Sexualität, Liebe und Flirten vor 100 Jahren?

13 Antworten

Nur wenige in den Großstädten lebten freizügig.

Die meisten wuchsen sehr behütet auf. Kennengelernt hat man sich bei Volksfesten, Kirchweihen, Sportveranstaltungen, in Vereinen und beim Tanzkurs.

Die Annäherung war meist scheuer, andeutungsreicher, diskreter, dafür war sicher die erotische Spannung größer. Junge Leute kannten keine Filme über Sex oder den Körper des anderen Geschlechts, das war sicher ein großes Geheimnis, das stark lockte. Aufgeklärt wurden sie oft auf der Gasse; Sex war in den Familien meist ein Tabuthema.

Bei Liebelei schrieb man sich mal ein Briefchen, aber meistens verabredete man sich irgendwo, zum Spazierengehen, ins Kino usw. Die Eltern passten genauer auf als heute. Junge Mädchen mussten früh zuhause sein. Im Schnitt hatte man später Sex.

In proletarischen oder bäuerlichen Milieus gab es aber auch viele, die früh Sex hatten, auch viele ungewollte Schwangerschaften. Das war damals ein Drama.

Homosexualität war verboten. Die Schwulen mussten sich also versteckt in Schwulenkneipen oder öffentlichen Toiletten treffen. Solche Ecken waren in jeder Stadt auch unter Pubertierenden bekannt.

Sowohl Frauen als auch Männer hatten Partnerschaften eine viel größere Priorität zugemessen. Die Kultur war eine ganz andere. Es gab viel weniger unvorbereitete Paare, man musste sich besser in Familien integrieren und die Leute waren viel fitter. Den Luxus, den wir heute haben, müssen wir schätzen; früher hatten wir weniger Möglichkeiten, unsere Zeit mit unwichtigen Dingen zu vergeuden und das Beste nach hinten zu schieben.

du bist ein schatz :)

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also ich weiß von meiner oma dass sie eigentlich einen typen gern mochte und in ihn verknallt war, er hatte aber eine andere und für sie blieb dann sein bester freund übrig, der schlussendlich mein opa wurde

die beiden trafen sich wenn dann nur mit freunden und nie alleine (sie kannten sich weil sie in der selben nachbarschaft wohnten)

nach ner weile gingen sie miteinander aus, mit 18 jahren verlobten sie sich, weil der vater meiner oma sagte sie darf ihn nicht nachhause zu sich einladen, außer sie seien verlobt und dann verlobten sie sich und erst ab da hatten sie sex

dann haben sie geheiratet und 2 jahre später meinen onkel bekommen und 2 weitere jahre später meine mutter

Eine Möglichkeit des Kennenlernens außerhalb Schule, Beruf, Familienfesten und Vereinen gab es z.B. hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Freik%C3%B6rperkultur#Von_1920_bis_1945:_%E2%80%9ESchwedisches_Baden%E2%80%9C_im_Motzener_See

Zielführend waren damals wie heute direkte Begegnungen und intensivere Kontakte, selten begann ein Flirt über eine Heiratsannonce.

Es war unseren verliebten Vorfahren ein ungestörtes Treffen meist nicht einfach gemacht worden, denn es gab die herrschende Moralvorstellung wie "das schickt sich gar nicht".

Also es gab damals durchaus eine LGBT Comunety alerdings war sie im untergrund aktiv da sie eben illegale Sachen gemacht haben. Damals war übrigens nur Sexuelle Handlungen zwischen Männern strafbar. Eine enthaltsame Liebesbeziehung zwischen zwei Männern jedoch nich und Lesben durften ihre Sexualität auch legal ausleben. Und wie das mit dem Flirten war. In den 1920er Jahren hatt man sich halt in oft lokalen oder getroffen und da etwas rumgeflirtet. Also genauso wie heute

Woher ich das weiß:Hobby – Ich interesiere mich für Geschichte und Politik

Erstaunlich, Dein breit gefächertes Wissen. Sehr erstaunlich.

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