Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, Vertuschung?

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5 Antworten

Die Ausrede "...er hätte angeblich Angst, dass ihr dann etwas zustoßen würde..." ist ja wohl die Krönung des Ganzen. Der Vorgesetzte ist also der Ansicht, dass eine Kündigung gerechtfertigt wäre, er will sie aber vermeiden, weil er Angst hat, dass der Beschuldigte zudem auch noch gewalttätig wird?

Kann er es denn verantworten, einen solchen Mitarbeiter in seinem Betrieb zu behalten? Ist das nicht ein sehr seltsamen Rechtsverständnis? Ich wette, bei einem rangniedrigeren Mitarbeiter hätte man diese Nachsicht nicht.

Ich würde das nicht auf sich beruhen lassen. Beispielsweise ein Gespräch mit dem Betriebsrat oder einem anderen Ansprechpartner suchen.

http://dornrose.de/index.php?option=com_content&view=article&id=25&Itemid=24

Der Chef hat die Angestellte hinterlistig abserviert und seinen männlichen Mitarbeiter gedeckt.

Er hat das nur vorgeschlagen also ist es nicht strafbar

Anhand der Schilderung ist es nicht abschließend möglich, eine strafrechtliche Wertung vorzunehmen. Grundsätzlich könnte Beleidung mit sexuellem Hintergrund oder je nach Intensität der "Belästigung" auch Nachstellen (Stalking) erfüllt sein. Zur Frage ob der Chef sich wegen einer Vertuschung einer Straftat schuldig gemacht hat, ist zu sagen, dass dies nicht der Fall sein dürfte, denn er ist nicht gesetzlich verplfichtet alle Straftaten der Polizei oder der Staatsanwaltschaft zu melden. Verpflichtungen gibt es nur bei schweren Straftaten (wie z. B. einem geplanten Mord). Auf der anderen Seite stehen arbeitsrechtliche Konsequenzen bspw. eine Abmahnung oder auch je nach Intensität die Entlassung. Hinsichtlich der weiteren Beurteilung der strafrechtlichen Seite ist zu empfehlen die Polizei aufzusuchen und Anzeige zu erstatten. Natürlich wird dann die Aussage aufgenommen und bei einem Gerichtsverfahren wird man als Geschädigter/Zeuge geladen und muss dort seine Angaben bestätigen. Wenn die Angst besteht, dass man dadurch als Geschädigter Konsequenzen vom Täter zu erwarten hat, dann muss man das klar äußern - im Übrigen: würde jeder auf eine solche Anzeige als Opfer verzichten, würde kaum ein Täter zur Rechenschaft gezogen, wenn die Straftat nicht öffentlich bekannt ist oder es Zeugen dafür gibt, die die Straftat zur Anzeige bringen.

Was du da schilderst erfüllt nicht, den Straftatbestand.

Aber eine Abmahnung hätte es zumindest geben müssen, spätesten nach der Drohung das er Angst hätte dir könne was passieren, wäre das ein Entlassungsgrund.

Eine Anzeige kannst du aber davon unanhängig, auch selbst machen.

Kommentar von ksero
06.03.2016, 12:02

Nein, der Vorgesetzte des Vorgesetzten hatte gemeint, er hätte Angst um sie, wenn er entlassen würde, das dieser dann plötzlich vor ihrer Haustür stünde. Es wäre definitiv auch so schon ein Entlassungsgrund, aber er hat ihr mit mehrfacher Begründung davon abgeraten, dies an die zentrale weiterzugeben, weil sie dann angeblich gegen ihn aussagen müsse. Meine Vermutung ist ja, dass er ihn decken möchte, da er sich sehr verdient gemacht hat. Degradiert wurde er jedenfalls auch nicht.

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