sexualisierte gesellschaft -gezielte manipulation der medien? opium fürs volk?

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Sex ist ein Teil des menschlichen Lebens. Nicht absolut lebensnotwendig, aber für einen Teil der Menschen von enormem Stellenwert. Als Thema hat er einen hohen Reiz, also einen hohen Unterhaltungs- und Vermarktungswert. Wir befinden uns in einer gesellschaftlichen Phase der hochgradigen Liberalisierung, allerdings schon einige Jahrzehnte nach der "sexuellen Revolution", und das Sensationelle der Befreiung droht abzuflauen, so dass mehr und mehr die Extremformen ins Rampenlicht gestellt werden müssen, um überhaupt noch eine Medienwirksamkeit zu erreichen. Der nahezu unbegrenzte Exhibitionismus hat - meines Erachtens - eine zerstörerische Wirkung: Er stumpft allgemein ab, fördert die menschlich fragwürdige (wenn auch uralte) merkantile Form der Sexualität (wo man sich jegliche Perversion erlauben kann, wenn man bezahlt) und ist vor allem für Kinder und Jugendliche ein Gift,das viele gesellschaftliche Werte in Frage stellt respektive zersetzt (z.B. das Vertrauen zu und die Achtung vor "Erwachsenen"). Gleichzeitig steigert sich, wiederum gefördert von den verlogenen Produkten der Medien ("Soaps") die Anspruchshaltung gegenüber Liebesbeziehungen ins Unrealistische, so dass der Trend zu gescheiterten "Dauerbeziehungen" und häufigem Partnerwechsel zunimmt. Auch dies wirkt sich natürlich auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen aus. Die persönliche Freiheit, die wir sicher alle nicht gerne wieder zugunsten einer traditionellen Maßregelung "von oben" opfern wollen, hat ihren bitteren Preis. Es ist wie mit der wunderbaren Utopie des Sozialismus: Wären alle Menschen verantwortungsvoll, verzichtsbereit, bewusst denkend und lebend, also "gut", könnte unser Gesellschaftssystem ein idealer Boden für persönliches Glück und gute Beziehungen sein,. Da aber die Nachtseite des Menschen sehr stark ist, treibt das Schiff in Richtung Dekadenz, Gefühlsverarmung und Zynismus. Es ist äußerst wichtig, all dies im Auge zu behalten und immer wieder als Einzelner , als Verantwortlicher in der Öffentlichkeit, als Mitarbeiter ethisch "guter" Medien für die Menschlichkeit auch in diesem Bereich zu kämpfen, Werte zu verteidigen. Sex ist in diesem Fall ein Beispiel, ein Indikator für die Prinzipien, nach denen wir unsere Welt gestalten.

grandiose antwort. danke dafür. genauso empfinde ichs auch seit langem. es spricht mir sehr aus der seele.

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@johmarie

ich bin so froh dass du es geschafft hast meine empfindungen so passend zu formulieren :-)

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Ich glaube, dass es im Prinzip egal ist womit wir die Bevölkerung vollpullern. Im Moment ist es Sex- vor 100 Jahren noch unvorstellbar- da war das Gegenteil er Fall. Wir werden ständig manipuliert und das Thema, was im Moment am besten geht wird bis zum erbrechen ausgeschöpft. Ein gesundes Mittelmaß in allen Dingen, keine Extreme, selbstständiges Denken, selbstbewusste Menschen die auf ihre Fähigkeiten vertrauen und ihre wirklichen Bedürfnisse kennen und erkennen, sind auf keinen Fall das, was die herrschende Schicht haben will. Ein Teil der Bevölkerung wird mit Sex verunsicheert, ein Anderer mit Mode, Figurbewusstsein usw. Wir sind doch selber verantwortlich für das was wir denken und tun- wir MÜSSEN uns doch nichts einreden lassen, oder?

Genau so ist es - schade nur, dass die meisten diese Manipulation der Medien nicht merken. Dadurch rollt der Rubel - es geht doch immer ums Geld.

Lieber Gruss - Noona

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@Noona

Die Menge will betrogen werden! Das merkt man doch bei jeder Wahl. Weil die Masse einfach medienverblödet und gehirngewaschen ist, leider...

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@aelfric777

Wer mit der Herde läuft, muss Ärschen folgen. (Karl Kraus)

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Die sexualisierte Gesellschaft ist nur oberflächlich sexuell dominiert! Und damit liegst Du genau richtig, wenn Du feststellst, dass der ausgelebte Sexualtrieb die Produktivität schwächt.

Was für den (katholischen) Priester das Zölibat, das war für den Normalbürger das Diktat, Sexualität nur zu pflegen, wenn dabei auch Nachwuchs herauskommen soll. Ist der dann erst einmal in der Welt, dann bleibt ohnehin nicht mehr viel Zeit für Sex. – Ich habe übrigens mal irgendwo gelesen, dass die Übersetzung "wachset und mehret Euch" erst später (so grob geschlagen um 1000 n. Chr.?– ich hab vergessen, wann es genau gewesen sein soll) in die Welt gesetzt wurde – weil die Kirchen entdeckten, dass sie für ihre Machtsysteme mehr Produktivkräfte brauchten, als vorhanden waren!

Im Grunde bleibt von der Sexualisierung der Gesellschaft nicht mehr als dies: Man gesteht endlich ein, wie wichtig in Wahrheit die Sexualität auch in der kultivierten Welt ist (dennoch möchte man sich hinreichend abgesetzt sehen von Neandertalern und andern Urzeitlern). Und? Man verkehrt die sexuelle Befreiung der 60er und 70er Jahre in ihr Gegenteil, indem man Sexualität vollständig versymbolisiert. Damit suggeriert man zwar sexuelle Offenheit und Freizügigkeit, aber damit ist dieselbe (sexuelle Freizügigkeit) ja nicht gleich auch erlaubt. Denn nur die nicht erfüllte Sexualität macht produktiv. Der Mensch bemüht sich also ständig um die maximale sexuelle Attraktivität nach modernen Vorbildern, wird aber gleichzeitig sexuell keineswegs erfolgreicher! – Wiederum: DASS die Sexualtität nicht erfüllt ist, macht der moderne Mensch sich nicht mehr bewusst, weil er ja offenbar umgeben ist von Freizügigkeit und Sexualität. Ein ganz besonderer Trick an diesem System, den jeder Bürger noch selbst mit verstärkt, indem er / sie z. B. vorbehaltlos die Merkwürdigkeiten der Moden annehmen. Da nämlich ist maximale Entblößung einfach ein Muss in moderner Zeit.

Etwas anderes, das auch auf die Entsexualisierung der Gesellschaft bei gleichzeitiger Vorspiegelung von Freizügigkeit hindeutet: Das Glattrasieren jeglicher Körperpartien bei der Frau wie auch längst beim Mann! Denn was dabei heraus kommt, ist die Verleugnung des erwachsenen Menschen und des erwachsenen Körpers. Zum sexuellen Ideal wird der sexuell reife Körper mit kindlichen Attributen. Und ich bin seit langem nicht mehr der Meinung, dass Missbräuche von Kindern und Jugendlichen früher nur mehr verheimlicht wurden. Das ist natürlich schon in hohem Maße der Fall, dass heute mehr davon an die Öffentlichkeit gerät (und das ist auch gut so), aber ich bin längst davon überzeugt, dass heute auch mehr Missbräuche stattfinden – nicht zuletzt noch befeuert durch das Ideal der kindlichen Sexualität in der Moderne.

Ich möchte hier übrigens nicht die Lanze brechen für die vollständig biologisch abbaubare Frau – aber macht Frau in dieser modernen Gesellschaft sich eigentlich klar, worauf sie (der Emanzipation zum Trotz immer stärker!) reduziert wird? (Und das beginnt nicht nur in der Mode, sondern wird wesentlich durch die Mode ins alltägliche Bewusstsein getragen, ohne dass Widerstand aufkommt!) Im Grunde wird die Frau doch noch auf viel weniger reduziert, als es in jenen Zeiten der Fall war, da es definitiv nicht annähernd so etwas wie Gleichberechtigung gab. Dass Frau das so willig mit sich machen lässt, das wundert mich immer wieder aufs Neue: Diese Reduktion auf den reinen Körper. Aber: Im Zuge der Gleichberechtigung werden ja auch Männer endlich immer stärker nur noch auf ihren Körper reduziert. Also, liebe Damen: Was soll's? Schlimm ist's doch eigentlich nur, wenn man ganz allein blöd dasteht!? Also treibe man die Reduktion des männlichen Geschlechts zum Sexualobjekt weiter voran – dann ist bald die Welt auch wieder in Ordnung. Dann sind wir endlich gleichentrechtet und können uns, wenn auch auf niedrigstem Niveau, wenigstens auf einer Augenhöhe treffen.

Aber man achte darauf: Jene, die Macht besitzen, haben ihren eigenen Modestil und setzen sich von dem, was sie den Massen zumuten, ganz deutlich und ganz bewusst ab! Und: Ein Mann, der Macht besitzt, akzeptiert die halb entblößte Frau an seiner Seite nur dann, wenn er sie der Sexualität wegen "besitzt". Und Frauen mit Macht lassen sich auf diesen Moden schon gar nicht ein!

Sehr gut kommentiert!

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Wenn man das Verhalten der Beteiligten (Die Medien) mit einfacher Dummheit und Gier erklären kann (in diesem Beispiel das Prinzip "Sex sells"), ist es abwegig, eine Verschwörung anzunehmen. [P. J. Plauger]

ok aber das volk wird dumm gehalten. ich sag nur bild zeitung.

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Also ich kann nur aus Erfahrung sprechen - ist das Sexualleben schon, geht der Rest auch leicht, weil ich mich einfach gut fühle. Läufts mit dem Sex nicht so gut, bin ich antrieblos und frage mich die ganze Zeit, woran das bloß liegt. Das verschlimmert zwar alles, aber ich tue es trotzdem. Nicht schlimm, geht wieder weg.

meine erfahrung ist jedoch, dass man ungeahnte kraftreserven in bezug auf ausdauer und ambition für eine sache zb. sport, projekt etc, entwickeln kann.

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Ging mir genau so, kann ich nur zustimmen!

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