Sexualkunde/Aufklärung durch Jugendliche besser als durch Lehrer?

24 Antworten

Aller Erfahrung nach haben die meisten Schüler schon ein Problem vor einer Klasse über Goethes Faust oder den Vietnamkrieg zu sprechen. Ein Thema wie Sexualität überfordert da die meisten.

Hinzu kommt, dass Teenager mit 16/17/18 zwar GLAUBEN sie hätten Ahnung von Sex und Sexualität - ihr Know-How besteht allerdings überwiegend aus Gerüchten, Hörensagen, Pornofilmen und ein paar eigenen Sexperimenten.

Leider wird sich aber auch durch einen locker und selbstsicher vortragenden Schüler das EIGENTLICHE Problem der schulischen Sexualaufklärung nicht beheben lassen: In erster Linie geht es dabei ja darum die Grundlagen der Zeugung, der Verhütung und (in epischer Breite) der Geschlechtskrankheiten auszubreiten. DAS kapieren die Schüler ja meist auch in groben Zügen - aber die eigentlichen Fragen werden damit noch längst nicht beantwortet:

Was ein Teenager durchlebt, bei dem der Sexualtrieb erwacht ("ich masturbiere 3x täglich - ist das normal?!"), wie dieses "Petting" denn nun genau funktioniert, welchen Stellenwert Oralverkehr hat und wie dieser funktioniert, wie das "erste Mal" statt hektisch-bemüht-peinlich-schmerzhaft dann sinnlich-romantisch-lustvoll-schmerzfrei wird usw. steht ja leider NICHT auf dem Lehrplan (und gehört auch nicht zum Erfahrungsschatz der meisten Jugendlichen...).

Da es vielen Jugendlichen zu peinlich ist, derart detailliert mit den Eltern über diese Thematik zu sprechen, holen sie sich Infos, Rat und Tipps dann doch wieder bei Gleichaltrigen oder fragen bei GuteFrage (wenn sie denn wissen, was sie eigentlich fragen sollen...).

Als mein ältester Sohn auf die 14 zuging, sich Gesprächsversuchen stets entzog ("weiss ich doch schon Alles..."), habe ich damit begonnen meine Erfahrungen und Ratschläge aufzuschreiben. Am Schluss kam dann ein über 400 Seiten starkes Buch dabei heraus, welches ich ihm zum 14. Geburtstag geschenkt habe - und er bis heute noch nicht weiss, dass sein Vater es geschrieben hat... ;-)

Damit habe ich das theoretische Skelett des Schulunterrichts mit "Fleisch" gefüllt und bisher macht er sich bei seinen Beziehungen und Sexperimenten auch ganz gut... ;-)

Bei meinem jüngeren Sohn werde ich es wohl genauso handhaben, denn allein dem Schulunterricht und den "Tipps", die er auf dem Pausenhof bekommt, möchte ich meine Jungs dann doch nicht überlassen... .

Seid nett aufeinander! (<== jetzt als Buch bei Amazon erhältlich)

R. Fahren

Bei meinem Sohn war es so, dass sie dieses Thema außerhalb der Schule, Geschlechter getrennt, mit speziell ausgebildeten Leuten vom Jugendamt, erarbeitet wurde.

Es war eine Tagesveranstaltung und er hat viel an Broschüren ect mitbekommen.

Es wurde die richtige Handhabung von Kondomen erklärt, über die Übertragungswege von Geschlechtskrankheiten gesprochen und es gab Kondome mit nach Hause.

Gut, mein Sohn wurde von uns komplett aufgeklärt und für ihn gab es da nichts neues, aber leider waren viele Jungen dabei, die über nichts Bescheid wussten, oder mit magerem Halbwissen glänzten.

Für die war es sehr aufschlussreich.

Ich denke, bei den Mädchen waren die Erfahrungen ähnlich.

Ich weiß, dass diese Art des Sexualunterrichts in vielen Schulen unserer Stadt praktiziert wird.

Und ich finde das auch gut so......denn auch unter 17 Jährigen herrscht ein erschreckendes Maß an Unwissenheit.

Hmm... danke für deine Antwort!

Warum wird das eigentlich immer geschlechtergetrennt gemacht? Normalerweise sollte doch allen dasselbe gelehrt werden...

Dass gerade auch unter den 17jährigen als Beispiel diese Unwissenheit herrscht, ist ja gerade mein Problem - trotzdem eigentlich doch in jeder Schule aufgeklärt werden müsste. Aber es gibt nach wie vor Leute, die ihren eigenen Körper nicht kennen. Und das ist eigentlich traurig, in unserem 21.Jhd.

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@ichbinich2000

Geschlechter getrennt, weil es den Jugendlichen einfach peinlich ist....Welches Mädchen möchte gerne vor Jungens über ihre Periode reden, oder welcher Junge vor Mädchen über die Morgenlatte oder den Samenerguss.

Das würde ich auch nicht mit Irgendwelchen besprechen wollen,weil es einfach zu intim ist.

Das die Aufklärung heute so massiv hinterher hinkt, ist mir auch ein Rätsel.

Wir hatten früher nur unsere BRAVO mit "Dr. Sommer" und waren aufgeklärter wie die heutige Jugend, die durch das Internet Zugriff auf ein Weltwissen hat.

4
@Woelfin1

Eine Peinlichkeit, die heute aber in Gesprächen untereinander kaum mehr festzustellen ist... da wird sehr offen und auch sehr provokativ gesprochen, ohne jegliche Scham. Und ich fände es auch richtig, wenn daran gearbeitet werden würde, diese Scham abzubauen. Sexualität ist kein Tabuthema.

Wir hatten Sexualkunde koedukativ - und das war nie ein Problem.

0
@ichbinich2000

Ich glaube, da vertust du dich....in allen Generationen gibt es eine Schamgrenze.

Ich würde mich auch nicht in der Kneipe mit einem entfernten männlichen Bekannten über meine Wechseljahrsbeschwerden austauschen.

Und 14/15 jährige sind da nicht anders.

Es geht ja nicht nur um Sexualität, sondern auch um Gefühle.

Und über Gefühle, gerade wenn es auch diffuse Gefühle sind, Gefühle, die man irgendwie nicht greifen kann, redet man auch in unserem Alter eher mit dem gleichen Geschlecht, als mit dem Partner.

Das schlimme ist, wie ich finde, und wie man hier auch massenhaft zu lesen bekommt, dass Jugendliche den Kontakt zu ihren Eltern verloren haben.

"Ich trau mich nicht, mit meiner Mutter zu reden", "Ich kann das meinen Eltern nicht sagen"...

Da muss auch dringend was geschehen.

1

Das mit dem "locker vermitteln" ist aber nicht der einzige Punkt, um den es hierbei geht. Es geht ja auch um den korrekten Inhalt, das soll ja keine Unterhaltungsveranstaltung sein.

Gerade weil ich noch sehr gut weiß, wie es in der Pubertät war (deine Annahme, man wisse das mit 40 oder älter nicht mehr, ist falsch), bin ich da etwas skeptisch. Welcher Jugendliche würde denn freiwillig zugeben, dass er etwas nicht weiß in diesem Bereich? Meist wird da viel angegeben, und bevor man sagt, man weiß etwas nicht, sagt man lieber irgendwas falsches (nur, um sein Gesicht nicht zu verlieren).

Ok, du sagst, ein Lehrer ist dabei. Man kann das schon versuchen, so wie du es schreibst, sicher. Ich halte das schon für Test-geeignet, bin nur ein klein wenig skeptisch über die Wirkung.

Ich denke auch nicht, dass es der Sinn vom Sexualkundeunterricht sein sollte, über möglichst viele Sexualpraktiken aufzuklären. In erster Linie sollte es darum gehen:

Wie wird man schwanger? Wie kann man das sicher verhindern?

Was ist in Bezug auf Krankheiten zu beachten?

Natürlich kann man auch über Oralsex sprechen (und dass man davon nicht schwanger wird). Man muss aber nicht 20 Stellungen aus dem Kamasutra vorführen. :)

Und (ganz wichtig): man sollte den Kindern die Angst nehmen.

Keine Angst davor haben, wenn man homosexuell ist.

Keine Angst davor haben, mit 17 oder 20 oder 25 noch keinen Sex gehabt zu haben.

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@OlliBjoern

Erstmal danke für die ausführliche Antwort!

Welcher Jugendliche würde denn freiwillig zugeben, dass er etwas nicht weiß in diesem Bereich?

Viel genug. Schau dich nur mal hier bei gutefrage.net um.

Ich denke auch nicht, dass es der Sinn vom Sexualkundeunterricht sein sollte, über möglichst viele Sexualpraktiken aufzuklären

Nein, das ist auch nicht meine Absicht. Das kann, wie bisher über die sehr informativen Broschüren des Bundesamtes für gesundheitliche Aufklärung laufen, die während des Unterrichts ausgeteilt werden.

Und (ganz wichtig): man sollte den Kindern die Angst nehmen.

Gerade das ist aber auch ein zentraler Punkt. Man sollte ihnen die Angst nicht vollständig nehmen, denn Vorsicht muss immer noch dabei sein und immer noch zentral und wichtig bleiben. Ein bisschen Angst gehört dazu, gerade um die Vorsicht bei den Jugendlichen zu wecken.

Natürlich macht es keinen Sinn, ihnen Angst vor dem Sex zu machen. Aber man muss die Risiken schon mit einbringen. Ein gesundes Mittelmaß ist hier wichtig.

Keine Angst davor haben, mit 17 oder 20 oder 25 noch keinen Sex gehabt zu haben.

Ganz genau. Aber wem nimmt ein 13jähriger das besser ab: Einem 40 Jahre alten Lehrer, der sicherlich schon oft Sex hatte, weil er Familienvater ist oder einem 17jährigen Jungen, bei dem die Wahrscheinlichkeit für bereits erlebten Sex nicht so groß ist? Wenn ein Lehrer das sagt, dann heißt es oft "Der kann leicht reden".

Der Schüler, der das macht, sollte qualifiziert sein. Also wirklich etwas wissen. Das muss vom Lehrer auch überpfüft worden sein. Es ist klar, dass man nicht jeden x-beliebigen Schlumpf da hinstellt, der behauptet, was zu wissen und Wirklichkeit nur seit fünf Jahren Pornos schaut und alles darin für bare Münze nimmt. Der Lehrer ist dabei und kann unterstützen, wenn es dann doch eine Frage geben sollte, wo der Schüler nicht ganz so umfassend antworten kann, wie ein studierter Lehrer. Aber grundsätzlich macht er nur die "Aufsicht".

Jugendliche denken zum Beispiel auch mal daran, andere Themen anzusprechen. Homosexualität war bei uns nie ein Thema im Sexualkundeunterricht. Und ansonsten auch eben nur das oberflächliche Zeugs, wo man aus den ausgeteilten Broschüren mehr lernen konnte.

Es ist klar, dass es dabei um die Vermittlung von Fakten gehen muss. Es muss korrekt sein, aber damit Schüler das auch wirklich aufnehmen, muss man sie richtig ansprechen. Und gerade bei diesem Thema versagen viele Lehrer.

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