ist hilfreich. Denn es gibt immer noch Altfälle bspw. vor 1998 - bei denen alle Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern nach 10 Jahren, selbst schwere Fälle, verjährt sind. Deshalb konnte ich das hier nicht eindeutig sagen. Vielleicht hast du ja »Glück« und du kannst ihn dafür noch zur Rechenschaft ziehen.

Die ganze Ermittlung ist schwer. Aber das wäre dann nicht deine Aufgabe sonder die der Polizei. Ich würde mich als erstes Fragen, will ich das alles durchgehen, will ich ihn Wiedersehen, will ich evtl. beschuldigt werden.

Das deine Mutter das nicht geglaubt hat, das ist n den Fällen des Kindesmissbrauch fast die Regel.

Nur zum Verfahren. Hier gilt ein juristischer Grundsatz, im Zweifel für den Angeklagten. Das heißt, es muss schon sehr eindeutig sein, das etwas vorgefallen ist. Viele fälle heute haben noch externe Beweise, DNA-Proben oder ähnliches. Leider sind Zeugen die schlechtesten Beweise im Prozess, weil sie sehr unzuverlässig sind.

Wäre ich sein Rechtsanwalt, so würde ich versuchen die Zeugen unglaubwürdig erscheinen zu lassen. Das macht man indem man versucht sie in Widersprüche zu verwickeln. Deiner Mutter könnte, z.B. auch vorgeworfen werden, sie würde die Trennung nicht verkraften usw. also das kann hässlich werden. Dann wäre die Frage warum wurde nichts unternommen, obwohl du das damals gesagt hast. Hat deine eigene Mutter dir nicht geglaubt wie soll man das dann heute mehrere Jahre später glauben. Da es so einige Zweifel gibt, kann es mangels der Beweise eingestellt werden.

Deshalb weiß ich oft nicht ob ein Prozess die richtig Wahl ist. Ich hoffe natürlich, das du stark genug bist und das durchziehst. Aber manchmal muss man auch sagen, hier hat das Recht versagt und leb lieber dein Leben abseits davon. Denn wird er freigesprochen, ist das ein harter Schlag. Sehr hart. Viele sehen das so als würde man ihm die Tat bei dir nun nachträglich erlaubt haben. So ist es natürlich nicht, man konnte es nur nicht beweisen.

Aber bitte suche dafür einen Rechtsanwalt auf und lass dich da im speziellen noch eingehend beraten. Vielleicht reicht es schon das die Anklage andere dazu anregt etwas zu sagen. Dann kommt er vielleicht bei dir durch aber bei anderen nicht. Vorausgesetzt es gab andere. Vielleicht hilft auch die reine Anzeige, nur die Gewissheit, ich habe mich gemeldet - selbst wenn es nicht zum Prozess kommt.

Ich wünsche dir auf jeden Fall Kraft und Erfolg!

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@ValentinDupree

Kleine Ergänzung noch, vielleicht versucht der Rechtsanwalt des Täters sogar dein Glück, dass du keine Schäden davon getragen hast, negativ anzulasten. Manchmal ist Recht eben eine hässliche Sache.

Aber du wirst die richtige Entscheidung treffen, da bin ich ganz sicher!

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In diesen Fragen ist es sehr schwierig, ich möchte dir nichts falsches erzählen aber kann dir nur ans herz legen damit einen termin bei einem anwalt zu vereinbaren, das mit ihm zu besprechen über vllt 1-2 Stunden erstmal (um die kosten niedrig zu halten). Er kann dir dann mit fachwissen helfen und alle möglichkeiten aufzeigen. In so einem Fall ist Halbwissen aus einem Forum wie diesem wahrscheinlich eher nicht hilfreich.

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