Sex vor der ehe nicht erlaubt? wo steht das in der Bibel?

18 Antworten

Nach biblischen "Spielregeln" wurde von einer jungen Frau erwartet, daß sie als Jungfrau in die Ehe ging. In ALLEN alten Kulturen wurde das erwartet und in vielen Kulturen wird das heute noch so betrachtet, ob sie nun ihre Ansicht auf die Bibel gründen oder nicht. Diese Erwartungen waren selbstverständlich, so daß es in der Bibel gar keiner ausdrücklichen Regel bedurfte. Die Vorstellungen von Sexualität und der Zeugung von Nachkommen waren andere zu jener Zeit als die, die wir heute haben. Wir wissen vielmehr über Sexualität, über die biologischen Details und über das, was die Natur dabei vorgibt und wo wir wählen können. Diesen Vorsprung an Wissen hatten unsere Vorfahren nicht. Das mußt Du immer in Anschlag bringen, wenn Du über Sexualmoral - christliche oder nichtchristliche - nachdenkst.

Nach biblischen Maßstäben soll ein Mädchen jungfräulich in die Ehe gehen. Für junge Männer gilt das nicht. Nach alttestamentarischen Vorstellungen ist die Prostitution zwar nichts Gutes, es schadet aber den Männern nicht, zu Prostituierten zu gehen. Beispiele gibt es dafür genug. Die Bibel spricht zwar schlecht über Prostitution, sie urteilt aber ganz andere über einzelne Prostituierte. Eine davon findet sich in der Ahnenreihe Jesu, nämlich Rahab. Und an keiner Stelle ist erwähnt, daß sie nach dem Abenteuer mit den Männern Josuas (lies mal das Buch Josua, die Geschichte kommt gleich zu Beginn) ihren Beruf aufgab.

Immer eingedenk des geringeren Wissens über Sexualität und Fortpflanzung kannst Du auch mal auf das alttestamentarische Eherecht schauen: Ein Mann bricht die Ehe, wenn er mit der Frau eines anderen Mannes Sex hat. Er bricht dessen Ehe, nicht seine eigene! Auch, wenn er verheiratet ist, kann er gehen zu wem er will. Seine Frau aber bricht die Ehe, nämlich die eigene, wenn sie sich einem anderen Mann zuwendet, auch wenn der nicht verheiratet ist. Das mag auf den ersten Blick unlogisch und ungerecht erscheinen, aber denk daran, daß die Alten anders über die Fortpflanzung dachten als wir.

Auch nach dem AT ist eine Frau, die verheiratet war, frei darin, sich einen neuen Partner zu wählen. Sie kann Sex haben, mit wem sie will. Eine Geschiedene oder eine Witwe ist weder Ehebrecherin noch Prostituierte, wenn sie ein Verhältnis hat mit einem Mann, den sie nicht heiratet. Trotzdem sieht man es nicht gern, weder im AT noch im NT. Paulus empfiehlt die Wiederheirat, wenn eine solche Frau nicht auf Sex verzichten will. Paulus hat es gern ordentlich in der Gemeinde und hält sehr auf Moral, auch wenn er zugibt, dazu keine Anweisungen Jesu zu haben. Was Witwen betrifft, kannst Du mal das Buch Rut lesen. Rut ist eine Witwe und sie ist auf der Suche nach einem neuen Auskommen. Sie wirft sich Boas förmlich an den Hals und legt sich nachts auf der Tenne zu ihm. Da kann er gar nicht mehr anders, als sich um sie zu kümmern... Rut wird an keiner Stelle für ihr Verhalten getadelt - auch sie steht in der Ahnenreihe Jesu.

Biblische Sexualmoral ist nicht strikt durchgeregelt nach der Devise "das ist erlaubt, das ist verboten". Die Bibel ist ein Buch des Lebens, in dem es nicht immer genau nach einem Gesetz geht, sondern in dem die Geschichten erzählt werden, die im wirklichen Leben geschehen. Da gibt es keinen Weg, der immer geradeaus führt und auf dem ohne Zweifel immer die richtige Entscheidung fällt. Deshalb kann ein Christ niemals sagen "das ist immer richtig und dies ist immer falsch". So ein Urteil greift zu kurz und nicht zuletzt deshalb hat Jesus selbst vor dem Urteilen gewarnt. Wer rechtschaffen lebt und wer in Sünde lebt muß sich weniger durch die Einhaltung von Regeln erweisen sondern durch das Herz eines jeden Menschen. Die Sünde findet nicht im Bett statt sondern in Deinem Inneren, in dem, was Du beabsichtigst, wonach Du verlangst, in dem, was Dein Gewissen sagt. DORT entscheidest Du, ob das, was Du tun möchtest, gut oder böse ist. Wenn das, was Du in Deinem Herzen hast, Bestand hat vor Deinem Gewissen, dann tu es. Gott ist kein Erbsenzähler und kein Paragraphenreiter. ;-) Er schaut - das sagt auch die Bibel - immer auf das Herz und prüft die Gedanken der Menschen. Er prüft sicher nicht ab, ob Du auch immer einen Trauschein bei Dir hattest, wenn Du einmal vor ihm stehen wirst. Er wird Dich fragen, ob Du geliebt hast und wie sehr. Alles Gute, q.

In der Tat steht in der Bibel nicht wortwörtlich, dass du keinen Sex vor der Ehe haben sollst.

Nach christlicher und jüdischer Sicht hat Sex jedoch nur statt zu finden, wenn Kinder gezeugt werden sollen. Dies war keine bigott-prüde Regelung, sondern diente vor allem dem Schutz der Frau und ihrer Kinder. Ein Wegfall des Ernährers , der sich aus dem Staub machte, war für die Frau und die Kinder eine soziale Katastrophe.

und auch häufig wechselnde Geschlechtspartner bedeuteten damals ein hohes Risko, Krankheiten zu bekommen, gegen die es keine Mittel gab.

Ein weiteres Motiv: bis 1832 war die weibliche Eizelle unentdeckt. Bis dato galt also die Vorstellung, der Mensch wäre in Miniaturausgabe bereits im "Samen" (!) vorhanden. Er bräuchte nur noch wie in einen richtigen Blumentopf (Frau) zu fallen, um dort zu wachsen und zu gedeihen. Noch heute verwendet man Begrifflichkeiten mit dieser Logik: "Ich mache ihr ein kind", "Ich schiebe ihr nen Braten in die Röhre" und Ähnliches.

Deswegen durfte auch nicht masturbiert werden, denn hierbei landete der kostbare Minimensch ja nicht im richtigen Blumentopf und stirbt. Und damit ja ein Mensch.

So ist auch heute wichtig, dies zu verstehen. Und auch heute sind wir gefordert, verantwortungsvoll mit uns und den Anderen in sexueller Hinsicht umzugehen.

Du hast Recht, in der Bibel steht das nirgends. Das heisst aber nicht, dass man vor dem Heiraten mit verschiedenen anderen zusammen sein darf, das wäre in der Tat Hurerei im Sinne der Bibel.
Laut Bibel kommen Mann und Frau zusammen, werden ein Fleisch (Sex) und sind hinfort Mann und Frau. D.h. mit dem ersten Sex beginnt die Ehe. Und Sex mit anderen danach ist Ehebruch. Und wenn die Ehe mit dem Sex beginnt, wie kann man dann Sex vor der Ehe haben. Das gibt es im Prinzip nicht.
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Die Sache mit Sex vor der Ehe kam von der Kirche viel später. Der Beginn der Ehe wurde unterschiedlich gesehen. Jedoch - in der Bibel steht nirgends, dass die Ehe dann beginnt, wenn irgendein Pfarrer seinen Senf dazu gegeben hat. Und da steht auch nirgends etwas von einem Standesbeamten.

aber angenommen ich bin meiner freundin treu und wir wollen später auch heirraten dann würde ich doch nicht die gebote der bibel brechen oder?

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@derrrrMaster

Nein. Das was du hier heiraten nennst, ist lediglich eine von Menschen gemachte Zeremonie vor dem Pfarrer oder Standesbeamten.Vom ersten Sex an jedoch seid ihr für Gott schon Mann und Frau.

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@ArchEnema

aber die meinen das genau das dazu zählt wenn man nicht verheiratet ist nur finde ich echt keine begründung....

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@derrrrMaster

Weißte, mit Meinungen ist es wie mit A*löchern - jeder hat sowas. ;-)

Ist ja auch deren gutes Recht. Aber verstehen oder gar teilen muss ich deren Ansichten deswegen ja nicht...

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@Franticek

Ja, aber was hat das dann mit "gebote der bibel brechen" zu tun? Schließlich sollte es den beiden frei stehen, sich zu vermählen...

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@ArchEnema

Es steht ihnen ja frei, sich der menschlichen Zeremonie zu unterziehen. Von Gott vorgegeben ist diese jedoch nicht sondern nur von der Kirche gewünscht.

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@Franticek

Die meine ich nicht. Ich meine das "zusammen ein Fleisch werden". Daran ist ja auch nix unmoralisch oder wider irgendein Gebot.

Zum Verständnis: Hast du mit "Nein:" gemeint a) "Nein, du würdest nicht die Gebote der Bibel brechen" oder b) "Nein, du würdest NICHT nicht die Gebote der Bibel brechen"? ;-)

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@ArchEnema

Ich meinte ganz einfach: Sobald ich ein Fleisch werde mit einer Frau, bin ich vor Gott Mann und Frau. Ein Fleisch werden, das ist der Sex. Wie kann man Sex haben, bevor man Sex hat?
Wenn ich mit ihr ein Fleisch werde, dann sind wir Mann und Frau. Wir sind das nicht erst, wenn wir diese von Menschen geschaffene Zeremonie hinter uns haben. Vor dieser Zeremonie schon vor Gott Mann und Frau zu sein, das hat nichts mit Bibel zu tun, da werden keine Gebote der Bibel gebrochen. Diese werden aber gebrochen, wenn man sich nach dem ersten Sex dann doch wieder anders orientiert.
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Zur Verdeutlichung: Für mich war meine Frau die erste und einzige Frau in meinem Leben, mit der ich Sex hatte. Das geschah aber schon, bevor wir beim Pfarrer und Standesbeamten waren. Aber vor Gott waren wir schon Mann und Frau. Jeder Sex mit jemand anderem wäre ab diesem Zeitpunkt Ehebruch gewesen. Tja, die erste Frau, auch während mehr als 30 Jahren gesetzlicher Ehe die einzige Frau, und immer noch kein Sex mit einer anderen. Das entspricht wohl eher der Bibel, als wenn man bis zur Hochzeit wartet und dann den einen oder anderen Partner hat.

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Du beziehst dich hier worauf?

Ich vermute mal auf Genesis 24,65: Isaak und Rebekka. Weil sich Rebekka sofort in den Mann verliebte, den sie nur von weitem sieht und sofort mit im geschlafen hat und mit ihm ab da verheiratet war (Wohl gemerkt: Monogamie gab es noch nicht)und , weil Isaak damit über den Tod seiner Mutter Sarah hinweg kommen wollte, meinst du, dass die Bibel klar sagt, dass man verheiratet ist, sobald man miteinander schläft?

Ich will dir nichts böses oder dich irgendwo umstimmen. Ich finde nur, dass es nicht ganz so einfach ist.. Wie hier schon erwähnt wurde: Wir können Gottes Willen nicht in zwei Sätzen ausdrücken.Jedenfalls bezweifle ich, dass das wirklich die Ehe als Bund vor Gott definiert!

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